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  #1  
Alt 07.09.2003, 07:15
Georg Georg ist offline
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Registriert seit: Jul 2003
Beiträge: 254
Question Wie friedlich ist unser Frieden ?

Eine psychologische Betrachtung

Gewalt, Mord, Verbrechen, Machtkämpfe usw., gehören eigentlich zu den charakteristischen Merkmalen eines Krieges, jedoch gehören sie in unserer Gesellschaft ebenfalls zur Tagesordnung.
Was treibt die Menschen immer wieder dazu ? Egoismus, Hunger, Aggression ..... ?
Unausgewogene Zustände führen immer wieder zu Konfliktsituationen.

Ist eine friedliche Gesellschaft realistisch möglich, oder liegt es in der Natur des Menschen dieses nicht zu erreichen ?

Ist der Mensch, aufgrund seiner gesamten psychischen Beschaffenheit, überhaupt zu einem friedlichen Leben fähig ?


Gruß
Georg



Geändert von Georg (07.09.2003 um 07:19 Uhr)
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  #2  
Alt 07.09.2003, 09:10
Minnie
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Hallo Georg!
Meiner Meinung ist der Mensch ein Säugetier, nicht mehr und nicht weniger. Sobald mehrere zusammenkommen, kann es zu Streitereien kommen, zu Rivalitäten, Machtkämpfen, Wichtigtuereien und so weiter. In den eigenen vier Wänden mag es friedlich sein, aber sobald sie auf andere Gruppen stossen ist es möglicherweise aus mit dem Frieden. Dazu kommt noch, dass sich viele Menschen jeden Tag behaupten müssen, damit sie nicht untergebuttert werden.
Wenn man die Affen im Zoo beobachtet, kann man feststellen, was bei denen los ist, dagegen sind die Menschen friedliche Lämmer, weil deren Verstand ausgeprägter ist. Gesünder wäre es, sie könnten sich genauso wie die Affen verhalten, dann müssten sie nicht alles in sich reinfressen und sie würden nicht psychisch krank werden. Aber das ist in unserer zivilisierten Welt nicht möglich.
Das hat m.M. aber nichts mit Kriege zu tun, denn Kriege werden nur von ganz wenigen Kriegstreibern angezettelt und nicht von der ganzen Bevölkerung, die ich so einschätze, dass sie im Grossen und Ganzen im Frieden leben möchte.
lG
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  #3  
Alt 07.09.2003, 09:33
Georg Georg ist offline
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Registriert seit: Jul 2003
Beiträge: 254
Zitat:
von Nina
Wenn man die Affen im Zoo beobachtet, kann man feststellen, was bei denen los ist, dagegen sind die Menschen friedliche Lämmer
Das ist nur scheinbar so, da Tiere ihre Auseinandersetzungen offensichtlicher austragen, Menschen dagegen oft aber versteckt.

Zitat:
von Nina
Das hat m.M. aber nichts mit Kriege zu tun, denn Kriege werden nur von ganz wenigen Kriegstreibern angezettelt und nicht von der ganzen Bevölkerung, die ich so einschätze, dass sie im Grossen und Ganzen im Frieden leben möchte.
Dennoch ist es eine Tatsache, daß sich viele Menschen im sogenannten "Frieden" höchst unfriedlich verhalten.

Eine Definition von Frieden ist: die Abwesenheit von Konflikten.

Da unsere Gesellschaft voll von Konflikten ist, leben wir also eher in einer unfriedlichen Gesellschaft.


Gruß
Georg
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  #4  
Alt 07.09.2003, 10:04
Benutzerbild von Binchen
Binchen Binchen ist offline
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Beiträge: 10.070
ich sag mal das "problem" lieg in der unzu-frieden-heit des menschen und seine große angst, der andere könnte mehr haben wie er selber!

solange der mensch mit sich nicht klar kommt, wie sollte er da mit anderen klar kommen!

der krieg ist das ganze im grossen stil!
"welt-mobbing"

lg binchen
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die welt ist das, was du von ihr denkst!
lebe glücklich, lebe froh, wie der mops im haferstroh.
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  #5  
Alt 07.09.2003, 10:19
Rudi Rudi ist offline
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Registriert seit: Dec 2002
Beiträge: 595
Zitat:
Original geschrieben von Nina
Gesünder wäre es, sie könnten sich genauso wie die Affen verhalten, dann müssten sie nicht alles in sich reinfressen und sie würden nicht psychisch krank werden. Aber das ist in unserer zivilisierten Welt nicht möglich.
Zitat:
Original geschrieben von Georg
Eine Definition von Frieden ist: die Abwesenheit von Konflikten.

Da unsere Gesellschaft voll von Konflikten ist, leben wir also eher in einer unfriedlichen Gesellschaft.
@Nina: Dein Menschenbild würde ich gerne mal hinterfragen: sind wir wirklich nur schlechtere Affen? Leben wir also nur für ein paar Leckerbissen und Streicheleinheiten? Oder brauchen wir den Schmerz, um uns weiterzuentwicklen?

@Georg: Solange Du lebst, wirst Du Konflikte erleben. Selbst im Affenkäfig als pelziger Zeitgenosse gibt es manchmal blutige Rangkämpfe. Was ich also wichtig finde: wie gehen wir mit unseren Konflikten um? Tragen wir unsere negativen Gefühle (Haß, Aggressionen, usw.) mit hinein, die eigentlich uns selbst gelten? Scheuen wir gar eine ernsthafte Auseinandersetzung, weil Un-Frieden uns "bequemer" erscheint? ("Den Knoten zerschlagen anstatt ihn zu lösen", heißt eine Definition von Krieg!) Und in anderen Threads habe ich gerade gute Beispiele gefunden für nicht ausgelebte Konflikte, die ein ungutes Gefühl hinterlassen: Trennungen ohne wirklichen "Abschied", ohne reinen Tisch zu machen. Da hat Binchen gerade Recht, wenn sie sagt: mit Dir selbst klar kommen (d.h. ins Reine kommen) mußt Du zuerst. Der Mensch ist nicht dazu "verdammt", zu leiden und in Unfrieden zu leben. Aber solange Du Deine Gefühle verdrängst und Dich in Aus-Flüchte "rettest", wirst Du keinen Frieden finden... und die Menschheit zu retten und den Weltfrieden zu erreichen ist eine Aufgabe, die Menschen, die ihren Frieden gefunden haben, nur anstreben sollten! Da mache ich aber einen Punkt, ehe ich auf US-Präsidenten zu sprechen kommen würde...

Rudhi
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"Ein Raubtier, das betet, ein Gott, der beißt: Was ist denn im Menschen der Mensch?" (Wolf Biermann)
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  #6  
Alt 07.09.2003, 10:26
Georg Georg ist offline
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Registriert seit: Jul 2003
Beiträge: 254
Zitat:
von Binchen
ich sag mal das "problem" lieg in der unzu-frieden-heit des menschen und seine große angst, der andere könnte mehr haben wie er selber!
Das ist natürlich vollkommen richtig!
Es handelt sich hier allerdings nur um einen wenn auch wesentlichen konfliktauslösenden Faktor, nämlich dem Egoismus.

Andere konfliktauslösende Faktoren sind für mich noch der Hunger, und die Aggression , die im Menschen verwurzelt sind.

Zitat:
von Binchen
"welt-mobbing"
Daran habe ich auch schon gedacht.

Zitat:
von Binchen
solange der mensch mit sich nicht klar kommt, wie sollte er da mit anderen klar kommen!
Genau das ist wahrscheinlich des "Pudels Kern".


Gruß
Georg
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  #7  
Alt 07.09.2003, 10:51
Georg Georg ist offline
Schreibwütiger
 
Registriert seit: Jul 2003
Beiträge: 254
Zitat:
von Rudhi
Der Mensch ist nicht dazu "verdammt", zu leiden
???

Hinter dieser Aussage stehen für mich drei Fragezeichen, weil ich mich auch mit Buddhismus beschäftigt habe, und Buddhas Kernaussage lautet ja bekanntlich: Das Leben ist Leiden.

Ich persönlich glaube, Buddha hatte Recht.

Aber Deinem übrigen Text kann ich im Großen und Ganzen zustimmen.

Gruß
Georg
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  #8  
Alt 07.09.2003, 10:58
Minnie
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Zitat:
@Nina: Dein Menschenbild würde ich gerne mal hinterfragen: sind wir wirklich nur schlechtere Affen? Leben wir also nur für ein paar Leckerbissen und Streicheleinheiten? Oder brauchen wir den Schmerz, um uns weiterzuentwicklen?
Ein Affe ist NIEMALS schlecht, kein Tier ist schlecht! Kein Tier würde ein anderes unnötig quälen, ärgern oder es verletzen! Ein Tier lebt nach seinen Instinkten und der Mensch hauptsächlich nach seinem Verstand. Und wozu der fähig ist, sehen wir daran, was aus unserer Erde geworden ist.
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  #9  
Alt 07.09.2003, 15:50
Rudi Rudi ist offline
Forumsbesessen
 
Registriert seit: Dec 2002
Beiträge: 595
@Georg

Zitat:
Original geschrieben von Georg
???

Hinter dieser Aussage stehen für mich drei Fragezeichen, weil ich mich auch mit Buddhismus beschäftigt habe, und Buddhas Kernaussage lautet ja bekanntlich: Das Leben ist Leiden.

Ich persönlich glaube, Buddha hatte Recht.

Gruß
Georg
So genau kenne ich mich noch nicht mit dem Buddhismus aus, aber ich verstehe in dem Zusammenhang eher die ÜBERWINDUNG des Leidens als Sinn des Lebens. Und letztlich die Überwindung des "Dualismus", der uns immer wieder in Verhaltensweisen zurückfallen läßt, die für uns oftmals unnötiges Leiden bringen (... aber auch Glücksgefühle bei dessen Überwindung).
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  #10  
Alt 07.09.2003, 15:58
Rudi Rudi ist offline
Forumsbesessen
 
Registriert seit: Dec 2002
Beiträge: 595
@Nina

Zitat:
Original geschrieben von Nina
Ein Affe ist NIEMALS schlecht, kein Tier ist schlecht! Kein Tier würde ein anderes unnötig quälen, ärgern oder es verletzen! Ein Tier lebt nach seinen Instinkten und der Mensch hauptsächlich nach seinem Verstand. Und wozu der fähig ist, sehen wir daran, was aus unserer Erde geworden ist.
Ich habe auch den Affen nicht als "schlecht" dargestellt. Wenn überhaupt (wobei ich "gut" und "schlecht" bzw. "böse" als relatives Urteil sehe... anderes Thema!), habe ich den Menschen in Deinen Ausführungen "schlechter" wegkommen sehen, als das Tier. Für mich steht der Mensch darüber, auch wenn ich Respekt vor der "Schöpfung" habe. Daß der Mensch "hauptsächlich nach seinem Verstand" lebt und handelt, halte ich für ein Vorurteil. Da könnte man unzählige Beispiele nennen. Etwa Gespräche mit Bekannten und Fremden (... bei Geschäftsverhandlungen ist das Geschäft eher Nebensache, da geht es um Sympathiegewinn) oder das Thema "Liebe"... solange die Liebe WESENTLICH für mein Leben und meine Weiterentwicklung ist, darf ich mich nicht "Verstandswesen" nennen. Übrigens geht der Trend bei esoterisch-spirituell Orientierten Menschen (... und es werden immer mehr!) genau dahin, die Liebe als treibende Kraft und Lebensenergie zu sehen. Zynismus ist EINE Haltung, aber nicht auf alle Menschen zu verallgemeinern. Dann wären wir wirklich "schlechtere Affen"...

Rudhi
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  #11  
Alt 07.09.2003, 16:41
Benutzerbild von walter
walter walter ist offline
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Zitat:
Original geschrieben von Nina
Kein Tier würde ein anderes unnötig quälen
Schon mal einer Katze zugesehen die eine Maus fängt, sie wieder löslässt, sie wieder fängt.... bis die Maus irgendwann vor Erschöpfung tot ist?
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Enrico Fermi: "Ich bin immer noch verwirrt, aber auf einem höheren Niveau"
Europa auf dem Weg zum Überwachungsstaat
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  #12  
Alt 07.09.2003, 17:46
Georg Georg ist offline
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Beiträge: 254
Zitat:
von Rudhi
So genau kenne ich mich noch nicht mit dem Buddhismus aus, aber ich verstehe in dem Zusammenhang eher die ÜBERWINDUNG des Leidens als Sinn des Lebens. Und letztlich die Überwindung des "Dualismus", der uns immer wieder in Verhaltensweisen zurückfallen läßt, die für uns oftmals unnötiges Leiden bringen (... aber auch Glücksgefühle bei dessen Überwindung).
Buddha wollte den Menschen nicht zur Überwindung des Leidens im Leben verhelfen, stattdessen lehrte er zu erkennen, daß das Leben selbst Leiden ist. Deine Ansicht würde ich nicht dem Buddhismus zuordnen.

Ich bin aber mit Dir der Meinung, dass Konflikte zwischen den Menschen, ebenso ein Hinweis auf die Konflikte im einzelnen Menschen selbst sind.

Für mich sind bestimmte Faktoren, die im einzelnen Menschen selbst verwurzelt sind (wie Egoismus. Hunger, Aggression), die Ursache für die Konflikte zwischen den Menschen.


Gruß
Georg
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  #13  
Alt 07.09.2003, 20:39
Benutzerbild von Mara
Mara Mara ist offline
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Registriert seit: Apr 2003
Beiträge: 2.608
Ich habe mich ja schon mehrfach als Aggressor geoutet ...
Ich persönlich kann mir ein Friede,Freude, Eierkuchen-Leben nicht vorstellen ...

Konflikte sind das Salz in der Suppe, würde ich mal so sallop sagen ... Konfliktbereitschaft will aber gelernt sein. Konflikte sind negativ besetzt und damit verpönt.

Wenn ich offen bin, meine Emotionen nicht überschwappen und ich einer Diskussion standhalten kann, auch wenn es haarig wird und mein Gegenüber vielleicht beleidigt reagiert, wenn ich immer wieder auf den anderen zugehen kann und Konflikte nicht dazu führen, dass man im Streit auseinander geht, nicht mehr miteinander spricht usw. ... dann sind Konflikte für mich sehr fruchtbar und ich habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen, mit denen ich mich "auseinandersetze" dafür dankbar sind, sich angenommen fühlen.

Es ist auch eine Art - nicht nur, auch - Nähe zuzulassen und aufzubauen. So entsteht auch Vertrauen, denn ich weiß, dass der andere keine Scheu hat, mir zu sagen, was er denkt, auch wenn ich dann säuerlich reagiere oder wütend werde.

Den meisten Menschen fehlt einfach die Übung und das "Beleidigtsein", wenn mal ein scharfes Wort fällt oder man dem anderen unverblümt sagt, was man denkt, ist für mich lange Zeit ein Grund gewesen, lieber zu schweigen ...

Ich bin der Meinung, wenn jeder seine Konflikte produktiv ausleben könnte, gabe es weniger Gewalt in der Welt ...

Ich trage also so zum Friedensprozeß bei

lg daggi
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in einem augenblick gewährt die liebe, was mühe kaum in langer zeit erreicht ... (goethe)
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  #14  
Alt 08.09.2003, 08:05
wirrlicht wirrlicht ist offline
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Registriert seit: Jun 2003
Beiträge: 968
Wenn wir davon ausgehen, daß das menschliche Zusammenleben zum großen Teil von Konflikten geprägt ist und wir Konflikte als Hauptursache von Kriegen sehen - nun, dann würde ich mich einerseits fragen, was Konflikte verursacht und wie man mit Konflikten anders umgehen könnte außer mit Gewalt.

Es gibt natürlich auch unter Tieren "Konflikte" - die sind allerdings unmittelbar, werden ausgetragen und damit ist gut. Zumindest habe ich noch nie z.B. von Affen oder Löwenrudeln gehört, die sich dauerhaft im "Kriegszustand" befinden. Was unterscheidet den Menschen vom Tier? Unter anderem die Fähigkeit zu ENTSCHEIDEN. Menschen verfügen über einen freien Willen und über verschiedene Möglichkeiten, diesem Ausdruck zu verleihen. Viele Menschen wollen viele verschiedene Dinge - kein Wunder, daß da Reibung und Konfliktstoff entstehen. Das nötigt uns, uns miteinander auseinanderzusetzen. Vielleicht ist es so, daß der Drang zu "gewinnen" - den eigenen Willen also durchzusetzen - stärker ist als das Bedürfnis, Kompromisse zum Wohle der größtmöglichen Anzahl Menschen einzugehen.

Man könnte also sagen, daß Kriege, Gewalt usw. nichts weiter sind als der Widerstreit zwischen den Interessen von Individuen gegenüber der Gesellschaft, in der sie leben.

Ich glaube nicht, daß Menschen das in absehbarer Zeit überwinden können - aber als Spezies sind wir ja noch ziemlich jung. Wenn wir's schaffen, die "Pubertät der Menschheit" halbwegs zu überleben, könnt's ja immerhin sein, daß wir usn irgendwann auch mal zu reifen, vernünftigen Wesen entwickeln

LG, wirrlicht
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  #15  
Alt 08.09.2003, 13:45
Benutzerbild von Gysi
Gysi Gysi ist offline
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Ort: südlich vom Nordpol
Beiträge: 8.405
Re: Wie friedlich ist unser Frieden ?

Zitat:
Original geschrieben von Georg
Ist der Mensch, aufgrund seiner gesamten psychischen Beschaffenheit, überhaupt zu einem friedlichen Leben fähig ?
Konflikte sind nicht = Krieg und Mord!
Tiere leben untereinander auch ihre Konflikte aus, nur wir Menschen sind in der Lage, die Naturwaffen wie Zähne, körperliche Kraft und Krallen mit Lanzen, Kanonen und Bomben zu verstärken. Daher diese fürchterlichen Kriege.
Diese Waffen sind das Produkt unseres Verstandes.
Aber unser Verstand kann nicht nur technische Abläufe, er kann auch gesellschaftliche Abläufe analysieren. Er kann die URSACHEN der Kriege analysieren. Das Hochhalten der nationalen Eigeninteressen sind die erste Ursache. Daswegen gibt´s die UNO. Wir WERDEN es schaffen, uns von den Schrecken der Kriege zu befreien.
Wir können auch psychische Abläufe analysieren. Wir sind in der Lage, den Anderen - und uns - immer besser zu verstehen, wir sind in der Lage Empathie zu entwickeln. Konflikte wird es immer geben. Aber es wir können es lernen, uns immer mehr menschliches Verständnis füreinander, und damit mehr Liebe, beizubringen. Das können wir schaffen, indem wir Konflikte NICHT scheuen! Daran glaube ich sehr.

Gysi
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Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit. (Karl Marx)
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