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Leben und Leben lassen: Nachhaltige Versorgung

Dieses Thema im Forum "Umweltschutz" wurde erstellt von Sistah, 27. Mai 2021.

  1. Sistah

    Sistah New Member

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    26. Mai 2021
    Beiträge:
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    Hi in die Community!

    Ich mache mir vermehrt Gedanken um die Zukunft und möchte mit meinen Mitteln, sofern das möglich ist, nur noch Klein- und Mittelbetriebe unterstützen. Mir liegt sehr am Herzen, genau, um nicht zu sagen akribisch zu prüfen, wohin ich als Konsumentin meine unterstützende Kraft bündle.

    Somit möchte ich beispielsweise einen Beitrag zur nachhaltigen Produktion von Lebensmitteln leisten. Über das Thema Lebensmittelverschwendung habe ich hier im Forum und auch an anderen Stellen bereits gelesen. Ich möchte es mit meinem Konsumverhalten aber erst gar nicht so weit kommen lassen, dass etwas weggeworfen wird. Wobei ich das Thema Finanzwirtschaft gerne außen-vor lassen würde, denn ich denke Zahlungsmittel oder Tauschmittel wird es auf irgendeine Weise geben.

    Habt ihr Ideen, wie ich das angehen kann? Gibt es Betriebe und Projekte, die ihr unterstützt?
     
  2. Paul Roland V.

    Paul Roland V. Active Member

    Registriert seit:
    22. Mai 2021
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    134
    Hallo Sistha, ich habe es mir seit langem angewöhnt, auf folgende Punkte zu achten:
    • Lebensmittel zu kaufen die aus der Region kommen, vorzugsweise auf dem Wochenmarkt oder bei den Hofläden in meiner Nähe!
    • Nur in kleinen, überschaubaren Mengen kaufen, wenn nötig mehrmals in der Woche frisch!
    • Was Obst und Gemüse angeht, möglichst (mit Ausnahme von Bananen) nur saisonal!
    • Wenn trotz überschaubarer Menge, etwas übrig bleibt, ist Krativität gefragt, wobei man vieles vorm Entsorgen noch gut verwerten kann!
    https://www.lokalkompass.de/gelsenk...ernen-gesellschaftssystemen-weltweit_a1309605

    Was Betriebe angeht, die in diesem Kontext gesehen unterstützungswürdig sind, sollten Sie diese in Ihrer Nähe finden... vielleicht ähnlich wie bspw. diesen: https://gohofladen.de/0118386/Bauer_Dalhaus
    Ein weitere Möglichkeit dem Mainstream die rote Karte zu zeigen, ist die, soviel wie möglich verpackunsfreie Produkte zu kaufen! Hier empfehle ich https://www.zero-waste-deutschland.de/
     
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  3. EmmyBy

    EmmyBy Active Member

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    Also ich versuche schon seit ein paar Jahren sukzessive meinen Lebensstil anzupassen und auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit auszurichten. Dabei stelle ich auch fest, dass viele Maßnahmen zwar mal eine Investition bedürfen, sich es aber auf lange Sicht sehr wohl lohnt. LED- Lampen, smarte Heizthermostate oder eben auch andere smarte Bereiche helfen da enorm.
    Bei den Lebensmitteln und der Ernährung mache ich es ziemlich so wie Paul Roland V. anführt. Ich gehe auch zum Supermarkt ums Eck aber viele Dinge sind das nicht mehr, die man dort kaufen muss. Man muss halt nur ein bisschen wissen wo man welche Dinge herbekommt. Wochenmärkte sind da ein guter Anfang. Ich lasse mir auch wöchentlich Bioobst und-Gemüse vom Adamah Biohof liefern. Finde das angenehm und es stammt aus meiner Region. Der Hof ist 15 Minuten von mir weg und das Obst und Gemüse stammt großteils von Bauern aus der Region. Davon schmeiße ich nichts weg. Ich gehe lieber jeden Tag einkaufen und esse dafür alles auf als einen Wocheneinkauf zu machen und dann viele Dinge wegzuschmeißen.
    Ich denke Betriebe, die auf die Umwelt und Nachhaltigkeit achten, gibt es immer mehr. Man muss halt mal etwas über den Tellerrand schauen. Das mag eventuell bei der Umstellung etwas aufwendiger sein aber mit der Zeit spielt sich alles ein.
     
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  4. Sistah

    Sistah New Member

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    Beiträge:
    9
    hey, Danke für eure Ausführungen!

    @Paul Roland V. Du hast es wirklich gut auf den Punkt gebracht, wie man so im Alltag vorgehen kann. Zero Waste Produkte gibt es ja schon eine Weile und es ist fast eine Hipster Bewegung geworden, mit diesem Trend. Allerdings hat die Großindustrie nach wie vor nicht richtig Änderungen implementiert, denn das mit dem Verpackungsmüll ist seit einem halben Jahruhundert ein bekanntes Problem. Weltweit. Die Lebensmittelverschwendung ist wirklich das nächste Problem. Wären wir noch Selbstversorger, gäbe es sicher mehr Achtsamkeit auf dem Gebiet. Ich selber bin immer wieder mit Leuten von Food Sharing unterwegs. Die erzählen was da so anfällt und meist ist es Gebäck das weggeworfen wird. Aber auch Fleisch, was so unfassbar ist, nach allem was die Tiere durchmachen. ... Danke für die Links, das sehe ich mir genauer an! :)

    @EmmyBy toll, dass du einen Betrieb gefunden hast, der so vieles von diesen Aspekten zum Thema Nachhaltigkeit abdeckt! Wie sieht es da beim Lieferdienst aus? Es wurde ja nun auch zum Trend, dass man sich alles schicken lässt. Inwiefern ist die Umstellung aufwändiger, meintest du wegen so mancher technischer Investitionen im Haushalt?
     
  5. FrauHolle

    FrauHolle Well-Known Member

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    1.613
    Ich lebe seit vielen Jahren vegan und ernähr mich hauptsächlich davon, was andere wegschmeissen. Nicht weil ich es muss, sondern weil ich es kann und weil mir diese Verschwendung Übelkeit bereitet. Wenn man vor Feldern mit frischem Gemüse steht, das gerade geerntet wurde und wieder aufs Feld geschmissen, weils gar ned gebraucht wird und andererseits Menschen hungern müssen, kann einem schon mal schlecht werden. Ich bevorrate, Vorrat is best Rat! lol, alles im Sommer. Ansonsten ernähr ich mich saisonal und regional. Ich fahre nur mit dem Auto, wenn Wocheneinkauf ist, mache meine Hygieneartikel selbst und den Rest, den man so "braucht", kaufe ich eigentlich zu 90% Second Hand, oder tausche.
     
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  6. ewaldt

    ewaldt Well-Known Member

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    Hallo, junge Studentin habe die Vorstellung gelesen. Beschäftige mich sehr mit Konsumverhalten in der westlichen Welt und war viele Jahre bei Food Sharing aktiv als alter Mann. Jedoch wie kann das Konsumverhalten des Einzelnen den Lebensmittelüberschuss in der Gesellschaft beeinflussen? Ich kann mein Konsumverhalten auf das Wesentliche für das Leben reduzieren, es fördert mein Wohlbefinden aber wie kann das den Kapitalismus mit Wachstum und Profit verändern?
     
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  7. Paul Roland V.

    Paul Roland V. Active Member

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    22. Mai 2021
    Beiträge:
    134
    Ich darf einmal " der junge Studentin" vorgreifen... In einem kapitalistischen Wirtschaftssystem basiert Wachstum, meines Wissens nach
    auf Angebot und Nachfrage! Wenn also genügend Konsumenten (wir die Verbraucher) die Nachfrage reduzieren oder je nach Produkt und
    Dienstleistung komplett verweigern, hat dass unmittelbare Folgen was das Wachstum und den Profit angeht! Auch Lebensmittelüberschuss
    reguliert sich einzig und allein, auch wenn dass viele nicht wahrhaben wollen, durch die Nachfrage! Was die Vorratshaltung und ihre
    schlimmen Auswüchse seit Jahren angeht, hier noch einmal, bei Interesse ein Link: https://www.lokalkompass.de/gelsenk...ernen-gesellschaftssystemen-weltweit_a1309605
     
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  8. FrauHolle

    FrauHolle Well-Known Member

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    21. Juli 2017
    Beiträge:
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    Ich bin zwar keine "junge Studentin", aber würde auch gern darauf antworten :)
    Indem man bewusst mit dem was man hat umgeht und nicht verschwendet und irgendwann, wenn der Absatz zurückgeht, werden die Subventionen nicht mehr tragbar sein, um das Defizit auszugleichen. Das bedeutet Rückgang der Ackerflächen, höhere Preise für die Bauern, weniger Dünge- und Spritzmittel u.s.w. sprich weniger Ressoucen vom Samenkorn, bis zum Teller des Verbrauchers. Denn am Ende profitieren nur die Handelsketten von den Subventionen und der Bauer bekommt 35 cent für die Tonne Zwiebel, von denen er 50 Tonnen anbauen muss, damit er 30 Tonnen verkaufen kann. Vom Leid der anderen Tiere und der unendlichen Zerstörung unserer Lebensgrundlage, will ich gar nicht sprechen... Lebensmittel haben keinen Wert mehr in unserer Gesellschaft und dann liegt es an jedem Einzelnen, seine Einstellung dazu zu ändern und dem Leben wieder einen Wert zu geben und zwar jedem Leben. Und je mehr Menschen das tun umso schneller wird sich etwas ändern, denn irgenwann wird der Schneeball zur Lawine und dann ist er nicht mehr aufzuhalten.
     
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  9. EmmyBy

    EmmyBy Active Member

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    Wien
    Ich denke viele Menschen tun sich etwas schwer mit Veränderungen. Da machen einige Menschen immer dasselbe, nur weil es bisher so war. Eine Veränderung würde dann zwar kurzfristig etwas Arbeit verlangen, bringt aber auf lange Sicht auch viel mehr. Mit Arbeit meine ich dann eben, dass man sich etwas informiert, einlest und auch den Mut für Veränderungen hat. Meine Smarte Heizung hat mir viel abverlangt, jetzt läuft sie aber von alleine und passt sich dank AI an mich an. Ich zahle viel weniger und verbrauche auch weniger Energie.
    Mein Lieferdienst fährt alles mit Elektroautos aus. Strom für die E-Autos wird auch direkt auf den Dächern des Adamah Biohof erzeugt. Die kommen dann einmal in der Woche, nehmen meine Kiste und die Glasbehälter wieder mit und ich bekomm dafür die neue, gefüllte Kiste.

    Paul Roland V. und FrauHolle haben da ja schon einige gute Aspekte eingebracht.
    Ich sehe lediglich den Einfluss der Konsumenten als etwas geringer an, Veränderung muss da meiner Meinung anch viel mehr von den Unternehmen kommen. Jetzt redet man den Konsumenten ja auch schon ein was sie "brauchen" und haben wollen. Das geht auch mit Sachen, die nachhaltiger produziert sind und schonender für die Umwelt sind. Bringt ja auch dem Unternehmen etwas wenn man damit werben kann. Es muss halt auch etwas dahinterstecken sonst ist es reines green- oder blue-washing.
     
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  10. Sistah

    Sistah New Member

    Registriert seit:
    26. Mai 2021
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    9
    Hi, Danke euch allen für diesen spannenden Diskurs!

    Ehrlich gesagt bin ich ein bissl überfordert, was Lösungen anbelangt. Ich dachte auch immer dass der Konsument die Macht hat, allerdings wird diese in größerem Stil eben nicht ergriffen. Vereinzelt gibt es so tolle Initiativen und engagierte Menschen wie dich @FrauHolle ... es wurden auch Filme wie "Unser täglich Brot" und "Let´s make Money" gemacht ... hat es die Wirtschaft verändert?

    So sehr ich das auch. Da liegt tatsächlich eine große Verantwortung bei den einzelnen Unternehmen.

    Ich habe leider keine Lösung parat @ewaldt außer, dass man im Alltag Betriebe und Initiativen unterstützt, die der eigenen Ethik weitgehend entsprechen.
    Ein Modell wäre, dass wir zum Prosumer also produzierenden Konsumenten werden. Wie du sagst mit Solarpanele usw. die wir am Autodach mitführen ... Ob das in kleinem Rahmen funktioniert, weiß ich nicht.
    Dafür muss man allerdings insgesamt ein erhöhtes Level an Bewusstsein etablieren und das würde wiederum bedeuten : raus aus der Bequemlichkeitszone. Allerdings bin ich am Zweifeln, dass AI die Lösung ist. Die Strahlung (Elektrosmog) der Smartmeter soll heftig sein ...
     

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