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..fluchtversuche in nichts

Dieses Thema im Forum "Eigene Geschichten" wurde erstellt von nachtdenker, 4. April 2013.

  1. nachtdenker

    nachtdenker New Member

    Registriert seit:
    24. August 2008
    Beiträge:
    269
    Ort:
    rande des wahnsinns
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    alltagsgeschichten und tote enten..


    Er stand am Fenster und schaute auf die Wiese vorm Wohnblock, vor seinem Zimmer, denn viel mehr konnte er sich nicht leisten. Er hatte es nicht weit gebracht, sein name war Robert und er war jetzt 34 und das beste was passiert war in seinem bisherigen leben war eine Frau vor 9 jahren, seitdem musste man zahlen wenn man Streicheleinheiten genießen wollte. Teuer und kurz, wie das leben eines armen Schluckers, wie eine Geschichte eines Unbekannten, von ein paar milliarden Niemanden auf der Welt war er einer..
    Das Radio lief und spielte was von Beethoven, er mochte tiefe Gedanken eigentlich nicht besonders, es war als würden einen die Gedanken aussuchen und nicht umgekehrt. Robert griff nach seinem Bier und nahm einen ordentlichen Schluck. So stand er bestimmt schon 1 Stunde da, ans Fensterbrett gelehnt, in vorbeiziehenden Gedanken und Wolken gefangen.
    Langsam griff er nach seinem Tabak und drehte sich abgemüht eine Zigarette, da fiehl ihm ein, dass er noch raus musste. Zur Aphoteke, der Arzt hatte ihm was gegen seine Niedergeschlagenheit gegeben. Er galubte nicht an Wunder, aber ein Versuch war es allemal wert.
    So schnippte er die tote Kippe über den Zaun, zog sich die Schuhe an und
    nichts wie raus. Den ganzen Weg über kam es ihm vor als würde die Sonne ihn erblinden lassen, er fühlte sich wie ein abgefuckter Vampier auf der Flucht vor der Sonne. Wenn er schlief, hatte er Alpträume oder war so blau das er sich am nächsten tag an nichts erinnern konnte. Das martyrium war da oben im Kopf und nicht da draußen, oder etwa doch.. so sicher konnte man sich da nicht mehr sein.
    Es war nicht viel los auf dem gepflasterten Weg zur "Heilung" und auch wenn hätte er nichts gesehen, da der Blicke Richtung boden wanderte. Der Boden fühlte sich merkwürdig an, unreal und Hart, wie ein Tag in der Fabrik, wie Dinge wir hassen und verachten, von den keiner will das Sie existieren.
    Für Robert war alles mittlerweile ein Flucht, das hatte er eingesehn und sogar an das sich nicht geliebt fühlen konnte man sich gewöhnen. Es wär auch zu Lächerlich, das war so sein Entfinden, Geld wäre vielleicht besser, Liebe ist käuflich und Frauen mögen das, diese Sicherheit.
    So sprudelte Robert rein in die Aphoteke und legte ohne Worte das Rezept hin, sie war freundlich und stellte keinen dummen fragen außer:"Sie wissen wie es einzunehmen is.." Pflichtfragen eben, "klar" erwiedert er und nahm das Päckchen. Huschte Raus auf die Straße, durch eine Seitengasse und vorbei an Ruinen und Neubauten, sogar in diesem Kaff war ne Menge Kohle zu schäffeln, die Gier bringt die miesesten Kreaturen hervor und der Krieg.
    Robert dachte das er gern rauchen würde aber er hatte den Tabak vergessen, nach Hause in sein Zimmer wollte er nicht und da er noch 70 cent eingesteckt hatte startete er entschlossen zur Bank sich einen Kaffee zu hohlen, am Automaten.
    Es war ruhig und hell draußen, noch immer und so spazierte er nach einem cappocino am Fluß entlang, dort wo noch etwas grün lag und die Luft nicht so miefte, vielleicht gäbe es was zu sehn das etwas aufschwung oder Antworten geben könnte. Auf das was sich Leben nennt, war kein Verlass.
    So spazierte dieser Vagabund herum, mit Gedanken ans Nichts. Und als Robert an den Enten vorbeikam, war er fast neidisch auf das natürliche Verhalten und die Schönheit dieser Tiere. Es kümmert sie einen Scheiß wer da vor ihnen stand, was er machte, welchen job und welche Klamotten er trug.
    Reinheit und ein paar Schritte weiter lag eine tote Ente, langsam trat Robert darauf zu, als wollte er nicht das sie aufwacht, Angst sie aus der Totenstarre zu wecken. Da stand er Endlich über dieses tote ding gebeugt, als könnte er mit den Augen den Tod für einen Moment fassen, einfach um ihm schon vor dem Ende einmal begegnet zu sein.
    Die tote Ente räuspert sich, eine Art krächtzen, ein Geräusch, es führ Robert wie ein Blitz in die Glieder. Er schrie kurz aber bestimmt:" Hey!" Verdammt, lebte das Ding noch, hatte er es von den Toten geweckt!?
    Kein Anzeichen von Leben, von pulsierendem Blut, nur ein Kadaver. Stumm wie es nur tote Enten können. Es wurde wohl echt Zeit am Verstand zu zweifeln oder sich auf zu machen, irgendwo hin, wo es ruhig war.
    So schwang sich Robert schnurstrax Richtung seiner kleiner Wohnung. Als er da war legte er was von Bach auf und drehte sich eine Zigarette und morgen würde er den Tabletten eine Chance geben, bevor noch mehr tote Tiere kommen würden um sich mit ihm zu unterhalten. So umgefähr waren seine Gedanken, er ließ sich ein Bad ein und machte eine Dose Becks auf. Der Tag war verstrichen, gekillt, die Sonne färbte durch den Spalt der Rollos das Zimmer in weiche Rotorangegelbe Farben denen konnte nicht mal das grässliche Grau der Wände entkommen.
    Robert war froh das die Nacht kam und nahm einen Schluck darauf.






    Puh.. war mein erstes, hoffe er zerreist es nicht in der Luft, es war nur ein Versuch, hab verdammt viel Zeit der weilen..
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. April 2013
    Fibonacci gefällt das.
  2. Munro

    Munro Well-Known Member

    Registriert seit:
    2. Januar 2014
    Beiträge:
    3.961
    Ein guter Titel!
     
  3. Fibonacci

    Fibonacci Well-Known Member

    Registriert seit:
    6. Juli 2019
    Beiträge:
    2.003
    Gefällt mir gut dein Erstlingswerk.

    Liest du Charles Bukowski?

    Wenn nicht solltest du damit anfangen.
     

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