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Wahrnehmung - was man so alles sieht

Dieses Thema im Forum "Wissenschaft und Technik" wurde erstellt von Heide, 28. September 2005.

  1. Heide

    Heide New Member

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    oder auch nicht mitbekommt :)

    Einmal ganz unvoreingenommen, ohne genau zu definieren, was mit Wahrnehmung gemeint ist,

    Bin beim suchen auf diesen Artikel gestoßen:
    Da oder nicht da
    und fand die Bilder recht aussagekräftig.(Den Text hab ich erst danach gelesen:))
     
  2. Heide

    Heide New Member

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    Etwas zum Entspannen ---

    Optische Täuschungen sind immer wieder faszinierend:
    guckst du
     
  3. Robin

    Robin Guest

    Hallo interessanter Artikel.
    Will jetzt nicht oberschlau erscheinen, aber ein bisschen verwundert es mich doch, dass das so sensationell sein soll. Schließlich gibt es ja schon lange den Begriff des "photografischen Gedächtnisses", das nur sehr wenige haben. Hätten wir alle eine komplette visuelle Erinnerung der Welt, könnte ja jeder mit ein bisschen Übung Menschen aus dem Gedächntnis zeichnen, oder sich Buchseiten blitzschnell einprägen.
    Auf der anderen Seite gibt es Inselbegabungen "idiot savants", die sich zum Beispiel hochkomplexe Bilder einprägen können. Ein Fall eines Autisten wurde dokumentiert; das Besondere: Er zeichnete (in diesem Fall ein Stadtbild, das er vom Helikopter aus gesehen hatte) nicht vom Bild-Zentrum aus, wie ein normaler Mensch es tun würde, sondern von der oberen Bildecke nach schräg unten, wie es eine Maschine vielleicht tun würde.
    Den letzten Absatz fand ich interessant:
    Das deckt sich mit der Vorstellung von Gedächtnis als eine ständige Aktualisierung von Erinnerung. Sich Erinnern ist demnach kein Abrufen (wie von einer Festplatte) sondern aktives Aktualisieren.
    Diese Vorstellung ist auch nicht neu, ich las sie z.B. bei Luhmann.
     
  4. Heide

    Heide New Member

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    Guten Morgen:)

    Es ist ja nicht nur die Erinnerung, sondern die aktuelle Wahrnehmung. Ich könnte mir vorstellen, dass es manchen in der Erinnerung sogar leichter fällt, etwa ein fehlende Spiegelbild zu entdecken.
    Das vieles überhaupt nicht ins Bewusstsein dringt, ist wirklich nicht sonderlich verwunderlich. In unserem Umfeld wimmelt es nur so von Informationen, die wir nicht benötigen, um zu überleben, deren Vielfalt uns viel mehr nur behindern würde.
    Ich denke, manchmal ist auch eine Frage, wie bewusst man durch die Weltgeschichte läuft. An einem fremden Ort nimmt man meistens sehr viel mehr wahr als einem scheinbar vertrauten (man muss nur einmal versuchen, sich etwa die beliebte Einkaufsstraße in der Heimatstadt in Erinnerung zu rufen, die Geschäfte bekommt man meist zusammen, aber wie sieht es mit den Häusern aus? Die Giebel z.B....?)


    Stimmt, diese außergewöhnlichen Fähigkeiten sind immer wieder erstaunlich.


    Hm, ich würde die Aktivität weniger auf den Prozess des Erinnerns (auch aktiv, steckt im Prozessbegriff) als vielmehr auf das Abbilden des Wahgenommenen beziehen.
     
  5. Robin

    Robin Guest

    Vielleicht kann man sagen, Wahrnehmen und Erinnern sind aneinnder gekoppelte Prozesse; Tatsächlich wird vermutet, dass man garnichts wahrnehmen kann, dem man nicht eine Form, ein Schema zuordnen kann; und dazu braucht es schon Erinnerung. Das erste Beispiel in dem Artikel, die Spiegelung der Kirche, ist deswegen so schwer zu erinnern, weil man sich erst ihre Form aktiv klar machen muss. Es ist ja nur die verzerrte Spiegelung von etwas. Da dieses Etwas, die Kirche, ja zu sehen ist, verdeckt ihre Form die Form der Spiegelung, die irrelevant wird.
    Ähnliches beobachtet man bei Spracherinnerung. Sprachen, deren Klang-Form einem völlig fremd sind, können nicht erinnert werden. Dagegen wird man bei verwandten Sprache akustisch einiges reproduzieren können, obwohl einem die Worte nichts sagen. Man kann aber die Klangform erfassen.
    Etwas, das gar keine Form hat, wird aber für die Wahrnehmung immer "Nichts" sein.
     
  6. Heide

    Heide New Member

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    Das eine kommt nicht ohne das andere aus. Es gibt Untersuchungen im kulturellen Kontext, die entsprechendes zeigen.


    Stimmt, im Fall der völlig fremden Sprache ist ja auch ebenfalls kein Schema vorhanden, an dem man sich orientieren könnte.

    Schlimm wird es erst, wenn man in einer fremden Umwelt den Tiger nicht wahrnimmt:)
     
  7. Heide

    Heide New Member

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    Kultur und Wahrnehmung

    auch das ist hier vielleicht noch interessant:

    Klick



    und das hier ...hm, ich weiß nicht... an den Haaren herbeigezogen?
     
  8. Robin

    Robin Guest

    Die Idee, dass asiatische Menschen anders wahrnehmen, insbesondere auch, weil ihre Schrift so verschieden ist, finde ich sehr interessant. An verschiedener Stelle habe ich hier schon Literatur oder Filme genannt, die sicher auch durch verschiedene Grundwahrnehmung eine teilweise andere Ästhetik haben.

    Ebenfalls interessant: Warum sind ziemlich kleine Kinder (schon ab 5 JAhren) so gut im Memory-Spielen? Gegen meinen Graf Brav habe ich, als der so alt war, manchesmal verloren, obwohl er sonst keine herausragenden Fähigkeiten zu haben scheint. Haben mir auch schon andere erzählt, warum Kinder darin so gut sind.
    Oder; im Moment ist Gogo's sammeln der Hit bei ihm und seinen Freunden. Wenn man aus dem großen Haufen einen weg nimmt, kann er meist sofort sagen, welcher es ist. Mit der Zeit scheint diese Fähigkeit verloren zu gehen. Vielleicht weil sich das Bewusstsein (und die Wahrnehmung) generalisieren muss, kann es speziellere Aufgaben weniger gut lösen...?
     
  9. Heide

    Heide New Member

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    Mit einer chinesischen Freundin hab ich ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass es manchmal Unterschiede in der Wahrnehmung (und auch in der Deutung) gibt.


    Es gibt auch Untersuchungen zu Bewohnern von Ebenen/Steppen und Waldbewohnern bezüglich horizontaler bzw. vertikaler Wahrnehmung. Müsst ich mal suchen.


    Memory: ja, Kinder sind da meistens besser. Auch deshalb, weil die Gedächtnisleistung mit dem Alter nachlässt. Meine Mutter war da eine Ausnahme, wir hatten regelmäßig Gleichstand ( auch mir macht heute da kaum ein Kind was vor). Ein wenig ist es Trainingssache, zum Teil könnte es aber auch tatsächlich daran liegen, dass für solche Spezialaufgaben einfach kein Bedarf und keine Ressourcen mehr frei sind.
    Interessant wäre es hier vielleicht, verschiedene Berufsgruppen zu vergleichen.
     
  10. Heide

    Heide New Member

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    Im ersten Artikel wurde erwähnt, dass der Austausch des Gesprächspartners nicht bemerkt wurde.
    Gesichtserkennung

    Hier heißt es, zur Gesichtserkennung benötige das Gehirn eine halbe Sekunde. Aber erkennen scheint nicht gleich erkennen zu sein, wenn man abgelenkt ist.



    PS. hab leider grad nicht viel Zeit... kommt später noch was nach an Text
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Oktober 2005

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