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Wahrheit und Realität

moebius

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11. März 2009
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42.486
AW: Wahrheit und Realität

Es gibt juristische Gesetze und es gibt Naturgesetze! Nach welchen werden die Dinge im Universum wohl ablaufen? :D

Weder nach juristischen noch nach den bisher bekannten Natur-Gesetzen ...
Aber die depperten Experimental-Physiker im CERN suchen ja noch nach dem "Gottesteilchen" :lachen::lachen::lachen:- und einige nicht ganz so depperte Theoretische Physiker suchen noch nach der TOE...
Allerdings sind einige besonders Kluge bereits aus dieser Suche ausgestiegen (beispielsweise S. Hawking, L. Susskind und R.B. Laughlin), auch wenn sie die erkenntnis-und wissenschaftstheoretischen Gründe für das Scheitern dieser Suche noch nicht kennen, was aber nichts macht ...:lachen::lachen::lachen:
 
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moebius

Well-Known Member
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11. März 2009
Beiträge
42.486
AW: Wahrheit und Realität

......

Aber irgendwie hab ich den Verdacht, dass das Universum auch nicht unbedingt nach den Naturgesetzen abläuft. Die sind doch nur Erklärungsversuche für uns kleine Menschlein, weil wir unbedingt dahinterkommen wollen, was da rund um uns eigentlich los ist. Wenn aber das Universum auf unsere Gesetze angewiesen wäre um zu funktionieren, na dann gute Nacht du schöne Welt.

Während Du lediglich einen
Verdacht
hast,weiss ich in dieser Frage bereits mehr als alle Anderen, was aber nichts macht ...
Der blaue moebius :clown3:
 

EarlyBird

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28.942
AW: Wahrheit und Realität

Von Religionsstiftern abgegebene Regeln und Empfehlungen gibt es auch noch.

Vielleicht sollte man so liberal sein, jedem Menschen einfach etwas nach seinem Gefallen und Gutdünken aussuchen zu lassen.

Liebe Grüße

Zeili



Kein Problem, du kannst ja für dich das Gravitationsgesetz außen vor lassen. Und die Fliehkraft, dann kannst du schneller durch Kurven fahren! :)


LG

EarlyBird :)
 

PhilippP

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8. April 2003
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812
AW: Wahrheit und Realität

Ich steige mal genau an dieser Stelle ein.
Nochmal die These:
Die Wahrheit ist nicht real die Lüge ist Realität.
Wer kann es beweisen?
Alle Dinge laufen gesetzmäßig ab.
Wenn die Lüge Realität ist so läuft sie gesetzmäßig ab!
Erst wenn diese Gesetzmäßigkeit unterbrochen ist tritt die Lüge (oder auch der Irrtum) zum Vorschein.
Das ganze nennt man am Ende Politik.
Das entscheidende daran ist: Ohne Richtigkeit einer Sache gibt es auch keine Gerechtigkeit in der Sache.
Sprich: Ohne Wahrheit keine Gerechtigkeit!
[...]

Hallo Eulenspiegel,

ich versuche der obigen Logik zu folgen:

Die "Lüge" ist dann "Realität", wenn sie "gesetzmäßig" verläuft. Verläuft sie aber nicht mehr "gesetzmäßig", dann kommt die Lüge als Lüge ("oder ... Irrtum") "zum Vorschein", was wiederum "Politik" darstellt.

Folglich wäre die politische Lüge eine solche, die nicht zur Realität gehört, da sie ja nicht "gesetzmäßig" ist. Ist dann für Dich diese Form der Lüge also irreal? Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, worauf Du hinaus möchtest. Für mich klingt das - mit Verlaub - alles reichlich konfus.

Für mich ist die Lüge kein Naturgesetz, sondern ein anthropologisches - und bei näherem Hinblick äußerst vielschichtiges - Phänomen, außerdem ein Beweis für die Reflexivität des Menschen: er erkennt seine Absichten in Zusammenhang mit seinem Tun und vermag es obendrein, jene Zusammenhänge differenzierend zu betrachten und ggf. vor erweitertem Hintergrund (vielperspektivisch) anders und/oder neu zu werten. Ich vermute, dass wir anders überhaupt nicht von dem Phänomen der Lüge sprechen und uns hierüber intersubjektiv verständigen könnten.

Wenn es Dir am Ende tatsächlich nur darum geht, die Politik als ganzes zu verwerfen, dann weise ich abschließend darauf hin, dass "Politik" in erster Linie die Gesamtheit des gesellschaftlichen Miteinanders meint und letztlich gehört jeder einzelne Mensch zwangsläufig (ob er nun möchte oder nicht) allein durch die Tatsache seiner nackten Existenz diesem Phänomen an.

Oder wie Aristoteles schon bemerkte: der Mensch ist als Zoon Politikon (als in der politischen Gemeinschaft lebender) in ein Geflecht von Bedürfnissen und Beziehungen eingebunden, und da wir allesamt Menschen sind, streben wir letztlich gemeinsam zum guten (menschlichen) Leben hin.

Das Problem dabei ist uns - so sehe ich das - ebenfalls gemein: wir alle wissen nicht wirklich, wie genau dieses "gute Leben" aussehen soll, was es tatsächlich ausmacht. Dennoch prägen uns (als Menschen) so viele Gemeinsamkeiten (neben aller Unterschiedlichkeiten), dass wir die meiste Zeit in friedlicher Koexistenz zu leben verstehen. Und noch eins drauf: je politischer wir miteinander umgehen (je intensiver wir also diesen Wesenskern des Menschen nutzen), desto harmonischer gestaltet sich unser Miteinander.

Du siehst: ich bin ein Optimist, aber nicht aus Prinzip, sondern weil ich mir bisweilen vorstelle, wie unsere Welt aussehen könnte, würden wir als Menschen uns wesentlich anders verhalten. Sieht man hingegen stets nur die problematischen Aspekte und vermag es darüber hinaus nicht, die vermiedenen oder gelösten Probleme wahrzunehmen, dann läuft man in Gefahr, selbst zum Problem (für sich und die Mitmenschen) zu werden.

Es grüßt Dich,

Philipp
 
Zuletzt bearbeitet:

Zeilinger

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AW: Wahrheit und Realität

Kein Problem, du kannst ja für dich das Gravitationsgesetz außen vor lassen. Und die Fliehkraft, dann kannst du schneller durch Kurven fahren! :)
Ich vermute, das war ironisch gemeint. Ich bin zwar kein Wissenschafter, zwischen Naturgesetzen, psycholgoischen und moralischen Gesetzen kann ich aber unterscheiden.

Liebe Grüße dem Menschen, dem frühen und dem späten Vogel

Zeili
 

EarlyBird

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1. Oktober 2009
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28.942
AW: Wahrheit und Realität

Ich vermute, das war ironisch gemeint. Ich bin zwar kein Wissenschafter, zwischen Naturgesetzen, psycholgoischen und moralischen Gesetzen kann ich aber unterscheiden.

Liebe Grüße dem Menschen, dem frühen und dem späten Vogel

Zeili



Sorry, hatte mal wieder was missverstanden, klar kannst du das!


LG

EarlyBird :)
 

Eulenspiegel

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9. August 2009
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2.435
AW: Wahrheit und Realität

Hallo Eulenspiegel,

ich versuche der obigen Logik zu folgen:
Die "Lüge" ist dann "Realität", wenn sie "gesetzmäßig" verläuft. Verläuft sie aber nicht mehr "gesetzmäßig", dann kommt die Lüge als Lüge ("oder ... Irrtum") "zum Vorschein", was wiederum "Politik" darstellt.

Folglich wäre die politische Lüge eine solche, die nicht zur Realität gehört, da sie ja nicht "gesetzmäßig" ist. Ist dann für Dich diese Form der Lüge also irreal? Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, worauf Du hinaus möchtest. Für mich klingt das - mit Verlaub - alles reichlich konfus.

Soziologisch betrachtet ist es so. Da gelten die Gesetze des menschlichen Denkens.

Für mich ist die Lüge kein Naturgesetz, sondern ein anthropologisches - und bei näherem Hinblick äußerst vielschichtiges - Phänomen, außerdem ein Beweis für die Reflexivität des Menschen: er erkennt seine Absichten in Zusammenhang mit seinem Tun und vermag es obendrein, jene Zusammenhänge differenzierend zu betrachten und ggf. vor erweitertem Hintergrund (vielperspektivisch) anders und/oder neu zu werten. Ich vermute, dass wir anders überhaupt nicht von dem Phänomen der Lüge sprechen und uns hierüber intersubjektiv verständigen könnten.

Wie man sieht fehlt hier die erforderliche entsprechende Erkenntnis.

Wenn es Dir am Ende tatsächlich nur darum geht, die Politik als ganzes zu verwerfen, dann weise ich abschließend darauf hin, dass "Politik" in erster Linie die Gesamtheit des gesellschaftlichen Miteinanders meint und letztlich gehört jeder einzelne Mensch zwangsläufig (ob er nun möchte oder nicht) allein durch die Tatsache seiner nackten Existenz diesem Phänomen an.
Der heilige Augustinus nannte jene Staaten denen es an "Gerechtigkeit fehlt" - "Große Räuberbanden".

Oder wie Aristoteles schon bemerkte: der Mensch ist als Zoon Politikon (als in der politischen Gemeinschaft lebender) in ein Geflecht von Bedürfnissen und Beziehungen eingebunden, und da wir allesamt Menschen sind, streben wir letztlich gemeinsam zum guten (menschlichen) Leben hin.
Gesetze nach dem Motto: Eine Bande hackt der anderen kein Auge aus; Globalisierung?

Das Problem dabei ist uns - so sehe ich das - ebenfalls gemein: wir alle wissen nicht wirklich, wie genau dieses "gute Leben" aussehen soll, was es tatsächlich ausmacht. Dennoch prägen uns (als Menschen) so viele Gemeinsamkeiten (neben aller Unterschiedlichkeiten), dass wir die meiste Zeit in friedlicher Koexistenz zu leben verstehen. Und noch eins drauf: je politischer wir miteinander umgehen (je intensiver wir also diesen Wesenskern des Menschen nutzen), desto harmonischer gestaltet sich unser Miteinander.
Wissen ist Macht über die Dummen, ohnmächtigen. Wer verzichtet darauf schon freiwillig?

Du siehst: ich bin ein Optimist, aber nicht aus Prinzip, sondern weil ich mir bisweilen vorstelle, wie unsere Welt aussehen könnte, würden wir als Menschen uns wesentlich anders verhalten. Sieht man hingegen stets nur die problematischen Aspekte und vermag es darüber hinaus nicht, die vermiedenen oder gelösten Probleme wahrzunehmen, dann läuft man in Gefahr, selbst zum Problem (für sich und die Mitmenschen) zu werden.

Ein Optimist ist Jemand der seine Dummheit nicht kennt, er ist darum immer bei denen gut angesehen die ihn ausnutzen.
 

moebius

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AW: Wahrheit und Realität

Optimis-mus und Pessimis-mus sind jeweils ein Mangel an Information:
1. über sich selbst (mangelhafte Selbst-Erkenntnis)
2. über die sog. politische, soziale, ökonomische usw. "Welt"
3. über das UNI-versum
Der blaue moebius, der aber auch nichts weiss...:lachen::lachen::lachen:
 

Eulenspiegel

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AW: Wahrheit und Realität

Mal etwas grundsätzliches zur Lüge:
Nietzsche: Zarathustra - Von der Nächstenliebe -
Auszugszitat:
Ihr ladet euch einen Zeugen ein, wenn ihr von euch gut reden wollt; und wenn ihr ihn verführt habt, gut von euch zu denken, denkt ihr selber gut von euch.

Nicht nur Der lügt, welcher wider sein Wissen redet, sondern erst recht Der, welcher wider sein Nichtwissen redet. Und so redet ihr von euch im Verkehre und belügt mit euch den Nachbar.

Also spricht der Narr: »der Umgang mit Menschen verdirbt den Charakter, sonderlich wenn man keinen hat.«
 
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