• Willkommen im denk-Forum für Politik, Philosophie und Kunst!
    Hier findest Du alles zum aktuellen Politikgeschehen, Diskussionen über philosophische Fragen und Kunst
    Registriere Dich kostenlos, dann kannst du eigene Themen verfassen und siehst wesentlich weniger Werbung

Berliner Bilder

AW: Berliner Bilder

19807296gc.jpg

Boah, tolle Stadt !
Jetzt weiß ich auch, warum alle dorthin wollen.-

Perivisor
 
Werbung:
AW: Berliner Bilder

Heute beobachtete ich etwas Neues.


Ich war gezwungen, an einer Ampel zu halten, sie zeigte rotes Licht.
Ich befand mich im ersten Auto vor der Haltelinie an der Ampelanlage, gebaut von Siemens, 1927.

Da kam auf einmal ein junger Mann an mein Fahrerfenster, mit einem Stapel von Duftbäumchen in der Faust. Er hieß mich an, das Fenster zu öffnen, sagte/stammelte er etwas wie, Bitte.

Ich ließ mir etwas reichen. Es war ein Duftbaum, der mutmaßlich üblichen Ababart. Geschmack Lemon.
Auf der Einwegfolie des Baumes war ein kleiner Aufkleber. Da stand, so ungefähr:

Ich bin arm, ich bitte um eine Spende. Bitte, ich gehe Sie an.

Der Kerl ging weiter, nach hinten, die Reihe der wartenden Kraftfahrzeuge ab, wie die Leute in Mitte, die eine Zeitung zugunsten Obdachloser oder so ähnlich anbieten, in den Rotphasen der Ostampeln, in denen man eine halbe Zigarette rauchen kann.


Bevor die Ampel Grün zeigte, kam er zurück und sagte 1 Euro. Ich sagte, ich bin arm, Sie haben mir das doch geschenkt. Ich gebe Ihnen, ich suchte herum, 20 Cent. Er wurde fast ärgerlich, nein, 1 Euro, er beharrte auf seinem Satz.
Ich zeigte keine Bereitschaft, einen Euro-Scheck auszustellen, er forderte den Baum, Lemon, zurück. Ich sagte, wieso, ist doch geschenkt. Er wurde noch ärgerlicher, in der Mimik, ließ einen Goldzahn aufblitzen.
Ich dachte, gut, ich gebe einen Euro, dann kann ich den Aufkleber auf dem Baum gut fotografieren und als Beitrag verwenden. Dann dachte ich, ich bin arm, ich esse manchmal ein Brötchen am Tag, ich brauche den Euro. Scheiß auf den guten Beitrag.
Der Baum ging also wieder zurück und ich fuhr los. Und parkte gleich wieder.

Dann bin ich umgekehrt, ohne Kraftwaggon, ich versuchte, den Mann zu fotografieren, aus einem Hauseingang, so wie bei Emil und die Detektoren.

Das magere Foto zeigt ...

20179796gh.jpg



... nichts.

Er hat eine, mir bisher unbekannte neue Geschäftsidee, praktisch umgesetzt. Ich glaube nicht, daß er sich durchsetzen wird. Er ist zu unfreundlich.















 
AW: Berliner Bilder

Heute beobachtete ich etwas Neues.


Ich war gezwungen, an einer Ampel zu halten, sie zeigte rotes Licht.
Ich befand mich im ersten Auto vor der Haltelinie an der Ampelanlage, gebaut von Siemens, 1927.

Da kam auf einmal ein junger Mann an mein Fahrerfenster, mit einem Stapel von Duftbäumchen in der Faust. Er hieß mich an, das Fenster zu öffnen, sagte/stammelte er etwas wie, Bitte.

Ich ließ mir etwas reichen. Es war ein Duftbaum, der mutmaßlich üblichen Ababart. Geschmack Lemon.
Auf der Einwegfolie des Baumes war ein kleiner Aufkleber. Da stand, so ungefähr:

Ich bin arm, ich bitte um eine Spende. Bitte, ich gehe Sie an.

Der Kerl ging weiter, nach hinten, die Reihe der wartenden Kraftfahrzeuge ab, wie die Leute in Mitte, die eine Zeitung zugunsten Obdachloser oder so ähnlich anbieten, in den Rotphasen der Ostampeln, in denen man eine halbe Zigarette rauchen kann.


Bevor die Ampel Grün zeigte, kam er zurück und sagte 1 Euro. Ich sagte, ich bin arm, Sie haben mir das doch geschenkt. Ich gebe Ihnen, ich suchte herum, 20 Cent. Er wurde fast ärgerlich, nein, 1 Euro, er beharrte auf seinem Satz.
Ich zeigte keine Bereitschaft, einen Euro-Scheck auszustellen, er forderte den Baum, Lemon, zurück. Ich sagte, wieso, ist doch geschenkt. Er wurde noch ärgerlicher, in der Mimik, ließ einen Goldzahn aufblitzen.
Ich dachte, gut, ich gebe einen Euro, dann kann ich den Aufkleber auf dem Baum gut fotografieren und als Beitrag verwenden. Dann dachte ich, ich bin arm, ich esse manchmal ein Brötchen am Tag, ich brauche den Euro. Scheiß auf den guten Beitrag.
Der Baum ging also wieder zurück und ich fuhr los. Und parkte gleich wieder.

Dann bin ich umgekehrt, ohne Kraftwaggon, ich versuchte, den Mann zu fotografieren, aus einem Hauseingang, so wie bei Emil und die Detektoren.

Das magere Foto zeigt ...

20179796gh.jpg



... nichts.

Er hat eine, mir bisher unbekannte neue Geschäftsidee, praktisch umgesetzt. Ich glaube nicht, daß er sich durchsetzen wird. Er ist zu unfreundlich.
















Hallo Svensgar !
Ich vermute, dass der Mann nicht selber auf diese Idee gekommen ist. Meistens stecken Drückerbanden dahinter, die die Klinkenputzer unter massiven Druck setzen, wenn sie nicht die geforderten Euros hinterher abliefern.
In meiner Stadt sitzen regelmäßig verhärmte ältere (vielleicht nicht so alt, wie sie aussehen) Frauen mit Kopftuch im Schneidersitz auf dem Pflaster, ein kleines Kind im Arm. Sie halten einem einen Plastikbecher hin, in den man Euros werfen soll. Dazu murmeln sie unverständliches, wahrscheinlich rumänisches oder bulgarisches Zeug.
Pünktlich um 16 Uhr räumen sie das Feld. In einer Nebenstrasse steht ein schwarzer Porsche Cayenne mit rumänischem Nummernschild. Darin ein fetter, glatzköpfiger Fahrer, der wartet.-

Perivisor
 
AW: Berliner Bilder

... Ich vermute, dass der Mann nicht selber auf diese Idee gekommen ist. Meistens stecken Drückerbanden dahinter, die die Klinkenputzer unter massiven Druck setzen, wenn sie nicht die geforderten Euros hinterher abliefern.
In meiner Stadt sitzen regelmäßig verhärmte ältere (vielleicht nicht so alt, wie sie aussehen) Frauen mit Kopftuch im Schneidersitz auf dem Pflaster, ein kleines Kind im Arm. Sie halten einem einen Plastikbecher hin, in den man Euros werfen soll. Dazu murmeln sie unverständliches, wahrscheinlich rumänisches oder bulgarisches Zeug.
Pünktlich um 16 Uhr räumen sie das Feld. In einer Nebenstrasse steht ein schwarzer Porsche Cayenne mit rumänischem Nummernschild. Darin ein fetter, glatzköpfiger Fahrer, der wartet.-



Jetzt müssen Sie mir nur noch erklären, wie ich meine Schuhe binde.




 
Werbung:
AW: Berliner Bilder

Vor einigen Tagen war ich im Kino.
Als ich nach Filmende das Kino verließ, sprach mich jener Mann an, der mich schon vor dem Eintritt in das Theater um Geld anging. Er hatte es geschafft, ich fragte, reichen 20 Cent? Er bejahte und ich ließ die Münze in seine Hand fallen, er hatte keinen Bettelbecher in Betrieb.
Nun bot er mir ein zusammengefaltetes Zettelchen an, das ich aus Vorliebe für Zettelchen annahm. Dann fragte er, ob ich mich für UFOs interessierte. Ich verneinte, erwähnte jedoch diese Landung auf einem Kometen. Da begann er zu reden, wie ein Frisör. Nach einigen Minuten konnte ich ihn abschütteln.
Zuhause entfaltete ich das Zettelchen ...







20187989fc.jpg


 
Zurück
Oben