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Freiheit der Wissenschaft?

Burkart

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Tja, man muss ja zum Glück auch nicht wissenschaftlich an einer Institution arbeiten, kann es auch als Hobby betrachten.
Damals nach dem Diplom hätte ich womöglich auch an der Uni arbeiten wollen (erstmal gen Doktortitel), aber das hatte sich bei meinen eigenen Ideen und mangelhaften, positiven Kontakten eben nicht ergeben.
So sehe ich die Entwicklung von Ideen zu einer starken Künstlichen Intelligenz als mein Hobby an, bin gerade am Anfang eines neuen Programmes, mit dem ich zeigen will, dass es recht allgemein (weil einfach nur "zielorientiert") "denken" kann und nicht nur für eine einzelne Aufgabe, wozu Programme gerne verschrien sind.
 
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Muzmuz

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Fakt ist, dass ich von wissenschaftlicher Arbeit wie sie an Universitäten gelehrt wird bedient bin, denn der individuelle Mensch spielt da genauso wenig eine Rolle wie in der Wirtschaft auch, es geht um die Sache und die heißt recht haben oder Geld verdienen.
Der individuelle Mensch darf in der Wissenschaft keine Rolle spielen, denn es geht in der Wissenschaft um Objektivität. Wissenschaftliche Aussagen müssen für jeden gelten und müssen im Prinzip für jeden nachprüfbar sein - egal um wen es sich handelt. Wenn 3 Schafe in einem Stall sind, dann ist diese Tatsache für JEDEN wahr, egal ob man ein Herr Meier, eine Frau Özdemir oder ein Dackel ist. Wie sehr sich Herr Meier, Frau Özdemir oder dem Dackel dessen bewusst sind, sind dabei nicht wichtig - der Sachverhalt, dass 3 Schafe im Stall sind, ist davon unabhängig.
Was du mit "recht haben oder Geld verdienen" meinst weiß ich nicht.

Dieses sich der Sache unterwerfen mag für viele Menschen der Kariere wegen ein richtiger Weg sein, meine Forschung basiert auf anderen Werten. Der für mich zuständige Professor an der Universität ist zwei Jahre älter als ich, da kann man nicht besonders von geistig voraus sprechen, es geht einfach um konservative Prinzipen die an einer staatlichen Universität beibehalten werden und da passt selber denken wollen und vor allem so wie ich mit jahrelanger psychologischer Erfahrung nicht hinein.
Wenn du das "geistig voraus" auf Grund eines geringen Altersvorsprung ausschließt, dann ist das doch geradezu ein Indiz für das Gegenteil, oder nicht ? "Selber denken wollen" ist Voraussetzung in der Wissenschaft. Aber, die Befolgung der wissenschaftlichen Prinzipien ist in der Wissenschaft ein Gebot. Selbständiges Abrücken davon scheidet dich aus der Wissenschaft aus.
Wenn ich den Professor tiefenpsychologisch analysiere bleibt von seiner Ruhm- und Machtvollen Erscheinung nicht viel übrig, er wird zum Mensch mit Fehlern und Schwächen, genau wie ich auch, aber wer will das schon.
Steht dir frei, aber hast du die Kompetenz für eine fundierte tiefenpsychologische Analyse ?
So hat er mir anhand von Fachlektüre das Selbstdenken untersagt, ich habe das Handtuch geschmissen und alle sind zufrieden.
Tja, wenn du "Selbstdenken" als Leugnung von wissenschaftlich anerkannten Erkenntnissen siehst, dann ist deine Basis etwas dünn. Du darfst und sollst natürlich zweifeln, aber musst dies auch nachvollziehbar begründen. Simple Querulanz wird nicht gouttiert.
Ich habe gelernt, wissenschaftlich heißt menschenfeindlich. Wer wissenschaftlich arbeitet unterdrückt alle menschlichen Regungen und da gibt es viele denen das gut gefällt.
Sie ist nicht menschenfeindlich. Sie ist ein Werkzeug und somit weder menschenfreundlich noch -feindlich. Sie kann, wie jedes Werkzeug menschenfreundlich oder -feindlich einigesetzt werden, macht sie aber selbst nicht dazu. Menschliche Regungen dürfen die Objektivität nicht behindern. Genau das ist der Fehler der Wissenschaftsfeinde. Was sie nicht wahr haben wollen, darf nicht wahr sein, daher leugnen sie unangenehme Fakten. Und genau das, lehrt uns die Geschichte, führte zu den schlimmsten Gräueln.
Besonders ist auch die Justiz dafür bekannt, mit vorgegebenen Gesetzen und Paragrafen, menschliche Regungen zu ignorieren und ruft zur Sachlichkeit auf. Wenn man seinen geliebten Partner im Affekt erschlagen hat und selbe nicht weiß wie man nur konnte, soll man sachlich bleiben und ohne emotionale Regung den Tathergang schildern damit der Richter einen Anhaltspunkt bekommt wie er urteilen soll. Darauf folgt logischerweise kaltblütiger Mord. Selber denken und selber Gefühle entwickelt ist bei staatlichen Institutionen so eine Sache, denn meistens ist vorgegeben wie sich der Mensch verhalten soll. Viele mögen das, sie brauchen sich selber keine Gedanken machen, sie empfinden was angesagt ist.
Das ist unrichtig, und du weißt anscheinend nicht viel vom Richteramt oder auch von den Gesetzen.
Klar, das Gesetz an sich ist "in Stein gemeißelt" und "unerbittlich", aber sowohl der Richter, der sich bei seinem Urteil an das Gesetz halten muss -aber in der Regel einen Spielraum dabei hat- sowie auch die Gesetzgeber sind Menschen, die ihren Willen, ihre Ansichten und ihre Überlegungen in den Gesetzestexten festgemacht hatten.


Irgendwie erscheint mir dein Post als eine Abrechnung mit der Wissenschaft und der Justiz weil du offensichtlich unzufrieden damit bist, wie sie funktionieren.
 

ewaldt

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Der individuelle Mensch darf in der Wissenschaft keine Rolle spielen, denn es geht in der Wissenschaft um Objektivität. Wissenschaftliche Aussagen müssen für jeden gelten und müssen im Prinzip für jeden nachprüfbar sein - egal um wen es sich handelt. Wenn 3 Schafe in einem Stall sind, dann ist diese Tatsache für JEDEN wahr, egal ob man ein Herr Meier, eine Frau Özdemir oder ein Dackel ist. Wie sehr sich Herr Meier, Frau Özdemir oder dem Dackel dessen bewusst sind, sind dabei nicht wichtig - der Sachverhalt, dass 3 Schafe im Stall sind, ist davon unabhängig.
Das ist mein Problem, wenn einer vier Schafe wahrnimmt, einer nur zwei und ein anderer gar keins, dann frage ich mich was mit der Wahrnehmung der Menschen los ist und behaupte nicht, die wissenschaftliche Statistik legt drei Schafe fest, ich habe recht und ihr seit alle doof. Die objektive Wissenschaft sagt nichts über menschliche Gefühle und Wahrnehmungen aus, aber genau um die geht es mir. Ich bin Humanist, ich will wissen was mit dem Mensch los ist und nicht objektive wissenschaftliche Fakten wiederholen bis zum Abwinken. Deshalb betreibe ich eine Philosophie, die sich an den Variablen des menschlichen Organismus orientiert und der objektive wissenschaftliche Fakt nur eine Orientierung ist, aber keine erschöpfende Tatsache und ein recht haben schon gar nicht. Behauptet jemand eins und eins ist drei ist das philosophisch interessant warum er das tut völlig unabhängig vom objektiven wissenschaftlichen Fakt. Wer in die Welt schaut, wird feststellen, dass das häufig vorkommt, Behauptungen, die keiner wissenschaftlichen Beweisführung standhalten, aber sie werden geglaubt und beeinflussen enorm das menschliche Dasein. Deshalb werde ich mich nicht dem Diktat der wissenschaftlichen Objektivität an der Universität beugen, sie hat mit der menschlichen Tatsache nicht viel zu tun. Die wissenschaftliche Tatsache von drei Schafen im Stall ist schön und gut, aber was nutzt es dem Menschen, wenn sich rausstellt, jeder Mensch nimmt etwas anderes wahr, ganz subjektiv, dann ist damit ein Umgang notwendig. Ich bin Wissenschaftler, ich habe recht, verpufft.
 

Muzmuz

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Das ist mein Problem, wenn einer vier Schafe wahrnimmt, einer nur zwei und ein anderer gar keins, dann frage ich mich was mit der Wahrnehmung der Menschen los ist und behaupte nicht, die wissenschaftliche Statistik legt drei Schafe fest, ich habe recht und ihr seit alle doof. Die objektive Wissenschaft sagt nichts über menschliche Gefühle und Wahrnehmungen aus, aber genau um die geht es mir. Ich bin Humanist, ich will wissen was mit dem Mensch los ist und nicht objektive wissenschaftliche Fakten wiederholen bis zum Abwinken. Deshalb betreibe ich eine Philosophie, die sich an den Variablen des menschlichen Organismus orientiert und der objektive wissenschaftliche Fakt nur eine Orientierung ist, aber keine erschöpfende Tatsache und ein recht haben schon gar nicht. Behauptet jemand eins und eins ist drei ist das philosophisch interessant warum er das tut völlig unabhängig vom objektiven wissenschaftlichen Fakt. Wer in die Welt schaut, wird feststellen, dass das häufig vorkommt, Behauptungen, die keiner wissenschaftlichen Beweisführung standhalten, aber sie werden geglaubt und beeinflussen enorm das menschliche Dasein. Deshalb werde ich mich nicht dem Diktat der wissenschaftlichen Objektivität an der Universität beugen, sie hat mit der menschlichen Tatsache nicht viel zu tun. Die wissenschaftliche Tatsache von drei Schafen im Stall ist schön und gut, aber was nutzt es dem Menschen, wenn sich rausstellt, jeder Mensch nimmt etwas anderes wahr, ganz subjektiv, dann ist damit ein Umgang notwendig. Ich bin Wissenschaftler, ich habe recht, verpufft.
Wenn einer vier Schafe wahrnimmt und 1000 Menschen 3, dann kann man diese Diskrepanz einer wissenschaftlichen Untersuchung unterziehen.
Voraussetzung dafür ist, dass es eine objektive Wahrheit gibt. Also entweder es sind objektiv 3 oder 4 Schafe im Raum, und entweder die 1000 Menschen oder der eine, der 4 Schafe wahrnimmt, irrt sich.
Lassen sich keinelei Irrtümer plausibel erklären, sind beiderlei Aussagen (3 bzw 4 Schafe) zulässig.
Ist so wie beim offensichtlichen Widerspruch im Welle-Teilchen-Dualismus.

Die Wissenschaft sagt durchaus etwas über menschliche Gefühle und Wahrnehmungen aus, aber eben auf wissenschaftlicher Basis und nicht auf humanistischer.
 

ewaldt

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Ich lasse es, wer an die objektive Wahrheit glaubt, soll selig werden, aber ohne mich. Ich bleibe Humanist und da ist die Wahrheit individuell, die Wissenschaft kann mich kreuzweise.
 

Occham

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Wissenschaft ist nicht "frei", in der Wissenschaft reiht man sich hinter aktuellen Erkenntnissen ein und vertritt diese, mit Freiheit hat das wenig zu tun :)
 

Bernies Sage

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Wissenschaft ist nicht "frei",
Das ist definitiv kein Manko, denn Wissenschaft hat - wie der Mensch auch - in einem erlaubten Rahmen diszipliniert zu sein.
in der Wissenschaft reiht man sich hinter aktuellen Erkenntnissen ein und vertritt diese, mit Freiheit hat das wenig zu tun :)
Wer sich hinter >> aktuelle Erkenntnisse einreiht >> ist oft nur zu feige oder zu ängstlich, sich selbst schützend vor die aktuellen Erkenntnisse zu stellen und Widerstandskräfte zur Stärkung von Immunität als positiv - und damit auch frei zu begrüßen erlauben.....

Bernies Sage (Bernhard Layer)
 
Zuletzt bearbeitet:

Occham

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Das ist definitiv kein Manko, denn Wissenschaft hat - wie der Mensch auch - in einem erlaubten Rahmen diszipliniert zu sein.
Naja, der Mensch selbst hat nicht diszipliniert zu sein, aber der Wissenschaftler, da es um Erkenntnisse geht, an die sich die ganze Gesellschaft hält... blöd nur wenn neue Erkenntnisse kommen, die die alten Erkenntnisse als falsch darstellen. Meine Kritik diesbezüglich wäre, sich zuerst an die einfachen Erkenntnisse zu richten und diese Ausbauen, anstatt sich den komplizierten Erkenntnissen zuwenden und diese versuchen in ein Modell zu packen.

Das ist wie sudoku-artiges puzzeln, da fängt man einfach an und irgendwann wird es schon kompliziert, wenn die Zusammenhänge dann auch Sinn ergeben... unmöglich machbar, wenn man "kompliziert" anfängt.

Wer sich hinter >> aktuelle Erkenntnisse einreiht >> ist oft nur zu feige oder zu ängstlich, sich selbst schützend vor die aktuellen Erkenntnisse zu stellen und Widerstandskräfte zur Stärkung von Immunität als positiv - und damit auch frei zu begrüßen erlauben.....

Bernies Sage (Bernhard Layer)
auf jedenfall vertritt man als Wissenschaftler eine ganze Reihe an Erkenntnissen
 
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Burkart

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blöd nur wenn neue Erkenntnisse kommen, die die alten Erkenntnisse als falsch darstellen. Meine Kritik diesbezüglich wäre, sich zuerst an die einfachen Erkenntnisse zu richten und diese Ausbauen, anstatt sich den komplizierten Erkenntnissen zuwenden und diese versuchen in ein Modell zu packen.

Das ist wie sudoku-artiges puzzeln, da fängt man einfach an und irgendwann wird es schon kompliziert, wenn die Zusammenhänge dann auch Sinn ergeben... unmöglich machbar, wenn man "kompliziert" anfängt.
Ich denke, wir sollten die Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse und den jahrtausende langen Fortschritt der Wissenschaft unterscheiden.
Zu ersterer hast du recht, hier sollte man einfach anfangen und darauf aufbauen, wie z.B. an Schulen und Universitäten.
Letztere dagegen hat ja die "einfachen" Erkenntnisse schon gemacht, sonst wären sie ja nicht als "einfach" anzusehen, während die Erkenntnisse durch immer mehr ausgebaut werden.
Die Wissenschaft wird auch selten "die alten Erkenntnisse als falsch" darstellen, sondern oft nur als verfeinert, z.B. Newtons Gravitation durch Einstein, immer mehr kleinere Elementarteilchen, die auf größeren Teilchen beruhen u.ä. Das "falsch" mag allerdings manchmal so wirken, wenn man es entsprechend benennt, und/oder auch die z.B. 95% gleichgebliebenen Erkenntnisse au dem Gedankenfokus verdrängt gegenüber die neuen 5% und aus letzteren eine neue Theorie erbaut und hervorhebt.
Oder hast du ein Beispiel für "alte Erkenntnisse als falsch dargestellt", an dem man dies mal diskitieren kann?
 
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