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Lehrer arbeiten wenig und verdienen zu viel!

MartinL

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Rücken und Psyche sind die Standardbeschwerden, wenn man krank feiern will, weil sie sich nicht widerlegen und beweisen lassen.
 
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PhilippP

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Im Bundesschnitt fehlen Beamte 8 Wochen im Jahr auf Krankenschein.

Wieder abenteuerliche Behauptungen deinerseits. Von den 8 Wochen habe ich gehört, das bezog sich aber auf Berliner Lehrer/Verwaltungsbeamte und dass dort lange Zeit gar nicht mehr verbeamtet wurde, dürfte dir bekannt sein. Anbei ein paar Fakten zur Erhellung:

Die wenigen aktuellen Erhebungen, die sich mit dem Krankenstand von Lehrern aus anderen Bundesländern befasst haben, machen deutlich, wie hoch die Fehlquote der Berliner Lehrer tatsächlich ist. So waren die Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern im Schuljahr 2011/12 insgesamt 18 Tage krank, an Gesamtschulen in Niedersachsen fehlten die Pädagogen im Jahr 2011 im Durchschnitt 10,1 Tage. In Sachsen schließlich waren Lehrer im Jahr 2013 13,5 Tage krankgeschrieben.

Quelle: https://www.sueddeutsche.de/bildung/schule-berliner-lehrer-fehlen-39-tage-pro-jahr-1.2303477
 

MartinL

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Wieder abenteuerliche Behauptungen deinerseits. Von den 8 Wochen habe ich gehört, das bezog sich aber auf Berliner Lehrer/Verwaltungsbeamte und dass dort lange Zeit gar nicht mehr verbeamtet wurde, dürfte dir bekannt sein. Anbei ein paar Fakten zur Erhellung:

Die wenigen aktuellen Erhebungen, die sich mit dem Krankenstand von Lehrern aus anderen Bundesländern befasst haben, machen deutlich, wie hoch die Fehlquote der Berliner Lehrer tatsächlich ist. So waren die Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern im Schuljahr 2011/12 insgesamt 18 Tage krank, an Gesamtschulen in Niedersachsen fehlten die Pädagogen im Jahr 2011 im Durchschnitt 10,1 Tage. In Sachsen schließlich waren Lehrer im Jahr 2013 13,5 Tage krankgeschrieben.

Quelle: https://www.sueddeutsche.de/bildung/schule-berliner-lehrer-fehlen-39-tage-pro-jahr-1.2303477
Lehrer sind eine Teilmenge der Beamten.
Bist du sicher, dass du Abitur hast?
 

THATSme

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Ich mag es ja nicht, weil seit Jahrhunderten "gepredigt" wird die Jugend wird immer schlimmer.
Das ist natürlich Quatsch. Jugend ist und muss aufmüpfig sein, provozieren und nonkonform sein.
Und die Jugend hat auch das Recht Fehler zu machen und unvernüftig zu sein.

Ich bilde mir aber ein zu beobachten, dass gegenseitiger Respekt in der Gesellschaft ganz allgemein nachgelassen hat.
Ebenso bilde ich mir ein zu beobachten, dass die gesellschafltichen Unterschiede immer größer werden, was Beurteilung und Einordnung in einen bestimmten Status betrifft. Ich vermeide mal den Begriff "Klassenunterschiede" ;)

Die Jugend ist doch letztlich ein Produkt seiner Umwelt auch in dem Sinne, dass sie zunächst gegen die gesellschaftlichen Gepflogenheiten rebelliert, sich ihnen dann letztlich aber anpasst in dem Sinne, dass Strategien entwickelt werden (müssen), wie man am besten durch kommt.

Verändert sich in der Gesellschaft das Aggressionspotenzial, schlägt sich das auf die Konditionierung und das Sozialverhalten, die Sozialisierung der Jugend aus. Die virtuelle Kommunikation, SMS-Stil, vermehrt virtuelle statt realer Kontakte ist da nicht sehr förderlich.
Gerade in der Pubertät baut sich das Gehirn um und die Physiognomisierung muss neu erlernt werden. Bei reduzierten Realkontakten wird diese Entwicklung gestört, oder zumindest erschwert und verzögert.

Das sind natürlich alles Aspekte, die die Arbeit für Pädagogen nicht einfacher machen. Da scheint es zu wenig entsprechende Schulungen und Versäumnisse in der Ausbildung zu geben?

TM, die mal wieder alles sehr komplex sieht
 

PhilippP

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Ich mag es ja nicht, weil seit Jahrhunderten "gepredigt" wird die Jugend wird immer schlimmer.
Das ist natürlich Quatsch. Jugend ist und muss aufmüpfig sein, provozieren und nonkonform sein.
Und die Jugend hat auch das Recht Fehler zu machen und unvernüftig zu sein.

Ich bilde mir aber ein zu beobachten, dass gegenseitiger Respekt in der Gesellschaft ganz allgemein nachgelassen hat.

TM, die mal wieder alles sehr komplex sieht

Auch hier schließe ich mich vollumfänglich an.

Die Jugend achtet das Alter nicht mehr, zeigt bewusst ein ungepflegtes Aussehen, sinnt auf Umsturz, zeigt keine Lernbereitschaft und ist ablehnend gegen übernommene Werte. (ca. 3000 v.Chr., Sumerische Tontafel)

Respekt ist im Schulalltag allerdings ein großes Thema. Jeder will respektiert werden und fordert diesen ein, es fehlen aber in der Regel tragfähige Fundamente dafür und die Fähigkeit, Leistungen anderer angemessen einschätzen und bewerten zu können. Daher bleibt oft nur das kurzweilige Erzeugen von Respekt durch (vordergründig) vorgetragene Stärke und Durchsetzungsvermögen. Da der Erwachsene nicht mehr automatisch als solcher Respekt genießt und der Lehrer als Berufsstand in nicht wenigen Elternhäusern regelrecht demontiert wird, muss man sich in jeder Klasse und gegenüber jeder Einzelperson mühsam erst Respekt verschaffen. Hierbei muss man eine aberwitzige Mischung aus Stärke, Nachgiebigkeit, Fairness, Härte, professioneller Distanz und Nähe praktizieren. Immer wieder Gruppenkonstellationen, Stimmungen und Befindlichkeiten sensitiv wahrnehmen und hieraus die (hoffentlich) richtigen situativen Schlüsse und Handlungsstrategien ableiten. Und oft erfährt man erst viel später, ob man letztlich richtig gehandelt hat.

Der Mensch ist komplex und das macht die Soziologie auch so interessant. Ich finde deine Art, die Dinge komplex zu sehen, sehr erfrischend. Der Alltag nötigt einen doch allzu oft dazu, die Dinge intuitiv anzugehen und die bewusste Analyse hintanzustellen.
 

THATSme

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Die Tendenz geht für mein Empfinden immer mehr in die Richtung, das eigene Versagen und den Erziehungsauftrag auf die Lehrer zu verlagern.

In meiner Schulzeit waren Lehrer Autortätspersonen und hatten gesellschaftlich auch einen ganz anderen Stand und Ansehen, als heute.

Das war früher so, dass die Schule einen Großteil des Erziehungsauftrages übernahm und das System war sehr auf Druck, Angst, Macht, Autorität ausgerichtet und wir entsprechend sozialisiert. Nämlich auf Obrigkeitshörigkeit. Bei mir schlugen die Lehrer sogar noch zu.
Dadurch hatte man zwar sicherlich nicht unbedingt mehr Respekt vor den Lehrern, aber fast alle wesentlich weniger Mut zum Widerstand, bzw. Widerspruch.
Außer mir natürlich ;), denn ich schlug zurück und hatte zum Glück Rückendeckung aus dem Elternhaus.
Obrigkeitshörig war ich noch nie und Respekt muss man sich bei mir verdienen, den gibt es nicht gratis zum gesellschaftlichen Status dazu.

Es gab auch Lehrer, vor denen wir echten Respekt hatten. Sie hatten Autorität, Souveränität und waren vor allem fair.
Die schwachen Lehrer hatten es auch bei uns extrem schwer. Die bekamen dann alles ab, was man sich bei den anderen nicht traute.

TM, die Pädagogik eine sehr interessante und schwierig zu meisternde Aufgabe findet
 

PhilippP

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Das war früher so, dass die Schule einen Großteil des Erziehungsauftrages übernahm und das System war sehr auf Druck, Angst, Macht, Autorität ausgerichtet und wir entsprechend sozialisiert. Nämlich auf Obrigkeitshörigkeit. Bei mir schlugen die Lehrer sogar noch zu.
Dadurch hatte man zwar sicherlich nicht unbedingt mehr Respekt vor den Lehrern, aber fast alle wesentlich weniger Mut zum Widerstand, bzw. Widerspruch.

Es gab auch Lehrer, vor denen wir echten Respekt hatten. Sie hatten Autorität, Souveränität und waren vor allem fair.
Die schwachen Lehrer hatten es auch bei uns extrem schwer. Die bekamen dann alles ab, was man sich bei den anderen nicht traute.

Respekt lässt sich nicht erzwingen, er muss erarbeitet werden, das ist korrekt. Alles andere ist - wie du auch ganz astrein darstellst - Einschüchterung durch Angst/Strafandrohung. Auch heute noch funktioniert das so, wie du es schilderst. Wer als Lehrer vor der Gruppe keine klare Linie fährt, keine verbindlichen Regeln einfordert und konsequent in seinem Handeln ist, wird mit Missachtung bedacht. Im schlimmsten Fall wird solch ein Kollege/Kollegin sogar von Schülern gemobbt. Einfach nur nett und kumpelhaft zu sein ist keine Lösung und erst recht kein pädagogisches Konzept. Doch selbst konsequentes und souveränes Verhalten ist kein Garant (mehr) dafür, dass es klappt: Verhaltensauffällige Schüler beispielsweise haben oft gar nicht oder nur stark eingeschränkt die Möglichkeit, auf normale zwischenmenschliche Signale entsprechend zu reagieren und auch diese müssen (inklusiv) beschult werden.

Ich muss leider Schluss machen: Mein Sohn (2 Jahre alt) möchte Mundharmonika spielen, diese liegt im Auto, das draußen im Regen steht. ☔
 
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MartinL

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Die Tendenz geht für mein Empfinden immer mehr in die Richtung, das eigene Versagen und den Erziehungsauftrag auf die Lehrer zu verlagern.

In meiner Schulzeit waren Lehrer Autortätspersonen und hatten gesellschaftlich auch einen ganz anderen Stand und Ansehen, als heute.

Das war früher so, dass die Schule einen Großteil des Erziehungsauftrages übernahm und das System war sehr auf Druck,
Ich kann nicht erkennen, dass der Lehrer allzu oft im Mittelpunkt öffentlicher Debatten steht und überwiegend kritisch gesehen wird. Wo sind diese Diskussionen und Einschätzungen? Ich sehe sie nicht.

Als ich von der Grundschule aufs Gymnasium wechselte, bekam meine Klasse das einzige mal einen Lehrer, der gelegentlich mit dem Stock auf die Finger schlug. Mein Vater hätte ihn verklagt, wenn er das bei mir getan hätte.

Es gab damals halt noch ein paar konservative Knochen, die extrem autoritär tickten. Der einzige Respektsberuf, an den ich mich erinnere, war der Arzt und der Bürgermeister und der Vereinsvorsitzende. Wenn überhaupt.

Respekt musste man sich schon immer verdienen.
 
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