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Otto Friedrich Bollnow vs. Hannah Arendt

Isabollnow

New Member
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26. Januar 2012
Beiträge
4
Ich bin neu hier und ziemlich verzweifelt, ich studiere Pädagogik und muss nun bis Samstag meine Diplomarbeit abgeben, da ich mich noch im alten Studienplan befinde, welcher ausläuft. Die Frist ist somit bald zu Ende und ich habe noch einige Fragen zu dem Thema meiner Diplomarbeit( weil ich mir die nicht ganz freiwillig ausgesucht habe :verwirrt1 ). Meine Diplomarbeitsbetreuerin ist mit der Anzahl an zu betreuenden auch heillos überfordert und somit bin ich mehr oder weniger auf mich allein gestellt, ich wäre sehr dankbar, wenn sich hier der ein oder andere finden würde, der sich mit einem der beiden oder vl sogar beiden Philosophen auskennt.
Vielen Dank schon im Vorhinein :)
Lg, Isabella
 
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AW: Otto Friedrich Bollnow vs. Hannah Arendt

Herzlich willkommen! :kuss5:
und ziemlich verzweifelt,
Das kann ich mir denken und dir ohne weitere Fragen glauben.
ich studiere Pädagogik und muss nun bis Samstag meine Diplomarbeit abgeben,
Hast also Zeitnot!
da ich mich noch im alten Studienplan befinde, welcher ausläuft.
Keine Ahnung was das beinhaltet.:dontknow:
Die Frist ist somit bald zu Ende und ich habe noch einige Fragen zu dem Thema meiner Diplomarbeit( weil ich mir die nicht ganz freiwillig ausgesucht habe :verwirrt1 ).
Tja da haste halt Pech gehabt. Warum lässt Du Dir so etwas aufdrücken?:dontknow:
Meine Diplomarbeitsbetreuerin ist mit der Anzahl an zu betreuenden auch heillos überfordert und somit bin ich mehr oder weniger auf mich allein gestellt,
Die arme Frau und Du armes Hascherl. Das ist ja eine böse Falle in der Du da steckst.
ich wäre sehr dankbar, wenn sich hier der ein oder andere finden würde,
So wie ich das Forum und die User kennengelernt habe, findet sich niemand.
der sich mit einem der beiden oder vl
Von Hannah Arendt besitze ich lediglich ein Buch, was ich aber noch nicht einmal zu Ende gelesen habe.
sogar beiden Philosophen auskennt.
Von demandern Typen habe ich noch nicht einmal den Namen gehört. Bin also selber rat- und hilflos.
Vielen Dank schon im Vorhinein :) Lg, Isabella
Na ja nett, dass Du hier um Hilfe welche auch immer nach gesucht hast. Das zeigt mir, dass das Universum, oder Gott oder welche höhere Gewalt auch immer die Hoffnung mit diesem Forum und diesen Usern hier noch nicht verloren hat.
:schaukel:
rg​

 
AW: Otto Friedrich Bollnow vs. Hannah Arendt

Ich bin neu hier und ziemlich verzweifelt, ich studiere Pädagogik und muss nun bis Samstag meine Diplomarbeit abgeben, da ich mich noch im alten Studienplan befinde, welcher ausläuft. Die Frist ist somit bald zu Ende und ich habe noch einige Fragen zu dem Thema meiner Diplomarbeit( weil ich mir die nicht ganz freiwillig ausgesucht habe :verwirrt1 ). Meine Diplomarbeitsbetreuerin ist mit der Anzahl an zu betreuenden auch heillos überfordert und somit bin ich mehr oder weniger auf mich allein gestellt, ich wäre sehr dankbar, wenn sich hier der ein oder andere finden würde, der sich mit einem der beiden oder vl sogar beiden Philosophen auskennt.
Vielen Dank schon im Vorhinein :)
Lg, Isabella

Wenn Du die zentralen Thesen Deiner Diplomarbeit vorstellst + Deine konkreten Fragen, kann ich vielleicht :dontknow: was dazu sagen/anmerken, da ich :ironie: (fast) alle Philosophen bzw. ihre Texte/Positionen kenne ...:D

Allerdings ist heute schon Donnerstag --- und unter Zeit-Druck gedeiht selten etwas Vernünftiges :ironie: soll ich von :blume2: (= MOMO) ausrichten ...

Gruß, moebius
 
AW: Otto Friedrich Bollnow vs. Hannah Arendt

ok zum einen frage ich mich, wie ich dieses zitat umformulieren kann, damit es jeder versteht (inklusive mir ^^)
"Nach Bollnow findet das Phänomen "Bildsamkeit" im Modus "existentieller Eigentümlichkeit" keinen Platz, es vermag "nur" den Modus der "Uneigentlichkeit" zu berühren, weshalb die Bildung und Formung zu einer "untergeordneten Angelegenheit", einer Veranstaltung, "die am tiefen Wesen des Menschen vorbeigeht und kaum den hohen Namen einer Erziehung verdient"
 
AW: Otto Friedrich Bollnow vs. Hannah Arendt

"Nach Bollnow findet das Phänomen "Bildsamkeit" im Modus "existentieller Eigentümlichkeit" keinen Platz, es vermag "nur" den Modus der "Uneigentlichkeit" zu berühren, weshalb die Bildung und Formung zu einer "untergeordneten Angelegenheit", einer Veranstaltung, "die am tiefen Wesen des Menschen vorbeigeht und kaum den hohen Namen einer Erziehung verdient"

ich kenne den Typ nicht,
aber den Satz versteh ich auf Anhieb

es geht darum, daß Wissen durch die Bildung nicht nur angepappt werden soll,
sondern daß die Bildung einen neuen Menschen formen,
das Verhalten des Menschen entsprechend seiner Bildung verändern soll

Sloterdijk hat mal in einer Fernseh-Diskussionsrunde angeprangert,
die Schule mache aus dem Subjekt ein Objekt

damit hat er gemeint,
daß die Schule heute verfügbare, mit technischem Wissen ausgestattete Statisten erzeugt,
die keine 'dummen' Fragen stellen und brav das erledigen, was ihnen gesagt wird

eine Stufe höher, an der Universität, haben sich die Wissenschaften zu Verfügungswissenschaften gewandelt
der ehemals freie Unterricht wird verschult,
die frühere Unterscheidung zwischen Fachhochschule (~ Fachidiot) und Universität (~ Bildungsideal) gibt es nicht mehr
die zum Studieren nötige Zeit wird den Studenten nicht mehr zugestanden

den 'unnützen' Geistes-Wissenschaften geht es an den Kragen,
deren Forschungsgebiete werden von den schicken 'Sozialwissenschaften' übernommen
bei den Naturwissenschaften werden ebenfalls die nicht technisch verwertbaren Teilbereiche weggespart
 
AW: Otto Friedrich Bollnow vs. Hannah Arendt

hier findet sich eine Leseprobe zu
THEORIE DER UNBILDUNG

http://www.amazon.de/Theorie-Unbild.../278-4932129-9257828?ie=UTF8&n=299956&s=books

Die Wissensshow suggeriert im Gegensatz zum Bildungs-Buch von Dietrich Schwanitz gerade nicht, daß es um das geht, was man wissen muß, sondern daß es völlig gleichgültig ist, was man weiß oder nicht weiß, mit etwas Glück weiß man immer etwas, das zufällig auch gefragt wird. Auf eine seltsame Weise adoriert diese Show so die Idee des punktuellen Faktenwissens an sich und stellt sich quer zur lange vorherrschenden pädagogischen Reformhaltung, die Faktenwissen als isoliert und zusammenhanglos aus den Köpfen der Schüler verbannen wollte. Seit dem Erfolg dieser Show veranstalten zeitgeistige Lehrer deshalb auch keine trockenen Prüfungsgespräche mehr, in denen sie erfahren, wieviel ihre Schüler tatsächlich verstanden haben, sondern organisieren dieser Show nachempfundene Ratespiele, die dann auch widerstandslos akzeptiert werden. So macht nicht nur Lernen, sondern auch Prüfen wirklich Spaß, und durch die Hintertür eines Medienereignisses gelangt das lange verpönte Abfragen beziehungslos nebeneinander stehender Daten, Fakten und Bedeutungen wieder in den Unterricht. Dem Lehrer als Quizmaster stehen mit dem deutschen und österreichischen Protagonisten dieser Show auch gleich zwei habituelle Modelle gegenüber, an denen er sein pädagogisches Verhalten orientieren könnte. Während es Günther Jauch laut Umfragen durch diese Show dazu gebracht hat, als einer der klügsten Deutschen zu gelten, dem man auch hohe politische Ämter zutraut,

eine Kundenrezensionen

Kankin Gawain
Der Inhalt in aller Kürze: tiefgründige Forschung und "Bildung" - im ursprünglichen Wortsinne - drohen verloren zu gehen, weil die moderne Bildungspolitik ein altes Bildungskonzept zu verbessern strebt, dessen Grundlagen sie nicht mehr kennt, da sie selbst die grundlegenden Texte des Humanismus und des deutschen Idealismus nicht mehr gelesen hat und deshalb, bar jeder echten Bildung und in Unkenntnis des zu Verbessernden, das Gute am Alten nicht bewahren kann, und - aus mangelnder eigener philosophischer Tiefe und Sorgfalt auch kein gleichwertiges oder besseres Bildungkonzept zu entwerfen vermag.
 
AW: Otto Friedrich Bollnow vs. Hannah Arendt

....
Sloterdijk hat mal in einer Fernseh-Diskussionsrunde angeprangert,
die Schule mache aus dem Subjekt ein Objekt

damit hat er gemeint,
daß die Schule heute verfügbare, mit technischem Wissen ausgestattete Statisten erzeugt,
die keine 'dummen' Fragen stellen und brav das erledigen, was ihnen gesagt wird
...

Aus meiner praktischen Erfahrung als Lehrer an der gymnasialen Oberstufe einer kooperativen Gesamtschule kann ich Peter SLOTERDIJK bestätigen....
Ich hatte diese Tendenz, den Schüler auf ein Objekt pädagogischer Maßnahmen zu reduzieren, bereits in meiner wissenschaftstheoretischen Dissertation aus dem Jahr 1976 am Beispiel der damaligen pädagogischen Mode-Theorie, der Curriculum-Theorie, analysiert und kritisch reflektiert ...​

Aber schon damals hatte :ironie: niemand auf mich bzw. meine Gedanken/Reflexionen gehört ...:lachen:
 
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AW: Otto Friedrich Bollnow vs. Hannah Arendt

ok zum einen frage ich mich, wie ich dieses zitat umformulieren kann, damit es jeder versteht (inklusive mir ^^)
Das freut mich aber :jump1: So einen einzelnen verschwurbelten Satz kann ich ja wenigstens mal auseinander dividieren und in seine Einzelteile zerlegen. Dann möchte ich aber auch wissen, was Du davon in Deiner Arbeit verwendet kannst und wie es benotet wurde.
"Nach Bollnow findet das Phänomen "Bildsamkeit" im Modus "existentieller Eigentümlichkeit" keinen Platz,
Was ist Bildsamkeit" ?
Was verstehst Du unter "existentieller Eigentümlichkeit"?
Das sind doch Wortungetüme, bei denen ich schon allein vom Lesen Kopfschmerzen bekomme. Echt grausam und vermutlich nur dazu geeignet Studenten mit der eigenen Hilflosigkeit zu konfrontieren. Was ja auch in Deinem Fall durchschlagenden Erfolg hatte.
"Warum einfach,
wenn es auch umständlicher geht?"

Frage meiner Ma
:verwirrt1 :verwirrt1 :verwirrt1
Wie jeder gebildete in diesem christlichen Abendland weiß, gründet das Christentum seinen Glauben auf dem alten Testament, welches mit der Genesis seinen Ursprung hat und dort finden sich zwei Schöpfungsgeschichten.
Die erste ist hier Gen 1- 2,3 nach zu lesen und die zweite hier Gen 2,4 - direkt daran.
In der ersten Erzählung steht: Gen1,27 "Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau."
In der zweiten Erzählung steht:Gen 2,7 Da machte Gott der HERR den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.
Beides sind Erzählungen und eben Mythen wie sich der Mensch seine Entstehung in einer bestimmten Zeit und unter bestimmten Lebensumständen vorgestellt hat.
Für mich ergänzen sich diese Bilder und Vorstellungen und brauchen ihre Übersetzung in die heutige Zeit.
Und damit ergibt eben das Bilderverbot, welches einem ganzen Volk nach dem Auszug aus Ägypten aufgegeben wurde seinen Sinn, denn ab dem Moment wo ich mir ein Bild mache und ihm gleichzeitig eine eigene Erkenntnis verbiete wird die Entwicklung in Liebe unterbrochen und ich habe wieder nur Sklaven die dem goldenen Kalb (lies dem Kapitalismus, der Materie dienen) das gesunde Leben verlangt aber Wachstum von einem Samenkorn bis zu einem großen Baum und kann eben nur gefördert werden.
es vermag "nur" den Modus der "Uneigentlichkeit" zu berühren,
Ja sobald ich mir ein Bild gemacht habe, oder eben nach dem Bild meiner Erzieher, Eltern und Lehrer geformt wurde trifft die Schwarze Pädagogik zu und der Mensch wird zu seiner Unkenntlichkeit verformt, was ja Hannah Arendt auch so gut in der Banalität des Bösen beschrieben hat. Ebenso aber auch Erich Fromm in seinem Buch "Die Seele des Menschen und ihre Fähigkeit zum Bösen wie zum Guten".
weshalb die Bildung und Formung zu einer "untergeordneten Angelegenheit", einer Veranstaltung, "die am tiefen Wesen des Menschen vorbeigeht und kaum den hohen Namen einer Erziehung verdient"
Ja heute kann wohl eher auch besser von Begleitung und Beobachtung gesprochen werden. Die sorgsame Aufmerksamkeit darauf weder die eigene Würde zu untergraben, und es als Erwachsene keinem anderen zu gestatten.
Dies bedarf der sorgsamen Beobachtung der Realität, denn was in eine Kinderseele gesät wurde bringt heute seine Frucht.
Das Wort "Erziehung"habe ich gelernt sehr in Frage zu stellen, vor allen Dingen wenn ich dem Wachstum und dem Reifungsprozess den Vorrang gebe.
Wer versucht an dem Gras zu ziehen, damit es schneller wächst, kürzt es nur.
Ich bin einem Erziehungsprozess entwachsen in dem ich den Eindruck gewonnen habe schon in der Wiege Abitur (Matura) haben zu müssen und als ich es oder so etwas ähnliches hatte war es auch nicht gut.
Ich bin allerdings stur dabei geblieben, dass was ich als das jeweils richtige erkannt habe zu tun. So habe ich etwas für meine Zufriedenheit getan und Schritt für Schritt meine Angst vor Menschen, dem Tod wie dem Leben abzulegen und immer mehr die Banalität des Guten etabliert.
:daisy:
rg​
 
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