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Autorität oder Erziehung zum autoritären Charakter?

AW: Autorität oder Erziehung zum autoritären Charakter?

21. Gürten wir uns also mit Glauben und Treue im Guten, und gehen wir unter der Führung des Evangeliums seine Wege, damit wir ihn schauen dürfen, der uns in sein Reich gerufen hat.
Genau das ist der Weg allen voran die Bergpredigt mit dem Satz sucht zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit und alles andere wird euch hinzu gegeben werden.
22. Wollen wir in seinem Reich und in seinem Zelt wohnen, dann müssen wir durch gute Taten dorthin eilen; anders kommen wir nicht ans Ziel.
Stimmt auch! „Es gibt nichts Gutes außer man tut es.“
23. Fragen wir nun mit dem Propheten den Herrn: "Herr, wer darf wohnen in deinem Zelt, wer darf weilen auf deinem heiligen Berg?"
Boah im Zelt? Das ist es doch ganz schön zugig. Auf einem Berg pustet einem doch auch der Wind ganz schön um die Ohren und meist gibt es kein Haus und kein Dach da oben. Spannend ist hier auch der Hinweis auf ein Zelt. Also kein festes Haus. Ein Zelt kann schnell wieder abgebrochen werden. Es bleibt wohl etwas vorläufiges mit wenig Sicherheit.
24. Hören wir Brüder, was der Herr auf diese Frage antwortet und wie er uns den Weg zu seinem Zelt weist:
Na da sind sie ja mal wieder die lieben kleinen Jungs. Schlecht hören, können die doch meist gut ! Aber wenn ich mal meine Stimme über den Hof erschallen ließ sind sie meist lieb angetrabt gekommen. Die lieben Kleinen zum Essen, denn futtern wollen doch wohl alle.
25. "Der makellos lebt und das Rechte tut;
Tja Herr hier sind meine Hände sie sind rein! Und sie sind leer! Ist makellos im Grunde nicht stinklangweilig?
Da fällt mir die liebe Pfortenschwester ein. Sie hatte das Herz auf dem rechten Fleck und war mir ohne es zu wollen eine echte Novizenmeisterin. Sie erzählte mir von dem Mann ihrer Schwester. Der habe so ein armes Mädchen nicht heiraten dürfen. Da ist er hingegangen und hat nebenher noch extra gearbeitet und alles was er ersparte auf das Konto seiner Braut eingezahlt. Nachdem genug Geld auf dem Konto war konnten die beiden heiraten. Sr X ergänzte dann:“Lieber Gott so musst Du das mit mir auch tun. Ich hab auch nichts.“ :)
26. der von Herzen die Wahrheit sagt und mit seiner Zunge nicht verleumdet;
Naja das so mit der Wahrheit ist so eine Sache. Wenn ich sie gesagt habe, dann habe ich entweder Dresche bezogen oder es wurde mir nicht geglaubt. Und Hl Benedikt ich kann verstehen, dass Du vor 1500 Jahren noch nicht viel vom Unterbewusstsein verstanden hast. Heute weiß man, dass das Unterbewusstsein das „Nicht“ versteht. Also wird verstanden und mit der Zunge verleumdet. Das ist schon echt übel, was diese Regel angerichtet hat.
27. der seinem Freund nichts Böses antut und seinen Nächsten nicht schmäht;
Auch hier wird eher vom Unterbewussten verstanden: der seinem Freund Böses antut und seinen Nächsten schmäht. Heute haben wir also den Salat.
Ich habe einen Gott bei dem alles sein darf.
28. der den arglistigen Teufel, der ihm etwas einflüstert, samt seiner Einflüsterung vom Auge seines Herzens wegstößt, ihn zunichte macht, seine Gedankenbrut packt und sie an Christus zerschmettert."
Joah, Arglistigkeit gibt es in Hülle und Fülle. Aber muss es immer gleich der Teufel sein? Mir reichen da vollkommen die Krämerseelen. Die wenn - dann Menschen. Die immer erst handeln müssen, bis sie sich auf etwas einlassen.
29. Diese Menschen fürchten den Herrn und werden wegen ihrer Treue im Guten nicht überheblich; sie wissen vielmehr, dass das Gute in ihnen nicht durch eigenes Können, sondern durch den Herrn geschieht.
Na ja,wenn ich einmal und immer wieder die Freude darüber zu lassen kann, dass ich bis jetzt im Großen und Ganzen heil geblieben bin und diese gesunde Freude nicht mit Überheblichkeit verwechsle, dann können wir alle mehr Freude haben. So bleiben wir alle überheblich und vergleichen uns mit den Andren. Der Neid und die Eifersucht feiern ihre Triumphe.
30. Sie lobpreisen den Herrn, der in ihnen wirkt, und sagen mit dem Propheten: "Nicht uns, o Herr, nicht uns, sondern dein Name bring zu Ehren."
Oh mir aber bitte schön auch! Ohne dem tue ich es nicht mehr und langsam habe ich verstanden, dass ist auch Gottes Wille. Aber so schrieb ich schon zu dem „Nicht“ also heißt dieser Text auch und so wird es im Tiefsten Inneren auch eines jeden Menschen verstanden werden: „Uns ,oh Herr, uns oh Herr bring zu Ehren.“ Das würde dann auch mehr der Liebe zu uns selbst und zum Nächsten entsprechen.
Es beinhaltet eine tiefe narzisstische Kränkung einem Menschen zu sagen, der sich für etwas bedanken will zu antworten: "Das habe ich alles für den Herrn getan!"
31. Auch der Apostel Paulus hat nichts von seiner Verkündigung als sein Verdienst angesehen, sagt er doch: "Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.",
Dem ist nichts hinzufügen. Das ist so. Jeder ist durch Gottes Liebe und durch die Liebe zu sich selbst, das was er ist.
32. und er sagt auch: "Wer sich rühmen will, der rühme sich im Herrn."
Auch dies ist ein sehr wichtiges und aufbauendes Zitat. Ja der Herr schützt einen und behütet einen durch alle Wirrnisse und Irrtümer hindurch.
Dafür kann ich auch die Agnostiker und Atheisten schreiben, das Leben, die Liebe, das Universum, die Evolution.

meint :waesche1: :schaf: rg
 
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AW: Autorität oder Erziehung zum autoritären Charakter?

33. Schließlich sagt der Herr im Evangelium: "Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels gebaut hat.
Ja da kann man halt nix machen vor 1500 Jahren, wusste man anscheinend nicht, das jeder Mann von einer Frau geboren wird. Oder hat es erfolgreich ignoriert. Irgendwie geht mir da der Zusammenhang, das Wort ist Fleisch geworden verloren. Aber so ist das nun einmal mit den Bildern und der Sprache in Bildern. Irgendetwas fehlt immer. :dontknow:
34. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut."
Aha kommt immer drauf an ,was für eine Hütte das war? Fels allein reicht nicht aus. Felsenfest kann heute auch schnell mit Sturheit und Dummheit einhergehen und damit verwechselt werden. Damit haben heute sehr viele Menschen eben ihre Schwierigkeit.
35. Nach all diesen Worten erwartet der Herr, dass wir jeden Tag auf seine göttlichen Mahnungen mit unserem Tun antworten.
Das ist schon besser jeden Tag und mit dem eigenen Tun antworten, damit kann ich etwas anfangen. Dieser Satz lässt die Hoffnung auf eine lebendige Entwicklung zu.
36. Deshalb sind uns die Tage dieses Lebens als Frist gewährt, damit wir uns von unsren Fehlern bessern,
Besser machen ist auch meine Devise. Aus Fehlern kann man nur lernen. Dazu bedarf es allerdings der Einsicht, einen Fehler als einen Fehler zu erkennen. Daran mangelt es heute einfach zu oft. Dieser Mangel besteht oft zu Recht, da ich noch gelernt habe, das Fehler oft unnachsichtig und schwer bestraft wurden.
37. wie der Apostel sagt: "Weißt du nicht, dass Gottes Geduld dich zur Umkehr führt?"
„Mit Geduld und Spucke fängt man die größte Mucke.“ Sagte mein Großvater oft. Selber Geduld zu lernen, um meine Mitmenschen zu der notwendigen Selbsterkenntnis zu führen erscheint mir lohnenswert zu sein. Ein geistlicher Berater sagte mir mal: „Die Worte Gott und ich sind eigentlich nicht von dieser Welt.“
38. Denn in seiner Güte sagt der Herr : "Ich will nicht den Tod des Sünders, sondern dass er umkehrt und lebt."
Heute könnte dieser Satz doch wohl besser heißen : Joh.10,10 „ Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“. Es geht darum, der sehr menschlichen und natürlichen Angst vor dem Tod regelmäßig ins Auge zu blicken und sich immer wieder für das größere Leben zu entscheiden.

meint :waesche1: :schaf: rg
 
AW: Autorität oder Erziehung zum autoritären Charakter?

39. Brüder, wir haben also den Herrn befragt, wer in seinem Zelte wohnen darf, und die Bedingungen für das Wohnen gehört. Erfüllen wir doch die Bedingungen eines Bewohners!
Ich wage es mittlerweile zu bezweifeln, dass der hl Benedikt tatsächlich die Bedingungen kennt. Hat er nichts über die Stellen der Pharisäer und Schriftgelehrten gekannt? :dontknow:
40. Wir müssen unser Herz und unseren Leib zum Kampf rüsten, um den göttlichen Weisungen gehorchen zu können.
Was soll dieser militärische Aufruf zum Kampf? :dontknow:
41. Für alles, was uns von Natur aus kaum möglich ist, sollen wir die Gnade und Hilfe des Herrn erbitten.
Das ist wohl wahr.Die Gnade baut auf der Natur auf, das wurde in 1500 Jahren vergessen.
42. Wir wollen den Strafen der Hölle entfliehen und zum unvergänglichen Leben gelangen.
Kann das sein? :dontknow: Hat der hl Benedikt schon den Ausspruch von Sartre gekannt? “Die Hölle, das sind die anderen!“
Aber zur Zeit der Völkerwanderung war wohl genauso viel Verwirrung wie zu unserer Zeit heute.
43. Noch ist Zeit, noch sind wir in diesem Leib, noch lässt das Licht des Lebens uns Zeit, all das zu erfüllen.
„Zeit ist eine Illusion“ habe ich mal einem Buch gelesen und die darin angewandte Logik fand ich stimmig. Wenn es eine Ewigkeit gibt, von der ich immer gedacht habe, sie beginnt erst nach meinem Tod. Dann war dieser Gedanke etwas kindisch und eine Lüge, die mir eingetrichtert worden ist. Also wenn es eine Ewigkeit gibt, dann war sie schon vor meiner Zeit da und währt auch schon jetzt in diesem Augenblick.
44. Jetzt müssen wir laufen und tun, was uns für die Ewigkeit nützt.
Immer diese Rennerei in der Regel vom hl Bendikt! Als Italiener hat er wohl nicht das Märchen von dem Hasen und dem Igel gekannt. Ich bete „Dein Reich komme“ Nicht ich soll dahin marschieren. „Das Reich Gottes ist da!“ Wie oft hat mir die Novizenmeisterin gesagt, im Kloster hätte ich keine Zeit mich auszuruhen, wie in der Welt. :dontknow: Das Reich Gottes ist da!

meint :waesche1: :schaf: rg
 
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AW: Autorität oder Erziehung zum autoritären Charakter?

Kapitel 01:
Die Arten der Mönche
1. Wir kennen vier Arten von Mönchen.

Tja heute kennen wir noch eine ganze Menge mehr Sorten von Mönchen und von Nonnen Es ist ziemlich schwierig sich dadurch zu finden. Warum wohl?

2. Die erste Art sind die Koinobiten: Sie leben in einer klösterlichen Gemeinschaft und dienen unter Regel und Abt.
Dazu schreibst Du (Benedikt) ja später noch etwas. Aber irgendwie scheint, bei Dir in Richtung der Nachfolge Jesu, etwas durcheinander geraten zu sein.
3. Die zweite Art sind die Anachoreten, das heißt Einsiedler. Nicht in der ersten Begeisterung für das Mönchsleben, sondern durch Bewährung im klösterlichen Alltag
4. und durch die Hilfe vieler hinreichend geschult, haben sie gelernt, gegen den Teufel zu kämpfen.
Ich glaube dafür braucht der Mensch heute eigentlich kein Kloster mehr. Familie, Schule und Berufs- und Arbeitsalltag sind heute Schulung genug, um immer wieder den Wechsel von Eigenwillen und echtem Gehorsam zu üben.
Der Mensch braucht lediglich die Einsicht, dass er durch nichts von der Liebe Gottes getrennt ist und sein kann. Diese Einsicht ist leider verloren gegangen.
5. In der Reihe der Brüder wurden sie gut vorbereitet für den Einzelkampf in der Wüste. Ohne den Beistand eines anderen können sie jetzt zuversichtlich mit eigener Hand und eigenem Arm gegen die Sünden des Fleisches und der Gedanken kämpfen, weil Gott ihnen hilft.
Also jetzt muss ich mal ein ernstes Wörtchen mit Dir reden, kannst Du mir mal sagen, wieso Du so penetrant die Schwestern und die Mutter vergisst?
Was heißt hier eigentlich Sünde? Hat Jesus Christus uns nicht von unseren Sünden erlöst? Wieso bringst Du das so penetrant immer wieder in die Regel ein? Das verstehe wer will, ich nicht!
Gott schuf den Menschen nach seinem Ebenbild und zwar als Mann und als Frau? Und es war sehr gut. Wachset und mehrtet euch und erobert euch die Welt oder besser noch gewinnt sie und nicht macht sie euch untertan. Lautet die frohe Botschaft.
Kann es sein, dass diese Regel eben so missverständlich ausgefallen ist, weil Du zuerst Einsiedler gewesen bist und als Aussteiger der Welt den Rücken gekehrt hast?

:dontknow::waesche1::schaf: rg
 
AW: Autorität oder Erziehung zum autoritären Charakter?

]Kapitel 01
6. Die dritte Art sind die Sarabaiten, eine ganz widerliche Art von Mönchen. Weder durch eine Regel noch in der Schule der Erfahrung wie Gold im Schmelzofen erprobt, sind sie weich wie Blei.
Ach so, kann es sein, das Du hier die Schaumgummiwände meinst. Die Typen, die ja sagen und nein meinen. Da gehe ich mit Dir völlig einig, die kann ich auch nicht leiden. Davon ist heute die Kirche übervoll. Fast alle Leute die sich um ein ernsthaftes Leben bemühen, nennen sich heute Atheisten.
7.In ihren Werken halten sie der Welt immer noch die Treue. Man sieht, dass sie durch ihre Tonsur Gott belügen.
Beschreibst Du hier nicht die Pharisäer wie Jesus sie in Jerusalem angetroffen hat?
8. Zu zweit oder zu dritt oder auch einzeln, ohne Hirten, sind sie nicht in den Hürden des Herrn, sondern in ihren eigenen eingeschlossen: Gesetz ist ihnen, was ihnen behagt und wonach sie verlangen.
Ja ganz ekelhaft!
9. Was sie meinen und wünschen, das nennen sie heilig, was sie nicht wollen, das halten sie für unerlaubt.
Eben und deswegen sind sie unbelehrbar!

10. Die vierte Art der Mönche sind die sogenannten Gyrovagen. Ihr Leben lang ziehen sie landauf landab und lassen sich für drei oder vier Tage in verschiedenen Klöstern beherbergen.
Ach die nennen wir heute Tippelbrüder oder Nichtsetzhafte. Es sind teilweise meine besonderen Lieblinge und erinnert mich an mein Lieblingslied:

Wilde Gesellen vom Sturmwind durchweht
Fürsten in Lumpen und Loden
Zieh’n wir dahin bis das Herze uns steht
Ehrlos bis unter den Boden.
Fidel gewandt in farbiger Pracht
Trefft keinen Zeisig ihr bunter
Ob uns auch Speier und Spötter verlacht
Uns geht die Sonne nicht unter.

Zieh’n wir dahin durch Braus oder Brand
Klopfen bei Veit oder Velten
Huldiges Herze und helfende Hand
Sind ja so selten so selten
Weiter uns wirbelnd auf staubiger Strass
Immer nur hurtig und munter,
Ob uns der eigene Bruder vergaß,
Uns geht die Sonne nicht unter.

Aber da draußen am Wegesrand
dort bei dem König der Dornen.
Klingen die Lieder im weiten Gebreit
Klagen dem Herrn unser Carmen
Und der gekrönte sendet im Tau
Tröstende Tränen herunter
Fort geht die Fahrt durch den wilden Verhau
Uns geht die Sonne nicht unter.


11. Immer unterwegs, nie beständig, sind sie Sklaven der Launen ihres Eigenwillens und der Gelüste ihres Gaumens. In allem sind sie noch schlimmer als die Sarabaiten.

12. Besser ist es, über den erbärmlichen Lebenswandel all dieser zu schweigen als zu reden.

Na da bin ich aber ganz anderer Meinung. Sie sind schwierig im Umgang klar, aber genau über und mit ihnen muss geredet werden, denn sie brauchen gerade Mut und die Anerkennung, dass sie ihr Leben nicht als ganz verpfuscht ansehen müssen. Allerdings kann dies nur jemand der ganz fest von der Liebe Gottes zu sich und allen Menschen überzeugt ist.

13. Lassen wir sie also beiseite, und gehen wir mit Gottes Hilfe daran, der stärksten Art, den Koinobiten, eine Ordnung zu geben.

Pfui Schande, St. Benedikt anscheinend hast Du nichts aber auch gar nichts von der frohen Botschaft begriffen oder doch?
Die Botschaft des jüngsten Gerichtes lautet doch, was ihr dem Geringsten von einem getan habt, das habt ihr mir getan. Kein Wunder dass Deine Söhne und Töchter heute in Klöstern so wenig noch Wirkung haben. Dies ist eine direkte Anleitung zur Ignoranz und damit zum Stolz.

meint :waesche1: :schaf: rg
 
AW: Autorität oder Erziehung zum autoritären Charakter?

Kapitel 02:
Der Abt
1. Der Abt, der würdig ist, einem Kloster vorzustehen, muss immer bedenken, wie man ihn anredet, und er verwirkliche durch sein Tun, was diese Anrede für einen Oberen bedeutet.
Dies ist ein sehr wichtiger Hinweis, hat aber leider durch zu strenge Gebräuche in unseren Klöstern zu Skrupulosität geführt. Aus der Angst etwas Falsches zu tun, ist eine verkorkste Praxis der Güte entstanden, die zu totaler Verwirrung in den Klöstern geführt hat. Jeder heutige Abt und Äbtissin ist noch durch diese übermäßig strenge Schule gegangen, die jede Spontanität untergrub und damit den Willen Gottes, weil der Geist weht wo er will. Der Glaube wurde in den Kopf vertrieben und eine ganzheitliche Liebe zum Leben unterbunden und verhindert.
2. Der Glaube sagt ja: Er vertritt im Kloster die Stelle Christi; wird er doch mit dessen Namen angeredet
Ja und der 'Menschensohn', wie Christus sich ja selber bezeichnete, war demütig und Gehorsam von Herzen. Er hat niemals Gelübde abgelegt, sondern aus der Verheißung Gottes gelebt: "Dies ist mein geliebter Sohn, an dem habe ich mein Wohlgefallen." Deswegen konnte er durch "Leiden den Gehorsam lernen" wie der heilige Paulus geschrieben hat.
3 nach dem Wort des Apostels (Röm 8,15): "Ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen macht, den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater!"
Bitte schön ebenfalls zu Töchtern Gottes sonst wäre die Geburt weiterer Kinder, die den Glauben weiter geben, unmöglich geworden und gewesen. Wenn es eine Sünde gibt, dann die, dass das weibliche Element in der Kirche viel zu kurz kommt und in der Regel überhaupt nicht erwähnt wird. Dies ergibt ein schiefes Bild und ein verkehrtes Denken. Gott schuf den Menschen nach seinem Bild und Gleichnis als Mann und als Frau.
Was ist das für ein Vater, der nur Söhne hat und nur auf diese schaut? Das ist ja die programmierte Ungerechtigkeit pur! Wer hat einen so ungerechten Gott erfunden? Wer hat ein Interesse daran, eine solche Ungerechtigkeit aufrecht zu erhalten? Abba Vater kann ich nur sagen zu jemanden, der mir hilft zu erkennen, warum ich gesündigt habe und im weiteren dann den Glauben daran aufgebe, dass Sünde überhaupt möglich ist. Es ist der barmherzige Vater der mir entgegeneilt und mich mit Freude empfängt. Da ist dann gleichzeitig noch der getreue Sohn, der das Verhalten und die Freude des Vaters nicht verstehen kann. Um den wirbt der Vater: "Sei nicht traurig, du hast doch ständig alles zur Verfügung gehabt, warum hast Du es nicht genutzt?"
4. Deshalb darf der Abt nur lehren und bestimmen, was der Weisung des Herrn entspricht.
Der Weisung des Herrn entspricht immer wieder die gütige und verzeihende Liebe Gottes. Die Weisung des Herrn beinhaltet das Leben zu lieben wie es ist und die Menschen zu nehmen wie sie sind.
5. Sein Befehl und seine Lehre sollen wie Sauerteig göttlicher Heilsgerechtigkeit die Herzen seiner Jünger durchdringen.
"Gottes Gerechtigkeit ist seine Barmherzigkeit" entdeckte der von vielen Skrupeln heimgesuchte Martin Luther und die Machtinteressen seiner Zeit sorgten für die Spaltung im Glauben. Wo Spaltung, Trennung und Abschiebung erfolgt ist mehr der Geist der Trennung im Spiel als der Geist der Einheit im Glauben. Martin Luther sagte: "Hier stehe ich und ich kann nicht anders." Johannes XXIII. sagte: "Hier stehe ich und ich kann noch ganz anders."
6. Der Abt denke immer daran, dass in gleicher Weise über seine Lehre und über den Gehorsam seiner Jünger beim erschreckenden Gericht Gottes entschieden wird.
Der jüngste Tag ist heute. Es gibt keinen jüngeren Tag! Wir beten auch "Dein Rech komme" und nicht wir sollen dahin marschieren. Die wichtigste geistliche Übung lautet immer wieder alles richten aufzugeben und sich für die barmherzige Liebe Gottes im eigenen Leben zu entscheiden. Dies ist nicht allein die Aufgabe des Abtes sondern eines jeden Mönches und einer jeden Nonne, wie eines jeden Christen und Menschen. Gelobt sei der der sich regelmäßig diesem jüngsten Gericht unerschrocken stellt, der lernt dann weder den Tod noch den Teufel :teufel2: zu fürchten.:haare:
7. So wisse der Abt: Die Schuld trifft den Hirten, wenn der Hausvater an seinen Schafen zu wenig Ertrag feststellen kann.
Ja der geringe Ertrag besteht darin, dass seit mindestens 200 Jahren, wenn nicht schon seit längerem dem Menschen seine Göttlichkeit genommen wurde. Es gibt in der Tat ein irrendes Gewissen und in der Regel kann dieser Irrtum daran erkannt werden, dass lediglich nur Verbote, Abwertungen und Abschiebungen ausgesprochen und durchgeführt werden. Jemand in der echten Nachfolge Christi leidet unter dieser Situation und versucht alles mögliche, um eine Korrektur herbei zu führen. Was soll übrigens dieses Gelabbere von Schuld? Wurde die nicht von Jesus weg genommen, durch sein Leben und sein Sterben?
8. Andererseits gilt ebenso: Hat ein Hirt einer unruhigen und ungehorsamen Herde all seine Aufmerksamkeit geschenkt und ihrem verdorbenen Treiben jede nur mögliche Sorge zugewandt,
9. wird er im Gericht des Herrn freigesprochen. Er darf mit dem Propheten zum Herrn sagen: "Deine Gerechtigkeit habe ich nicht in meinem Herzen verborgen, ich habe von deiner Treue und Hilfe gesprochen, sie aber haben mich verhöhnt und verachtet." (Ps 40,11; Jes 1,2)
Meine Ma sagte zu einem solchen Verhalten oft lakonisch: "Wer nicht will der hat schon."
10. Dann kommt über die Schafe, die sich seiner Hirtensorge im Ungehorsam widersetzt haben, als Strafe der allgewaltige Tod.
Nee, nee da bin ich dagegen. Ich bin dafür, dass die sich bessern können und dürfen. Höllenangst predigen iss heute nicht mehr. Immerhin haben wir heute zwei unsinnige Weltkriege hinter uns, das ist in der Tat Strafe genug.

meint :waesche1: :schaf: rg
 
AW: Autorität oder Erziehung zum autoritären Charakter?

Kapitel 02:
11. Wer also den Namen "Abt" annimmt, muss seinen Jüngern in zweifacher Weise als Lehrer vorstehen.
Diese Spannung der zweifachen Weise auszuhalten scheint für viele fromme und gute Menschen eine totale Überforderung zu sein. Warum das so ist darauf weise ich dann in den nächsten Kapiteln noch weiter hin.
12. Er macht alles Gute und Heilige mehr durch sein Leben als durch sein Reden sichtbar. Einsichtigen Jüngern wird er die Gebote des Herrn mit Worten darlegen, hartherzigen aber und einfältigeren wird er die Weisung Gottes durch sein Beispiel veranschaulichen.
Das bedarf einer guten Unterscheidung des Geistes. Wann treffe ich einen Hartherzigen? Was hat sein Herz verhärtet? Ist ein Hartherziger auch gleich zu setzen mit einem Einfältigen? Was ist das Gute und das Heilige? Doch nur die Einsicht, dass ich in jedem Menschen Gott treffe und ich mir eben kein Bild von Gott machen darf sondern die Gelegenheit ergreifen kann und darf sieben Milliarden Ebenbilder zu sehen in dieser wunderschönen göttlichen Welt.
13. In seinem Handeln zeige er, was er seine Jünger lehrt, da man nicht tun darf, was mit dem Gebot Gottes unvereinbar ist. Sonst würde er anderen predigen und dabei selbst verworfen werden. (vgl.1Kor 9,27)
Schade hier kommt wieder die Verwerfung vor.

Warum einfach wenn es auch umständlicher geht​

Spruch meiner Ma​

Die Verwerfung besteht zwar und ich habe sie erschreckender Weise mehrmals erlebt. Sie wird aber von Menschen ausgesprochen und wenn diese sich eine göttliche Autorität anmassen, geschieht viel Unheil. Aber wenn ich dies voraussehe, dann stürze ich dazwischen, um sie zu verhindern. Der heilige Paulus, der zu oft für die Argumente von hassenden Fanatikern missbraucht wurde, setzt in diesem Kapitel seine Freiheit in Christus voraus.
Code:
1 Bin ich nicht frei? Bin ich nicht ein Apostel? Habe ich nicht unsern Herrn Jesus gesehen? Seid nicht ihr mein Werk in dem Herrn?
Nur unter dem Gesichtspunkt der Freiheit in Christus, der für die Sünder, Armen und Kranken gekommen ist, wird die Verheißung, das das Reich Gottes da ist Wirklichkeit.
14. Gott könnte ihm eines Tages sein Versagen vorwerfen: "Was zählst du meine Gebote auf und nimmst meinen Bund in deinen Mund? Dabei ist Zucht dir verhasst, meine Worte wirfst du hinter dich." (Ps 50,16-17)
Wie gesagt, ich habe Schwierigkeiten mit diesem Glauben, an die aufgeschobenen Vorwürfe. Wir sollen werden wie die Kinder und einem Kind sagt ein guter Vater sofort und unmittelbar, was Unrecht ist und zieht dann daraus die logischen Konsequenzen. Dies setzt aber voraus, das der Vater mit den eigenen Gefühlen und seinem Wollen im Einklang ist. Dies kann heute leider nicht mehr bei frommen Christen und Männern schon kaum vorausgesetzt werden, da diese leider zu gut gelernt haben, ihre Gefühle abzuspalten. Eine falsch verstandene Dämonenlehre tut das ihrige dazu, die eigenen Gefühle zu verdammen und damit der Hartherzigkeit den Vorzug zu geben. Dann ist Verdammung und Ausgrenzung angesagt, anstatt Integration und Toleranz. Anstatt den Gefühlen auf den Grund zu gehen und ihren Ursprung zu erforschen und dort an ihrem Ursprung aufzulösen.
15. Auch gilt: "Du sahst im Auge deines Bruders den Splitter, in deinem hast du den Balken nicht bemerkt." (Mt 7,3)
Zum Glück sieht einer noch den Splitter im Auge des anderen, so ist es möglich den eigenen Balken erst überhaupt einmal zu entdecken. In unserer verwirrten Zeit müssen wir einfach damit rechnen, dass wir, wenn wir Gottes Willen erfüllen wollen, erst einmal ein solches Chaos entsteht wie hier in dem kleinen Film
Oder auch der Herr der schickt den Jockel aus

meint :waesche1: :schaf: rg
 
AW: Autorität oder Erziehung zum autoritären Charakter?

Kapitel 02:
16. Der Abt bevorzuge im Kloster keinen wegen seines Ansehens.
Diese Bevorzugung geschieht immer wieder, aus welchen Gründen auch immer. Sie gehört zu unserem menschlichen Leben. Es sollte eben erlaubt sein über diese menschliche Schwäche reden zu dürfen.

17. Den einen liebe er nicht mehr als den anderen, es sei denn, er finde einen, der eifriger ist in guten Werken und im Gehorsam.
Meine guten Werke und der Gehorsam haben nichts genützt, bei meinem Wunsch eine gute Nonne zu werden. Außerdem wird hier eine Werkgerechtigkeit das Wort geredet die nützliche Idioten fördert aber wenig echte Demut, die den Mut dem Leben zu dienen beinhaltet.
18. Er ziehe nicht den Freigeborenen einem vor, der als Sklave ins Kloster eintritt, wenn es dafür keinen vernünftigen Grund gibt.
Vor 1500 Jahren gab es eben noch Freigeborene und Sklaven. Später wurden dann daraus die Mönche und die Brüder und die Chorschwestern und Konversen. Eine deutliche zwei Klassengesellschaft, die ja heute total abgelehnt wird. Vor 1500 Jahren noch eine Selbstverständlichkeit. Auch hier halte ich es für sehr schwierig keine Unterscheidungen zu machen. Ich ziehe in der Regel einfach Personen mit einem freien Geist vor, als Leute mit einem sklavischen Gesetzesdenken.
19. Der Abt kann aber jede Rangänderung vornehmen, wenn er es aus Gründen der Gerechtigkeit für gut hält. Sonst sollen die Brüder den Platz einnehmen, der ihnen zukommt.
Diese Gründe der Gerechtigkeit sollten aber dann ebenfalls der ganzen Klostergemeinde dargelegt werden, wenn es nicht vorher was noch mehr zu begrüßen wäre mit der ganzen Gemeinde in einem Entscheidungsprozess so beschlossen wird. Dieses Verfahren wird das üble Murren nicht ganz ausschließen, aber doch eindämmen.
20. Denn ob Sklave oder Freier, in Christus sind wir alle eins, und unter dem einen Herrn tragen wir die Last des gleichen Dienstes. Denn bei Gott gibt es kein Ansehen der Person. (vgl. Gal 3,28; Röm 2,11)
Zu dieser Einheit im Geiste hinzuführen und sich mit Christus eins zu sehen ist die primäre Aufgabe eines Abtes
21. Nur dann unterscheiden wir uns in seinen Augen, wenn wir in guten Werken und in der Demut eifriger sind als andere.
Wir unterscheiden uns in noch vielem mehr von einander. Die Verschiedenheit jedes einzelnen Menschen zu respektieren scheint ein Grundproblem der heutigen Zeit zu sein und bei aller Verschiedenheit die Gleichheit nicht aus dem Blick zu verlieren, scheint mir ein großes Problem nicht nur in unseren Klöstern zu sein, sondern in der ganzen Welt.
22. Der Abt soll also alle in gleicher Weise lieben, ein und dieselbe Ordnung lasse er für alle gelten - wie es jeder verdient.
Diese soll Aufgabe scheint mir eine unmenschliche Überforderung zu sein. Die Liebe ist ein Kind der Freiheit. Entsinne mich noch wie ich täglich eine Frau gesehen habe, die ich einfach nicht lieben konnte. Ihre Situation in der sie mit ihrer Familie lebte schien mir ziemlich verzweifelt und ich wusste da keinen Rat. Ab und zu hab ich mal ein Stoßgebet nach oben geschickt: "Lieber Gott hilf Du, ich kann es nicht!" Ausgerechnet diese Frau hat, dann mir gegenüber deutliche Solidarität gezeigt und sich sogar nicht gescheut sich Schwierigkeiten ein zu handeln, als ich es dringend brauchte und ich selber in Not war und drohte an der Ungerechtigkeit in der Welt zu verzweifeln.

meint :waesche1: :schaf: rg
 
AW: Autorität oder Erziehung zum autoritären Charakter?

Kapitel 02:
23. Wenn der Abt lehrt, halte er sich immer an das Beispiel der Apostel, der sagt: "Tadle, ermutige, weise streng zurecht." (2Tim 4,2)
Code:
2 Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht; weise zurecht, tadle, ermahne, in unermüdlicher und geduldiger Belehrung.
Wie kommt denn diese Verkürzung des Bibelvers zu Stande? Ich kann da nur staunen. Das Wort, was ein Abt zu verkünden hat ist ja doch, dass wir von unseren Sünden erlöste Menschen sind. Das wir auf Grund dieser Gnade und der Liebe Gottes zu uns Menschen doch nicht anders können, als uns dankbar zu erweisen. Atheisten sage ich heute, sie bräuchten nicht an Gott zu glauben, ich täte es für sie mit und ohne Gott könnten sie keinen einzigen Schnaufer machen. Aber das glauben ja noch nicht einmal die Christen, denen ich begegnet bin.
24. Das bedeutet für ihn: Er lasse sich vom Gespür für den rechten Augenblick leiten und verbinde Strenge mit gutem Zureden. Er zeige den entschlossenen Ernst des Meisters und die liebe Güte des Vaters.
Das Gespür für den rechten Augenblick ist das wesentliche und führt auch zur echten Demut. Jeder Mensch hat nur den jeweiligen Augenblick zur Verfügung, in dem er frei ist ihn glücklich und zufrieden zu leben und zu gestalten. Ich meine auch das alte Abschlussgebet "von Ewigkeit zu Ewigkeit" sollten wir umbenennen "von Augenblick zu Augenblick" damit kämen wir der Vater unser Bitte "Dein Reich komme" ein großes Stück entgegen.
25. Härter tadeln muss er solche, die keine Zucht kennen und keine Ruhe geben; zum Fortschritt im Guten ermutige er alle, die gehorsam, willig und geduldig sind; streng zurechtweisen und bestrafen soll er jene, die nachlässig und widerspenstig sind.
Wie wäre es heute, statt hartem Tadel, der bei mir z.B. nur Widerspruch hervorruft,(man schließt ja in der Regel von sich auf andere)besser der Zuchtlosigkeit und Unruhe auf den Grund zu gehen, und als ein Zeichen einer Störung, die die ganze Gemeinde auf ein schwaches Glied abgeschoben hat? anzusehen? In einer so festgefügten Gruppe, wie ein Kloster, eine Familie oder eine Klasse, drückt immer ein Glied etwas aus, was die ganze Gruppe beschäftigt. In neurotischen Gruppen, ist dieses dann meist das schwarze Schaf oder der Sündenbock.

26. Auf keinen Fall darf er darüber hinwegsehen, wenn sich jemand verfehlt; vielmehr schneide er die Sünden schon beim Entstehen mit der Wurzel aus, so gut er kann. Er soll daran denken, da ihm sonst das Schicksal des Priesters Heli von Schilo droht. (1Sam 2,22-4,18)
Besser scheint mir heute zu sein, anstatt den Chirurg zu spielen und dann fest zu stellen: "Operation gelungen, Patient tot" die Dinge zu beobachten und erst einmal wachsen zu lassen, bis der Kern des Irrtums entdeckt wird und damit von selber wegfallen kann. Ansonsten ist die Bibelstelle eine ernste Ermahnung an den Abt oder die Äbtissin, die wie ich es erlebt habe regelmäßig nur ihre persönliche Bestätigung brauchten, anstatt nach Gottes Willen zu fragen. Die Bibelstelle scheint auch unbekannt zu sein, wo das Unkraut mit dem Weizen bis zu Ernte wachsen soll, sonst verdirbt zu schnell alles.
27. Rechtschaffene und Einsichtige weise er einmal und ein zweites Mal mit mahnenden Worten zurecht.
Das verstehe ich nicht Rechtschaffene und Einsichtige brauche ich doch überhaupt nicht zu Recht zu weisen. Die gehören ganz einfach gelobt.
28. Boshafte aber, Hartherzige, Stolze und Ungehorsame soll er beim ersten Anzeichen eines Vergehens durch Schläge und körperliche Züchtigung im Zaum halten. Er kennt doch das Wort der Schrift: "Ein Tor lässt sich durch Worte nicht bessern." (Spr 29,19)
Lieber heiliger Benedikt, was soll das? Ehrlich heute hat man schon ein bisschen mehr Verständnis für die pädagogischen Feinheiten entwickelt. Heute weiß man etwas über logische Konsequenz und etwas von dem aktiven Zuhören nach Thomas Gordon. Mich macht so ein Ansatz zornig und traurig, dass er in einer Regel steht für Christen. So viel Wangen habe ich gar nicht, die ich dann immer wieder hinhalten soll.
29. Und auch dieses: "Schlage deinen Sohn mit der Rute, so rettest du sein Leben vor dem Tod." (Spr 23,14)
Das ist sehr die Frage? So wie man in den Wald rein ruft so schallt es auch heraus. Ich empfehle mal das Buch von Alice Miller: "Am Anfang war Erziehung" Ich fürchte diese Regel wurde zu heftig bei meinen Eltern und Großeltern angewandt und man hat ihnen ihre Gefühle getötet. Wie bei vielen dieser Generation so wurden die beiden Weltkriege möglich. Töte in einem Menschen das Gefühl so wird er unfähig zur Liebe zu sich selbst und zum Nächsten. Mit diesem Erbe leben wir heute.
Außerdem ist heute das Schlagen von Menschen verboten. Diese Regel sollte einmal dem Verfassungsschutz vorgelegt werden.

meint :waesche1: :schaf: rg
 
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AW: Autorität oder Erziehung zum autoritären Charakter?

Kapitel 02:

30. Der Abt muss bedenken was er ist, und bedenken, wie man ihn anredet. Er wisse: Wem mehr anvertraut ist, von dem wird mehr verlangt. (Lk 12,28)
Code:
28 Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!
Ehrlich gesagt, weiß ich nicht welchen logischen Sinn diese Textstelle bei diesem Vers der Regel ergeben soll?
Code:
 Lk 12,48 Wer aber, ohne den Willen des Herrn zu kennen, etwas tut, was Schläge verdient, der wird wenig Schläge bekommen. Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man um so mehr verlangen.
In meiner Ausgabe der Regel von 1980 wurde Lk 12,48 angegeben, die mir mehr logischen Sinn ergibt zu dem oben genannten Vers. Deswegen stelle ich ihn hier noch zusätzlich ein. Es stößt mir allerdings wiederholt unangenehm auf, dass offensichtlich auch im Neuen Testament ganz selbstverständlich von Schlägen die Rede ist. Kann es sein, dass die neuen weltlichen Regelungen mittlerweile sogar das Neue Testament überholt haben?
Eltern und Lehrer werden ja heute mit Strafe bedroht, falls sie zu körperlicher Züchtigung greifen. Kann es sein, dass wir Christen mit der unreflektierten Beibehaltung der Regel des heiligen Benedikt nicht zu Recht allen Atheisten und Menschen, die nur auf den Buchstaben achten und nicht auf den Geist, Tor und Tür öffnen für die Kritik von bösartigem sektiererischem Verhalten? Ganz zu Schweigen davon in die fundamentalistische Ecke gedrängt zu werden? Dabei haben diese sogenannten Fundamentalisten ja gar kein Fundament sondern sind vom Hass verblendete Fanatiker. Denen man nur wie dem heiligen Paulus vor Damaskus zurufen muss: "Saulus, Saulus warum verfolgst mich und damit dich selber?"

31. Er muss wissen, welch schwierige und mühevolle Aufgabe er auf sich nimmt: Menschen zu führen und der Eigenart vieler zu dienen. Muss er doch dem einen mit gewinnenden, dem anderen mit tadelnden, dem dritten mit überzeugenden Worten begegnen.
Menschen zu führen und der Eigenart vieler zu dienen ist in der Tat eine eine schwierige und mühevolle Aufgabe, die nur gelingen kann, wenn der Abt selber zu der Überzeugung gekommen ist in jedem Menschen ein Ebenbild Gottes vor sich zu sehen. Dazu kann das unten angegebene Zitat eine Hilfe sein:
Der Schlüssel zur Freiheit

1. Spiegel – Gesetz
Alles was mich am anderen stört, ärgert, aufregt oder in Wut geraten lässt und ich anders haben will, habe ich selbst in mir.
Alles, was ich am anderen kritisiere oder sogar bekämpfe und verändern will, kritisiere, bekämpfe oder unterdrücke habe ich in Wahrheit in mir selber und hätte es gerne anders.

2. Spiegel - Gesetz
Alles, was der andere an mir kritisiert, bekämpft und verändern will und ich mich deswegen verletzt fühle, so betrifft es mich – ist dies in mir noch nicht erlöst, meine gegenwärtige Persönlichkeit fühlt sich beleidigt – der Egoismus ist noch stark.

3. Spiegel *– Gesetz
Alles was der andere an mir kritisiert und mir vorwirft oder anders haben will und bekämpft und mich dies nicht berührt, ist es sein eigenes Bild, sein eigener Charakter, seine eigenen Unzulänglichkeiten, die er auf mich projiziert.

4. Spiegel – Gesetz
Alles, was mir am anderen gefällt, was ich an ihm liebe, bin ich selbst, habe ich selbst in mir und liebe dies im anderen. Ich erkenne mich selbst im anderen – in diesen Angelegenheiten sind wir eins.

32. Nach der Eigenart und Fassungskraft jedes einzelnen soll er sich auf alle einstellen und auf sie eingehen. So wird er an der ihm anvertrauten Herde keinen Schaden erleiden, vielmehr kann er sich am Wachsen einer guten Herde freuen.
Dies ist nur dann keine Überforderung für den Abt, wenn ihm selber in seiner Klosterzeit bevor er Abt geworden ist, das Glück zu teil wurde überhaupt seine Eigenart zu erkennen und leben und lassen zu dürfen. Es steht allerdings zu befürchten, dass dies aus Gründen, die bei den späteren Kapiteln zur Sprache kommen, in den letzten 60 -70 Jahren nicht der Fall sein konnte.

meint :waesche1: :schaf: rg
 
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