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Wirklich: Was wäre wenn...?

Dieses Thema im Forum "Gefühle, Liebe, Sexualität" wurde erstellt von Unikum, 9. Juli 2018.

  1. Unikum

    Unikum Member

    Registriert seit:
    30. Dezember 2017
    Beiträge:
    79
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    Wichtig für das genau Verständnis der folgenden Thematiken,
    ist das Verständnis der folgenden Begriffe:

    Liebe: ungeachtet eigener Interessen praktizierte Zuwendung, die sich für das Wohl und die Bestätigung der Werte des Geliebten einsetzt.

    Wert: manifestes Werden als auch Werdenkönnen eines jeden Seins.

    1:

    Der Mensch gibt normalerweise Menschen die ihm nahe stehen mehr Liebe als allen anderen. Dabei geht er parteiisch vor denn er handelt aufgrund von Selbstbild, Weltbild, Bewertungen, Vorgaben und Urteilen.

    Dabei hat jeder Mensch, absolut Betrachtet, den selben Wert.

    Denn erst durch das von Denken und Urteilen abgekoppelte Wahrnehmen der Wirklichkeit und seiner Inhalte, ist die Möglichkeit gegeben, vollständigen Wert im Sein eines jeden zu erkennen, welche dann Wahrheit ist - denn Denken und Urteilen entwirft Vorstellungen einer subjektiven, nur potentiellen Wirklichkeit - es bewertet, also bedingt die Merkmale und Eigenschaften eines Sein zu einem höheren oder niedrigerem Wert.

    Würden sich also alle Menschen gleich lieben und wertschätzen, so gäbe es keine parteiische Liebeszuwendungen mehr!


    Was denkt ihr was für welche Konsequenzen dies für die Menschheit hätte?

    2:

    Der ausgereife Mensch braucht keine Liebe. Menschen die das glauben, unterliegen einem Irrtum. Nur ein Kind (und ein Kranker der sich nicht um sich selbst kümmern kann), ist auf Liebe in notwendigerweise angewiesen, da ansonsten der Tod die Folge ist, wenn sich nicht um die existenzielle Bedürfnissbefriedigung gekümmert wird. Die psychologische Bedürfnissbefriedigung für das Kind durch Liebe gibt ihm den Anstoß, sich zu einem ausgereiften Erwachsenen entwickeln zu können. Der ausgereifte Erwachsene benötigt und braucht keine Liebe mehr, da dieser sich selbst um seine existenziellen und psychologischen Bedürfnisse kümmert. Er kennt alle seine Werte, und braucht daher keine Bestätigung oder Wertschätzung von aussen.

    Würde dies nicht die selben Konsequenzen für die Menschheit unterstützen?


    Helft mir beim Weiterdenken! :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Juli 2018
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  2. FreniIshtar

    FreniIshtar Well-Known Member

    Registriert seit:
    22. September 2014
    Beiträge:
    1.620
    Hallo Unikum:

    "Brauchen" ist halt 'nur' so ein Wort.
    Und "Bestätigung" muss ja nicht unbedigt etwas mit Liebe zu tun haben.

    Ich meine, und ich glaube, dass jeder Mensch für sein Wohlbefinden
    Liebe (aber auch "Wertschätzung" Anerkennung) möchte!
     
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  3. Unikum

    Unikum Member

    Registriert seit:
    30. Dezember 2017
    Beiträge:
    79
    Das Wort "brauchen" drückt ein Bedürfnis aus.

    Nicht unbedingt, doch im Zusammenhang mit der z.B. ausgesprochenen Bestätigung des Wertes eines Menschen,
    würde - wenn er darauf angewiesen ist - unterstützend auf sein Wohl wirken.


    Warum meinst und glaubst du das?

    Wie definierst Du denn Liebe?

    Nach meiner Definition der Liebe (Liebe: ungeachtet eigener Interessen praktizierte Zuwendung, die sich für das Wohl und die Bestätigung der Werte des Geliebten einsetzt) braucht der Mensch keine Liebe mehr, der für sein psychologische Wohlbefinden durch die Erkennung seiner eigenen Werte und dem daraus resultierenden neuen Selbstwertgefühl selbst aufgekommen ist - und das dauerhaft, denn einmal erkannt bleiben sie als Wahrheiten bestehen, und bedürfen keiner liebenvollen Bestätigung mehr.

    Viele Menschen, die sich ihren wahren Wert durch richtige Wahrnehmung nicht bestätigt haben, suchen verzweifelt nach Liebe, damit ihr Wert durch andere Zuwendung bestätigt wird. Dauerhaft hält dies nicht. Diese Menschen glauben deshalb auch, Erwachsene brauchen beständig Liebe. Daher hilft nur die Zuwendung zu sich selbst, durch reine denk- und urteilsfreie Achtsamkeit / Wahrnehmung ins innere.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Juli 2018
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  4. FreniIshtar

    FreniIshtar Well-Known Member

    Registriert seit:
    22. September 2014
    Beiträge:
    1.620
    "brauchen"
    insoferne möchte ich Dir recht geben, weil Du ja
    die Überlebensfähigkeit von Kranken und Babys
    bedenkst.
    Aber, was Du eigentlich ansprichst, ist ja ein
    Überleben (können) überhaupt.
    Sicher schaffen tapfere Schiffbruch-Erlittene -
    Robinson Crusoe-Menschen, ein Überleben in
    Einsamkeit, also, alleine ohne Anerkennung...

    Der Mensch aber ist ein Gemeinschaftswesen
    (Alfred Adler)
    Und ich glaube, alle gesunden Menschen bedürfen
    ein Leben lang Zuneigung zu und Zuneigung
    von Menschen. - Auch ein gesunder Selbstwert
    verfestigt sich dadurch.

    Mutmaßlich durch meine Erfahrung mit Menschen.

    *Zuneigung* bedeutet für mich Liebe!
    (-körperliche ist bisserl etwas anderes)
     
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  5. Kaawi

    Kaawi Well-Known Member

    Registriert seit:
    18. Januar 2009
    Beiträge:
    6.565

    Ich kann das mit meinen 53 Jahren bestätigen, wobei ich diese Achtsamkeit nach innen schon auch Selbstliebe nennen würde (spontane Interessens- und Wunschbefriedigungen müssen durchaus zurückstehen), und vor allem halte ich die Zugewandheit auch zum eigenen Körper für unverzichtbar, ob nun durch Yoga, Tanzen, Sport, zelebrierte Körperpflege o.ä.

    Mit zunehmendem Alter wird das Wissen um die eigene Komplexität immer größer, so dass die Erwartung, von anderen wirklich gesehen und verstanden zu werden sich langsam verabschiedet und einer großen Befreiung Platz macht, weil die Reduktion oder gar das Hineinpressen in einengende Rollen durch die Wahrnehmung und das niemals gänzlich unterdrückbare Eigeninteresse des Gegenübers seine Macht verliert.


    Gleichgültig ist mensch aber trotzdem nicht gegenüber seiner Umgebung, eine freundliche, ausgelassene, an Inhalten interessierte Atmosphäre bleibt dem eigenen Wohlbefinden sehr viel zuträglicher als eine von permanentem Streit oder Gehässigkeit geprägte. Und Wärme, Wertschätzung und Einigkeit tun weiterhin gut, nur ist mensch mit diesen Bedürfnissen eben nicht mehr auf bestimmte Personen fixiert.
    Beruhigend auch, dass die Verbundenheit aus prägenden Zeiten keiner ständigen Liebesbekundungen mehr bedarf, um verlässlich zu sein, sondern ganz im Gegenteil viel Freiraum und Distanz verträgt.

    Eine Gesellschaft, in deren Mitte es nur noch vernetzte Subjekte und keine Abhängigkeitsverhältnisse mehr gibt empfinde ich als eine lohnenenswerte Vision. :)
     
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  6. Bernies Sage

    Bernies Sage Well-Known Member

    Registriert seit:
    31. Oktober 2011
    Beiträge:
    11.906
    Ort:
    Zwischen Erde und Himmel und doch bodenständig
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    Oberflächlich betrachtet könnte ich dem zustimmen. Doch vernetze Subjekte so ganz ohne Abhängigkeitsverhältnisse klingt mir etwas zu widersprüchlich und so gar nicht konsequent praktizierbar, da die Abhängigkeit von Verantwortung für das Denken und Handeln für Andere wie für sich selbst dabei nur rein theoretisch außer Acht zu bleiben scheint.

    Also diese Frage ist zwar nicht an mich gerichtet, fühle mich dazu aber seltsam bedürfnisorientiert angesprochen:

    Liebe ist für mich ein gemischtes Gefühl der Selbstmotivation, dabei einen Tiefgang erreichen zu dürfen, welcher einem Höhenkoller ähnelt.

    Love is the loco-e-motion in hyper-logic-ratio.

    Liebe ist die Gefühlslokomotive
    eines sich 'übervernünftig' zeigenden Verhältnisses.

    Liebe ist eine Licht-Informations-Energie-Bezugs-Einheit
    die sich zwischen Bedingungslosigkeit und Besinnungslosigkeit
    in einem Einfall zeigt, der zugleich dem Ausfall zu widerstehen vermag.

    Bernies Sage (Bernhard Layer)

    siehe Beitrag Nr. 149 in
    http://www.denkforum.at/threads/glaube-gedanken-zum-nachtodlichen-leben.16740/page-15
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Juli 2018
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  7. Unikum

    Unikum Member

    Registriert seit:
    30. Dezember 2017
    Beiträge:
    79
    Frenilshtar:

    Zuneigung oder ZuWendung kann als Ausdruck geschehen, um Liebe zu zeigen, aber z.B. auch Hass.

    Ich glaube in (vermeintlich) liebender Zuneigung steckt Begierde drin, Zuwendung an sich klingt neutraler.

    Liebe ist meiner Aufassung nach immer eine Wertschätzung, allerdings lässt sich jeden Seins im Wert anders einschätzen. Erst durch urteilsfreie Wahrnehmung des eigenen aber auch jeden Seins, und sei es z.B. nur ein Sandkorn, lässt sich Wert finden.

    Ich möchte nach meiner Logik darauf hinaus, das ein Mensch, sollte er einmal alle seine Werte urteilsfrei erkannt und bestätigt haben, ein dauerhaft stabiles postives Selbstwertgefühl hat und so allein für den Rest seines Lebens als wohlseeliger Asket verbringen könnte.

    Gewiss ist, dass die gesamte Menscheit ohne gegenseitige Zuwendung nicht überleben würde, denn Babys, Kinder und Kranke benötigen diese. Selbst in der Arbeitswelt müssen die Arbeiter sich einander Zuwenden damit die Produktion bestehen kann.



    Kaawi:​

    Ja, denn im Prinzip erkennt man durch Achtsamkeit Wert, welches immer mit Liebe zu tun hat. So ist die Achtsamkeit nach innen, Selbstliebe :) Gut erwähnt.

    Welche Erfahrungen hast du persönlich im Bezug zum Selbstwertgefühl gemacht?

    Oft wird negatives Selbstwertgefühl als "niedrig" oder "schwach" bezeichnet, denn da die Adjektive eine Intensität von Etwas ausdrücken, würde dass ja anders formuliert bedeuten, man fühlt nur nur wenig vom Gefühl des eigenen Wertes, welches in sofern stimmt, wenn man seine >wirklich< wahren Werte noch nicht kennt. Doch die meißten Menschen fühlen ganz deutlich, wenn Sie sich durch / in einem Umstand abgewertet fühle, ein hohes Selbstwertgefühl, allerdings eben ein negativ "hohes". Normalerweise sollte das Gefühl der eigenen Werte, oder das Gefühl des einen eigenen Wertes postiv hoch gleichbleibend, und keinen Schwankunen unterliegen.

    Gäbe es eine für alle Menschen mögliche Schulung für die Umsetzung dazu, sollte diese doch alle Menschen überzeugen.
    Was würde man den mit Menschen machen die das nicht wollen?



    Bernies Sage:​


    Heißt das, du möchtest dich mal wieder so richtig verlieben :D ?




    Ich habe deinen Beitrag und einige Beiträge dannach kurz angelesen gehabt.

    Interessanter Gedanke, der mich an die biblischen Personen Adam und Eva errinert, welche besonders helle Lichtgestalten waren.

    Vielleicht passt ja auch diese Formel ergänzend dazu:

    Liebe = Licht = Wahrheit = Wert = Leben
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Juli 2018
  8. ichbinderichwar

    ichbinderichwar Well-Known Member

    Registriert seit:
    2. September 2012
    Beiträge:
    19.629
    Was denkst du was Liebe ist?
    Kümmern oder was,hier denkste nicht hoch genug!
    Ja,für die Liebe kann man sich verausgaben,nur gleicht es einer dannFreiheitsberaubung:blume2:
     
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  9. Unikum

    Unikum Member

    Registriert seit:
    30. Dezember 2017
    Beiträge:
    79
    Ich denke, dass es keine höhere Ausdrucksform der Liebe gibt, als den Schatz im wirklichen Wert zu erkennen und zu hüten.

    Allerdings nicht so einfach, diese Achtsamkeit für die Wahrnehmung dafür muss erst, denk ich, was bei mir noch nicht der Fall ist, geübt werden,
    denn durch Denken und beruteilen allein, findet man für "alles" einen Zweck / Wert.
    Ich bin noch dabei mir das gesamte Konstrukt zu erschließen und eventuelle Widersprüche zu sehen.

    Für das Geliebt-werden-wollen jedoch, kann man sich verausgaben, dass auch viel Kraft kostet, wenn man seinen eigenen Wert nicht erkannt und bestätigt hat, und diesen von Aussen zu füllen versucht. Ist das erstmal vollbracht hat man mit der dadurch neu entstandenen Freiheit auch gleichzeitig mehr Kraft Liebe geben zu können.

    Die Frage die sich mir dann stellt ist, was macht man mit dieser Liebe in einer Menscheit, wo jeder Erwachsene seinen Wert kennt, und keine Liebe für sein psychologisches Wohl mehr braucht. Denn dann bleiben nur noch Babys und Kinder übrig.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Juli 2018
  10. ichbinderichwar

    ichbinderichwar Well-Known Member

    Registriert seit:
    2. September 2012
    Beiträge:
    19.629
    Schiene Liebe geht bei dem was du denkst auch über Sorge und so rechtfertigen Erwachsene Menschen ihr Leben durch die Kinder ,was mir so nicht gefällt.
    Vorher,ohne Kinder war ich nichts und jetzt bin ich alles:)
     
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