1. Willkommen im denk-Forum für Politik, Philosophie und Kunst!
    Hier findest Du alles zum aktuellen Politikgeschehen, Diskussionen über philosophische Fragen und Kunst
    Registriere Dich kostenlos, dann kannst du eigene Themen verfassen und siehst wesentlich weniger Werbung

Worte zum Nachdenken über Faschismus

Dieses Thema im Forum "Grundsätzliche politische Fragen" wurde erstellt von Angelina, 4. Dezember 2008.

  1. Angelina

    Angelina New Member

    Registriert seit:
    4. Dezember 2008
    Beiträge:
    45
    Werbung:


    Der neue Faschismus wird nicht sagen:"Ich bin der Faschismus"
    Er wird sagen: "Ich bin der Antifaschismus"

    Ignazio Silone. italienischer Sozialist, 1900 bis 1978
     
  2. Aktivdenker

    Aktivdenker New Member

    Registriert seit:
    19. Oktober 2008
    Beiträge:
    2.673
    Ort:
    NRW ~ Ruhrcity
    Faschismus ist genereller Mangel an...

    Der Faschismus ist begründet im Mangel. Mangel im generellen Sinn.
    Mangel an Bildung, Mangel an Liebe, Mangel an Anerkennung, Mangel an Möglichkeiten, Mangel an Arbeit und Betätigung, Mangel an geistiger und körperlicher Forderung, Mangel an kultureller und intellektueller Auseinandersetzung, Mangel an Bewusstsein und mit den Selbstbewusstseinmängeln noch lange nicht beendet.

    Nur aus diesem Mangel-Konstrukt heraus ist es möglich, solch eine Radikal-Denk-und-Lebenseinstellung zu beziehen. Dabei ist es unerheblich, ob nun links- oder rechtspolitischer Faschismus. Ob nun Fleisch-Vielfrass oder Veganer, alle diese Radikaldenkmuster sind mangelbezogen und ich halte sie für GEFÄHRLICH!

    Lieben Gruß
    Axl
     
  3. Angelina

    Angelina New Member

    Registriert seit:
    4. Dezember 2008
    Beiträge:
    45
    AW: Worte zum Nachdenken über Faschismus

    Ich finde das Zitat so unglaublich passend zur Lage in Deutschland. Welchen Bohey machen die, um antifaschistische Gesinnung vorzugaukeln! Selbsr Historiker fühlen sich behindert, wer auch nur die Zahl 6 Millionen ermordeter Juden in Zweifel stellt, macht sich strafbar. Aufgrund durchgestrichener Hakenkreuze wurden Leute verfolgt.

    Dabei sind die Medien in Deutschland gleichgeschaltet, dabei bricht der Staat selbst das Recht, dabei herrscht in Wahrheit Faschismus.
     
  4. Sunnyboy

    Sunnyboy New Member

    Registriert seit:
    10. März 2005
    Beiträge:
    542
    Ort:
    It's an honour to be a Bonner
    AW: Worte zum Nachdenken über Faschismus

    Ich weiß nicht, ob das, was ich nachfolgend schreibe, Herrn Silone gerecht wird.

    Aber seit dem Streit um die Großmoschee in meiner Nachbarstadt Köln und dem Aufstieg der rechtspopulistischen Bürgerinitiative "Pro Köln", verfolge ich das Thema Ausländerhass, Rechtsradikalismus, Rechtsextremismus und eben Faschismus mit gesteigerten Interesse.

    Und während ich noch so auf den Rechtsextremismus schaute, schlich sich auch der Linksextremismus langsam in mein Blickfeld. Denn bezeichnenderweise treten die Dunkelroten immer dann auf den Plan, wenn auch die Dunkelbraunen schon da sind.

    Was ich interessant finde ist, und ich könnte mir vorstellen, dass Herr Silone dies meinte ist, dass am Ende alle Seiten natürlich NUR für Meinungsfreiheit und gegen den Faschismus gekämpft haben. Die Linken sowieso, denn wer links ist, ist ja quasi schon per se Antifaschist, aber auch die Rechten sind felsenfest der Meinung, sie leisten ihren Beitrag im Kampf gegen eine repressive, faschistische Gesellschaft.

    So auch in Kölle. Nachdem der "Anti-Islamisierungs-Kongress" von "Pro Köln" aufgrund der Gefahr für unbeteiligte Demonstranten bei Durchsetzung des Demonstrationsrechts ("Der Durchgang zum Kundgebungsort von Pro Köln" wurde blockiert) abgebrochen wurde, feierten vor allem die Linken den Sieg über den "Faschismus"., während "Pro Köln" lamentierte, von "Faschisten" mit SA-Methoden an ihrem demokratischen Grundrecht gehindert worden zu sein.

    Ich finde das verwirrend. Wer ist denn nun der Faschist, wer der Anti-Faschist?

    Nein- diese Frage ist nicht rhetorisch.

    Darf sich Anti-Faschist nennen, wer auf einem öffentlichen Platz gegen Menschen einer anderen Herkunft hetzt, so wie "Pro Köln" es tat (und tut)?

    Oder darf sich Anti-Faschist nennen, wer Menschen einer anderen politischen Meinung durch die Straßen jagt, sowie einige gewaltbereite Gegendemonstranten es mit "Pro Köln"-Anhängern taten?

    Wer waren die Anti-Faschisten an jenem 20.09.2008 in Köln?

    Echte Anti-Faschisten gibt es in Deutschland weniger als behauptet.

    Echte Anti-Faschisten waren, beispielsweise, drei Mädchen aus Hessen, die an ihrer Schule eine Veranstaltung gegen Rechts organisierten- und ihre Fotos mit Namen und Adresse auf Nazi-Seiten wiederfanden.

    Ein echter Anti-Faschist ist, wer in der Straßenbahn aufsteht und hilft oder zumindest die Polizei ruft, wenn Faschos einen ausländischen Fahrgast belästigen.

    Eine echte Anti-Faschistin ist die Polizistin, die ihren Kopf hinhält, um Schlimmeres zu verhindern, wenn Neo-Nazis grölend durch die Straßen marschieren- und die sich dabei noch von autonomen und linken PSEUDO-Anti-Faschisten, mit nichts als großer Schnauze und einer riesen Alkoholfahne, beschimpfen und mit Farbbomben (und Schlimmerem) bewerfen lassen muss.

    Und wo ich gerade von autonomen und linken Pseudo-Anti-Faschisten spreche- die "ANTIFA" ist die letzte Organisiation, die ich mit ECHTEM Anti-Faschismus in Verbindung bringe.

    Der Begriff "Linksfaschist" mag politisch nicht richtig sein, da Faschismus normalerweise per definitionem eine nationale Komponente hat- dennoch weist er, gerade im Zusammenhang mit der "ANTIFA", auf ein Faktum hin: Nämlich, dass es auch im linken Spektrum Menschen gibt, die ihre politischen Ziele mit aller Macht und Skrupellosigkeit durchsetzen wollen und auf unsere pluralistische, demokratische Gesellschaft spucken.

    Genauso wie die Faschisten, die sie angeblich bekämpfen.

    MfG,
    Sunnyboy
     
  5. Sunnyboy

    Sunnyboy New Member

    Registriert seit:
    10. März 2005
    Beiträge:
    542
    Ort:
    It's an honour to be a Bonner
    AW: Worte zum Nachdenken über Faschismus

    Naja. Bei unseren Medien muss man- in der Tat- vorsichtig sein. Kartellbildung in der Medienbranche ist wirklich lebensbedrohlich für unsere Demokratie.

    Soweit ist es aber noch nicht. (Aber: Es ist nicht unmöglich und ausgeschlossen, dass es eines Tages soweit kommt. Man schaue nur einmal nach Italien.)

    Aber der Begriff "gleichgeschaltet" [BITTE jetzt nicht schon wieder dieses unsägliche deutsch-intellektuelle Empörungsgetue "DAS IST EIN NAZI-BEGRIFF!"- für das was es beschreibt (rein vom Wortsinn her, unabhängig davon, ob es sachlich zutrifft) ist es passend] impliziert, dass es eine Stelle gibt, bei der die Medien auf Kurs gebracht werden. Das halte ich, mit Verlaub, in Deutschland für falsch und übertrieben.

    Es gibt, vor allem dank unsere geistigen 68er-Ahnen, eine Tendenz in unserem Land, Debatten aus "political correctness"-Gründen abzuwürgen. Aber gleichgeschaltet sind die deutschen Medien deswegen nicht.

    MfG,
    Sunnyboy
     
  6. Angelina

    Angelina New Member

    Registriert seit:
    4. Dezember 2008
    Beiträge:
    45
    Werbung:


    AW: Worte zum Nachdenken über Faschismus

    Herr Silone hat sich klar ausgedrückt. Und die Medien in Deutschland sind gleichgeschaltet. Das sieht man daran, dass Inhalte zunehmend durch Gewäsch ersetzt werden, auch daran, dass immer wieder vorgelogen wird, Deutschland sei demokratisch und ein Rechtsstaat.

    Dabei sind die Parteien doch kaum noch unterscheidbar, wie man an Undingen wie Hartz-IV und BKA-Gesetz ablesen kann.

    Wer im Internet nach Inhalten sucht, die von den Medien verschwiegen oder gar durch Lügen ersetzt werden, der findet sie.

    In Deutschland herrscht bereits der Faschismus.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Dezember 2008
  7. Aktivdenker

    Aktivdenker New Member

    Registriert seit:
    19. Oktober 2008
    Beiträge:
    2.673
    Ort:
    NRW ~ Ruhrcity
    AW: Worte zum Nachdenken über Faschismus

    Der Anti-Faschismus ist der linke Faschismus.

    Wer mal das Programm der ANTIFA gelesen hat, dem wird dies klar werden. Der Hauptwortbestandteil Fasischmus wird die Silbe "Anti" vorgesetzt. Das sagt es doch auch aus. Wer sich nur gegen etwas auszudrücken vermag, dem ist nicht mehr zu helfen. Insbesondere ist auch die Aktivität der Antifa bedenklich.

    Wo ist das Programm, welches den Ursprung der Wirkung, quasi die Mangelbeseitigung bewerkstelligt?
    Satt gegen Neo-Nazis bin ich für Arbeit und Beschäftigung und für kulturelle und geistige Betätigung und Auseinandersetzung. Diverse Programme zu Resozialisierung von jugendlichen Extremisten greifen doch. Jedoch, wenn diese Menschen in ihr altes Umfeld kommen und dort hat sich nichts geändert, z.B. Arbeitslosigkeit, Perpsektivlosigkeit, Depression, Bildungs- und Kulturmangel, auch Geldmangel und Mangel an Möglichkeiten generell, dann kann solch eine kurze, meist nur 3 Monate andauernde Phase, auch kein Allheilmittel zur dem tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort sein.

    All das, Sunnyboy, was Du für den Antifaschisten als Normalität erhebst, ist Zivilcourage und für den aufgeklärten Bürger mit ein bisschen Empathie und nur wenig kollektiv-verantwortlichen Bewusstsein ebenso normal.

    Dafür braucht man nicht ins Gegenteilige überzuwechseln.

    Gruß
    Axl
     
  8. Sunnyboy

    Sunnyboy New Member

    Registriert seit:
    10. März 2005
    Beiträge:
    542
    Ort:
    It's an honour to be a Bonner
    AW: Worte zum Nachdenken über Faschismus

    Das mag sein. Wobei gerade die Beispiele, die du anführst doch sehr umstritten sind.
    Außerdem ist parteipolitische Ideenlosigkeit noch kein Anzeichen für Faschismus.

    Im Internet kannst du vieles nachlesen- wahrscheinlich auch, dass der Heiland, der die Welt retten wird, ein blinder Pizzabäcker aus Neapel ist, der nur wirken wird, wenn jeder Mensch auf der Welt drei Wochen eine Perücke aus Vollkorn-Spaghetti auf dem Kopf trägt . Die Frage ist nur, ob das auch stimmt.

    Warum soll ich dem Blogger mehr trauen als meinen Lehrern oder Professoren?
    Kritisches Mitdenken ist natürlich in jedem Fall angesagt.

    Und ist die Tatsache, dass du die Chance hast, im Internet nach Informationen suchen kannst, ohne das eine geheime Polizeitruppe deine Haustür eintritt und dich festnimmt, nicht EIN Zeichen, dass du in einem freien Land lebst. [Übrigens bitte ich um Entschuldigung: Ich national-chauvinistischer Germane bin wie selbstverständlich davon ausgegangen, dass du Deutsche bist. Aber du bist es scheinbar, oder? Selbst wenn du Österreicherin wärst- auch dort herrscht die Demokratie]

    Das müsstest du mir schon näher erläutern.
    Ich kann das so nicht nachvollziehen.

    Aber gut, vielleicht hast du Recht. Schauen wir dem Faschismus ins Auge.

    MfG,
    Sunnyboy
     
  9. Sunnyboy

    Sunnyboy New Member

    Registriert seit:
    10. März 2005
    Beiträge:
    542
    Ort:
    It's an honour to be a Bonner
    AW: Worte zum Nachdenken über Faschismus

    Darauf wollte ich mit meinen Beispielen hinaus. Mir ging es nicht darum, die Anti-Faschisten als eine bestimmte Gruppe zu definieren.

    Einsatz für Pluralismus, Freiheit und Demokratie IST gleichzeitig Anti-Faschismus. Und zwar der beste, den es gibt.

    MfG,
    Sunnyboy
     
  10. Angelina

    Angelina New Member

    Registriert seit:
    4. Dezember 2008
    Beiträge:
    45
    AW: Worte zum Nachdenken über Faschismus

    Offenbar ist es in deutschsprachigen Foren längst üblich, dass alles mit leerem Geschwätz in Abrede gestellt wird, was den deutschen Faschismus der Gegenwart belegt.

    Wieviele bezahlte Spitzel und Agenten tummeln sich in Deutschland und Österreich derzeit? Die Spitzeldichte der DDR dürfte zumindest längst erreicht sein.

    Ist ja auch leicht, wenn alle Angst vor Arbeitslosigkeit haben. Mit wenig Kröten pro Monat kann man dann Spitzel und Agenten überall einsetzen: In Foren, in örtlichen Parteigliederungen und so weiter.

    Das BKA-Gesetz, die Hartz-Gesetze, die unglaubliche Spreizung der Schere zwischen super-hyper-mega-giga-reich und erbärmlich arm lassen sich nicht weg wischen.

    Dass die politische Diskussion zu einer belanglosen Personaldiskussion verkommen ist, selbst in Zeitungen wie der einstmals renommierten FAZ, lässt sich auch nicht wegwischen.

    Wie tief muss man gesunken sein, um ein solches System mit dummem Gewäsch schön zu reden?
     

Diese Seite empfehlen

  1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden