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Text - Wer bin ich?

Dieses Thema im Forum "Religion, Glaube, Spirituelles" wurde erstellt von Winzer_Leopold, 14. März 2021.

  1. Winzer_Leopold

    Winzer_Leopold New Member

    Registriert seit:
    12. Januar 2021
    Beiträge:
    8
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    Habe erst meinen eigenen Text als "Glaubenszeugnis" in einer Jugendmesse vorgetragen. Dachte ich teile den auch hier im Forum:

    Woher komme ich? Wer bin ich? Wohin gehe ich?

    Wie vermutlich die meisten hier, wurde ich im Glauben an die katholische Kirche erzogen. Ich wurde getauft, empfing die Erstkommunion, wurde gefirmt und ministrierte über 7 Jahre. Die Religion war also schon von Beginn an Teil meines Lebens, ein fester Bestandteil meiner Realität. Schon ziemlich früh aber entdeckte ich gewisse Widersprüche und Ungereimtheiten zwischen den Geschichten aus der Bibel und der Wissenschaft. Ich faszinierte mich für wissenschaftliche Themen, besonders für Astronomie und die Evolutionstheorie. Deshalb war für mich bald klar, dass mit der Bibel etwas nicht stimmten konnte. Also kehrte ich mich im Teenageralter ziemlich von der Religion ab. Nicht nur wegen den Ungereimtheiten, sondern auch weil mir das Leben unfair vorkam. Ich konnte mir keinen Gott vorstellen, der das Leben derartig unfair gestaltete. Das machte für mich alles keinen Sinn. So suchte ich die Wahrheit in der Wissenschaft und später in der Philosophie.

    Woher komme ich? Wer bin ich? Wohin gehe ich?

    Die ersten Antworten, die uns auf diese Fragen einfallen sind meist so etwas wie unser Wohnort, unser Name, unser Arbeitsplatz. Es sind Antworten, die bereits in unseren Köpfen schlummern, die uns von unseren Eltern oder anderen Bezugspersonen gegeben wurden. Nicht nur Eckdaten, wie Name und Herkunft wurden uns mitgegeben, sondern auch alle möglichen Vorstellungen über die Welt und über uns selbst. Wir haben viele dieser Antworten als wahr akzeptiert und in unser selbst integriert.

    Aber sind wir tatsächlich nur das, was uns gesagt wurde, was wir sind? Oder sind wir etwa das, was wir von uns selbst denken?

    Kaum jemand würde diesen Fragen zustimmen und dennoch empfinden wir es im Alltag oft so. Wir denken dieses und jenes über uns und über unsere Mitmenschen, treffen voreilige Urteile und erkennen diese fälschlicherweise als wahr an.

    Wer bin ich wirklich? Was ist meine wahre Essenz?

    In der Bibel finden wir die Antwort auf diese Fragen, doch ich nehme es vorweg: diese Antwort ist nicht zu verstehen, man kann sie nur erleben.

    Gott sprach: „Ich bin das Ich bin.“

    Jesus sprach: „Bevor Abraham war, bin ich.“

    Was soll das bedeuten? Es ist die Erkenntnis: Ich bin jetzt, nicht gestern, nicht morgen, nicht vor einer Minute, nicht in einer Minute, jetzt! Wenn wir all unsere Vorstellungen über uns selbst loslassen und eins werden mit dem gegenwärtigen Moment, werden wir eins mit unserer wahren Natur, eins mit Gott.
     
  2. 5Zeichen

    5Zeichen Well-Known Member

    Registriert seit:
    20. Oktober 2010
    Beiträge:
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    Cool.

    Schade, nur, dass andauernd neue Momente kommen, und nicht alle dieser Momente sind so voller Überzeugung. Da sind auch Momente des Zweifels ...
     
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  3. Frischling

    Frischling Well-Known Member

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    Mit welchem Gott soll man Eins werden? Mit dem Gott der Christen, für den das Töten auch aller Säuglinge und Kinder von 6 Völkern, um die reichen Länder deren Eltern rauben und deren Religion zu 100% auslöschen zu können, „gottgefälliges“ Handeln gewesen sein soll? Zu dem Gott, dessen Sohn alle Menschen VERDAMMT, die sich nicht zu ihm bekehren und der sich an „Ungläubigen“ mit Höllenstrafen rächen will? Oder zu dem Gott, der das Lieben selbst der Feinde gefordert hat und das Teilen allen Besitzes mit den Armen und das Beachten aller den Propheten gegebenen Gesetze?

    Ich kenne übrigens nicht einen Menschen, der seine Feinde liebt und all seinen Besitz mit den Armen teilt und der buchstabengetreu die in den 5 Büchern Mose stehenden Gesetze beachtet, deren Nichtauflösung bis zum Vergehen der Erde der vorgebliche Gottessohn Jesus laut Matth. 5, 17-19 eingefordert haben soll. Kennst Du solche Menschen?
     
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  4. Winzer_Leopold

    Winzer_Leopold New Member

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    Beiträge:
    8
    Von dem war nie die Rede. Gott ist nur ein Wort, das auf etwas hindeutet, etwas, das man nicht mit dem Verstand erfassen kann, deine wahre Essenz, das sein selbst. Hänge dich nicht an deinen Vorstellungen oder irgendwelchen Vorstellungen von Gott fest. Diese sind auch nur Gedanken.
     
  5. Winzer_Leopold

    Winzer_Leopold New Member

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    12. Januar 2021
    Beiträge:
    8
    Der Moment ist wie er ist, du kannst ihn nicht ändern. Wenn du ihm widerstrebst erzeugst du nur zusätzliche Negativität. Akzeptierst du ihn hingegen, lösen sich alle Vorstellungen von der "Schlechtheit" von diesem Moment auf.
    Von wo kommt der Zweifel? Vom Moment selbst oder von deinem Verstand?
     
  6. 5Zeichen

    5Zeichen Well-Known Member

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    Beiträge:
    11.908
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    Klar, gibt es die Momente des All-ein-seins, des sich eins bzw. verbunden fühlens. Mit bisschen Übung und gutem Willen oder in manischen Phasen auch öfter.

    Eine Dauerlösung ist das m.E. nicht. Ist der Moment gut, in dem Dir beim Rebenschneiden der Finger zwischen die Messer gerät oder der Moment, in dem Du im steilen Weinberg das Gleichgewicht verlierst und abzustürzen drohst? Du kannst ihn nicht ändern, akzeptierst ihn und lässt das nicht Schlechte in Verbindung zu Gott und ohne falsche Gedanken geschehen?

    Wenn die Reblaus sich im Weingarten vermehrt, wenn die Fässer im Keller undicht sind und wenn die Winzerin fremd geht, dann ist der Moment gekommen, ein paar Gedanken zuzulassen und den guten alten Verstand zu befragen, wie sich kommende Momente gestalten lassen, oder nicht?
     
  7. FreniIshtar

    FreniIshtar Well-Known Member

    Registriert seit:
    22. September 2014
    Beiträge:
    6.115
    Ja!

    -alle?-
    -möglich-
    Kann ich mir aber schlecht vorstellen!
    Zum Beispiel in Extremsituationen?
     
  8. Frischling

    Frischling Well-Known Member

    Registriert seit:
    23. April 2015
    Beiträge:
    2.010
    Du hast Dich ganz konkret auf den Gott bezogen, der zu Abraham gesagt haben soll: „ich bin, der ich bin“ und auf dessen vorgeblichen Sohn Jesus, auf dessen Lehre das Christentum aufgebaut wurde. Also auf den Gott, der in der Bibel als absoluten Feind der nach meiner Meinung für ein friedliches Miteinander aller Menschen unabdingbaren Grundrechtes auf Religionsfreiheit beschrieben wird. Hast Du Dir nicht selbst durch Deine Hinweise auf den Gott der Bibel ein Bild Gottes gemacht, wie es Dir als geeignet erscheint?

    So oder so wirkt das, was sich Menschen unter Gott vorstellen, ganz unterschiedlich bei Menschen. Etwa bei den Christen, die die Forderung Jesus verhöhnt haben, ihre Feinde zu lieben und allen Besitz mit den Armemen zu teilen und so die Kontinente Amerika unterjocht und deren Menschen weitgehend ausgerottet haben. Die taten sie wohl kaum im Befolgen der Forderung Jesus, die Feinde zu lieben, eher in Befolgung der suggestiven Behauptung laut 5. Mos. 20, 10-18, wonach es aus Sicht des Gottesvolkes, als dass sich nach dem Weltmissionsbefehl Jesus die Christen verstanden haben, es „gottgefälliges“ Handeln gewesen sein soll, friedliebende Menschen zu versklaven und auch die Säuglinge und Kinder von 6 Völkern zu töten, um die wohlhabenden Länder deren Eltern rauben und deren Religion total auslöschen zu können.

    Eine ursächliche Macht für dieses Sein kann ich nur als „Nichtfordernde Liebe“ umschreiben. Dieses Bild hat also nicht das Geringste mit dem Gott Abrahams zu tun, der im jüdischen Tanach, der Bibel und im Koran unbestreitbar als absolut giftigen Feind der Religionsfreiheit behauptet wird. Kannst Du selbst erkennen, wo dieses Gift Wirkung erlangen kann – etwa im Nahen Osten, wo sich noch im Jetzt Gläubige an den Gott im Tanach, der Bibel und im Koran gegenseitig die Schädel einschlagen?
     
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