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Benzin bei uns bald doppelt so teuer wie im weltweiten Durchschnitt

ewaldt

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Ein schönes Beispiel, dass es Alternativen zu der per Dienstleistungen Vollversorgung gibt, auf das ein Europäer pocht, weil er ein Recht darauf hat, wozu arbeitet er schließlich.
Wir wissen inzwischen aus vielen Studien, dass dieses gemacht kriegen zwar bequem ist, aber nicht zur Zufriedenheit führt. Selbst aktiv werden ist eine bessere Lösung.
Für Essen selber sorgen ist der größte Sinn im Leben und dazu gehört eben nicht nur Einkaufen und Kochen, sondern wie Havanna zeigt auch Anbauen.
Eine Untermieterin züchtet seit langem Tomaten verschiedener Sorten, Gurken und Kräuter in ihrem Zimmer, sie hat einen grünen Daumen, finde das toll.
Das heißt wir brauchen Engpässe bei der Belieferung der Supermärkte so sehr, dass wir nichts mehr zu beißen haben und so auf die Idee kommen selber anzubauen.
Solange die Dienstleistung funktioniert und die Bequemlichkeit auch wird es keine Veränderung geben, obwohl viele Menschen ein grünes Bewusstsein haben.
Ich habe mal gegoogelt und bin auf Urban Gardening gestoßen, städtisches Gärtnern, das gibt es nicht nur in Berlin, sondern auch in München.
Ich habe eine eigene Website gefunden und es ist von 11 Projekten in der Stadt die Rede, das gibt es also schon, jedoch die Supermärkte sind zum Bersten voll,
auch die Wochenmärkte quellen mit den Angeboten über. Da fehlt die Motivation sich die Mühe zum selber Anbauen zu machen obwohl es die Lebensqualität
verbessern würde und nicht das Schlaraffenland.
 
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Svensgar

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Bisher gab es nie Engpässe. Sie meinen, in höchstens einigen Jahren wird das hier der Fall sein? Es ist so wenig Frisches zu kaufen, daß man wie in letzten Nachkriegszeiten überall gärtnert? Sollen die alle ins Allgäu kommen?
 

Giacomo_S

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Bisher gab es nie Engpässe. Sie meinen, in höchstens einigen Jahren wird das hier der Fall sein? Es ist so wenig Frisches zu kaufen, daß man wie in letzten Nachkriegszeiten überall gärtnert? Sollen die alle ins Allgäu kommen?

Persönlich sehe ich als eine der größten Malaisen unserer Zeit hier bei uns die Fantasielosigkeit. Man muss doch nicht aus allem gleich immer ein Prinzip oder eine Wissenschaft machen, genauso wenig muss man aber alles abschiessen, nur weil es angeblich "nicht lohnt". Denn anderenfalls lohnt sich das Leben selbst auch irgendwann nicht mehr.
Ich kenne hier in der Stadt Leute, die müssen sogar Lebensmittel anbauen. Denn das verlangt der Schrebergartenverein, und anderenfalls verlieren sie ihre Parzelle. Bei manchen ist das dann vllt. nur Alibi, aber immerhin.

Ein Freund von mir hat damals in Berlin auf seinem Balkon Kirschtomaten gesetzt, "dann bleiben die Mücken fern", so sein Argument. Das war dann auch tatsächlich so. K.A., ob mein Kumpel nun den berühmten grünen Daumen hatte oder nicht, aber er hat da nie was anderes gemacht als gegossen und das Kraut ist gewachsen wie im Urwald. Und es hat auch ordentlich Kirschtomaten produziert, im Sommer gab es dann öfter mal einen Kirschtomatensalat, frisch geerntet.
Ich finde das Klasse.
 

ewaldt

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Das Thema selber anbauen und Selbstversorgung hatten wir vor 30 Jahren schon, da war die Apokalypse auch aktuell, jedoch kam es nie dazu, weil es doch alles zu kaufen gibt zu moderaten Preisen. So ein Anbau macht viel Arbeit und man muss zur passenden Zeit das Richtige machen sonst gibt es keinen Ertrag. Heute in meinem Alter könnte ich mir das vorstellen, ich sähe gerne Pflanzen und beobachte wie sie keimen, das gibt ein frisches Lebensgefühl, aber damals waren wir überall auf Partys, dann ausschlafen bis Mittag, da war keine Zeit und Lust für Gartenarbeit. Essen war nur für den Stoffwechsel nötig, aber sonst nicht so wichtig. Meine Einstellung hat sich geändert, heute weiß ich, dass sich die Mühe zur Selbstversorgung lohnt, weniger finanziell, auch nicht, weil Supermarkt oder Wochenmarkt ungenießbar ist, sondern weil die Arbeit etwas für das Leben zu tun außerhalb der Lohnarbeit einen großen Sinn im Dasein stiftet. Damit kann man die vielen Stressfaktoren der globalen Welt kompensieren und ausgleichen, man bleibt offen für alle Belange auf der Erde und denkt mit und um dem Ohnmachtsgefühl zu entgehen, sorgt man selber mit Mühe für das Essen und lässt es nicht vom Dienstleister machen. Ein Schrebergarten mit Verein und ganz strengen Statuten wäre mir nicht das Richtige, da geht es weniger um Anbau nach Naturgesetzen, sondern um Gehorchen der Regeln wegen. Wer solche klaren Vorgaben braucht um Halt zu finden ist richtig, aber mir ginge es beim selber anbauen um kreative Entfaltung meiner eigenen Philosophie. Es gibt anthroposophische Anbaukriterien, es gibt Permakultur usw. alles schon gedachte Methoden von klugen Köpfen, um einen nachhaltigen Anbau zu ermöglichen, ich weiß es nicht, ich habe keine Ahnung. Ich hatte vor über zehn Jahren ein Haus mit viel Garten drumherum, dort ging es mir nicht gut, ich hatte abstruse Ideen, war unrealistisch, ich studierte in dieser Zeit gerade Bildhauerei an der Kunstakademie und so war Haus und Garten ein Raum zur künstlerischen Gestaltung. Damit habe ich mich völlig übernommen, die Nachbarn zeigten mir einen Vogel und was ich im Garten angebaut hatte wurde komplett von den Schnecken weggefressen, es war aus heutiger Sicht ein Reinfall auf ganzer Linie. Habe mich davon distanziert und der Psychologie zugewannt, das war gut, heute kann ich mein Verhalten erklären und das anderer Menschen auch.
Heute könnte ich mir einen neuen Versuch mit selber anbauen vorstellen, der Weg ist das Ziel, Mühe machen allein hat schon einen Sinn, die eigene Philosophie bleibt im Vordergrund aber ich bin heute viel praktischer als damals mit den Flausen als Kunststudent und bereit Gartenbau zu lernen so gut es geht. Ich hätte Unterstützung, denn einige Frauen in meinem Bekanntenkreis betreiben Gärten, warum ich seit Jahren mit Marmelade versorgt bin und sie schmeckt lecker.
Sage bloß noch einer, das Internet taugt nichts, bin hier gerade auf die Idee gekommen mich, um einen Garten in der Stadt zu kümmern und es noch einmal zu versuchen.
 

Bernd

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Da stimme ich dir zu, Ewaldt.
Meine Frau fragt machmal, warum ich dies oder jenes auch noch anbaue, da ich es doch eigentlich kaum esse.
Für mich ist es manchmal einfach nur die Farbe, die Größe und die Form, die mich begeistern, wenn ich sehe, wie soetwas aus einem Samen und Pflänzchen heranwächst. Ein winziges Korn materialisiert sich zu einer dicken, quietschenden Aubergine. Inzwischen weiß ich immerhin, wie man die Dinger mit Ziegenkäse und Zwiebeln essbar machen kann.

Zur Selbstversorgung oder Lustgärtnerei müsste man vielleicht einen Extrafaden eröffnen. Da prallen die Träumereien stark mit den Realitäten aufeinander, viele neue Interessenten kommen in diesen finstren Tagen mit Vorstellungen hinzu... allerdings zögere ich dabei noch, den Ungläubigen Informationen zukommen zu lassen, die ihnen wirklich helfen könnten. Denn so wichtig ist es mir da doch nicht, sie von meinem Impfstoff zu überzeugen. Seit in meinem dementsprechenden Forum die Corona-Bückerei Einzug gehalten hat (März 2020) , habe ich dort meine Erfahrungsberichte eingestellt.
 

Hihahoppla

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Die Schlauen haben in einer Zeit, in der 99,85% von ihnen kein Corona hatte, die Parteien gewählt, die ihnen ihre Freiheit "aufgrund von Corona" ausnahmsweise und nur für kurze Zeit raubten. Sie wählten die, von denen sie wissen, dass sie ihnen nun das, was sie am liebsten haben, nehmen werden...ihre Reisen, ihr Auto und ihren Grill. In Zukunft werden die Schlauen, die Jungen und die Armen Bus fahren, kaum noch aus ihrem Städtchen raus kommen, Zoomkonferenzen mit Rentieren
Bernd ist SPitze eine ZOOMKONFERENZ mit REntieren ist sicher Unterhaltsamer als eine Echte reise weil wenn ich im Urlaub bin werde ich viele TurmhoheBäume u nd nur mit Großem GLUCKSe ein kaurzes Bild von etwas erhachen das ein Reniter sein Könnte. Aber ich einer Zoomkonferenz kann ich mit dem Renitier auf einer anderen EBende der Überdimension einer Internetverbindung Kontakt herstellen und VErstehen wie ein Wald organisiert worde ist.
 

ewaldt

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Da prallen die Träumereien stark mit den Realitäten aufeinander, viele neue Interessenten kommen in diesen finstren Tagen mit Vorstellungen hinzu...
Noch kurz dazu, da es wohl unrealistisch ist, als Städter in den Besitz eines Gartens zu kommen, von 0 auf 100 habe ich mich mal umgeschaut, denn aktuell schießen die gemeinnützigen Gemeinschaftsgärten
wie Pilze aus dem Boden und so auch hier, das wäre für den Anfang um sich in einem Anbaugarten zu betätigen eine gute Möglichkeit.
 

Bernd

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Ein Kleingarten in einer Anlage eignet sich für das Sammeln erster Erfahrungen und als Rückzugsort für Pensionisten, Städter oder Mietshausbewohner. Man kann in Ruhe grillen, auf einer Decke picknicken, sich sonnen oder sein Fahrrad streichen. Wem die dort herrschenden Regeln oder alteingesessenen Nachbarn irgendwann zu nah werden, der wird sich anderweitig umsehen. Wer gute Erträge hat, wird mehr Fläche suchen. Wer direkt neben seinem Beet oder Huhn aufwachen möchte, braucht irgendwann ein eigenes Gebäude, welchen Zustand das auch immer hat und mehr Platz, möglichst keine Nachbarn. Die Beweggründe, warum jemand seinen eigenen Abenteuerspielplatz möchte, sind unterschiedlich und m.E. auch Privatsache, in Großstadtnähe fast unbezahlbar. Wer nach soetwas sucht und noch keine Gelegenheit fand, sollte seine Phantasie schweifen lassen, sich umhören und nicht von einem zu hohen Ross herunter "erwarten".
 
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ewaldt

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Ein eigener Garten ist zurzeit nicht zu bekommen, die Nachfrage stieg hier wegen Corona so sehr, dass der zuständige Verein bis Januar geschlossen hat. Aber auch die Gemeinschaftsgärten entstehen zahlreich, am Anfang des Jahres haben am Rande der Stadt zwei eröffnet. Ein Verein von einer Stadträten initiiert und eine städtische Anlage. Ein drittes Projekt heißt Gemeinschafts-Schrebergarten. Das habe ich mir angeschaut, viele einzelne kleine Parzellen, das ist wohl das gemeinschaftliche, viele Schrebergärtner miteinander, aber jeder sein eingezäunter Bereich. Diese kleinen Gärten, jedes Stück ein privater Besitz habe ich besonders wahrgenommen, teilweise verwildert und bin zu dem Gefühl gekommen, selber anbauen schön und gut, aber mit so einer kleinen Parzelle von vielen werde ich nicht glücklich. Das schaut so zwanghaft aus, fast alle haben dasselbe kleine Gewächshaus im Garten, ein größeres würde nicht passen, es hat etwas von im Grünen ja, aber im Gleichschritt. Was nutzt da eine zwei x ein Meter große Rasenfläche, auf die ich mich legen kann, wenn mir dabei einfällt, dass die neue Schrebergarten-Verordnung im Briefkasten war, die ich lesen muss und ganz demokratisch meine Stimme abgeben sollte, obwohl schon lange entschieden ist, wer Vorstand wird. So ein Gefühl beschlich mich beim Anschauen der Schrebergärten, die absolute Spießigkeit. Das hat mit grünem Daumen und frischer Luft im Grünen nicht viel zu tun und somit habe ich das Thema Garten im Moment verworfen, ist im Winter auch keine große Kunst. Mal sehen wie es mir im Frühjahr geht, vielleicht bekommen dann die von Bernd beschriebenen Vorteile wieder Gewicht.
 
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