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Niklas Luhmann

Freigeist496

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18. April 2017
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243
Interessant ist es vielleicht auch zu wissen, wer Niklas Luhmann war, was er dachte und für was er stand: Seine System-Theorie...

Also er meint, dass unsere grosse Gesellschft auseinander fällt, weil sich immer mehr kleinere Subgesellschaften bilden. Er sagt, dass die Umwelt die Veränderungen und Grenzen bestimmt, wie sich alles entwickelt. Das klingt soweit logisch, er meint dass auch die Bereiche wie Politik, Wirtschaft, Bildung auch zusammenhängen. Eine Flaute an der Börse z.b kostet Arbeitsplätze, weniger Geld und Konsum dadurch weitere Arbeitsplätze.

Auch das ist verständlich, dann sagt er, dass sich Systeme aus den Handlungen der Menschen bilden. Wenn die Umwelt sich verändert, handeln die Menschen anders und die Systeme verändern sich. Das ist alles verständlich aber er sagt auch die Systemtheorie funktioniert nur ohne Moralisierung.

Seine Systemtheorie stösst auf das älteste Problem der Menschheit: Den Emotionen und seine Kritiker meinen, so sagt er selber, dass die Systemtheorie missbraucht werden kann. Denn wenn es nur darum geht, dass ein System funktioniert, kann man damit auch Faschismus und Mord rechtfertigen. Durch das fehlende Moralisieren (so die Kritiker) gibt es auch keine Menschlichkeit. Ich sehe das Problem aber ganz woanders: Selbst wenn die Menschen die System-Theorie verstehen, werden sie diese ablehnen, denn sie handeln zum grössten Teil emotional.

Er sagt, dass seine Systemtheorie keine Lösung für alles ist aber den ein oder anderen Krieg verhindern könnte. Aber haben wir nicht vor kurzem selber erlebt, dass Menschen, wenn sie rein emotional handeln eben doch unberechenbar werden oder sind ?

Er war zudem der Ansicht, dass Moral einem Parasiten gleichkommend, Systeme von innen heraus zersetzen kann und ich denke das auch, wie seht ihr das ?
 
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Bernies Sage

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31. Oktober 2011
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19.401
Ich glaube, dass eine Wohlstandsgesellschaft verlernt Opfer zu bringen und das dort der Parasit liegt.
Opfergaben sind immer religiöser Natur und ich lehne solche Notopfer der Wohlstandsgesellschaft über "Dritte als finanzielle Vermittler" wegen erheblicher Missbrauchsgefahr strikt ab, insofern sie auch nur den Hauch einer unmittelbaren Öko-Diktatur zu vermitteln in der Lage wäre und "win-win-win-Verträge" zu eklatant einseitig erkennbaren Soziallasten weiterer Dritter - an nationalen Verfassungsgrundlagen vorbei - stillschweigend durch Zustimmung erlauben könnten.

Interessant ist es vielleicht auch zu wissen, wer Niklas Luhmann war, was er dachte und für was er stand: Seine System-Theorie...

Also er meint, dass unsere grosse Gesellschft auseinander fällt, weil sich immer mehr kleinere Subgesellschaften bilden. Er sagt, dass die Umwelt die Veränderungen und Grenzen bestimmt, wie sich alles entwickelt. Das klingt soweit logisch, er meint dass auch die Bereiche wie Politik, Wirtschaft, Bildung auch zusammenhängen. Eine Flaute an der Börse z.b kostet Arbeitsplätze, weniger Geld und Konsum dadurch weitere Arbeitsplätze.

Auch das ist verständlich, dann sagt er, dass sich Systeme aus den Handlungen der Menschen bilden. Wenn die Umwelt sich verändert, handeln die Menschen anders und die Systeme verändern sich. Das ist alles verständlich aber er sagt auch die Systemtheorie funktioniert nur ohne Moralisierung.

Seine Systemtheorie stösst auf das älteste Problem der Menschheit: Den Emotionen und seine Kritiker meinen, so sagt er selber, dass die Systemtheorie missbraucht werden kann. Denn wenn es nur darum geht, dass ein System funktioniert, kann man damit auch Faschismus und Mord rechtfertigen. Durch das fehlende Moralisieren (so die Kritiker) gibt es auch keine Menschlichkeit. Ich sehe das Problem aber ganz woanders: Selbst wenn die Menschen die System-Theorie verstehen, werden sie diese ablehnen, denn sie handeln zum grössten Teil emotional.

Er sagt, dass seine Systemtheorie keine Lösung für alles ist aber den ein oder anderen Krieg verhindern könnte. Aber haben wir nicht vor kurzem selber erlebt, dass Menschen, wenn sie rein emotional handeln eben doch unberechenbar werden oder sind ?

Er war zudem der Ansicht, dass Moral einem Parasiten gleichkommend, Systeme von innen heraus zersetzen kann und ich denke das auch, wie seht ihr das ?
Moral vermag schon deshalb nicht einem Parasiten gleichzukommen, weil Moral außenweltlich als definiert gilt und der Parasit innenweltlich.

Bernies Sage in konstruktiver Gegenrede zu Niklas Luhmann;
Wenn man sich dem Denken in Systemen wie Luhmann öffnet, bedarf es dazu einer Geisteswissenschaftskultur, die sich eben gerade nicht mit einer rein allzu intrinsisch fixierten Anthroposophie begnügt, wo sich der ewig besserwissende Mensch oftmals selbst in den Mittelpunkt seines (anthropoposophischen) Weltbildes einer unfreiwillig tollpatschigen Selbstverarschung stellt.

Vielmehr bedarf es beim Denken in Systemen einer exoterisch begleitenden Vorstellung von überaus lebendigen Parallelwelten in der baren 'Unmittelbarität' (=Unmittelparität) von Nachbarschaften, multifunktional und multilingual in "Nach-Barschaften", die natürlich hier in diesem Thread aber nicht das Thema sein können. ;)
Bernies Sage (Bernhard Layer)
Mein unpersönliches System-Fazit: Eine "ehr-liche" Systemtheorie müsste ihre ständig im Fluss befindlichen Grenzen in ihren abzählbaren Grundfunktionen sachlich zu beschreiben, zu offenbaren und (mehrfach) respektieren zu vermögen, ohne sie moralisch von außen extrinsisch zu verteufeln und ethisch von innen subversiv zersetzend zu diktieren glauben.

Dazu bedarf es "nur" einer (emotional) unbestechlichen Bewusstseinsunabhängigen Realität (=*BuR*) aus " entjektivierten " (=leicht entrückten) Sichtweisen, die unmittelbar daneben liegen und die ich schlicht biotiv nenne und dem Sprichwort "neben der Mütze liegend" sogar einen positiven Touch zu vermitteln erlauben, wie sie der Satiriker Erwin Pelzig in sehr unterhaltsamer Form schon großartig zuvor vermittelt hat.

Bernies Sage (Bernhard Layer)
 
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