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Zit isch weg

Dieses Thema im Forum "Eigene Gedichte" wurde erstellt von denk-mal, 26. Februar 2021.

  1. denk-mal

    denk-mal Well-Known Member

    Registriert seit:
    22. Mai 2015
    Beiträge:
    12.419
    Ort:
    Schwarzwald
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    Zit isch weg

    Än alte Maa, de i de Altepfleg
    isch immer gange sini Weg.
    Er hät chönne überal kehre i
    zum Esse, oder zu em Wii.

    S‘war wege dere Süüchi klar,
    wie endlich nu sys Läbe war.
    Wenn’s Dosy würd ä Risiko,
    würd mer s‘ Läbe nümi froh.

    Un well mo gschätzt hät syn Wert,
    hät mer en is Altehuus ygschperrt.
    Vo dusse hät kein derfe ynecho,
    s‘ war ruehig wi im Friidhof scho.

    Er sull jetz im Zimmerli blybe
    un a Chinder Briefli schrybe
    un sull sich deno still vehalte
    De Staat sorget für syni Alte.

    Nu hockt er do un lod sich Impfe,
    des sei besser als nu schimpfe.
    Eh sin d Wirtschafte zue un leer,
    nu de Gottsacker isch uf un voll.


    Bem. „Dosy“ ist das Dasein.
     
  2. denk-mal

    denk-mal Well-Known Member

    Registriert seit:
    22. Mai 2015
    Beiträge:
    12.419
    Ort:
    Schwarzwald
    Übersetzung


    Die vergangene Zeit

    Ein alter Mann, in der Altenpflege,
    ist immer gegangen seine Wege.
    Wo es ihn beliebte einzukehren,
    konnte ihm niemand Verwehren.

    Ihm wurde wegen der Seuche klar,
    wie endlich derzeit sein Leben war.
    Wenn das Dasein wird zum Risiko,
    wird man im Leben nicht mehr froh.

    Weil man schätzte seinen Wert,
    wurde er im Heime eingesperrt.
    Von draußen durfte keiner rein,
    so ruhig wird wohl Friedhof sein.

    Er sollte jetzt im Zimmer bleiben,
    an seine Kinder Briefe schreiben
    und sich ganz brav, still verhalten.
    Der Staat sorgt sich um die Alten.

    Nun sitzt er da und lässt sich Impfen,
    dass ist besser als nur zu schimpfen.
    Es sind die Wirtschaften zu und leer,
    nur die Friedhöfe sind auf und voll.

    Bem. Reimgeschuldet musste ich Zeilen 3,4 ändern.
     

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