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Anekdoten berühmter Wissenschaftler

Dieses Thema im Forum "Wissenschaft und Technik" wurde erstellt von Hartmut, 26. Februar 2006.

  1. Hartmut

    Hartmut Well-Known Member

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    Verkanntes Genie

    Die folgende Geschichte hat sich wirklich an der Universität von Kopenhagen zugetragen!

    In einer Prüfung wurde folgende Frage gestellt:
    "Beschreiben Sie, wie man die Höhe eines Wolkenkratzers mit einem Barometer feststellt."

    Einer der Studenten antwortete: "Sie binden ein langes Stück Schnur am oberen Ende des Barometers fest und senken anschließend das Barometer vom Dach des Hochhauses vorsichtig zur Erde. Die Länge der Schnur plus die Länge des Barometers ergibt dann die Höhe des Gebäudes."

    Diese höchst originelle Antwort verärgerte den Prüfer dermaßen, dass er den Studenten sofort durch die Prüfung fallen ließ. Der jedoch berief sich darauf, dass seine Antwort doch unbestreitbar richtig sei, woraufhin die Universität einlenkte und einen unabhängigen Schiedsrichter bestellte, welcher den Fall entscheiden sollte. Der Schiedsrichter urteilte, dass die Antwort zwar durchaus korrekt sei, jedoch kein erkennbares Wissen aus der Physik wiedergebe.

    Um jedoch in diesem Fall endlich zu einer Lösung zu gelangen, entschied man, den Studenten noch einmal hereinzurufen, um ihm innerhalb von sechs Minuten die Gelegenheit zu geben, mündlich eine Antwort zu liefern, die wenigstens ein Minimum an Vertrautheit im Umgang mit den Grundprinzipien der Physik erkennen lassen würde. Fünf Minuten lang saß der Student einfach nur da und runzelte Gedanken versunken die Stirn, bis der ungeduldig wartende Prüfer ihn schließlich daran erinnerte, dass seine Zeit nahezu abgelaufen sei, woraufhin der Student entgegnete, dass er zwar mehrere, extrem in Betracht kommende Antworten gefunden hätte, sich jedoch noch nicht entscheiden könne, welche er davon verwenden solle. Da aber Eile geboten war, entschloss er sich wie folgt zu antworten:

    "Erstens: Sie können das Barometer mit auf das Dach des Gebäudes nehmen und es von der Dachkante herunterfallen lassen und dabei die Zeit messen, die es benötigt, bis es auf dem Boden aufprallt. Die Höhe des Gebäudes kann von der Formel H = 0,5g x t Quadrat abgeleitet werden. Jedoch ist diese Variante äußerst ungünstig für das Barometer.

    Oder zweitens: Wenn die Sonne scheinen sollte, können Sie zunächst die Höhe des Barometers messen, setzen dann das Barometer mit dem einen Ende auf dem Boden auf und messen den Schatten, den es wirft. Danach messen Sie die Länge des Schattens, den der Wolkenkratzer verursacht. Jetzt ist es nur noch eine einfache proportionale Rechnung, um daraus die Höhe des Gebäudes abzuleiten.

    Wollen Sie jedoch höchst wissenschaftlich vorgehen, dann binden Sie drittens ein kurzes Stück Schnur an das Barometer und bringen es wie ein Pendel zum Schwingen. Dies machen Sie zuerst auf dem Boden und danach auf dem Dach des Gebäudes. Die Höhe ergibt sich dann aus dem Unterschied in der Gravitationskraft.

    Oder aber viertens: wenn das Gebäude an der Außenseite eine Feuertreppe haben sollte, dann braucht man diese einfach nur nach oben zu steigen und jeweils in der Länge des Barometers Markierungen anzubringen. Am Ende werden diese dann einfach addiert und man erhält daraus die Gesamthöhe des Gebäudes.

    Die bei weitem langweiligste und gewöhnlichste Variante wäre die fünfte: mit dem Barometer erst auf dem Dach, dann auf dem Boden den Luftdruck messen und die Differenz aus Millibars in Zentimeter umwandeln.

    Da wir aber konstant dazu ermahnt werden, uns in der Unabhängigkeit des Denkens zu üben und wissenschaftliche Methoden anzuwenden, würde es sechstens zweifelsohne das beste sein, einfach an der Tür des Hausmeisters zu klopfen, und zu ihm zu sagen: 'Wenn Sie ein hübsches neues Barometer möchten, dann will ich Ihnen gerne dieses hier schenken, aber nur wenn Sie mir die exakte Höhe des Gebäudes verraten.'"

    Bei dem Studenten handelte es sich um Niels Bohr, dem einzigen Dänen, der bislang einen Nobelpreis in Physik gewonnen hat.


    Extrem originelle Anworten meint
    Hartmut
     
  2. Hartmut

    Hartmut Well-Known Member

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    Wissenschaftler und Geheimhaltung

    Liebe Rhona,

    das empfinde ich auch so. Und ich möchte noch ergänzen, dass die ganz Grossen oft auch viel Humor hatten.

    Dazu mal wieder ein Beispiel, diesmal Niels Bohr betreffend. Es ist anfangs der 40-er Jahre des vorigen Jahrhunderts angesiedelt, als renommierte Wissenschaftler, darunter auch Emigranten wie Niels Bohr, in die USA kamen und am streng geheimen "Manhattan Project" (Bau der Atombombe) arbeiteten.

    Niels Bohr konnte sich nicht daran gewöhnen, dass er nun in den USA aus Geheimhaltungsgründen "Nicholaus Baker" hiess.
    Als ihn die Überwachungsbeamten gerade wieder einmal diesbezüglich ermahnt hatten, traf er im Fahrstuhl eines Wolkenkratzers die Frau seines alten Kollegen von Halban, die aber inzwischen ohne sein Wissen geschieden worden war.
    "Sind Sie nicht Frau von Halban?" fragte er höflich. Worauf sofort die spitze Antwort kam: "Sie irren sich, ich heisse jetzt Placzek." Als die Dame sich nun umdrehte, rief sie überrascht aus: "Aber Sie sind doch Professor Bohr!" Worauf Bohr, den Finger auf den Mund legend, lächelnd antwortete: "Sie irren sich. Ich heisse jetzt Baker."

    Fortsetzung folgt verspricht
    Hartmut
     
  3. chaosbarthi

    chaosbarthi New Member

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    Gauß

    Hallo @all,

    mein alter Mathelehrer erzählte immer folgende Anekdote (und ich habe sie nie wieder vergessen :) ):

    Gauß war noch klein, ging zur Schule und im Unterricht wurden damals noch alle Altersgruppen in einer Klasse beschult. Da der Lehrer die Kleinen beschäftigen wollte, um mit den Großen ungestört arbeiten zu können stellte der Lehrer den kleineren Kindern die Aufgaben, die Summe aller Zahlen von 1-100 zu finden.

    Während die anderen eifrig los rechneten, überlegte der kleine Gauß kurz, kritzelte etwas auf seine Rechentafel und hob die Hand: "Ich habe das Ergebnis... das sind 5050!" Alle schauten ihn erschüttert an und der Lehrer, musste selbst erst einmal nachrechnen, ob das Ergebnis stimmt. Doch es war richtig. Da er es nicht fassen konnte, fragte er den kleinen Gauß, ob er einfach geraten habe. Gauß antwortete: "Nein, ich habe mir das so überlegt: Der Erste fasst den Letzten an... also die 1 fasst die 100 an...das sind zusammen 101 und die gehen zusammen 'raus. Der Zweite fasst den Vorletzten an... das sind wieder 101 und die gehen auch zusammen 'raus. So gehen dann 50 Paare im Wert von 101 'raus... also 50 *101 = 5050..."

    So habe ich als Teenie begriffen, weshalb die Summe einer (geradzahligen) Reihe n/2(n+1) ist... Ich bin meinem Mathelehrer heute noch dankbar :D

    LG chaosbarthi
     
  4. Hartmut

    Hartmut Well-Known Member

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    Wissenschaftler und Geheimhaltung

    Hallo,

    wie versprochen eine Fortsetzung zu obigem Thema. Es geht wieder um das "Manhattan Project", an dem in den neu erbauten "geheimen Städten" (Oak Ridge, Hanford, Los Alamos) Wissenschaftler unter den strengen Regeln militärischer Geheimhaltung arbeiten mussten.

    Das "enfant terrible" unter den Atomforschern in Los Alamos war der junge und geniale Theoretiker Richard P. Feynman (1918-1988, Physik-Nobelpreis 1965), dessen Sinn für Komik und lustige Streiche unter der besonderen Geheimhaltungslage keineswegs litt, sondern von ihr eher noch angeregt wurde.

    Um die Zensoren ein wenig zu ärgern, liess er sich von seiner Frau Briefe schreiben, die in Hunderte kleiner Schnipsel zerrissen waren. Die Beamten hatten dann die langwierige Aufgabe, diese Fetzen wie ein Puzzle erst wieder richtig zusammenzufügen, um endlich den Inhalt kontrollieren zu können.

    Es machte Feynman besonderen Spass, die streng geheimen Nummern der Safes, in denen die Akten mit den Versuchsergebnissen jeden Abend eingesperrt wurden, herauszufinden. Nach wochenlanger "Arbeit" gelang es ihm wirklich, während einer kurzen Abwesenheit des zuständigen Sicherheitsbeamten den Panzerschrank zu öffnen, in dem sich die allerwichtigsten Aufzeichnungen befanden. Er begnügte sich damit, in den Schrank ein Zettelchen mit der Frage "Guess who?" (Rat' mal, wer da war) zu legen und sich später am Entsetzen des Wächters zu weiden, der einfach nicht begreifen konnte, wie irgend jemand in dieses Allerheiligste von Los Alamos hatte eindringen können.

    Gruss von Hartmut
    einem etwas weniger listigen Physiker :zunge3:
     
  5. Marianne

    Marianne Guest

    Bist das Du?

    http://img451.imageshack.us/img451/6767/einsteinbste1jy.jpg
     
  6. Hartmut

    Hartmut Well-Known Member

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    Ich muss Dich enttäuschen, Marianne:

    Ich habe erstens nicht so eine lange Zunge und bin zweitens nicht im Entferntesten so talentiert wie dieser Herr.

    Übrigens: Wer würde nach so einer berühmten Formel noch Wert auf eine Büste legen. Einstein bestimmt nicht!

    Ich freue mich trotzdem, dass Du am Thread Anteil nimmst.

    Listige Grüsse
    Hartmut
     
  7. Hartmut

    Hartmut Well-Known Member

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    AW: Wolfgang Pauli

    Hallo,

    beim Lesen des Buches "Schöpfung ohne Schöpfer" von G. Börner bis ich auf folgende Anekdote über den österreichischen Physiker und Nobelpreisträger Wolfgang Pauli gestossen:

    Pauli ist gestorben, kommt in den Himmel und will nun vom lieben Gott wissen, wie das alles geht mit dem Anfang des Universums und der kosmischen Entwicklung.

    "Hier ist die Tafel, bitte sehr!" sagt er.
    Der liebe Gott tritt an die Tafel, zögert etwas und beginnt eine Formel anzuschreiben. Sofort springt Pauli auf, packt den Schwamm, wischt die Formel weg und ruft: "Nein, nein! So geht's nicht! Das hab' ich schon probiert."


    Gruss
    Hartmut
     
  8. Benjamin

    Benjamin Well-Known Member

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    Steiermark
    Einstein

    Okay, folgende Geschichte gebe ich frei aus meiner Erinnerung wieder.

    Als Einstein nach Amerika kam, war er dort von Anbeginn eine große Berühmtheit. Manche sagen, er war überhaupt der erste Wissenschaftler, dessen Erscheinung Leute anzog, wie die eines Pop-Stars. Einmal jedoch, als er mit einem Zug reiste, traf er in einem Abteil auf einen Jugendlichen, der ihn offensichtlich nicht erkannte. Einstein fand Gefallen an diesem Umstand und nutzte die Gunst der Stunde, um mit einem Menschen zu sprechen, der ihn nicht sofort für ein Genie hielt.
    Als er sich mit dem Burschen unterhielt, fragte ihn der, was Einstein denn von Beruf wegen mache. Einstein antworte darauf: "Ich beschäftige mich mit dem Studium der Natur und ihren Gesetzmäßigkeiten." Worauf der junge Mann meinte: "Was? Und das noch in Ihrem Alter? Also ich habe vor, mein Studium in wenigen Jahren zu beenden!"
     
  9. hrgen

    hrgen New Member

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    München
    AW: Anekdoten berühmter Wissenschaftler

    Ein sehr schöner Thread - Sowas les ich immer gern.

    Folgende Anekdote von Einstein frei aus dem Gedächtnis:

    Ein Schulmädchen schrieb Einstein einen Brief in dem sie über ihre Matheprobleme klagte. Einstein antwortete dem Mädchen, sie könne sicher sein, dass er weit aus mehr Probleme mit der Mathematik habe ;)

    Viele Grüße,
    hrgen
     
  10. Lenka

    Lenka New Member

    Registriert seit:
    5. September 2007
    Beiträge:
    527
    AW: Anekdoten berühmter Wissenschaftler

    Dem kann ich absolut beipflichten. Und es müssen doch nicht unbedingt Wissenschaftler sein, oder?

    Folgende Anekdote hab ich aus dem Internet:


    Konrad Adenauer, 1949 mit 73 Jahren Bundeskanzler geworden,
    bei seiner zweiten Wiederwahl 1957 als 81-Jähriger zu seinem Gesundheitszustand:

    "Meine Damen und Herren! Mein Arzt hier in Bonn, Herr Professor Martini,
    hat mir versichert, dass ich noch mindestens ein Jahr weitermachen kann."

    Nach einer kurzen Pause: "Das hat er mir allerdings bereits 1949 versichert ...!"
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. September 2007

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