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Was passiert hier?

Pajou

New Member
Registriert
27. Mai 2005
Beiträge
5
Hallo an Alle!

Ich lese hier immer mit großer Begeisterung! Nun bin ich auch so soweit,
dass ich hier poste, denn für meine Geschichte finde ich hier nun nichts
das mir weiterhelfen könnte.
Es gibt jemanden in meinem Leben, den ich schon lange kenne, sehr
gut sogar. Nun ist es so, dass das was zwischen uns läuft nicht als
Freundschaft nicht als Beziehung definiert werden kann. Vielleicht
will ich das auch gar nicht, denn so wie es ist, gefällt es mir sehr gut.
Nun habe ich aber erfahren, dass sie nicht mehr lange hier sein wird.
Nun ist es aber nicht so, dass sie vielleicht ins Ausland gehen würde oder
so, Sie ist krank und hat nicht mehr wirklich lange Zeit. Vielleicht noch so
1 - 2 Jahre. Ich merke, dass ich irgendwie nicht darüber nachdenken kann,
weil ich es mir nicht vorstellen kann. Sie ist die letzte Person bei der ich
sowas gedacht hätte. Sie ist so aktiv! Sie jammert nie, stellt sich niemals
die Frage, wenn ihr was unangenehmes widerfahren ist, wieso ihr das passierte, sondern nimmt es einfach an und macht das beste daraus. Auch
als Sie mir das erzählte, kam niemals die Frage, wieso ihr das passierte.
Wieso kann ich das nicht realisieren? Verdränge ich? Hinzu kommt, dass ich
mich in jemanden anderes verliebt habe, aber es kommen schon wieder
erste Anzeichen von Depressionen. Und ich glaube nicht, dass das mit
(wahrer) Liebe einhergehen kann? Ich glaube schon, dass ich völlig überfordert bin, und es sein kann, dass ich mich gerade jetzt auf mein
Verliebtsein fixiere? Wissen oder überzeugt bin ich allerdings nicht. Hat
jemand hier vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht. Oder gibt es einige von
Euch, die wenn Sie das lesen, Denkansätze für mich haben, denn mir fehlt
völlig die Kraft objektiv sehen zu können? :autsch:

Danke schon mal an Euch!
Pajou
 
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Hallo Pajou,

jetzt hab ich bestimmt 10x mit dem Schreiben angesetzt und habs jedesmal wieder gelöscht. Irgendwie kam es mir zu banal und verallgemeinernd vor.
Jetzt das Richtige zu schreiben, ist schwer, aber ich versuchs einfach mal, auch auf die Gefahr hin, dass es doch das Falsche ist.

Die Tatsache, dass deine Bekannte, so nenn ich sie jetzt einfach mal, nur noch ein paar Jahre zu leben hat, ist für dich sicher hart und kaum vorstellbar. Trotzdem sollte dich der Gedanke trösten, dass euch Beiden die Gelegenheit fürs Abschiednehmen geschenkt wird. Dieses Geschenk bekommen viele Menschen nicht. Sie werden mit dem Tod des Anderen brutalst konfrontiert und leiden wahnsinnig darunter. Bewusstes Abschiednehmen, so hart es auch ist, hilft den Zurückgebliebenen oft bei der Verarbeitung ihrer Trauer, und denen, die Sterben müssen, gibt es u.U. das Gefühl, ihr Leben abschließen zu können.
Trösten sollte es dich, dass deine Bekannte sehr gefasst zu sein scheint und den kurzen Zeitraum, der ihr noch bleibt, akzeptiert oder angenommen hat.
Dass du jetzt verliebt bist, das ist das Beste, was dir passieren kann. Sicher wird dich immer wieder Traurigkeit überkommen, wenn du daran denkst, dass deine Bekannte bald gehen muss, aber je schneller du diese Tatsache akzeptierst, umso weniger wirst du in Depressionen verfallen. Etwas, was deine Bekannte sicher auch nicht will.

Rhona
 
Es gibt Situationen, da ist das Warum vollkommen nebensächlich, weil selbst wenn man die Frage nach dem Warum beantworten könnte, sich nichts an der Situation an sich ändern würde.

Das Einzige, was man machen kann ist da zu sein, wenn es notwendig ist.

Einer der berührendsten Moment im meinen Leben wahr neben einer mir vollkommen fremden Frau zu sitzen, der von ihren Mann auf der Straße in den Bauch geschossen wurde und bei ihr zu sein während sie stirbt.

Man kann in wirklichen Extremsituation meist relativ wenig tun. Wichtig ist aber, dass man was man tun kann auch tut. Oft sind es nur winzige Kleinigkeiten, oder die ernstgemeinte Bereitschaft sich einmal mitten in der Nacht anrufen zu lassen.

Mit in jemanden verliebt sein hat das Ganze relativ wenig zu tun. Die entscheidende Frage ist, inwieweit man bereit ist, dass Schicksal an sich mit jemanden einen Moment lang zu Teilen.
 
Hallo Rhona,

vielen Dank erstmal für Deinen Impuls. Ich schätze es wirklich sehr,
zumal Du mehrere Male angesetzt hast, und Dich schließlich doch
daran gewagt hast.

Eine Bekannte würde als Bezeichnung für diese Person den wahren
Bestandteil meines Lebens, den Sie eingenommen hat, weit verfehlen!

Ob der Zustand des momentanen Verliebtseins in diese andere Person,
eine Flucht vor der Wahrheit ist, dorthin gehen meine Bedenken!
Ich fühlte mich in letzter Zeit einfach leer, und da war Sie, ständig
um mich, Gemeinsamkeiten und das Füllen einer Leere. Es ist schon
so, dass ich sehr viel an Sie denke. Doch hatte ich auch Zweifel.
Jetzt sind diese so plötzlich verschwunden, dass ich zu bezweifeln
wage, dass ich, so sehr ich auch um Verdrängung weiß, dies vielleicht
doch tue.

Ein anderer Thread 'Kann man sich von einer Person die man liebt, trennen?'
von OneEye berührt mich auch, doch bin ich wie schon erwähnt irgendwie
gelähmt und vermag nicht wirklich klar zu denken?

Dennoch Rhona, irgendwie denke ich schon auch, dass Verliebtsein manchen
Schmerz heilen kann ;-)
 
andekhi schrieb:
Es gibt Situationen, da ist das Warum vollkommen nebensächlich, weil selbst wenn man die Frage nach dem Warum beantworten könnte, sich nichts an der Situation an sich ändern würde.

Da ist Sie um einiges weiter. Sie sagte das auch so. Ich selbst dachte
auch so zu denken. Doch nun - in der Situation - fehlt mir alle Kraft
so zu denken und handeln. Sie selbst weiß um diese Tatsache in ihrem Leben
auch noch nicht so lange. Ich weiß, dass bei mir sehr viel
Bewunderung liegt, denn dieser Wesenszug beschreibt ihr Wesen so sehr.
Selbst in der schlimmsten Situation noch so wirklich und real zu bleiben, schwach sein zu können und doch zu sagen, was bedeutet denn schon zeit - lass uns nicht darüber sprechen, lass sie uns nutzen. Sie hat ihr Leben so intensiv gelebt, als hätte Sie intuitiv darum gewußt.

Das Einzige, was man machen kann ist da zu sein, wenn es notwendig ist.
Das will ich auch, doch ich habe das Gefühl, als würde Sie mich etwas fernhalten? Aber vielleicht hat das auch mit dieser anderen Frau zu tun.
Die Grenze zwischen Freundschaft und Beziehung war bei uns nie so
richtig definiert. Es war einfach. Vielleicht kommt sie damit auch nicht so
klar.

Einer der berührendsten Moment im meinen Leben wahr neben einer mir vollkommen fremden Frau zu sitzen, der von ihren Mann auf der Straße in den Bauch geschossen wurde und bei ihr zu sein während sie stirbt.

... berührend weil Du so gehandelt hast, wie Dein Innerstes Dir sagte.
Ohne Logik etc darüber nachzudenken? Willst Du mir das sagen?

Man kann in wirklichen Extremsituation meist relativ wenig tun. Wichtig ist aber, dass man was man tun kann auch tut. Oft sind es nur winzige Kleinigkeiten, oder die ernstgemeinte Bereitschaft sich einmal mitten in der Nacht anrufen zu lassen.

Das ist das wenigste was ich ihr angeboten habe. Ich habe ihr gesagt,
dass ich am Ende bei ihr sein möchte. Sie sagte nichts....


Mit in jemanden verliebt sein hat das Ganze relativ wenig zu tun. Die entscheidende Frage ist, inwieweit man bereit ist, dass Schicksal an sich mit jemanden einen Moment lang zu Teilen.

Wie ich hier im Forum lesen konnte, hast Du wohl auch eine beste Freundin?
Und die Gefühle zu ihr wohl auch stärker. Bei mir ist es so, dass viele
denken Sie ist meine Freundin. Ich hab auch nie versucht, das richtigzustellen; Ich wollte auch mit ihr zusammenziehen, aber irgendwie
wollte Sie nicht?! Mein Wunsch ist so normal wie möglich zu leben,
weil ich weiß, dass es ihr Wunsch ist. Sie hat es auch niemandem sonst
gesagt. Ich will für sie da sein, aber ich will nicht ständig daran erinnert
werden, ich wünschte dass dies eine einzig große Lüge ist. Ich hab
noch keinen Menschen verloren, der mir soviel bedeutet hat, deshalb weiß
ich nicht, ob es mir auch so ginge, also bei anderen....

Wie ist es bei Dir? Läufst Du manchmal vor ihr weg?


Auch Dir andekhi lieben Dank
vor allem für Deine Offenheit

Pajou
 
Pajou schrieb:
Wie ich hier im Forum lesen konnte, hast Du wohl auch eine beste Freundin?

Ich habe zur Rolle des guten Freundes eine ziemliche Hassliebe. Meine Mutter ist Psychologien und hat sich früh scheiden lassen und ich bin hauptsächlich unter Frauen aufgewachsen, was mich für die Rolle des guten Freundes geradezu prädestiniert und es ist eindeutig die Rolle in der ich Frauen gegenüber am sichersten agiere.

Nichts desto trotz, tue ich mein bestes auf die Rolle des Lebenspartner bzw. heimlicher Liebhaber umzusatteln. Kein Mensch kann ehrlicherweise immer für jemanden da sein, genausowenig hält man es aus, wenn jemand einem ständig versucht zu helfen. Dementsprechend tun Beziehungen in denen einer versucht dem anderen unbedingt zu helfen, meistens auf Dauer beiden nicht gut (ich habe deshalb schon eine Freundschaft auslaufen lassen).

Als potentieller Liebhaber bin ich noch immer eine mittlere Katastrophe, was aber bei mir sehr gut funktioniert und für mich sehr schön ist, ist in Situationen in denen es wirklich wichtig ist, einen Moment lang ein wirklich guter Freund zu sein.

Wenn du in jemanden anderen verliebt bist, sei in ihn verliebt. Wenn du für jemanden da sein möchtest, sei für ihn da wenn er es wirklich braucht.

Mir sind im Laufe meines Lebens einige Frauen sehr ans Herz gewachsen und es ist mir wichtig, dass es ihnen gut geht. Gleichzeitig macht es keinen Sinn deswegen eine Beziehung zersplatzen zu lassen, nur weil ich glaube, für eine von ihnen nicht mehr da sein zu können bzw. ewig dem Wunsch einer Beziehung mit ihnen nachzuhängen.

Wieviel weiß eigentlich deine neue Liebe von der Ganzen Situation?
 
Zuerst mal so sorry für die unübersichtliche Antwort.
Ich wollte auf einige Dinge bei Dir eingehen, welche
sich aber nicht von Deinen Texten abheben;

So, nun zum aktuellen. Ich habe ähnliche Gedankengänge wie Du.
Es gibt Zeiten, in denen ich die Rolle des ihr besten Freundes
gerne dulde, da ich ihr so am nächsten sein kann. Nur habe ich
auch erfahren, dass ich mich, wenn wir Sex haben, extrem ausgenutzt
vorkomme. Es gibt aber auch Zusammentreffen, wo wir uns beide
sehr nahe sind und dieses Gefühl nicht aufkommt.

Diese andere Frau weiß nichts von alldem. Ich werde ihr zu gegebener
Zeit davon erzählen. Wenn sie zickt und Eifersuchtsszenen macht,
ist es sowieso gelaufen. Denn dafür bedeutet mir meine 'beste Freundin'
zu viel. Ich glaube zudem, dass es sehr schwierig wird diese Art
von Freundschaft jemanden zu vermitteln.

Kannst Du Dir erklären, wieso Sie meine Nähe im Moment verweigert.
Sie hat mich immer in alles miteinbezogen. Braucht Sie Zeit für sich.
Wie ist es bei Dir. Gibt es da Zeiten wo ihr euch sehr nahe seid, und
dann aber auch wieder Zeiten, wo Du Sie unendlich weit weg siehst?
 
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Pajou schrieb:
Kannst Du Dir erklären, wieso Sie meine Nähe im Moment verweigert.
Sie hat mich immer in alles miteinbezogen. Braucht Sie Zeit für sich.
Wie ist es bei Dir. Gibt es da Zeiten wo ihr euch sehr nahe seid, und
dann aber auch wieder Zeiten, wo Du Sie unendlich weit weg siehst?

Du kannst von einem Menschen, der weiß das er bald sterben wird, nicht erwarten, dass sich rationell verhält. Das einzige was du machen kannst ist sanft versuchen herausfinden wo sie gerade steht und entsprechend handeln, bzw. ihr sagen wie es dir mit der ganzen Situation geht.

Die beste Freundinn meiner Ex-Freundinn ist an Krebs gestorben, ich habe aber ansonsten bis jetzt, dass Glück gehabt das Niemanden in meinem direkten Freundeskreis etwas Gröberes passiert.

Das Gefühl der Nähe und der Distanz, kenne ich aus Situationen in denen man sich plötzlich Nahe kommt, ohne wirklich zu wissen wieso. Man merkt sich dieses Gefühl der Nähe und vermisst es, wenn es nicht mehr da. Gleichzeitig weiß man aber nicht, ob man dorthin wieder zurück möchte, wo man schon einmal war.
 
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