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  #1  
Alt 20.07.2003, 19:08
Druide Druide ist offline
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Anarchie - realistisch?

Was haltet ihr von der "Staats"form Anarchie?? Kann sie überhaupt funktionieren?? Ist sie wirklich "besser" als unsere heutige kapialistisch-demokratische Gesellschaft?? Was denkt ihr drüber.

Anarchie ist grob vereinfacht eine Gesellschaftsform, in der die Regierung und das Gesetz abgeschafft wurden. Dadruch wird eine enorme Gleichheit unter den Menschen erreicht und daraus folgt eine grosse Freiheit für jeden Einzelnen.
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  #2  
Alt 20.07.2003, 19:44
scilla scilla ist offline
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Beiträge: 3.533
es liegt in der Natur des Menschen,
sich zu gruppieren,
und wenn es nur ein Sippenverband ist

den 'Staat' kann man also nicht abschaffen
nur verändern

sobald sich Menschen eine Verfassung geben,
leben sie in einem Staat

was in der Verfassung drinsteht,
ist das Entscheidende
das würde auch für eine Anarchie gelten

im Thread 'das zweite Buch der Poetik des Aristoteles'
(siehe philosophische Literatur)
zitiere ich die Theorie des Herrn Bokun,
derzufolge Männerbünde (Patriarchat) die natürliche Ordnung (Matriarchat) unterdrücken
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  #3  
Alt 20.07.2003, 19:55
Benutzerbild von Gysi
Gysi Gysi ist offline
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Ort: südlich vom Nordpol
Beiträge: 8.405
Anarchie - realistisch?

Unrealistisch, absolut unrealistisch! Wir hatten mal einem Thread, den unser Anthrapos, (der leider nicht mehr postet), eröffnet hatte. Schau da doch mal nach...
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Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit. (Karl Marx)
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  #4  
Alt 21.07.2003, 09:19
wirrlicht wirrlicht ist offline
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Re: Anarchie - realistisch?

Zitat:
Original geschrieben von Druide
Anarchie ist grob vereinfacht eine Gesellschaftsform, in der die Regierung und das Gesetz abgeschafft wurden. Dadruch wird eine enorme Gleichheit unter den Menschen erreicht und daraus folgt eine grosse Freiheit für jeden Einzelnen.

Ganz sicher nicht, so 'funktioniert' der Mensch nicht! Was daraus folgen würde wäre enormes Chaos und von Gleichheit keine Spur: es würden sich lediglich die Machtverhältnisse ändern.

LG, wirrlicht
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  #5  
Alt 21.07.2003, 10:13
Benutzerbild von Gysi
Gysi Gysi ist offline
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Ort: südlich vom Nordpol
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Re: Re: Anarchie - realistisch?

Zitat:
Original geschrieben von wirrlicht
es würden sich lediglich die Machtverhältnisse ändern.
Wo das Recht nicht herrscht, herrscht das Faustrecht. Der Starke setzt sich durch. Ein Sieg, von dem auch der "Starke" nichts hätte. Warum? Wir sind GEMEINSCHAFTSwesen, zoon politicons.
__________________
Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit. (Karl Marx)
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  #6  
Alt 21.07.2003, 14:35
Benutzerbild von Mara
Mara Mara ist offline
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Beiträge: 2.608
Das glaube ich nicht, ich bin der Meinung, wir können uns nur nichts anderes vorstellen ...

Es geht viel besser ohne Regeln und Gesetze, denn die werden an den schwachen Gliedern in der Kette festgemacht ...
Wir sind mittlerweile so vergesetzt (hä?), dass niemand mehr glauben kann, es ginge auch ohne ...

Und außerdem ist der Mensch ein scheußliches Gewohnheitstier ...

So frei nach dem Motto: Das war schon immer so ... ENDE !

Wenn jedem Menschen die Verantwortung wieder selbst übertragen würde, hätten die "Mächtigen" gar keine Chance mehr, weil ihnen keiner mehr zuhört ...

Aber - ich räume ein ... wir sind noch lange nicht soweit ... der Otto-Normal-Verbraucher (hihi) ist noch zu sehr daran gewöhnt seine Verantwortung von anderen übernehmen zu lassen ...

Aber es gibt schon erste Lichtblicke ... wo Anarchie und Selbstbestimmung funktionieren ...
__________________
in einem augenblick gewährt die liebe, was mühe kaum in langer zeit erreicht ... (goethe)
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  #7  
Alt 21.07.2003, 15:36
Benutzerbild von walter
walter walter ist offline
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Zitat:
Original geschrieben von Daggi
Es geht viel besser ohne Regeln und Gesetze, denn die werden an den schwachen Gliedern in der Kette festgemacht ...
Wir sind mittlerweile so vergesetzt (hä?), dass niemand mehr glauben kann, es ginge auch ohne ...
Die Gesetze beschützen Dich unter anderem davor bestohlen oder vergewaltigt oder ermordet zu werden. Willst Du das Faustrecht?

Zitat:
Wenn jedem Menschen die Verantwortung wieder selbst übertragen würde, hätten die "Mächtigen" gar keine Chance mehr, weil ihnen keiner mehr zuhört ...
Wir haben ja die Verantwortung für unser Leben selber.


Zitat:
Aber es gibt schon erste Lichtblicke ... wo Anarchie und Selbstbestimmung funktionieren ...
Anarchie und Selbstbestimmung sind für mich etwas anderes. Und wo funktioniert Anarchie?
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  #8  
Alt 21.07.2003, 15:56
wirrlicht wirrlicht ist offline
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Hi Daggi,

das siehst Du ein bißchen zu optimistisch, fürchte ich - und wenn Deine Einschätzung, der Mensch sei grundsätzlich "gut" damit zusammenhängt dann ist das auch nachvollziehbar.

Also: Anarchie funktioniert schlicht darum nicht, weil Leben nun mal auf Konkurrenz und das Überleben des Stärksten basiert. Je weniger "Gesetz", umso ausgeprägter das "Faustrecht", wie Gysi das nannte.

Ich war als Teenager zeitweise auf der "Straße", und selbst unter diesen Straßenkiddies, die sich vordergründig von Elternhaus und einengenden Zwängen befreien wollten, herrscht eine Hierarchie und herrschen "Gesetze" - und das weitaus ausgeprägter als man sich das in unserer hübsch sortierten Gesellschaft so vorstellt. Und das ist ja auch vollkommen logisch - wir sind nun mal als soziale Wesen angelegt, d.h. wir müssen im Zusammenleben Arrangements treffen, die für den größtmöglichen Teil einer Gruppe / Gesellschaft verträglich ist. Gibt so'n bekannten Spruch, der mir gut gefällt: "Freiheit geht bis zur Grenze des Nachbarn" (oder so). Ob nun Kids, die sich ihre eigenen ungeschriebenen Gesetze selbst basteln, oder schon die Allerkleinsten in einer Krabbelgruppe, die nicht von Erziehern lenkend beeinflußt werden: es entstehen IMMER Gesetze, und je weniger die von Anfang an dem Nachwuchs beigebracht werden, umso härter fallen diese "Gesetze" aus. Dinge wie Rücksichtnahme, Fürsorge usw. sind nicht automatisch vorhanden - die müssen erst erlernt werden.

LG, wirrlicht
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  #9  
Alt 21.07.2003, 16:04
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Binchen Binchen ist offline
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Thumbs up daggi bin ganz deiner meinung!

@lieber walter
würde jeder sich nur um sich kümmern, im positiven sinne nicht egoistisch gemeint, gäbe es keine vergewaltigung oder verbrechen!
dein vergleich hinkt!!!

dann du willst wissen wo anarchie funktioniert!

gut bei den aborigines z.b.
wie funktioniert es
ganz einfach:
für alles gibt es einen der den "beruf" ausübt und dafür geehre wird!
sei es in der medizin, kochen, hüttenbau, jagen usw.
es gibt sogar aborigines die nur für die unterhaltung da sind - sie werden genauso verehret wie die anderen.
und sie sind zufrieden!

ja bei ihnen gibt es kein ich brauch zwei autos oder drei, ein haus
zwei betten, usw.
denn die einsicht bzw. erkenntnis, daß sie nur eins immer benutzen können haben sie schon! sie brauchen nicht mehr!

doch solange "wir" zivilisierten menschen uns nicht einmal vorstellen können das anarchie funktionieren könnte, wird es nie geschehen!

ein gutes buch über die aborigines ist:
TRAUMFÄNGER - von MARLO MORGAN


gruss binchen
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die welt ist das, was du von ihr denkst!
lebe glücklich, lebe froh, wie der mops im haferstroh.
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  #10  
Alt 21.07.2003, 16:24
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Gysi Gysi ist offline
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Re: daggi bin ganz deiner meinung!

Zitat:
Original geschrieben von Binchen

würde jeder sich nur um sich kümmern, im positiven sinne nicht egoistisch gemeint, gäbe es keine vergewaltigung oder verbrechen!
dein vergleich hinkt!!!
KEINER von uns lebt autark, nur für sich. Wir ALLE wollen STÄNDIG voneinander was. Fängt morgens bei den Brötchen an. Wir sind Gemeinschaftswesen. Und diese Gemeinschaftlichkeit muss geregelt sein. Wenn du mit der einen und anderen Regel nicht einverstanden bist, heißt die Antwort noch lange nicht: KEINE REGEL! Schütte das Kind doch nicht mit dem Bade aus!

Die Aborigines sind KEINE anarchistische Gesellschaft, auch sie haben ihr festes Regelwerk, an das du dich gefälligst zu halten hast.

Gysi
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  #11  
Alt 21.07.2003, 16:55
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Binchen Binchen ist offline
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Re: Re: daggi bin ganz deiner meinung!

Zitat:
Original geschrieben von Gisbert Zalich
KEINER von uns lebt autark, nur für sich. Wir ALLE wollen STÄNDIG voneinander was. Fängt morgens bei den Brötchen an. Wir sind Gemeinschaftswesen. Und diese Gemeinschaftlichkeit muss geregelt sein. Wenn du mit der einen und anderen Regel nicht einverstanden bist, heißt die Antwort noch lange nicht: KEINE REGEL! Schütte das Kind doch nicht mit dem Bade aus!

Die Aborigines sind KEINE anarchistische Gesellschaft, auch sie haben ihr festes Regelwerk, an das du dich gefälligst zu halten hast.

Gysi
nein haben sie nicht!
ich muss aber dazu sagen es gibt mehrere stämme und gewiss auch welche wie du sie beschreibst mir regeln!

die wo z.b. morgan beschreibt sind regel los, sie haben uns einens weit vorraus:
[SIZE=4]SIE LEBEN [/SIZE]

ja sie leben hier und jetzt!

bei ihrem "walkabout" - ein dreimonatiges wandern durch den australischen busch, nimmt dieses volk nichts zu essen mit, sie vertrauen dem leben, dass es sie versorgt und sind dafür dankbar.


nun das "wir" das nicht "mehr" können, oder nur wenige, ist klar!

ich war auch nicht unbedingt dafür, dass die amis den irak "befreien" - und was war! - chaos

du kannst ein tier was von menschen aufgezogen und gefüttert wurde nicht plötzlich in die freie natur lassen und sagen:" so such dir dein futter nun selbst"

Schütte das Kind doch nicht mit dem Bade aus!
nein nein das wollt ich nicht!
es ist ein weiter weg für uns! keine frage!

ich stimme daggi trotzdem zu und wollte es nur ergänzen um die erkenntnis,

solange "wir" zivilisierten menschen uns nicht einmal vorstellen können das anarchie funktionieren könnte, wird es nie geschehen!

so ist halt - "wir" sind nunmal zu bequem!
und leider nicht nur körperlich sondern oft auch geistig

gruss binchen
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  #12  
Alt 21.07.2003, 17:14
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Gysi Gysi ist offline
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Re: Re: Re: daggi bin ganz deiner meinung!

Zitat:
Original geschrieben von Binchen
bei ihrem "walkabout" - ein dreimonatiges wandern durch den australischen busch, nimmt dieses volk nichts zu essen mit, sie vertrauen dem leben, dass es sie versorgt und sind dafür dankbar.
Sie verfügen über das know how, wo und wie sie was zu essen bekommen.


Zitat:
nun das "wir" das nicht "mehr" können, oder nur wenige, ist klar!
"Wir", also Menschen in unseren Breitengraden, haben das noch nie gekonnt. Wir fühlten immer den Druck, uns aus dem Elend verbessern zu müssen. Darum haben wir uns ja auch in eine Industriegesellschaft entwickelt.

Zitat:
ich stimme daggi trotzdem zu und wollte es nur ergänzen um die erkenntnis,
Anarchistische Sozialromantik schrammt um Lichtjahre an der Realität vorbei.

Zitat:
solange "wir" zivilisierten menschen uns nicht einmal vorstellen können das anarchie funktionieren könnte, wird es nie geschehen!
Weißt du auch nicht? Schön. Ich weiß, dass Anarchie NICHT GEHT! Und vor allem: WIESO SOLLTE sie gehen?


Gysi
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  #13  
Alt 21.07.2003, 17:35
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Binchen Binchen ist offline
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Ort: in nem haus
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ich geb auch dir in gewissen punkten recht gysi.

wir sind so erzogen worden, ellbogentechnologisch!
faustrecht usw.
aber wir sind keinesfalls so von anfang an!
kinder geben gerne ihre spielsachen, bis die erwachsenen eingreifen und immer sagen nein ist nicht deins oder pass auf deinen sachen auf usw.
wie oft ist am anfang das spielzeug weg na und?
dann wird dem kind beigebracht: wie gesagt pass auf und wenn ers wegnehmen will dann hau drauf!

ich hab nach dem mauerfall ossis im urlaub kennen gelernt die mir erzählten, was ihnen hier im westen echt zu schaffen macht ist dieses starke ellbogendenken! immer in die seite immer rein in den magen!
das kannte das junge mädel so nicht!
denn für sie wurde "gesorgt" zwar vom staat und gut kontrolliert, doch das störte sie so nicht, sie wuchs damit auf!!

wärst du bei den aborigines aufgewachsen und würdest nur anarchie - totale gleichberechtigung kennen - würdest du über unser system wohl den kopf schütteln und dich fragen wozu brauch ich eine armee wenn ich in frieden lebe???
wozu polizisten wenn ich kein verbrechen begehe
wozu einen politiker/oberhaupt, ich kann sein leben doch nicht leben, sondern nur meins???
Zitat:
Anarchistische Sozialromantik schrammt um Lichtjahre an deiner Realität vorbei.



gruss binchen
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  #14  
Alt 21.07.2003, 17:47
Druide Druide ist offline
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Zitat:
Wo das Recht nicht herrscht, herrscht das Faustrecht. Der Starke setzt sich durch. Ein Sieg, von dem auch der "Starke" nichts hätte
Genau, und deswegen herrscht in der Anarchie das Recht und nicht das Gesetz. Des was das Gesetz sagt muss nicht unbedingt Recht sein. Grad das der Stärkere sich in der Anarchie durchsetzt scheint mir nicht realistisch.

Zitat:
Die Gesetze beschützen Dich unter anderem davor bestohlen oder vergewaltigt oder ermordet zu werden
nun ja im prinzip verhindert sie das ja nicht, sie bestraft das nur. Was einen davor beschützen könnte, ist vielleicht die Erziehung der Verbrecher zu ändern, aber das Gesetz erzieht nicht, die Gesellschaft erzieht.

Zitat:
Wir haben ja die Verantwortung für unser Leben selber.
Jupp allerdings auch Politiker und Konzernchefs. Wer meint das könnte man einfach ändern, dem stimme ich leider nicht ganz zu. Natürlcih ist es quatsch zu denken das jeder x-beliebige ein Land regieren könnte, aber grad in der Wirtschaft setzt sich ja heute (meiner Ansicht nach) der Stärkere durch.

Zitat:
Also: Anarchie funktioniert schlicht darum nicht, weil Leben nun mal auf Konkurrenz und das Überleben des Stärksten basiert
Nun ja jeder Mensch hat doch Freunde mit denen er sich gut verträgt. Auch wenn man sich noch so sehr streitet kommt irgendwann meistens zu einem Kompromiss. Ich sehe das Leben nicht auf Konkurenz basierend sondern auf gegenseitgige Unterstützung basierend. Das es in der heutigen Gesellschaft anders ist ist mir klar aber das sehe als folge der heutigen Gesellschaft an.
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  #15  
Alt 21.07.2003, 18:04
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Mara Mara ist offline
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Beiträge: 2.608
Zitat:
Original geschrieben von walter
Die Gesetze beschützen Dich unter anderem davor bestohlen oder vergewaltigt oder ermordet zu werden. Willst Du das Faustrecht?
Die Gesetze beschützen mich davor vergewaltigt zu werden ? Aber Walter ... wo kommen denn dann die ganzen Vergewaltiger her ??? Wo kommen die Mörder her ...
Das mußt Du mir aber noch einmal erklären, wie Du das gemeint hast ...

Will ich das Faustrecht ? No - Sir ... ich würde es ja eben gerne abschaffen, denn das Faustrecht ist genau das, was unsere Regeln und Gesetze offensichtlich geschaffen haben ...
Sieh Dich doch um ... Du hast doch sicher noch einen Fernseher ?

Je mehr Druck - je mehr Kontrolle, desto mehr Gegenwehr ...

Die Menschen haben die fatale Eigenschaft, Erwartungen zu erfüllen...

Wenn Du einem Menschen nur lange genug eintrichterst, dass er kontrolliert werden muss, weil er sonst tötet, lügt, betrügt und vergewaltigt, während die "Vorbilder" das meiste davon tun und auch noch dafür "belohnt" werden, wird er sich irgendwann keinen Zwang mehr auferlegen ...

Zitat:
Wir haben ja die Verantwortung für unser Leben selber.
Ja- Walter ... Du und ich und noch so ein paar Handvoll, aber der Rest hat seine Eigenverantwortung an den Staat, an Regeln, an Gesetze abgetreten und das eigene Denken eingestellt ...
Ein Lieblingssatz solcher Menschen, wenn ich sie darauf hinweise ist: "Aber das sagt/macht MAN doch so!" Und das Fragezeichen klingt durch ... Wenn es doch alle so machen, dann muß es doch okay sein. Der ABC gibt ja auch keine Fehler zu, warum also soll ich da eine Ausnahme bilden ...

Sei doch mal ehrlich, wieviele Menschen kennst Du denn, die eigenverantwortlich ihren eigenen Weg gehen, ihre eigenen Gedanken denken und tun, woran sie glauben und dann auch noch dazu stehen?

Warte - lass mich nachdenken ... Ich kenne ............ 5 Menschen, so spontan - ich mache 10 draus, weil ich bestimmt den ein oder anderen auf die Schnelle übersehen habe ...

Wieviele Massenmenschen kenne ich ? Über den Daumen gepeilt ................. vergiss es - unendlich viele !


Zitat:
Anarchie und Selbstbestimmung sind für mich etwas anderes. Und wo funktioniert Anarchie?
Mir ist gerade erst beim Lesen dieses und des zweiten Thread zu diesem Thema aufgefallen, dass ich Anarchistin bin und warum das, was ich tue so gut funktioniert ... aber ich muss da noch einen Moment drüber nachdenken, wenn Du gestattest ...
Schließlich ist das mein privates Privatleben ...

m.
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anarchie, staatsform


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