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Freiheit der Wissenschaft?

weltendenkerin

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1. November 2021
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Hallo,

Neuerdings stelle ich mir immer öfters die Frage, wie frei und unabhängig unsere Wissenschaft - vor allem an den Universitäten - wirklich ist. Natürlich dürfen sich die Professoren, soweit ich das als Studentin der Rechtswissenschaften beurteilen kann, ihr Forschungsgebiet selbst aussuchen. Aber sind sie wirklich frei in ihren Meinungen, die sie dann vertreten? Unsere Universitäten sind doch staatlich finanziert (mit Ausnahme der Privatuniversitäten). Inwiefern hat da der Staat ein Wörtchen mitzureden, was noch vertreten werden kann und was nicht?

Außerdem habe ich auch das Gefühl, dass man zumeist ein guter Student ist, wenn man die Meinung des Professors bei der Klausur oder der mündlichen Prüfung wiedergibt. Das ist sehr schade! Dieses kreative und selbstständige Denken wird dadurch nicht gerade gefördert. Ich habe vor meinem jetzigen Studium noch das BA-Studium Katholische Religionspädagogik studiert, habe aber dann aufgrund einiger unschöner Erfahrungen beschlossen, doch nicht in diesem Bereich arbeiten zu wollen und mich dann umorientiert. Dort gab es zwar mehr Seminare, aber so wirklich das Gefühl des selbstständigen Denkens hatte ich da auch nicht (wobei die Frage natürlich auch ist, ob das in der Kirche immer so gewünscht ist).

Mich würde auch interessieren, inwiefern sich das durch die Bologna-Reform verändert hat bzw was davor anders war. Ich kenne nur das Bologna-System und möchte nun bewusst auch die älteren Leute unter den Forumsmitgliedern ansprechen, die selbst, als sie jünger waren, studiert haben und dieses Unisystem vor Bologna eben noch kennen. Wie war eure Studienzeit? Was war damals eurer Meinung nach besser und was war weniger gut? Waren die Gespräche damals anregender? War die wissenschaftliche Qualität besser?

Ich freue mich auf eure Antworten.

Eure
weltendenkerin
 
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ewaldt

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Ich bin ein älteres Forum-Mitglied, gibt es überhaupt junge, kann Deine Skepsis teilen, denn ich habe sie auch erlebt und das ist noch nicht so lange her. Erst im reifen Alter habe ich mich entschlossen Philosophie an der Universität zu studieren, das ging auch alles gut, wählte die praktische Philosophie, wobei es dort auch nur um theoretische Erkenntnisse geht, aber es war spannend und interessant. Es kam zur Abschlussarbeit, mehrere Themen zur Auswahl, aufgrund von Corona sollte es eine Hausarbeit werden. Es sollte zum erwählten Thema ein Exposé angefertigt werden und dem Professor vorgelegt, der dann zur Arbeit freigibt. Dem Professor gefiel mein Literaturverzeichnis nicht, wie sich herausstellte, sollte ich ganz bestimmte Fachbücher verwenden und aus diesen zitieren. Ich wollte meine eigenen Gedanken zu Thema entwickeln und nicht aus Büchern abschreiben, das lehnte der Professor ab, es gab einen großen Konflikt, aber es half nichts, die Ansicht des Professors gilt, auch für die Rektorin der Uni und so bleib mir nichts anderes über, als für die Abschlussarbeit abzuschreiben, mit Zitat verweisen oder das ganze sein zu lassen. Nun habe ich ein Universitätsphilosophiestudium ohne Abschluss. Es kann nicht sein, dass ich mir in meinem Leben von einem Professor, das selber denken verbieten lasse, um Form und Tradition einer staatlichen Hochschule zu wahren. Da ist mir mein Leben und mein Denken wichtiger als diesen staatlichen Gepflogenheiten zu gehorchen und so bin ich frei, kann denken was ich möchte und muss nicht dem Geist eines staatlichen Professors gehorchen. Ich habe mich dann umgehört und gesagt bekommen, dass es in der staatlichen Wissenschaft und Universität absolut üblich ist, dass bei zu verfassenden wissenschaftlichen Arbeiten ausschließlich abgeschrieben wird. Das ist der stillschweigende Konsens in der Geisteswissenschaft, da kann man nichts machen, die konservativen Kräfte haben die Zügel fest in der Hand. Dass ein Denker aus der Reihe tanzt und ganz neue Ideen entwickelt über das menschliche Zusammenleben, ist somit, zumindest in der Wissenschaft, weitestgehend ausgeschlossen. Das ist eine sehr interessante Erfahrung und bietet viele Einsichten in Gesellschaft und Politik, mich persönlich tangiert es nicht so sehr, denn ich brauche kein abgeschlossenes Studium, um mein Leben zu absolvieren und umstürzlerische Gedanken habe ich auch nicht. Ich hätte mir nur gerne meine eigenen Gedanken zum philosophischen Thema gemacht, es hätte mir mehr Freude bereitet als einfach nur Zitate von Ahnen abzuschreiben.
 

Burkart

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Gegen Ende der 80er Jahre konnte ich mir viel Zeit mit dem (Diplom-)Studium lassen, hatte gar keine Klausuren, wenige Scheine, sonst nur eine mündliche Prüfungen + Studien- und Diplomarbeit (Uni Hamburg, Informatik).
Die heutigen Bachelor- und Master-Studiengänge sind zeitlich viel enger gefasst, man hat keine Zeit auch links und rechts zu schauen oder parallel viel zu arbeiten. Auch sind sie mehr durch Drittmittel finanziert und selbst wenn nicht, scheint mir vor allem die Main-Stream-Forschung vor allem weiter zu laufen, Randbereiche mit anderem Denken haben es schwer. Selbst bei mir war schon mein spezielles Thema (Schach und KI) nicht besonders beliebt beim Prof mit anderen Ideen, wurde aber immerhin anerkannt.
 

weltendenkerin

Well-Known Member
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1. November 2021
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Ich bin ein älteres Forum-Mitglied, gibt es überhaupt junge, kann Deine Skepsis teilen, denn ich habe sie auch erlebt und das ist noch nicht so lange her. Erst im reifen Alter habe ich mich entschlossen Philosophie an der Universität zu studieren, das ging auch alles gut, wählte die praktische Philosophie, wobei es dort auch nur um theoretische Erkenntnisse geht, aber es war spannend und interessant. Es kam zur Abschlussarbeit, mehrere Themen zur Auswahl, aufgrund von Corona sollte es eine Hausarbeit werden. Es sollte zum erwählten Thema ein Exposé angefertigt werden und dem Professor vorgelegt, der dann zur Arbeit freigibt. Dem Professor gefiel mein Literaturverzeichnis nicht, wie sich herausstellte, sollte ich ganz bestimmte Fachbücher verwenden und aus diesen zitieren. Ich wollte meine eigenen Gedanken zu Thema entwickeln und nicht aus Büchern abschreiben, das lehnte der Professor ab, es gab einen großen Konflikt, aber es half nichts, die Ansicht des Professors gilt, auch für die Rektorin der Uni und so bleib mir nichts anderes über, als für die Abschlussarbeit abzuschreiben, mit Zitat verweisen oder das ganze sein zu lassen. Nun habe ich ein Universitätsphilosophiestudium ohne Abschluss. Es kann nicht sein, dass ich mir in meinem Leben von einem Professor, das selber denken verbieten lasse, um Form und Tradition einer staatlichen Hochschule zu wahren. Da ist mir mein Leben und mein Denken wichtiger als diesen staatlichen Gepflogenheiten zu gehorchen und so bin ich frei, kann denken was ich möchte und muss nicht dem Geist eines staatlichen Professors gehorchen. Ich habe mich dann umgehört und gesagt bekommen, dass es in der staatlichen Wissenschaft und Universität absolut üblich ist, dass bei zu verfassenden wissenschaftlichen Arbeiten ausschließlich abgeschrieben wird. Das ist der stillschweigende Konsens in der Geisteswissenschaft, da kann man nichts machen, die konservativen Kräfte haben die Zügel fest in der Hand. Dass ein Denker aus der Reihe tanzt und ganz neue Ideen entwickelt über das menschliche Zusammenleben, ist somit, zumindest in der Wissenschaft, weitestgehend ausgeschlossen. Das ist eine sehr interessante Erfahrung und bietet viele Einsichten in Gesellschaft und Politik, mich persönlich tangiert es nicht so sehr, denn ich brauche kein abgeschlossenes Studium, um mein Leben zu absolvieren und umstürzlerische Gedanken habe ich auch nicht. Ich hätte mir nur gerne meine eigenen Gedanken zum philosophischen Thema gemacht, es hätte mir mehr Freude bereitet als einfach nur Zitate von Ahnen abzuschreiben.

Das ist eine sehr interessante und lehrreiche Geschichte, ewaldt!

Das lädt zum Nachdenken ein, wenn dieser Professor deine freien Gedanken nicht zuließ und bestimmte Bücher verlangte.

Na ja, das Wissen bleibt dir auch ohne Abschluss!
 

Muzmuz

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Die Freiheit in der Wissenschaft beschränkt sich auf die Fragen, die gestellt werden dürfen, nicht auf die Antworten.
Die Wissenschaftliche Antwort beschreibt, was Sache ist, die gibt nicht vor, was Sache ist.
Das heißt, das Objekt bestimmt, wie die Antwort lautet, und nicht der Wissenschafter.

Und klar, der Professor hat einen tieferen Einblick in sein Sachgebiet als der Student, und in der Regel kommt ein
Professor zu seiner Ansicht nicht durch persönliche Willkür oder Vorlieben, sondern durch wissenschaftliche Erkenntnis.
Und, da hat der Student in der Regel einen schweren Stand wenn er glaubt, es wäre eigentlich ganz anders.
Aber, ein redlicher Professor nimmt plausible Einwände natürlich auf und behandelt sie auch dementsprechend.
Denn, nebst wissenschaftlicher Redlichkeit würde er sich auch selbst schaden, wenn er den Studenten, obwohl mit
berechtigten Einwänden abwimmelt, und der Student geht dann zum nächsten Professor, der ihm zuhört. Dann
hätte sich nämlich der abwimmelnde Professor nicht nur gegenüber dem Studenten, sondern auch beim anderen
Professor und somit in der wissenschaftlichen Gemeinschaft blamiert, und so etwas hat in der wissenschaftlichen
Community immer gravierende Folgen.

Also, wenn denn Neugier und Ideenreichtum und somit auch eine gewisses Maß an Kreativität in der Wissenschaft
nötig ist, ist doch eher das analytische und nicht das kreative Denken der Kern der Wissenschaft. Wes Lebensziel
das Ausleben seiner Kreativität ist, ist in der Kunst wohl besser aufgehoben als in der Wissenschaft.

Auch wenn die ideale Wissenschaft in ihren Fragen völlig frei und ein reiner Selbstzweck ist, hat die reale Wissenschaft
hingegen einen externen Zweck zu erfüllen. Ist auch verständlich. Wissenschaft kostet etwas, und wer diese Kosten
trägt, will natürlich etwas von Wert dafür bekommen. Insofern ist die Chance für alle denkbaren Fragen wissenschaftlich
beackert zu werden nicht gleich groß. Das ist wissenschaftlich durchaus redlich. Unredlich aber wäre, wissenschaftliche
Antworten vorzugeben oder aber unangenehme Antworten unterdrücken zu wollen oder gar Fragen aus Angst vor
unangenehmen Antworten zu verbieten.
Wohlgemerkt, wissenschaftlich unredlich. Die Ethik allerdings hätte bei einigen Fragen tatsächlich ein Problem, auf
Grund möglicher absehbarer Folgen.
 

weltendenkerin

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Die Freiheit in der Wissenschaft beschränkt sich auf die Fragen, die gestellt werden dürfen, nicht auf die Antworten.
Die Wissenschaftliche Antwort beschreibt, was Sache ist, die gibt nicht vor, was Sache ist.
Das heißt, das Objekt bestimmt, wie die Antwort lautet, und nicht der Wissenschafter.

Das würde stimmen, wenn du nur auf die Naturwissenschaften siehst, in denen nach einem festgelegten Schema verfahren wird. Bei den Geisteswissenschaften sieht das schon etwas anders aus. Auch in meinem Studiumfach - den Rechtswissenschaften - sieht das anders aus. Es gibt da auf eine Frage mehrere mögliche Antworten. Die Basis in den Rechtswissenschaften bilden immer Gesetz, Literatur und Judikatur. Es gibt auch mehrere Arten, ein Gesetz auszulegen. Und trotzdem können die Antworten sehr unterschiedlich ausfallen.

Ein Beispiel, auf das ich im Zuge der Recherche für meine Diplomarbeit gestoßen bin: Die Frage nach der Rechtsnatur der Anstaltsordnung im Allgemeinen wird sehr unterschiedlich beantwortet. Die einen sagen, dass sie eine Verordnung und somit öffentlich-rechtlicher Natur ist, für die anderen ist sie zivilrechtlicher Natur. Der VwGH hat das Problem noch nicht gelöst. Es gibt Argumente auf beiden Seiten. Das Problem an der Anstaltsordnung ist eben, dass darunter sehr viele unterschiedliche Regelungen fallen: organisationsrechtliche, dienstrechtliche und solche, die das Verhalten der Patienten und der Besucher betreffen. Zudem ist auch zu bedenken, dass sie durch die Landesregierung genehmigt werden muss.

Genauso ist es vor Gericht so, dass selbst bei einem gleichen Fall mit einem jeweils anderen Richter jeder Richter den Fall etwas anders bewerten würde - und sei es auch nur die Strafhöhe oder den Schadenersatz.

Ähnlich ist es in anderen Geisteswissenschaften wie in der Theologie oder in der Philosophie. Ich habe auch festgestellt, dass selbst die Politikwissenschaftler, die doch recht viel mit verschiedenen Studien und Daten arbeiten, unterschiedliche Antworten bzw Modelle auf ein- und dieselbe Frage liefern können.
 

Muzmuz

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Das würde stimmen, wenn du nur auf die Naturwissenschaften siehst, in denen nach einem festgelegten Schema verfahren wird. Bei den Geisteswissenschaften sieht das schon etwas anders aus. Auch in meinem Studiumfach - den Rechtswissenschaften - sieht das anders aus. Es gibt da auf eine Frage mehrere mögliche Antworten. Die Basis in den Rechtswissenschaften bilden immer Gesetz, Literatur und Judikatur. Es gibt auch mehrere Arten, ein Gesetz auszulegen. Und trotzdem können die Antworten sehr unterschiedlich ausfallen.

Ein Beispiel, auf das ich im Zuge der Recherche für meine Diplomarbeit gestoßen bin: Die Frage nach der Rechtsnatur der Anstaltsordnung im Allgemeinen wird sehr unterschiedlich beantwortet. Die einen sagen, dass sie eine Verordnung und somit öffentlich-rechtlicher Natur ist, für die anderen ist sie zivilrechtlicher Natur. Der VwGH hat das Problem noch nicht gelöst. Es gibt Argumente auf beiden Seiten. Das Problem an der Anstaltsordnung ist eben, dass darunter sehr viele unterschiedliche Regelungen fallen: organisationsrechtliche, dienstrechtliche und solche, die das Verhalten der Patienten und der Besucher betreffen. Zudem ist auch zu bedenken, dass sie durch die Landesregierung genehmigt werden muss.

Genauso ist es vor Gericht so, dass selbst bei einem gleichen Fall mit einem jeweils anderen Richter jeder Richter den Fall etwas anders bewerten würde - und sei es auch nur die Strafhöhe oder den Schadenersatz.

Ähnlich ist es in anderen Geisteswissenschaften wie in der Theologie oder in der Philosophie. Ich habe auch festgestellt, dass selbst die Politikwissenschaftler, die doch recht viel mit verschiedenen Studien und Daten arbeiten, unterschiedliche Antworten bzw Modelle auf ein- und dieselbe Frage liefern können.
Dem stimme ich teilweise zu, denn bei den "Rechtswissenschaften" oder beispielsweise Geisteswissenschaften unterscheide ich zwischen der Analyse und dem Praktizieren, ähnlich wie ich Musizieren von Musikwissenschaft unterscheide. Der Richter, der im Gesetzbuch nachschlägt, um heraus zu finden, wie im vorliegenden Fall zu entscheiden ist, arbeitet wissenschaftlich. Er analysiert das Gesetzbuch. Ein Richter, der einen Präzedenzfall schafft, tut das mit diesem Akt nicht.
Mag aber sein, dass die Rechtswissenschafter selbst das anders sehen, ich komme aus dem naturwissenschaftlichen Bereich und habe daher eine dadurch geprägte Ansicht. Aber, dass der oberste Gerichtshof seine "Urteile" (Anführungszeichen, da ich nicht weiß ob man jene Erkenntnisse als Urteile definiert sind, bin ja kein Jurist) mitunter als "Erkenntnis" betitelt und nicht als "Definition" zeigt, dass er eher durch Analyse denn durch Kreativität zu seiner Sichtweise kommt.

Also, die Judikatur sehe ich eher als Wissenschaft, denn sie analysiert rechtliche Vorgaben (Gesetze, Verordnungen, etc...) und den vorliegenden Fall und "erkennt", wie zu urteilen ist. Die persönliche Komponente des Richters ist, abgesehen von der generellen "Menschlichkeit" eher ein Störfaktor im juristischen Ideal.
Die Gesetzgebung schafft aber kein Wissen, sondern Fakten. Daher würde ich sie eher als Faktenschaft denn als Wissenschaft bezeichnen ;)

Ähnlich verhält es sich mit Religion versus Religionswissenschaft, Politik und Politikwissenschaft, etc....
In der wissenschaftlichen Betrachtung beobachten man das Objekt von außen, in der Ausübung aber befindet man sich darin.
Also zwei gegensätzliche Standpunkte, die aber natürlicher Weise oft in der selben Person vereint sind.
 
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weltendenkerin

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Jetzt könnten wir darüber diskutieren, ob Richter im angloamerikanischen Raum, also in solchen Gebieten, in denen es das Case Law gibt, weniger wissenschaftlich verfahren. Immerhin erlaubt das Case Law eine freiere Vorgangsweise der Richter bei ihrer Entscheidungsfällung, wie ich meine, und sie haben dadurch mehr Einfluss.
 

Muzmuz

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Jetzt könnten wir darüber diskutieren, ob Richter im angloamerikanischen Raum, also in solchen Gebieten, in denen es das Case Law gibt, weniger wissenschaftlich verfahren. Immerhin erlaubt das Case Law eine freiere Vorgangsweise der Richter bei ihrer Entscheidungsfällung, wie ich meine, und sie haben dadurch mehr Einfluss.
Ja, aber ich meine die Funktion eines Richters an sich ist nicht wissenschaftlich, auch wenn er sich punktuell der Wissenschaft bedient.
Ähnlich wie sich auch die Beweisführung wissenschaftlicher Methoden bedient, aber nicht rein wissenschaftlich arbeitet - weil sie neben
dem wissenschaftlichen Zugang auch rechtliche Vorgaben erfüllen muss, während die "reine" Wissenschaft im Gegensatz zur angewandten weder durch Recht noch durch Ethik beschränkt wird.
So ziemlich alle Berufe bedienen sich der Wissenschaft und beinhalten wissenschaftliche Aspekte. Bei jeder Ausbildung wird schließlich
auch fachspezifisches Wissen weiter gegeben.
 
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ewaldt

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Fakt ist, dass ich von wissenschaftlicher Arbeit wie sie an Universitäten gelehrt wird bedient bin, denn der individuelle Mensch spielt da genauso wenig eine Rolle wie in der Wirtschaft auch, es geht um die Sache und die heißt recht haben oder Geld verdienen. Dieses sich der Sache unterwerfen mag für viele Menschen der Kariere wegen ein richtiger Weg sein, meine Forschung basiert auf anderen Werten. Der für mich zuständige Professor an der Universität ist zwei Jahre älter als ich, da kann man nicht besonders von geistig voraus sprechen, es geht einfach um konservative Prinzipen die an einer staatlichen Universität beibehalten werden und da passt selber denken wollen und vor allem so wie ich mit jahrelanger psychologischer Erfahrung nicht hinein. Wenn ich den Professor tiefenpsychologisch analysiere bleibt von seiner Ruhm- und Machtvollen Erscheinung nicht viel übrig, er wird zum Mensch mit Fehlern und Schwächen, genau wie ich auch, aber wer will das schon. So hat er mir anhand von Fachlektüre das Selbstdenken untersagt, ich habe das Handtuch geschmissen und alle sind zufrieden. Ich habe gelernt, wissenschaftlich heißt menschenfeindlich. Wer wissenschaftlich arbeitet unterdrückt alle menschlichen Regungen und da gibt es viele denen das gut gefällt. Besonders ist auch die Justiz dafür bekannt, mit vorgegebenen Gesetzen und Paragrafen, menschliche Regungen zu ignorieren und ruft zur Sachlichkeit auf. Wenn man seinen geliebten Partner im Affekt erschlagen hat und selbe nicht weiß wie man nur konnte, soll man sachlich bleiben und ohne emotionale Regung den Tathergang schildern damit der Richter einen Anhaltspunkt bekommt wie er urteilen soll. Darauf folgt logischerweise kaltblütiger Mord. Selber denken und selber Gefühle entwickelt ist bei staatlichen Institutionen so eine Sache, denn meistens ist vorgegeben wie sich der Mensch verhalten soll. Viele mögen das, sie brauchen sich selber keine Gedanken machen, sie empfinden was angesagt ist.
 
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