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Exodus

Dieses Thema im Forum "Eigene Gedichte" wurde erstellt von denk-mal, 16. September 2019.

  1. denk-mal

    denk-mal Well-Known Member

    Registriert seit:
    22. Mai 2015
    Beiträge:
    10.558
    Ort:
    Schwarzwald
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    Inspiriert durch Plotins Gedanken 314……

    http://www.denkforum.at/threads/plotins-gedanken.18381/page-32



    Es galt für ihn, das weite Meer zu finden,
    als Verfolgter, der nach Schutz nur sinnt.
    Er träumte wie sein Leben neu beginnt
    und es galt, das Meer zu überwinden.

    Auf einmal begegnete er Wüstensöhnen.
    Sie erzählten vom verheißenen Land
    und brachten ihn zum Meeresstrand.
    Den Fährmann musste er Löhnen.

    Die Gefahr konnte er noch nicht erkennen.
    Wie endlich schien die Weite seiner Sicht.
    Sein Herz zu ihm von Sehnsucht spricht.
    Wie bang er war eine Not zu benennen.

    Als er in die Augen der anderen schaute,
    erzählten sie, es wird alles so wunderbar,
    wir sind gänzlich frei, ein Traum wird wahr.
    Und sie waren plötzlich alles, dem er traute.

    Ihr Frohsinn schlug Wellen.
    So schwärmten sie sich fort,
    und ihr Motor war das Wort,
    und die Stille ihr zerschellen.


     
  2. denk-mal

    denk-mal Well-Known Member

    Registriert seit:
    22. Mai 2015
    Beiträge:
    10.558
    Ort:
    Schwarzwald
    Beim Titel war ich etwas ratlos.

    Wollte zuerst Wellen der Hoffnung, oder der Sehnsucht
    wählen, aber das klang mir zu sehr nach La Paloma.


    So ist das Leben ein Kommen und Gehen
    doch wer kann es je verstehn?




    Ob dem Ernst der Lage fand ich Exodus besser.
    Exodus steht für Auszug, Flucht bzw. Ausgang.



    Zieh, Gedanke, auf goldenen Schwingen,
    zieh und ruhe auf Fluren und Hügeln!
    Lass die Sehnsucht den Lauf dir beflügeln
    bis zu Zions Gebirge und Tal!

    Grüß die Ufer des Jordans, die schönen!
    Zu dem Tempel des Herrn mögst du dringen!
    Ach, die Heimat, nach der wir uns sehnen,
    grüß, Gedanke so süß und voll Qual!

    Goldne Harfe der göttlichen Seher,
    warum hängst du so stumm an der Weide?
    Schenke Hoffnung und Trost uns im Leide
    und erzähle von glorreicher Zeit.

    Auch vom Schicksal geschlagner Hebräer

    singe, Harfe, in klagenden Tönen.
    Mit dem Willen des Herrn zu versöhnen,
    schenk uns Hoffnung, zu tragen dies Leid!
     
  3. Soraya

    Soraya Well-Known Member

    Registriert seit:
    31. Juli 2017
    Beiträge:
    1.571
    Mit freundlicher Erlaubnis v.d. 95 jährigen Urheberin,
    die jedoch namentlich nicht genannt werden möchte.

    Angekommen

    Wer weint um sie,
    die ehedem so hoffnungsvollen Menschen,
    die neben den zerborstenen Booten
    am Grund des Meeres liegen.

    .. Stumm. .. Stumm.

    Wieviel Verzweiflung ist damit versunken.
    Und wieviel Hoffnung auf ein neues Leben.
    Wieviel Vertrauen in ein unbekanntes Land.

    Nun werden sie herauf geholt.
    Sie sind angekommen – aber wie!

    Soviele abgebrochene Leben.
    Sind aufgenommen in einem neuen Land.

    - - Zu spät - - zu spät.

    Wer weint um sie…

    H.U.
    Genau so geschrieben am 9.10.2013
    für die versunkenen Flüchtlingsopfer
    vor der Insel Lampedusa
     

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