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..problem schoppenhauer

AW: ..problem schoppenhauer

ich habe SCHOPENHAUER fast komplett (HAFFMANS-Ausgabe)
sogar in der Original Schreibweise

das dürften ein paar tausend Seiten sein

mein erster Punkt in einem SCHOPENHAUER Text wäre die Frage nach der Notwendigkeit des Umfanges

der zweite Punkt würde sich darum drehen, warum er seinerseits von den etablierten Philosophen in Deutschland verachtet wurde
andererseits im englischen Spielfilm 'room with a view',
dem ein englischer Roman aus dem Jahre 1908 zugrundeliegt,
als Botschafter einer positiv unverkrampften Lebenseinstellung gilt

ob ich auf seinen privaten Lebensstil eingehen würde,
weiss ich nicht,
da ich hiervon nur einseitig Negatives gehört habe

als nächstes käme dann die Wortwahl seiner Buchtitel
und seine gute Lesbarkeit zur Sprache

endlich würde ich mich dem Inhalt seiner Texte widmen

und anschließend seine Lehre philosophisch eingliedern
 
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AW: ..problem schoppenhauer

ich habe SCHOPENHAUER fast komplett (HAFFMANS-Ausgabe)
sogar in der Original Schreibweise

das dürften ein paar tausend Seiten sein

mein erster Punkt in einem SCHOPENHAUER Text wäre die Frage nach der Notwendigkeit des Umfanges

der zweite Punkt würde sich darum drehen, warum er seinerseits von den etablierten Philosophen in Deutschland verachtet wurde
andererseits im englischen Spielfilm 'room with a view',
dem ein englischer Roman aus dem Jahre 1908 zugrundeliegt,
als Botschafter einer positiv unverkrampften Lebenseinstellung gilt

ob ich auf seinen privaten Lebensstil eingehen würde,
weiss ich nicht,
da ich hiervon nur einseitig Negatives gehört habe

als nächstes käme dann die Wortwahl seiner Buchtitel
und seine gute Lesbarkeit zur Sprache

endlich würde ich mich dem Inhalt seiner Texte widmen

und anschließend seine Lehre philosophisch eingliedern

Jeder geht halt vor, wie er vorgeht ...:lachen:
 
AW: ..problem schoppenhauer

ob ich auf seinen privaten Lebensstil eingehen würde,
weiss ich nicht,
da ich hiervon nur einseitig Negatives gehört habe

Wieso Negatives? Schopenhauer war ein sehr belesener Homme de lettres, sein Leben beinhaltete viel Tragisches (z.B. früher Tod des Vaters, angespanntes Verhältnis zur Mutter ect.), jedoch auch Momente höchster "Freigeisterei"...
 
AW: ..problem schoppenhauer

Mein Buch Tipp!

Schopenhauer und die wilden Jahre der Philosophie von Rüdiger Safranzki (philosophisches Quartett)

Er erklärt Schopenhauer wunderbar.

Das schöne an Schopenhauer ist, dass er sich wunderbar selbst erklärt, da es kaum eine verständlichere Philosophie als seine gab. Es ist daher nicht notwendig auf Sekundärliteratur zu verfallen. Der einzige Effekt den es hat ist, dass man so sehr viel verpasst.
 
AW: ..problem schoppenhauer

(...)Nehmen wir Schopenhauer selbst: Wenn der Eindruck nicht täuscht, bleibt von ihm das Bild eines pessimistischen Misantrophen, eines backenbärtigen Einsiedlers und schlecht gelaunten Hagestolz. Nicht aber der eines klar zu lesenden, präzis formulierenden Philosophen, der zudem auch noch eine Art Vorreiter des radikalen Konstruktivismus gelten könnte. Diese Deutung habe ich noch nirgendwo gelesen, sie sei hier aber nun zur Diskussion gestellt; „Die Welt ist meine Vorstellung“ beginnt Schopenhauer erfrischend sein philosophisches Hauptwerk, und bestreitet in der Folge die Existenz einer Welt außerhalb eines wahrnehmendes Subjekts. Er bedient sich dabei manch modern anmutender Formulierung; etwa: „Dasjenige, was Alles erkennt und von Keinem erkannt wird, ist das Subjekt.“ Dies erinnert an das System, dass sich selbst beim Beobachten nicht beobachten kann - das sich selbst also blinder Fleck ist. Und: „[...] ein Objekt an sich [...] ist ein erträumtes Unding und dessen Annahme ein Irrlicht in der Philosophie.“
Natürlich hat Schopenhauer noch keinen Systembegriff wie Maturna, aber wie er die Beziehung von Objekt zu Subjekt beschreibt: „jede von beiden hat nur durch und für die andere Bedeutung und Daseyn. [...] Sie begränzen sich unmittelbar: wo das Objekt anfängt, hört das Subjekt auf.“ Das erinnert doch fast schon an die Grenzbeziehung zwischen System und Umwelt, wie Luhmann sie annimmt. Natürlich gibt es bei Schopenhauer weder andere Systeme (wie das Kommunikationssystem), die auch Realität konstruieren können, noch wird wirklich klar, mithilfe welcher Operationen das „Subjekt“ die Welt konstruiert. Aber z.B. auch das Primat der Wahrnehmung („Erkenntniß“) als vordringliche Funktion des Bewusstseins („Subjekts“) erinnert an Luhmann.
Schopenhauer gibt selbst eine historische Einordnung seiner (konstruktivistischen?) Erkenntnis. Neu sei sie keineswegs, aber „Berkeley war der erste, welcher sie entschieden aussprach.“ Kants erster Fehler dagegen „war die Vernachlässigung dieses Satzes [...]“ und ganz früh dabei waren schon die Asiaten mit der Vedantaschule.
Vedanta – Berkeley – Schopenhauer - von Foerster – Luhmann ... wurde solch eine historische Reihung bei aller Lückenhaftigkeit jemals aufgezogen? Oder sind die Nicht-Leser dieses Blogs hier der Meinung, der Verfasser sei hier völlig auf dem Holzwege und/oder zumindest von grober Unkenntnis geschlagen?
Was ist mit Schopenhauer aus heutiger Sicht geschehen? Steht er im Schatten Nietzsches, der ihm erst folgte und sich dann distanzierte? Welch eigentümliche Selektion bedingt seine heutige Wahrnehmung? Oder ist einfach schon seit Jahrzehnten niemand mehr über die zugegeben recht umfänglichen und weinerlichen Vorworte seines Werks hinausgekommen?
Schopenhauer mahnt in seinen Vorreden zu seinem Werk auch das Lesen des Originals – sogar das zweimalige Lesen fordert er ein, um die Chance eines wirklichen Verstehens zu erhöhen. Dies scheint selten zu geschehen, sonst käme es nicht zu einer Reduzierung seiner Wahrnehmung auf ein schiefes Klischeebild. Und diese oberflächliche Rezeption war sicher auch schon vorherrschend vor diesem – oft als oberflächlich verschrienen – digitalen Zeitalter.

Das war aus meinem Blog
Ich wollte einfach mal entgegenhalten, dass man durchaus auch ein paar Sätze am Stück zum Thema hinbekommen kann - auch in heutiger Zeit...

Guter Beitrag.
Das Philosophen auf Klischees herabgewürdigt werden liegt nicht immer am Text. Man sieht bereits hier an den Forenbeiträgen vieler Leute, dass sie die Texte gar nicht vollständig gelesen haben (und vermutlich noch weniger verstanden), wie sollten sie dann auch über das Klischeebild hinauskommen?
Schopenhauer ist nicht frei von Irrtümern, aber er kann unendlich bereichern. Man muss es nur zulassen. Einer der wenigen Menschen, die sich wirklich Philosophen nennen können.
 
AW: ..problem schoppenhauer

Guter Beitrag.
Das Philosophen auf Klischees herabgewürdigt werden liegt nicht immer am Text. Man sieht bereits hier an den Forenbeiträgen vieler Leute, dass sie die Texte gar nicht vollständig gelesen haben (und vermutlich noch weniger verstanden), wie sollten sie dann auch über das Klischeebild hinauskommen?
Schopenhauer ist nicht frei von Irrtümern, aber er kann unendlich bereichern. Man muss es nur zulassen. Einer der wenigen Menschen, die sich wirklich Philosophen nennen können.

Ja, und seine philosophische Leistung besteht darin, daß er sich zu seiner Zeit in kritischer Auseinandersetzung mit I. KANT zur Weisheit der östlichen Philosophie, z.B. des Buddhis-mus, hindurch-gedacht/reflektiert hatte ....​
 
AW: ..problem schoppenhauer

Ja, und seine philosophische Leistung besteht darin, daß er sich zu seiner Zeit in kritischer Auseinandersetzung mit I. KANT zur Weisheit der östlichen Philosophie, z.B. des Buddhis-mus, hindurch-gedacht/reflektiert hatte ....​

Und Nietzsche hat sich hinüber-weiter-gedacht:D
 
AW: ..problem schoppenhauer

Und Nietzsche hat sich hinüber-weiter-gedacht:D

Ja, insofern Meister NIETZSCHE den lebensbejahenden Part innerhalb der Lebens-Philosophie des 19. Jahrhunderts übernommen hatte, während Meister SCHOPENHAUER eher den lebens-verneinenden Part übernommen hatte - und in Anlehnung an den Buddhis-mus davon ausgegangen war, dass Leben Leiden ist ...., was es ja auch immer ist, denn nicht nur die Kriege sind für die davon unmittelbar oder mittelbar Betroffenen leidvoll ...., :ironie: soll ich im Auftrag der Menschen von Newtown (USA) mitteilen ....​
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: ..problem schoppenhauer

Ja, insofern Meister NIETZSCHE den lebensbejahenden Part innerhalb der Lebens-Philosophie des 19. Jahrhunderts übernommen hatte, während Meister SCHOPENHAUER eher den lebens-verneinenden Part übernommen hatte - und in Anlehnung an den Buddhis-mus davon ausgegangen war, dass Leben Leiden ist ...., was es ja auch immer ist, denn nicht nur die Kriege sind für die davon unmittelbar oder mittelbar Betroffenen leidvoll ...., :ironie: soll ich im Auftrag der Menschen von Newtown (USA) mitteilen ....​

Schopenhauer fasst den Leidens-Begriff aber viel fundamentaler.
"Das Leben ist ein Geschäft, dessen Ertrag seine Kosten nicht deckt." Schopenhauer.

Er geht davon aus, dass das Leid das Ursprüngliche, das Positiv sei und wir nur die Negation dessen als Glück bezeichnen würden. Er begründet das so, dass man das Leiden sehr nachvollziehbar beschreiben kann. Er nimmt als Beispiel dafür die beschriebenen Höllenqualen in Dantes Werk: Die göttliche Kömodie. Beim Glück ist dem nicht so. Das himmlische Glück wird nur mit ein paar Lichtsstrahlen und solchen Zeug dargestellt. Wir verknüpfen dergleichen Dinge aber nicht zwangsläufig mit Glück.

Die Resignation, also eben der lebensverneinende Bestandteil seiner Philosophie, bei ihm die Verneinung des Willens, führe dazu, dass man nicht mehr leide.

Ich denke, dass diese Betrachtung zu einseitig ist.

Lies erstmal Die Welt als Wille und Vorstellung, blendender Klugscheißer. ;)
 
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