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That's All Prosa von Sex &Drugs&...

Dieses Thema im Forum "Eigene Geschichten" wurde erstellt von Marci, 7. April 2004.

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Wer starb hier wirklich

  1. Wiesel

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  2. Vincent

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  3. That

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  4. Der letzte Rest der Persönlichkeit des Körpers

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  1. Marci

    Marci New Member

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    5
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    Baden Würrtemberg
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    Kurzgeschichte über Sex, Drogen und Rock’n Roll

    That Boddy starb 1999 und wurde im Krematorium verbrannt. Die fünf Sekunden von der Notaufnahme bis zum Exotus sind hier dargestellt.

    Das All (That´s All) Author: Marcel Hipke

    Das All erschrak ein wenig, als es sich selbst bewusst wurde. Etwas hatte gepiepst und im selben Moment, hatte es sich gefragt wer das wohl war. „Das bin ja ich.“ hatte es festgestellt, nachdem das Piepsen erneut erklungen war. Es war wie ein Echo gewesen, aber das All wusste noch nichts von einem Echo. Es hatte ein Piepsen hervorgebracht und in dem Moment, wo es sich dessen bewusst geworden war, war dieses Piepsen in ihm entstanden, worauf ihm ein Licht aufging. Das All fing an zu denken. Nicht in Worten oder Begriffen, auch wenn es zu begreifen begann, was da vor sich ging. Es konnte sich fühlen. Diese Akkustik, wie man es nennen könnte, war sein erstes Gefühl.

    Diese Einsicht hatte zumindest Wiesel Lloyd, der mit 10 Einheiten LSD in sich, daheim auf dem Sofa lag und dort hin und her tripte. Er war ein Triptone, so nannten sich die seltsamen Wesen, die mit tief schwarzen hallogenen Pupillen, das Weltall nach, wir würden es Gedanken nennen, ausleuchteten. Seine riesigen Augen waren in lila Mulden verborgen und sein grün gelbliches Gesicht blubberte und wabbelte im Atemrythmus auf und ab. So beschrieb er sich im Moment selbst, bei seinem Einblick in den Spiegel der turmhohen Schrankwand, die sich gegenüber des Sofas auftürmte. Alles rumorte und zitterte auf einmal, Donnern erfüllte den Saal.
    Es war der Plattenspieler, der diese Erscheinungen inszenierte, Lloyd hatte vergessen das er die ganze Zeit lief. War er etwas zu laut eingestellt? Ein Schrei zeriß ihm fast das Trommelfell. Jim Morrison hatte The Alabama Song angestimmt. Lloyd sloopte zur Bar. Sie war in seinem Schrank eingebaut. Zwei Schritte vor, dann einen zurück, dann 3 vor und 4 zurück. Sloopen eben. Wenn man unregelmäßig schritt, dann kam man der Bar näher, doch dies war kaum die Absicht. Es ging mehr darum Rhythmus zu empfinden und der Musik eine Intention zu geben. Wiesel sloopte zur Seite. 10 Sloops und er machte den Überriß, trat aus der Schleife aus und drehte den Lautstärkeregler nach rechts. Die Nachbarn sollten was zu hören bekommen, hatten sie ihm doch noch nie den Weg in die nächste Wiskeybar gezeigt.
    Jauchzend sprang Wiesel auf das Sofa, das eigentlich Petty hieß und eine langbeinige schwarzhaarige Schönheit war, der der Ellenbogen, der ihr in Form von Wiesel aufs Kinn flog, gar nicht gelegen kam. Sie fing an zu wimmern, während sie so mit ihrem Wiesel im Wald lag und die Vögel zwitscherten. Zwei riesige Berge spiegelten sich in einem See und rote Blumen säumten das Ufer. Am Himmel wogte die Sonne, so schien es, denn Wiesel war aufgestanden und hatte seinen Kopf an einer Lampe angeschlagen, doch Petty griff zur Flöte um ein Hirtenlied zu spielen und das sich wie Blöcken anhörte. Während Jimmy lite my fire sang, begann Wiesel Löschwasser aus dem Hydranten zu pumpen, indem er versuchte den Schlauch in Pettys brennende Lenden einzuführen. Doch der Schlauch war die Kobra gewesen, die nun Petty anstarrte. Doch Wiesel war sich sicher, dass Petty mit der Situation umzugehen wusste. Sie kroch langsam die Wiese entlang zum Felsen hin, der Wiesel so ähnlich sah, während der beobachtete wie die Kobra in einer Höhle verschwand. Plötzlich liebten sie sich stundenlang und waren verwundert wie nach einigen Sekunden die Nadel sich erhob um in die Halterung zurückzukehren und die Musik verstummt war. Geräuschlos atmeten sie ihre Küsse. Ihr Übriges war zu Wollust verschmolzen. Dann regnete es Honig und sie zerfielen zu Sand.

    Vincent O. Dover übergab sich. Er war zufrieden. Hatte er es doch geschafft die Passage wo sich Petty und Wiesel zusammen auf Acid waren, überzeugend in die Tasten zu meißeln. Der Zucker kam auch wirklich klar rüber. Er war so bitter, das er ihn immer noch würgte. So gut war es. Er würde noch ein wenig warten, dann etwas Weißes nachschießen und dann weiterschreiben. Er legte einen Rap mit Pump Master Gun featuring Dilliger Cocain in den CD Player und begann Kristalle in den Löffel zu rühren. Es konnte schon von weitem das Klingeln hören und die Taubheit auf seinen Lippen machte sich breit, wenn er nur an gleich dachte. Zuerst mußte er aber den Eimer mit leeren, dann etwas Wodka Bitterlemon bereitstellen und vor dem Druck noch ein wenig Rauch aus dem Fenster verschwinden lassen. Er wollte es ganz sauber haben, wenn das Klingeln wieder vorbei war.
    Vincent war Schriftsteller. Etwas drogenabhängig, was sich im Sujet seiner Texte widerspiegelte. Schwer drogenabhängig sogar, denn manchmal schrieb er über nichts als den Rausch.
    Äußerst drogenabhängig, denn er konsumierte mehr als er darüber schrieb.
    Wenn man ihn im Augenblick betrachtetet, mutetet es fast wie ein religiöses Ritual an, so wie er den Eimer anbetete. Nicht, daß er einen Eimer rauchte, dies war ein wirkliches Ritual dem er ab und zu nach ging. Nein, er übergab sich seinem Schicksal oder besser gesagt in den Eimer. Die Steine hatten ihn ganz schön verbrettert und sein Mageninhalt strebte an die frische Luft. Es hatte nicht nur geklingelt, sondern hatte ihn total umgebombt. Das Material war eins der besten aus Peru.
    Er sog nun, nachdem der Würgereiz vergangen war, die Luft tief ein und aus. Über seine tauben Lippen kroch der Sauerstoff in seine Lungen. Um ihn herum knisterte die Atmosphere und ein Schwall eines tobenden Geräusches drang in seine Ohren. Es war der Wind in den Blättern des Baumes vor seinem Fenster. Er mußte es schließen. Seine Ohren waren durch das Cocaine empfindlich geworden.
    Er legte die Füße hoch und relaxte ein paar Minuten. Dann überfiel ihn der Drang weiterzuschreiben.

    Wiesel befand sich am Ende eines Ganges. Leise drang eine Melodie in sein Ohr. Licht durchflutete seine Pupillen. Er trat heraus. Weit breitete sich eine Wüste vor ihm aus. Er torkelte ein paar Schritte und fiel sich drehend auf den Rücken. Da sah er vor sich die riesige Pyramide aus der er getreten war. Es hämmerte und klopfte in seinem Schädel. This is the end. Jim Morrison schrie auf. Mr. Lloyd erinnerte sich an Lysergsäure Diäthylamid Tartrat. Er war voll drauf. Er war nicht in einer Wüste, er war abgespaced. Er befand sich beinahe am Ende. Am Ende seines Verstandes, dachte er, denn irgendwie reiben sich zwei purpurne Wolken, den Rundungen Pettys Hinterns gleich auf seinem Gesicht. Verdammte Scheisse, ich muss von dem Trip runter! Er zwang sich dazu sich zu orientieren, doch es schüttelte ihn nur und er nahm vage das Blitzen eines Blaulichtes war.
    Zwei weiß gekleidete Pharaonen schwebten an ihm vorbei und Bruchteile von Sekunden später glaubte er Pettys Zunge in seinem Mund zu fühlen, doch er sah nur etwas, was wie ein Wasserschlauch wirkte.

    Vincent überlegte wie er die Geschichte fortsetzen könnte, aber es verlangte ihm nach einem Cocktail. Dann setzte er wieder an, das weiße Blatt Papier zu füllen:

    Dieses weiße Licht fühlte sich irgendwie nach Glück an. Doch es drückte so beschwerlich auf die Lunge. Er versuchte etwas Sauerstoff an sich zu reißen.Wiesel suchte die Augen nach einem Bild ab, doch das All hüllte sich plötzlich in Dunkelheit. Das Letzte was Wiesel von ihm vernahm war ein langer leisender werdender Piepston und er wusste: Vincent bin ich!

    Mr. That Boddy verschwand 1999 in einem schwarzen Plastiksack. Seine Gedanken, die in sein Gesicht gemeißelt waren, drückten Angst und Entsetzen aus. Ein wenig Schminke würde seinen Ausdruck retuschieren.
    Dann zog er los auf die Reise. Es roch nach verbranntem Fleisch.
     

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