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Grundsätzliche politische Fragen

Dieses Thema im Forum "Grundsätzliche politische Fragen" wurde erstellt von scriberius, 20. Juli 2014.

  1. scriberius

    scriberius Well-Known Member

    Registriert seit:
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    Wie groß ist das Maß der kollektiven Ignoranz eigentlich schon, wenn es um die Grundlagen unserer wirtschaftlichen Existenz geht, in einem System, das die Wirtschaft als höchstes Gut ansieht?

    Darf man wirklich sauber trennen zwischen der anonymen Wirtschaft und der wirtschaftlichen Situation der einzelnen Bürger? Genauer: ständiges Wachstum der ganz Großen, deren Überfluss direkt aus dem ständig wachsenden Mangel der hilflos im System gefangenen beruht?

    Wie lange gelingt es noch, die Massen mit nebensächlichen, völlig unwichtigen Ereignissen zu beschäftigen, damit sie alles ertragen und eben nicht nach den Ursachen fragen?

    Wieviel ethisches und moralisches Unrecht darf ein Staatswesen legalisieren, bis es von der Mehrheit als Unrechtsstaat zu erkennen ist und nicht mehr ernst genommen wird?

    Wieviel Unaufrichtigkeit, also Widerspruch zwischen Anspruch und Realität kann es sich leisten, bis es seine Basis verliert? Wieviel Geheimhaltung kann es reklamieren, bis es sich beim besten Willen nicht mehr als Demokratie bezeichnen dürfte?

    Aktuell: Dürfen wir es zulassen, dass das Kartell der Profiteure, also die Finanzindustrie und ihre Komplizen der Politik, jetzt den Sack zumachen, indem sie weltweite Strukturen schaffen, aus der es dann auch für die einzelnen Länder kein Entrinnen mehr gibt?


    Fragen, die zu stellen wären, aber vom politisch korrekten Mainstream-Medien-Kartell nicht gestellt werden, weil der Frager mit Ächtung rechnen muss.
     
  2. Perivisor

    Perivisor Active Member

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    3.536
    AW: Grundsätzliche politische Fragen:

    Uns geht es insgesamt NOCH zu gut.
    Brot und Spiele funktionieren deswegen noch.
    Perivisor
     
  3. Perivisor

    Perivisor Active Member

    Registriert seit:
    16. Oktober 2010
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    3.536
    AW: Grundsätzliche politische Fragen:

     
  4. Zeilinger

    Zeilinger Well-Known Member

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    Wien
    AW: Grundsätzliche politische Fragen:

    Hallo !

    Die erste grundsätzliche politisch-philosophisch-moralische Frage, die sich mir aufdrängt, ist:

    Sollen die materiellen Güter (in unserer Zeit vor allem das Geld) dem Menschen dienen oder soll der Mensch seine ganze Kraft dazu verwenden, materielle Güter in Unmengen anzuhäufen ?

    Ich denke, der psychisch halbwegs normal gestrickte Mensch müsste eigentlich die erste Variante wählen; in der Realität regiert aber die Herrschsucht, die naturgemäß die Habsucht und auch die Rachsucht inkludiert.

    Der Mensch braucht Brot und Ideale, das alte Sprichwort "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein" ist aktueller denn je.

    In der Finanzwirtschaft im speziellen müsste endlich das - der Realwirtschaft zu Verfügung stehende - Kapital über das reine Spekulationskapital gestellt werden.

    Liebe Grüße

    Zeili
     
  5. Bernies Sage

    Bernies Sage Well-Known Member

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    Zwischen Erde und Himmel und doch bodenständig
    AW: Grundsätzliche politische Fragen: Der Leser hat das Sagen!

    Das Maß für kollektive Ignoranz ist ein beliebter Prüfstein einer Politik, welche jeden Nichtaufschrei des Bürgers entweder als stillschweigende Zustimmung betrachtet oder einfach aufgrund von Mehrheitsverhältnissen die mehr oder weniger klangheimliche Übereinstimmung durch Überstimmung anstrebt.

    Deshalb benötigen wir ein hoch vernünftiges Systemverständnis, welches die Ziele einer volkswirtschaftlichen Denkweise vorrangig vor den Zielen eines rein betriebswirtschaftlich orientierten Denkens gesetzlich angemessen zu etablieren vermag, am besten natürlich konsequent mit einer (öffentlich-rechtlichen) Zweitwährung als eine parallele Rückversicherungswährung zum betriebswirtschaftlich fixierten Euro, quasi als "anti-politische Gegenwährung der Gegenwart".

    So genante Knebelungsverträge (also unausgewogene Beherrschungsverträge zu einseitigen Lasten Dritter) sind eigentlich juristisch verpönt, aber gerade in nicht wenigen öffentlich-rechtlichen Vertragswerken scheinbar seltsam geduldet. Warum wohl ist diese Art von Vetterleswirtschaft so begehrt?

    Das kommt sicher darauf an, < wie lange > der Fragende als der Ertragende dies aushält.

    Das will der Fragende sicher nicht wirklich wissen
    sonst müsst er ja Bernies Sage vermissen. :D

    Dem Unrecht sind keine Grenzen gesetzt, sonst würde es ja nicht mehr Unrecht heißen! :)

    Sogar unrechtmäßig erworbenes Geld kann gutgläubig übertragen werden.
    Eine Zustimmung des Steuerzahlers wird dazu gar nicht benötigt.

    Juristen müssen auch Kollegen, Staatsanwälte und Richter auf Steuerzahler Kosten verteidigen - natürlich nur soweit überhaupt 'nötig'.

    Da muss ich Dich sprachlich enttäuschen oder beglücken: Unaufrichtigkeit kennt keine Basis, die es zu verlieren gäbe......

    Das kommt wohl ganz darauf an, wielange sich meine (systemische) Definiton von Demokratie (als "volksame" Provokation) geheim halten lassen könnte :D

    Ja, wir sollten es unbedingt zulassen und uns in unser Harmlosigkeit und Schwarmlosigkeit nischenbewusst als Verbraucher etwas anders als erwartet verhalten und uns im Quantensackspringen üben!

    Denn wo der Markt nicht (als Beobachter) mitmacht, auch keine (beobachtbare) Rendite lacht!

    "Sriberius Robin Hood"....?? - Das hätte ich jetzt aber 'ächt nicht' gedacht! ;)

    Bernies Sage
     
  6. Eurofighter

    Eurofighter New Member

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    AW: Grundsätzliche politische Fragen:

    Es verlangt ja keiner von dir, daß du hinschaust. Setz' dir halt einfach eine Augenklappe auf und halte große Reden. Das kann sogar der Bundespräsident...
     
  7. scriberius

    scriberius Well-Known Member

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    2. Juli 2011
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    Am Untermain
    AW: Grundsätzliche politische Fragen:

    ja, das ist einer der Gründe, wieso sich so wenig Widerstand regt gegen eine Entwicklung, die flächendeckend sehr wohl wahrgenommen wird. Aber auch, dass das Brot immer stärker vergiftet ist und die Spiele immer grotesker werden. Die spätrömische Dekadenz erlebt gerade eine Neuauflage, aber die Herrscher sehen absolut keine Gründe, etwas zu ändern, und schon gar keine Schuld bei sich, weshalb hier eindeutig von einem fulminanten Systemversagen zu reden ist. Alles Wissen nutzt nichts im Zeitalter der Akademisierung der Gesellschaft. Gibt es noch eine Alternative zu Zusammenbruch, Krieg und Elend?



    das unterschreibe ich gerne.
     
  8. Irana

    Irana New Member

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    AW: Grundsätzliche politische Fragen:

    Vielleicht haben diese zyklischen Wiederholungen nichts mit Wissen zu tun, sondern mit Absicht? Vielleicht waren diese wiederholt wordenen Systemspiele stets zum Verhindern menschlicher (Bewußtseins-)Entwicklung gedacht? Vielleicht wird das (immer wieder) inszeniert, um den hintergründigen Inszeneuren stetig mehr Macht zu geben? Vielleicht sehen wir anhand der Ukraine, mit welcher Methodik solche Systemspiele wiederholt gespielt werden? Tiefer hineinzusehen zeigt viele Scheußlichkeiten. derJ hat dies in seinem Essay über einen Zeitabriß von einigen Jahrhunderten gut auf den Punkt gebracht, obwohl er lediglich Sichtbares und Wirkungen darstellt:

    Vielleicht kommt noch der Tag, an dem alle vorstellbaren und unvorstellbaren Lügen der hintergründigen Inszeneure ans hellste Licht kommen ...
     
  9. Bernies Sage

    Bernies Sage Well-Known Member

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    Zwischen Erde und Himmel und doch bodenständig
    AW: Grundsätzliche politische Fragen:

    Das ist durchaus möglich, aber dann sind diese (Plan-)Spiele sicher nicht für öffentliche Ohren gedacht. Festzustellen ist allgemein, dass die Geheimdiplomatie zunehmend über öffentliche Informationskanäle immer leichter Verbreitung findet, filtriert und entsprechend zweckgebunden kanalisiert werden kann, informativ wie desinformativ.

    ..............[........]..................

    Wenn jemals jemand – als Einzelner – tatsächlich es wagen sollte oder schon gewagt haben sollte, weise zu sein und dadurch zwangsläufig < Lügen der hintergründigen Inszeneure an hellste Licht kommen > würden, würde dieses hellste Licht mit Sicherheit sofort dazu missbraucht werden, die (noch) ahnungslose Bevölkerung zu blenden.

    Nüchtern und emotionslos gefragt:

    Was wäre an einer generalisierenden Aufklärung für die Zukunft wirklich allgemein gewonnen, wenn speziell die Geschichte der Vergangenheit neu geschrieben werden müsste, aber aus Sicherheitsgründen einer noch im Hintergrund leicht nachstrahlenden Staatsräson sprichwörtlich übergesetzlich zutreffend ein 'erstes' Gebot zur Anwendung kommen müsste, auch künftig 'die Kirche im Dorf (hier: der ungläubig Staunenen) zu lassen' - in der Anwendung von < "" Ich bin der Herr, der Staat, dein Gott""... >??

    Bernies Sage
     
  10. scriberius

    scriberius Well-Known Member

    Registriert seit:
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    Am Untermain
    AW: Grundsätzliche politische Fragen:

    Irana, ich denke, dass es sehr viel mit Wissen, aber auch mit Nichtwissen zu tun hat. Und natürlich mit Absichten. Auf Seiten der Täter führt ihr Halbwissen dazu, dass sie meinen, sich tatsächlich abkoppeln zu können von der Dynamik, die sie selbst auslösen und sich so die Vorteile sichern zu können, für die der übergroße Rest geradestehen muss. Sie sind auf ihrem Egotrip derart blind für Zusammenhänge, die über ihre Raffke-Mentalität hinaus gehen, glauben einfach nicht, dass sie selbst darunter leiden werden, was definitiv der Fall ist. Dies zu begreifen bedarf erweiterten Horizonts, der entweder nicht vorhanden ist oder der verlockenden Vorteile wegen überstimmt wird, was man sich gut leisten kann, haucht doch das eigene, schlechte Gewissen nur zaghaft gegen den schallenden Chor der anderen Mitglieder der vermeintlichen Elite an. Deren Korpsgeist, und stellen sie auch nur weniger als 1% der Bevölkerung dar, bildet so ein abgehobenes Luxusreservat aus, in dem Milch und Honig auch dann noch fließen, wenn sie längst aus weit ernfernten Gebieten eingeflogen werden müssen, die noch nicht von den Folgen des eigenen Tuns vergiftet wurden. Die vielzitierte Mittelschicht spielt dabei eine einscheidende Rolle. Sie war es, die ruhige Zeiten ermöglichte, weil sie integrierend wirkte. Sie war die Mitte der Gesellschaft, konnte sowohl die Oberen gut versorgen, als auch die Unterschicht mitnehmen.

    Dann ließ sich die politische Führung vom Wirtschaftslager infiltrieren und betreibt seitdem die Zerstörung des gesellschaftlichen Konsenses ohne Rücksicht auf Verluste. Der Umbau in eine 2-Klassengesellschft geht zügig voran. Die Mittelchicht, einst Garant für Stabilität, wird aufgelöst, indem seine Mitglieder entweder durch antisoziales Verhalten aufsteigen oder zur geringschätzig Präkariat genannten Unterschicht abstürzen. Die ganze Gesetzgebung der letzten Jahre betreibt genau das, freilich ebenfalls, ohne jede Rücksicht auf die absehbaren Folgen. Die formelle Entdemokratisierung und Aufrüstung im Inneren, sowie die Errichtung eines beispiellosen Schnüffelstaates sind Beweise dafür, dass den Betreibern voll bewusst ist, was sie tun - zumindest in diesem Punkt.
     

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