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Niemals eine Bürgerin

Dieses Thema im Forum "Weltpolitik" wurde erstellt von ^gaia^, 18. März 2018.

  1. ^gaia^

    ^gaia^ Well-Known Member

    Registriert seit:
    20. Januar 2018
    Beiträge:
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    Ich habe heute einen Artikel gefunden, der sich mit Rassismus beschäftigt und eine Vergleich zieht zu Rassismus in den USA und hier.
    Das ganze ist aus der Sicht einer jungen Frau geschrieben, die ein prolm darin sieht, dass Rassismus zwar in beiden Ländern exituert, aber hier( sie lebt gerade in Berlin)
    Ein Auzug daraus
    Den offenkundigen Rassismus in den USA mal beiseite, ist dort beispielsweise eine Bindestrich-Identität zu haben, die in Deutschland undenkbar scheint. In den USA besteht kein direkter Widerspruch zwischen einer "amerikanischen" und einer "migrantischen" Identität: Man kann sudanesisch-amerikanisch, chinesisch-amerikanisch oder iranisch-amerikanisch sein. Das eine hebt das andere nicht auf. Das zeigt sich schon in der Tatsache, dass ich noch immer zwei Pässe besitze – den meines Geburtslandes und den meiner Wahlheimat.

    Ich muss zugeben, ich erlebe das hier in Deutschland ähnlich. Um für Österreich zu schreiben, reichen meine beiden Urlaube nicht aus.
    Leute die nicht eindeutig deutsch rüberkommen, sind und bleiben wohl "die Ausländer" .
    Wie seht ihr das?
     
  2. Nyan Cat

    Nyan Cat Well-Known Member

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    Beiträge:
    8.010
    Das ist doch ihr Problem. Sie selbst machen sich das Leben damit schwer. Du hast doch keinen Nachteil davon.
     
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  3. Anideos

    Anideos Well-Known Member

    Registriert seit:
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    Beiträge:
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    Das lässt mich an die Aussage dieser Dame im verlinkten Bericht denken:
    Denn selbst wenn AfD und Pegida verschwänden, würden die höflicheren, schleichenden Formen des Rassismus doch weiterbestehen.

    Es ist also ein monetäres Problem für dich, weil solche Ausländer Kosten verursachen? Mit anderen Worten, wenn Millionen Deutscher, jedes Jahr in der ganzen Welt ihren Urlaub verbringen und natürlich die Sprache der Einheimischen nicht beherrschen, dürfen den Einheimischen den Weg versperren, weil sie Geld dorthintragen?
    Woran erkennst du ob ein Ausländer, der dir im Weg steht, seit 10 Jahren in Deutschland lebt, oder vielleicht auch ein Tourist ist, der auch Geld herträgt?
     
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  4. Nyan Cat

    Nyan Cat Well-Known Member

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    Gar nicht. Er muss jemanden mitnehmen zum Übersetzen. Ansonsten kann er wieder gehen.

    Auch nicht. Wenn die Person nicht erkennt, dass du vorbei willst, dann schiebst du sie einfach sanft zur Seite und lächelst sie dabei an. Wenn du freundlich wirkst, wird das nicht als Aggression verstanden.

    Das schon mal gar nicht.

    Ich war mal eine Zeit in einem arabischen Land. Zum Glück konnten die meisten der Bewohner dort englisch. Nebenbei habe ich auch etwas arabisch gelernt (Libanon-Arabisch), aber vieles davon leider wieder vergessen. Zum Koranlesen hat es aber trotzdem nicht gereicht. :(
     
  5. ^gaia^

    ^gaia^ Well-Known Member

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    1.841
    Ich erlebe diese Form des höflichen Rassismus( geninal dass ich dafür nun eine Umschreibung habe) immer wieder:
    Eine Mitpatientin, die vorher über Ausländer geschmipft hat und deren Arbeitmoral über die Stationshilfe aus Georgien in deren Anwesenheit:
    "Da, die Frau arbeitet doch auch schnell und putzt so gründlich"
    Oder: "Auf der anderen Station sind sie nicht so nett wie hier, aber das sind auch lauter Ausländer"
    Ja, ich stoße mich oft an der Bezeichnung Ausländer, vor allen dewegen, weil er verallgemeinernd und sehr sehr oft auf als Abwertung gebraucht wird.
    Ausländer ist wohl, wer nicht deutsch genug aussieht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. März 2018
  6. Nyan Cat

    Nyan Cat Well-Known Member

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  7. ^gaia^

    ^gaia^ Well-Known Member

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    Ich möchte dazu ergänzend schreiben, dass das Problem ja nicht ist das Wort Ausländer it, sondern erstens wie es gebraucht wird( als Abwertung),dass man damit eine Grenze zu Deutschen zieht und dass man sehr oft jemanden als Ausländer markiert, der gar keiner ist.
    Und auch bei dem "keiner mehr ist" wird dann die Stirn gerunzelt, weil der eine oder andere findet, wer deutsch ist hat eine deutsche Abstammung zu haben.
    Das ist wohl auch ein Unterschied zu den USA.
     
  8. KANTIG

    KANTIG Well-Known Member

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    6.358
    ja: Man hat dafür seit ca 10 Jahren den Begriff: Migrationshintergrund.
     
  9. Anideos

    Anideos Well-Known Member

    Registriert seit:
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    10.105
    Die Bezeichnung Ausländer ist zunächst wertfrei. Sie bedeutet nichts weiter, als dass diese Person aus dem Ausland stammt. Kritisch wird es, wenn man einen Franzosen oder Briten oder Schweitzer dabei ausnimmt Mit dem Wort Ausländer verhält es sich wie mit dem Wort Gutmensch. Im Wort ist nichts Negatives enthalten, aber der Gebrauch des Wortes durch rechte Kreise, bei gleichzeitiger Zuschreibung bestimmter Eigenschaften derjenigen, die sie Gutmenschen nennen, haben das Wort zum Unwort verwandelt. Und wir machen das Spiel mit, das ist das Schreckliche.
    Wenn es so wäre, dann wären einige meiner Nachbarn Ausländer. Sie sind jedoch ohne Ausnahme Deutsche. Zwei Straßen weiter ist ein Wohnkomplex, in dem Menschen wohnen, die auch so aussehen wie meine Nachbarn, aber wenn ich ihnen auf der Straße begegne, merke ich erst, wenn sie näherkommen, dass sie russisch sprechen. Ob sie Russlanddeutsche sind, weiß ich nicht, weil Russen - zumundest Westrussen - auch nicht anders als Deutsche aussehen.
     
  10. ^gaia^

    ^gaia^ Well-Known Member

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    1.841
    Daher stört es mich oft, aber nicht immer. Ein Ausländer ist also einer, der hier lebt und nicht deutsch ist und es auch nicht vor hat Deutscher zu werden?
    Oder jemand der keinen deutschen Pass hat.
    Und was ist mit denen die zb einen deutschen und einen russischen Pass haben? Sind das halbe Ausländer?
    Ich möchte damit ausdrücken, wie seltsam manch eine Formelierung ist.
    Ja, lustig nicht? Man glaubt ja auch anhand eines Akzents zu erkennen, wer nun ein Ausländer ist.
    Ich erkenne das eigentlich nie wo jemand nun (vielleicht)her kommt, auch bei der jungen Frau aus dem Artikel hätte ich das ( natürlich)nicht sagen können. Woher soll man den wissen ob jemand als Tourist hier ist, oder gerade Asyl beantragt hat oder in der siebten Generation in deutschland lebt.
    Daher bin ich auch vorsichtig was die Bezeichnung Ausländer angeht.
    Wobei es ja im Grunde darum geht, jemanden als Bürger dieses Landes zu betrachten und fertig.
     

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