• Willkommen im denk-Forum für Politik, Philosophie und Kunst!
    Hier findest Du alles zum aktuellen Politikgeschehen, Diskussionen über philosophische Fragen und Kunst
    Registriere Dich kostenlos, dann kannst du eigene Themen verfassen und siehst wesentlich weniger Werbung

loben oder nicht loben?

Das mit dem Loben ist eine hochkomplexe Angelegenheit - und will gut durchdacht sein.
Soziales Miteinander ist allgemein hochkomplex.
Hier wird gut demonstriert, dass ein Mensch der eine Sache gut gemacht hat - selbst darum weiß und eigentlich auf das Lob von außen nicht angewiesen ist - er nimmt es wohlwollend an, aber er ist dieses Lobes nicht bedürftig.
Das ragt m.E. tatsächlich an eine narzisstsiche Einstellung heran. Also Nietzsches Kommentar. Man kann sich ja darüber freuen, dass das, was man tut anderen gefällt ohne sich wer weiß wie abhängig zu fühlen - Anhängigkeit unter allen Umständen zu vermeiden, also zu glauben, niemanden zu brauchen ist einer der Hauptantriebe von Narzissten - und das Lob erfreut annehmen, ohne es zu entwerten, in dem man meint, selbst viel besser zu wissen, dass man gut ist, denn nur darum ist man es ja.

Höflichkeit ist auch nicht nur 'als ob'. Es ist ja nicht so, dass ich immer nur vordergründig höflich bin und in Wahrheit denke, der andere sei ein Idiot. Höflichkeit ist eine Fassade, gewiss, aber auch die haben ihren sozialen Nutzen. Reine Authentizität von jedem, will man ja auch nicht erleben.
 
Werbung:
Das ragt m.E. tatsächlich an eine narzisstsiche Einstellung heran. Also Nietzsches Kommentar. Man kann sich ja darüber freuen, dass das, was man tut anderen gefällt ohne sich wer weiß wie abhängig zu fühlen - Anhängigkeit unter allen Umständen zu vermeiden, also zu glauben, niemanden zu brauchen ist einer der Hauptantriebe von Narzissten - und das Lob erfreut annehmen, ohne es zu entwerten, in dem man meint, selbst viel besser zu wissen, dass man gut ist, denn nur darum ist man es ja.
Das ist falsch. Gerade der Narzisst braucht die Bejahung der Anderen, im geheimen, und tut nach außen so, als bräuchte er sie nicht.

Das Lob freundlich anzunehmen, ohne es zu gebrauchen - ist ein Aspekt eines unabhängigen Menschen.

Höflichkeit ist auch nicht nur 'als ob'. Es ist ja nicht so, dass ich immer nur vordergründig höflich bin und in Wahrheit denke, der andere sei ein Idiot.
Doch gerade das ist es hauptsächlich, wenn wir im Jargon der Höflichkeit sprechen wollen -- und ich empfinde diese Eigenschaft als klassisch und hochachtungsvoll, weil sie nicht nur Toleranz, sondern auch einen leichten Umgang gewährt, im zwischenmenschlichen Bereich, an der man sich vermutlich, ohne der Höflichkeit, zerfleischen würde, würde man tatsächlich immer mit der "wahrhaften" Empfindung herausrücken.

(abgesehen davon, das man nicht zwangsläufig zu denken braucht: der andere wäre ein Idiot -- nein -- darum geht's auch garnicht)

Es geht nicht um ein Werten der besseren oder schlechteren Beobachtungslage -- sondern wie geschrieben um eine Höflichkeit die eine Distanz gewährt um vielleicht darüber nachzudenken -- wo sich die Unterschiede in der Haltung befinden - und warum dem so ist.

Insgesamt also eine großartige Gelegenheit um philosophisch auszuarten ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Werbung:
Das ist falsch. Gerade der Narzisst braucht die Bejahung der Anderen, im geheimen, und tut nach außen so, als bräuchte er sie nicht.
Ja. Er braucht sie, wird es aber niemals zugeben. Vor sich und vor anderen nicht. Der Grund ist der bewusste und unbewusste Neid, der Hauptantrieb der Narzissten.
Das Lob freundlich anzunehmen, ohne es zu gebrauchen - ist ein Aspekt eines unabhängigen Menschen.
Ja, man kann sich freuen, ohne zwingend darauf angewiesen zu sein.
Doch gerade das ist es hauptsächlich, wenn wir im Jargon der Höflichkeit sprechen wollen -- und ich empfinde diese Eigenschaft als klassisch und hochachtungsvoll, weil sie nicht nur Toleranz, sondern auch einen leichten Umgang gewährt, im zwischenmenschlichen Bereich, an der man sich vermutlich, ohne der Höflichkeit, zerfleischen würde, würde man tatsächlich immer mit der "wahrhaften" Empfindung herausrücken.
Ich glaube nicht, dass es die eine wahrhafte Empfindung gibt, sondern denke eher, dass unser Empfinden oft mehrschichtig ist.
Es geht nicht um ein Werten der besseren oder schlechteren Beobachtungslage -- sondern wie geschrieben um eine Höflichkeit die eine Distanz gewährt um vielleicht darüber nachzudenken -- wo sich die Unterschiede in der Haltung befinden - und warum dem so ist.
Höflichkeit ist auch Distanz, ja. Man bedrängt den anderen nicht mit seinen spontanen Eindrücken und will sich auch nicht bedrängen lassen. Kultur eben, mit all ihren Licht- und Schattenseiten.
 
Zurück
Oben