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Unendlichkeit

hallo louiz,

ich denke, 2 sachen darf man hier nicht vermischen:
da gibt es auf der einen seite das wissenschaftlich erforschte und berechenbare (abstrakt), auf der anderen seite das vorstellbare (konkret)

es ist kein problem mit 100 dimensionen zu rechnen und rational anzunehmen
mit der vorstellung ist es da schon lange vorbei
ebenso ist keine physische entsprechung notwendig

lg,
Muzmuz
 
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Muzmuz, und zu welchem Schluss gelange ich mit dieser Unterscheidung? Dass die Wissenschaft vieles untersucht, von dem sie weiß, dass es so gar nicht ist?

Wie kann ich den Abstand zwischen Punkt A und B im Universum messen, wenn ich die dazwischen liegenden Krümmungen des Raums nicht kenne? Wie kann ich die Zeit messen, wenn ich nicht weiß, wie die Zeit sich 100 Mrd. Lichtjahre entfernt von uns verhält?
 
der schluss dieser unterscheidung ist, dass wir vieles berechnen können, was sich jedoch unserer vorstellungskraft entzieht
und andererseits können wir uns auch etwas vorstellen, was kein konkretes physisches vorbild hat, und sich auch nicht berechnen lässt

bei dynamischen berechnungen werden heute noch immer die formeln der newton'schen mechanik verwendet
zwar ist sich der physiker der relativitätstheorie bewusst, und auch, dass die newton'schen formeln dadurch so nicht ganz stimmen, aber sie sind gut genug für den gebrauch

wie die welt "eigentlich wirklich" ist, ist wenig von belang und auch prinzipiell nicht erfahrbar
wichtig für die wissenschaft ist, wie sie sich uns präsentiert, wie sie mit uns interagiert und wie wir sie beeinflussen können

ballack kann es egal sein, welche reynoldszahl die ballumströmende luft beim torschuss hat; für ihn ist wichtig, dass er reingeht
ob sein ruhm auch real oder er nur in einem lebenslangen traum, aus dem er nie auwacht, gefangen ist, ist für ihn auch ohne belang...es ändert für ihn letztendlich nichts

zur entfernungsmessung:
bei der entfernungsmessung von hier zu einem gewissen punkt im universum ist die krümmung schon drin
bei der messung der entfernung zwischen zwei anderen punkten im all kann man die gegenseitige interaktion beobachten und daraus ihre entfernung berechnen
die interaktion geht durch den raum zwischen die beiden, und eine etwaige krümmung beeinflusst damit direkt das messergebnis
will man allerdings die entfernung zwischen A und B durch die entfernungen A-erde, B-erde und den winkel A-erde-B ermitteln, dass kommt man mitunter schon ins strudeln; denn die übliche geometrie gilt nur im euklidischen raum

zur zeitmessung:
die zeit misst und erlebst du ja hier und nicht wo anders
welche relevanz für die konkrete messung hat es, wie sich die zeit in regionen ohne einfluss auf uns verhält ?

lg,
Muzmuz
 
Pocoloco schrieb:
Ich hatte kürzlich eine sehr interessante Diskussion mit einem Freund über das Thema Ewigkeit/Unendlichkeit.
Er war der Meinung, eine Unendlichkeit oder Ewigkeit gäbe es nicht und alles hätte irgendwann oder irgendwo ein Ende.
Meine Beispiele, also natürliche Zahlen, Pi, das Weltall... stellte er als abstrakt dar, bezogen auf das Weltall sagte er, es gäbe einen Rand. Ich konterte, dass wenn es einen Rand gäbe, dahinter auch wieder etwas sein muss, selbst wenn nichts dahinter ist, dann ist dieses nichts unendlich- woraus sich die Frage entwickelte, ob nichts unendlich ist...
Dann meinte er, es handle sich bei diesem Thema um einen Glauben, wieder ein Streitpunkt, ist es ein Glaube oder nachweisbar?
Ist etwas kein Glauben mehr, wenn es bewiesen ist? (Nächste Frage... :) )
Und wenn ja, wie, bitte, soll man die Unendlichkeit beweisen?!

Fragen über Fragen, die ich gern hier zur Diskussion stellen würde.

Evolution ist glaub unendlich.Wenn sie den nicht mit Gewalt gestoppt wird!gestoppt kann diese auf Unserem Planeten nur durch den Mensch,aber nicht durch Meteoriten.Stoppt der Mensch die Evolution hat Er sich selber beendet!
 
Wie soll der Mensch die Evolution stoppen? Abgesehen davon- Evolution ist unendlich? Spätestens, wenn die Erde mal irgendwann entweder von uns hinreichend zerstört wurde oder aus welchen Gründen auch immer nicht mehr existiert, existieren wohl auch ihre Bewohner nicht mehr...

@ Louiz & muzmuz
Ich kann nicht sehr viel zu euren Diskussionen beitragen (eigentlich gar nix :) ), verfolge das Ganze aber sehr interessiert, LG
 
Muzmuz, habe mir nun lange Gedanken gemacht über deine Ideen und würde mit deinen Prämissen zur Unendlichkeit gelangen, da ja eigentlich nichts so recht endlich ist. Wenn ich also alles einmal auf seine kleinsten Teil herunter breche, dann unterscheiden sich die einzelnen Bereiche eines Raums ja nur durch die Aggregatzustände oder eben die chemischen Verbindungen, die diese Teile bilden. So gesehen endet der Tisch nicht wirklich, sondern die Materie/Energie setzt sich weiter fort und ändert nur ihre Form. Letztlich sind es aber immer wieder die gleichen Teilchen. Und da es ja dann auch noch Antiteilchen in verschiedenen Formen gibt, geht es auch dort weiter. Und wenn sich diese Teilchen treffen, dann lösen sie sich in einer Explosion auf und werden Energie. Dann wären wir wieder beim Anfang.

Und nun?
 
louiz30 schrieb:
Muzmuz, habe mir nun lange Gedanken gemacht über deine Ideen und würde mit deinen Prämissen zur Unendlichkeit gelangen, da ja eigentlich nichts so recht endlich ist. Wenn ich also alles einmal auf seine kleinsten Teil herunter breche, dann unterscheiden sich die einzelnen Bereiche eines Raums ja nur durch die Aggregatzustände oder eben die chemischen Verbindungen, die diese Teile bilden. So gesehen endet der Tisch nicht wirklich, sondern die Materie/Energie setzt sich weiter fort und ändert nur ihre Form. Letztlich sind es aber immer wieder die gleichen Teilchen. Und da es ja dann auch noch Antiteilchen in verschiedenen Formen gibt, geht es auch dort weiter. Und wenn sich diese Teilchen treffen, dann lösen sie sich in einer Explosion auf und werden Energie. Dann wären wir wieder beim Anfang.

Und nun?

hallo,

nehmen wir den tisch als beispiel her:
der tisch besteht aus molekülen; und diese widerum aus atomen
die atome bestehen aus kern und elektronenhülle
die elektronen laufen aber nicht auf festen, genau definierten bahnen um die kerne, sondern bewegen sich in orbitalen; und nicht einmal diese begrenzen den aufenthaltsort der elektronen (ein orbital ist ein virtuelles gebilde zur veranschaulichung, es hat keine physikalischen grenzen)
das heißt, für ein elektron in einem atom ist die aufenthaltswahrscheinlichkeit in keinem punkt im univerum genau 0
das heißt wiederum, ein bestimmtes elektron eines bestimmten atoms kann man theoretisch irgendwo im all antreffen, wenn auch nur mit einer fuzibissikleinen wahrscheinlichkeit
so ergibt sich jene folgerung:
wenn das elektron zum atom gehört, und das elektron aber nicht definitiv begrenzt ist, ist auch das atom nicht begrenzt
gehört das atom zum molekül, ist auch das molekül nicht begrenzt
gehört das molekül zum tisch, ist auch der tisch nicht begrenzt

fazit: der tisch ist nicht begrenzt

und doch können wir dem tischler sagen, die tischplatte soll er auf 120x90 cm zuschneiden
wozu das, wenn der tisch eh nicht begrenzt ist ?

hier treffen wieder theorie und praxis aufeinander
auch wenn der tisch eigentlich unbegrenzt ist, so ändert er doch seine eigenschaften für uns schlagartig innerhalb einiger angström, wenn nicht sogar picometer
jenseits dieses überganges wird der tisch so "dünn", dass seine eigenschaften nicht ins gewicht fallen, und daher erleben wir den tisch als begrenzt
dass mein tisch bis zum mond und darüber hinaus geht (eigentlich durchs ganze all) mag zwar eine faktisch richtig sein, ist aber ohne relevanz, da seine eigenschaften in der entfernung von sonstigen fluktuationen "verschluckt" werden

unendlich heißt wieder etwas anderes als unbegrenzt
vieles, was wir als unbegrenzt erleben wird gerne als unendlich bezeichnet
das beispiel der kugeloberfläche zeigt eine in 2 dimensionen unbegrenzte, jedoch nicht unendliche fläche
die bezeichnung von unbegrenzt als unendlich erscheint mir als folgerung a'la "ich sehe keine grenze, also gibt es keine"
in der mathematik durchaus erlaubt (es gibt mathematische beweise), aber bei der umsetzung des virtuellen mathematischen gebildes in die physische realität kommt man leicht ins strudeln

lg,
Muzmuz
 
AW: Unendlichkeit

Alles, was endlich ist, steht im Horizont der Unendlichkeit. Die Unendlichkeit ermöglicht erst die Endlichkeit. Nein, nicht die Kenntnis der Unendlichkeit ist für die Kenntnis der Endlichkeit notwendig, aber das Endliche kann nur im Rahmen der Unendlichkeit weitestmöglich begriffen werden. Und wenn es um die Unendlichkeit geht, transzendiert der Mensch seine natürlichen Fähigkeiten, er geht über sich selbst hinaus.
 
AW: Unendlichkeit

Das Stichwort "Unendlichkeit" ... ein vermeintlich banales "selbstgebrautes" "Erlebnis", bis heute aber nicht vergessen ... "damals" war ich vielleicht 14 -
mich mit meinem Worten von heut in die damalige Zeit zurückzuversetzen versuchend:

Ich wollte probieren, mich gedanklich der Unendlichkeit zu nähern, sie mir irgendwie in konkretere
Vorstellung(sform) zu gießen.

Nahm imaginär "den Tod"/das "Totsein" zu "Hilfe". Wie es also sei/wäre, niiiiewieder irgendetwas zu fühlen, zu spüren;
abgeriegelt von jedweder Empfindung zu sein.
Abermilliarden Jahre als nichtigen Klacks aufzunehmen, in trostloser Ewigkeit.

Und tatsächlich bescherte mir konzentriertes solches Denken ob des unsagbaren Zeitraumes, welcher versuchte, mich (sich "mitteilend") zu streifen, ein beklemmendes Gefühl damals.
Ja, damals.
 
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