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Forscher wollen das Altern besiegt haben

Dieses Thema im Forum "Wissenschaft und Technik" wurde erstellt von Walter, 12. Juli 2019.

  1. Walter

    Walter Administrator Mitarbeiter

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    3. Oktober 2002
    Beiträge:
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    Forscher aus den USA behaupten, sie hätten eine vergleichsweise einfache Methode gefunden, das Altern nicht nur zu verlangsamen sondern sogar umzukehren. In einer ersten kleinen Studie sei es gelungen, neun Menschen biologisch zweieinhalb Lebensjahre zu schenken. Das Verfahren scheint noch dazu relativ preisgünstig zu sein.

    Noch sind die Ergebnisse nicht von anderen Wissenschaftlern bestätigt, noch haben keine umfangreicheren Studien mit mehr Menschen stattgefunden und noch weiss man nicht, ob das nicht mit unbekannten Nebenwirkungen verbunden ist.

    Details dazu auf zeit.de:
    https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2019-07/verjuengung-biologie-trim-studie-gregory-fahy

    Wenn sich das als wahr herausstellt - was würde das für die Menschheit bedeuten?
    Für den Planeten und die Natur?
    Für euch ganz persönlich?
    Wie würden sich Lebensplanungen ändern wenn man plötzlich 200 Jahre alt werden könnte?
    Und wer braucht noch Götter wenn der Tod gestorben ist?
     
  2. Joachim Stiller

    Joachim Stiller Well-Known Member

    Registriert seit:
    9. Januar 2014
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    Münster
    Na toll, vielleicht kommen wir dann ja noch in den Genuss der Lbensverlängerung.... Ich fürchte nur, dann werden es noch ein paar Millarden Menschen mehr auf dem Planeten..
     
  3. Wortjan Sinner

    Wortjan Sinner Well-Known Member

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    6. Mai 2018
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    "Mord", den Menschen oft genug begehen und andere künstliche Todesarten, wird dieser Aufhalterungsprozess nicht verhindern können. Es sei denn, es wird zusätzlich ein Weg gefunden, um solcher Art ebenfalls rückzuwirken. (Schlag wem den Kopf ab, setz ihn wieder dran, und die Zellen kehren verbindend ins Leben zurück)

    - Die biblischen Geschichten wären nicht mehr unglaubwürdig (Methusalem 969 Jahre alt) und selbst sie hatten Götter
    - Planet und Natur würden durch die Gier noch schneller sterben, weshalb die Verjüngung nutzlos wäre
    - Planungen gar nicht, gibt ja jetzt schon nix mehr, nur noch für andere, die das Moderne Gezeugs herbeigewünscht haben
    - Für mich? Früher ja, doch heute nicht mehr...
     
  4. hylozoik

    hylozoik Well-Known Member

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    21. Dezember 2010
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    Ort:
    in-meiner-welt.at
    BTW: Noch ein paar ''Verjüngungsmittel'' ... :brav: :sekt:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Adaptogen

    Superfood Liste 2019 - Die 100 beliebtesten Heilpflanzen
    https://www.superfoods-online.org/

    Guggul
    https://www.superfoods-online.org/guggul/
    Guggul ist das Gummi-Harz des Balsambaumes.

    Triphala
    https://www.heilpraxisnet.de/naturheilkunde/triphala-anwendungen-und-wirkungen
    In der traditionellen indischen Medizin wird die als Dreifrucht bekannte Kräutermischung Triphala seit Jahrhunderten zum Erhalt und zur Förderung der Gesundheit eingesetzt. So gilt das Pulver der Dreifrucht beispielsweise als bewährtes Verjüngungsmittel und soll zudem Verdauung, Stoffwechsel und Immunfunktionen verbessern.

    Ich habe eine Woche lang Muttermilch getrunken
    https://www.vice.com/de/article/mggq3x/ich-habe-eine-woche-lang-muttermilch-getrunken
    Wie es der Gesundheit nützt und wie es sich anfühlt, einem Baby etwas wegzunehmen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Juli 2019
  5. plotin

    plotin Well-Known Member

    Registriert seit:
    12. Juli 2009
    Beiträge:
    4.970
    .....Nix, "mit 90 hau Ich in den Sack", so oder so... "irgendwann" ist schließlich "genug"!.....

    meint plotin
     
  6. Giacomo_S

    Giacomo_S Active Member

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    Kürzlich las ich ein - relativ neues - Buch zum Thema "Unsterblichkeit/Verjüngung" von einem englischen Journalisten.
    Man gewinnt den Eindruck: Das Thema bewegt vor allem selbstsüchtige, eitle und überhebliche ... Amerikaner. Verschiedene Strömungen wollen, angeregt von ihren jeweils eigenen Gurus und deren Lehrmeinungen, in der eigenen Art uralt werden.

    Da gibt's die einen, die sich zu Klappergerippen herunterhungern, nachdem gezeigt werden konnte, dass durch Unterernährung das Mäuseleben verlängert werden konnte. Schön und gut, aber der Nachteil ist, das man nicht mehr gut sitzen kann (das Polster fehlt), man ständig friert und die Sexualität zum Erliegen kommt. Na, super!

    Andere, wie Ray Kurzweil, unterziehen sich strengen und ständigen medizinischen Programmen und Methoden. Sinn solcher Maßnahmen ist, das Leben so lange zu verlängern, bis ersehnte Methoden der Nanotechnologie, z.B. als Reparaturroboter im Körper, endlich verfügbar sind. Kurzweil sieht das in max. 30 Jahren gegeben ... aber der ist ja auch ein Optimist. Oder ein Träumer.

    Wieder andere schlucken Vitamine und andere "Verjüngungsmittel" en gros. Resveratrol, bei der Maus lebensverlängernd, schlucken auch alle. Leider bleibt auch da die Libido auf der Strecke. Und es ist nicht restlos geklärt - manche sagen sogar, wahrscheinlich - ob nicht die eine oder andere Substanz nicht auch "den Krebs füttert". Denn der wäre ja auch gern unsterblich.

    Und dann gibt's die, die sich in einem von zwei Unternehmen in den USA nach ihrem Tod einfrieren lassen. Den ganzen Körper, oder billiger: Nur den Kopf.
    In der Hoffnung, irgendwann in der Zukunft lebend (!) wieder aufgetaut zu werden - was noch nie überhaupt nur für ein Säugetier gelungen ist. Solange die Erben für den Kadaver (denn um nichts anderes handelt es sich rechtlich) die laufenden Gebühren zahlen. Denn ein Toter kann schließlich keinen Besitz mehr haben, auch in den USA nicht (wie die Leute DAS regeln, darüber schweigt das Buch leider).
    Wenn einen überhaupt jemand auftauen will, sobald das möglich ist ... warum sollte man eigentlich?

    Fazit:
    Nicht das essen dürfen, worauf man gerade Lust hat, hungern, dauernd zum Arzt gehen und sich irgendwelchen Programmen zu unterziehen, um dann frierend keinen Sex zu haben: Die Leute sollten sich lieber einmal fragen wofür sie leben wollen, als wie lange.

    Im Übrigen:
    Es ist weder so genau bekannt, was uns lang am Leben erhält, noch, was es verkürzt. Die Bandbreiten von Lebensweisen, innerhalb derer sich keine Unterschiede in den Lebenserwartungen zeigen, sind erstaunlich groß, z.B. beim Körpergewicht. Und gerade Top-Athleten, amerikanische Profifootballer z.B., sterben im Durchschnitt (!) ziemlich jung - und zwar an den Langzeitfolgen ihres Sports.

    Die Gesundheit und das Leben sind wichtig ... aber man kann's auch übertreiben. Länger wird das Leben dadurch auch nicht, es kommt einem nur länger vor.
    Lebe doch einfach, und genieße es!
     
    Anideos, Amsel. und Bernies Sage gefällt das.
  7. Walter

    Walter Administrator Mitarbeiter

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    Beiträge:
    3.299
    @Giacomo_S Hättest Du nicht gleich zu Anfang noch ein unsinniges Pauschalurteil eingebaut könnte ich Deinem Beitrag zu 100% zustimmen.
     
  8. Giacomo_S

    Giacomo_S Active Member

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    München
    Du meinst das mit den Amerikanern? Damit war nicht gemeint, Amerikaner hätten per se diese Eigenschaften. Vielmehr ging es mir darum, dass jene Amerikaner, die zu den diversen "Clubs der Unsterblichen" gehören, in meinen Augen diese Eigenschaften haben.

    Die von dem britischen Autor des Buchs genannten Akteure sind ausnahmslos Amerikaner. Es gibt in Europa und anderen Teilen der Welt keine nennenswerten Bewegungen, schon gar nicht in diesem Umfang, die sich erhebliche Lebensverlängerungen auf ihre Fahnen geschrieben hätten (außer vielleicht der Brite Aubrey de Grey, der aber u.a. auch deshalb als einer der Stars der Szene angesehen wird, weil er eben kein Amerikaner ist).
    Die anvisierten Ziele sind ehrgeizig, um es wohlwollend auszudrücken, denn man spricht offen von angestrebten Lebensaltern von 300 und mehr Jahren, wenn nicht gleich ganz von der Unsterblichkeit. Ich würde es Hybris nennen.

    Die meisten verfolgenden den Ansatz, ihr derzeitiges Leben - durch welche Konzepte auch immer - so weit wie möglich zu verlängern, in der Hoffnung (Ray Kurzweil: Gewissheit), dass in wenigen Jahrzehnten neue wissenschaftliche Methoden zur Verfügung stehen, um das eigene Leben beliebig zu verlängern.
    Für mich sieht das eher wie das Träumen nach einer "Wunderdroge" aus.
    Außerdem wird dabei völlig verdrängt, dass Methoden, die derartig elementar in den Stoffwechsel eines Menschen eingreifen - wie z.B. hypothetische Nanoroboter - zumindest nach derzeitiger weltweiter Rechtslage überhaupt keine Chance auf eine Zulassung hätten. Wie will man sie testen, am Menschen, was soll dabei herauskommen?

    Der römische Kaiser Mark Aurel (121-180), war der Ansicht, nach einem Lebensalter von 40 Jahren kämen keine neuen Lebenserfahrungen mehr hinzu. Es handele sich nur noch um Abwandlungen und Wiederholungen der alten.
    Obwohl ich, nunmehr seit mehr als einem Jahrzehnt, die ersten vier Lebensjahrzehnte überstanden habe, diese Ansicht nicht ganz teile ... halte ich sie aber auch nicht für völlig falsch.

    Wir haben heute im Westen Lebenserwartungen, die um die 80 Jahre liegen. Möglicherweise wird sie noch steigen, vielleicht aber auch nicht (weil die wesentlichen medizinischen Fortschritte bereits gemacht wurden).
    Sein eigenes Leben mit aller Verbissenheit über Gebühr verlängern zu wollen: Ja, das halte ich für selbstsüchtig, eitel und überheblich. Denn man tut dies, ohne Rücksicht auf die gesellschaftlichen Konsequenzen, die dies hätte, vor allem als Massenphänomen, ohne Rücksicht auf nachkommende Generationen und den Planeten.

    Und für amerikanisch, denn hier denkt niemand so. Die Europäer, insbesondere die Deutschen, haben eine Geschichte aus unethischer medizinischer Forschung, Übermensch und Eugenik hinter sich. Solche Inhalte wagt überhaupt niemand auszusprechen, geschweige denn, auch noch eine Lifestyle-Bewegung daraus zu machen.

    Die Amerikaner sind da leichten Herzens und ihre eigene, dunkle Geschichte der Eugenik haben sie nur zu gern schon wieder vergessen oder ignoriert. Und nicht nur in Fragen der Unsterblichkeit, sondern auch über bereits in der nahen Zukunft (sogar: verpflichtend) durchzuführende genetische "Verbesserungen" der menschlichen Erbsubstanz sind es vor allem amerikanische Experten, die dererlei propagieren, und das öffentlich. Verfahren, die in der ganzen EU streng verboten sind (in den USA nicht, auch wenn einige Bundesstaaten sie verbieten).
     
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  9. Amsel.

    Amsel. Active Member

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    Kassel + Berlin
    Ich denke, solche gibts auch hier. Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung oder Psychopathen.
    Und/Oder Menschen, die von sich sehr gut wissen, daß sie sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben
    während ihrer aktiven Jahre, auch wenn sie davon längst nichts mehr wissen wollen. Im Stillen lauert ja
    doch die Angst und das Gewissen. Also bloß nicht sterben, damit das ungewisse Danach noch nicht kommt.
    Gerade ohne einen Glauben muß das schwer zu ertragen sein. Dem steht ja ein Fall ins Bodenlose bevor.
     

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