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Trauer

Dieses Thema im Forum "Eigene Gedichte" wurde erstellt von Florentin, 28. November 2003.

  1. katharina

    katharina New Member

    Registriert seit:
    4. März 2003
    Beiträge:
    118
    Ort:
    Wien
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    Was soll ich sagen, lieber Florentin, schön, dass du dir etwas aus dem zu dir Geschriebenen ziehen konntest – auch wenn ich den dringenden Verdacht habe, dass sich dir nicht alles erschlossen hat, was man dir schrieb.
    Und vielleicht kommst du eines schönen Tages ja auch mal dahinter, dass all die großen Dichter und Denker ihr Erdichtetes und Erdachtes nicht deshalb niedergeschrieben haben, damit die weniger großen Dichter und Denker ihre weniger großen Dichtungen und Denkungen damit rechtfertigen können.

    Das wär’s dann mal wieder von mir,

    es grüßt
    Katharina
     
  2. Florentin

    Florentin New Member

    Registriert seit:
    21. August 2003
    Beiträge:
    29
    Ort:
    ban-lieu
    Re: Re: Nachtrag



    Liebe Majanna,

    Wie anders als wörtlich frage ich mich, ob ich meine Worte nicht schon immer wörtlich genommen haben werde. Ich denke, dass dir etwas gefährliches unterläuft. Natürlich ist es schwierig, nicht in Gut und Böse einzuteilen; ich sage nicht, dass ich diese Opposition zu unterlaufen vermag - schliesslich bin ich wahrscheinlich menschlich - aber es ist problematisch, an einem Punkt haltzumachen, d.h. in einer "blossen Negativität" (eine Begriffskette Hegels; tut mir leid, dass ich entlehnte Begriffe explizit markiere; da sie es alle sind, werde ich es in Zukunft wohl unterlassen müssen; ich gebe in diesem Punkt Katharina Recht, nicht ohne ihre eigene Position in das von ihr aufgestellte Recht reflektiert zu haben, um meine Aussage zu ironisieren - wie ich das eben häufig tue und tun muss) zu begreifen versuchen, ohne sich Gedanken zur Negativität zu machen, die man aus dem Negativen selbst zum Inhalt gewinnen könnte. Die Heraushebung eines Moments, an dem ein Ganzes, ein sicherer Standpunkt, aufgehängt wird, gegen eine solche habe ich in meinen bisherigen Beiträgen anzuschreiben versucht - und ich tue es weiterhin: auch gegen mich selbst.

    Was heisst Worte wörtlich nehmen? Was heisst Erkenntnis?
    Ich habe mir diese Fragen häufiger gestellt - in dem von dir mit grosser Wahrscheinlichkeit angespielten 'Thread' und auch im Nietzsche-'Thread' beispielsweise (und in allen anderen wahrscheinlich auch).

    Geschwätz bleibt Geschwätz, da könntest du Recht haben; zumindest reproduzierst du damit Recht - und ich möchte dich so wenig mit dieser Aussage angegriffen wissen, wie mich selbst.
    Ich argumentiere von der Nicht-Position des Mannes her, zumindest bediene ich mich wohl männlicher Worte, unbestreitbar aber ist, dass dieses Gesetz mit grosser Vehemenz auch von solchen verteidigt wird, die sich als 'Frau' bezeichnen würden (mitunter von dir). Nur, weil es diese Kategorie nun mal gibt, und weil sich herausgestellt hat, dass man damit nach 'biologischen' Kriterien in heiterstem Positivismus Menschen sortiert und zur weiteren heiteren Verknechtung freigibt, heisst das nicht, das wir damit am Ende der Geschichte angelangt sind und diese Aufnahme eines Moments zu akzeptieren haben (lustig, das 'bíos' eigentlich die Art und Weise des Lebens ist und 'logos' wohl als Geschwätz abgetan werden kann; die Einteilung einer formalen Wissenschaft, die 'Art und Weise des Lebens' in ihrem Namen trägt und instrumentalisiert wird, um die Tatsache des Lebens nach einer binären Einteilung in eine Geschlechterkategorie als Wahrheit zu verkaufen, stimmt mich nachdenklich und heisst mich, gegen diese 'Wahrheit' - die, wie oben angeklungen ist, vehement verteidigt wird - anzuschreiben).
    Ich möchte dir das Wort 'Metapher' auf den Weg mitgeben. Und als Germanistin weisst du bestimmt, was dieses Wort auch in unsere Sprache übertragen bedeutet. Wahrheit als ein bewegliches Heer von Metaphern, dessen Metaphorizität in Vergessenheit geraten ist - wie abgelutscht dieses 'Zitat', das ich nicht mehr markieren will (und es somit eben doch tue), doch klingt? Es enthält ein Widerspruch - genauso wie der Satz vom Grund, die Begründung der Logik der Widerspruchslosigkeit.
    Ich habe darüber geschrieben, du hast sogar exegiert.

    Ich hoffe auch, dass mir mal Erkenntnis, 'episteme', Wissen, erwachsen möge - das wäre dann das Ende der Philosophie, die bekanntlich ein Streben sein soll (hab' ich mal gehört).

    (Zu Katharina möchte ich nochmals in einer Klammer Stellung nehmen und das bereits zu ihr Geschriebene reproduzieren: Text ist Text, ob Anführungszeichen markieren oder nicht; Sprache ist immer bereits gesetztes und gesatztes Gesetz und reproduziert sich nun mal, da sie sich nie als Originäres fassen lässt, sondern immer bereits als Versprechendes; man könnte sagen, dass ihre Originalität in ihrer Reproduzierbarkeit gründet; aber als absolutes Subjekt mit freiem Willen und allem drum und dran, als Autor(itär)in, würdest du mir wahrscheinlich widersprechen - ist auch gut so, denn ansonsten würdest du dieses Gesetz - als Individuum natürlich - akzeptieren)
     

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