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Alt 05.04.2008, 15:17
oktoberwind oktoberwind ist offline
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Susan Sontag

Eine der großen Denkerinnen des zwanzigsten Jahrhunderts war die Amerikanerin Susan Sontag; ein paar Zitate aus ihrem Essayband "Worauf es ankommt" seien hier wiedergegeben:

"Schreiben ist immer eine Art des Erinnerns."

"Literatur als eine ständige Erneuerung des Rechts auf individuelle Behauptung" (über Roland Barthes)

"Wenn Bücher verschwinden, wird die Geschichte verschwinden, und die Menschen werden ebenfalls verschwinden."

"Bücher sind viel mehr. Sie sind eine Art und Weise, ganz und gar Mensch zu sein."

...und aus ihrer Friedenspreis-Rede 2003:
"Literatur kann uns sagen, wie die Welt beschaffen ist."
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  #2  
Alt 05.04.2008, 16:16
Miriam Miriam ist offline
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AW: Susan Sontag

Eine zweite große Persönlichkeit die du uns heute kurz vorstells, Oktoberwind.

Aus ihrer Friedenspreisrede von 2003 (ein Jahr vor ihrem Tod), möchte ich noch einige Zitate bringen - leider habe ich die sehr beeindruckende Laudatio von Ivan Nagel nicht gefunden, deswegen nur einen kleinen Auszug am Ende der Texte aus der Preisrede.

Susan Sontag - Auszüge aus ihrer Rede anläßlich der Verleihungen des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels

(...) Es ist kein Zufall, dass der energische amerikanische Verteidigungsminister einen Keil zwischen die Länder Europas zu treiben versuchte, indem er auf unvergessliche Art zwischen dem "alten" (schlechten) und dem "neuen" (guten) Europa unterschied. Wie konnte es geschehen, dass Deutschland, Frankreich und Belgien dem "alten" Europa zugerechnet wurde, während sich Spanien, Italien, Polen, die Ukraine, die Niederlande, Ungarn, Tschechien und Bulgarien im "neuen" Europa wiederfanden? Die Antwort lautet: Wer die Vereinigten Staaten bei ihren gegenwärtigen Bemühungen um eine Ausdehnung ihrer politischen und militärischen Macht unterstützt, gehört damit per se in die bevorzugte Kategorie des "Neuen". Wer mit uns ist, ist "neu".
(...)
Manchmal muss ich mich kneifen, um sicher zu sein, dass ich nicht träume: Der Vorwurf, den viele Menschen in Amerika Deutschland heute machen, diesem Deutschland, das fast ein Jahrhundert lang solche Schrecken über die Welt gebracht hat, man könnte auch sagen: Das neue "deutsche Problem" besteht nun offenbar darin, dass sich die Deutschen vom Krieg abgestoßen fühlen, dass ein großer Teil der öffentlichen Meinung im heutigen Deutschland praktisch pazifistisch ist!
(...)
Die Bürger der reichsten und mächtigsten Nation in der Geschichte müssen sich klar machen, dass Amerika geliebt und beneidet, aber auch mit Groll betrachtet wird. Nicht wenige von ihnen erfahren bei Reisen ins Ausland, dass Amerikaner in den Augen vieler Europäer für raubeinig, ungehobelt, unkultiviert gelten.
(...)
Die Vorherrschaft Amerikas ist eine Tatsache. Aber Amerika, wie inzwischen auch seine derzeitige Regierung einzusehen beginnt, kann nicht alles allein machen. Die Zukunft unserer Welt - unserer gemeinsamen Welt - ist synkretistisch, unrein. Wir könne uns nicht voneinander abkapseln. Wir fließen immer mehr ineinander.
Am Ende wird sich alle Verständigung - alle Aussöhnung -, zu der wir gelangen können, daraus ergeben, dass wir gründlicher über den ehrwürdigen Gegensatz zwischen "Altem" und "Neuem" nachdenken. (...)

Ivan Nagel - der Text stammt aus der Frankfurter Rundschau:

Der Berliner Literaturkritiker und Theaterregisseur Ivan Nagel nannte Susan Sontag in der Laudatio "ein Vorbild für Denkende, Intellektuelle". Nagel sprach sich in seiner Rede gegen eine deutsche Beteiligung am Wiederaufbau Iraks aus. "Wir sollten uns weigern, durch nachträgliche 'bündnispartnerliche' oder auch 'humanitäre' Beihilfe jetzt schon den nächsten Krieg mitzuerfinden", sagte er. Unter grossem Beifall des Publikums erklärte er: "Susan Sontag fürchtet, und wir mit ihr, dass der noch demokratische Westen militarisiert wird unter dem Walten derer, die den Krieg nur aus Parademärschen, Budgetgefeilsch und Computersimulationen kennen, aber ihre Herrschafts- und Wirtschaftsinteressen bis zu der Massentötung, die sich Krieg nennt, durchzusetzen gewillt sind."

Quellen: Homepage des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels (www.borsenverein.de), Frankfurter Rundschau vom 13. Oktober 2003; ap- und dpa-Meldungen vom 12. Oktober.

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  #3  
Alt 06.04.2008, 08:05
Zeilinger Zeilinger ist offline
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AW: Susan Sontag

Zitat:
Zitat von oktoberwind Beitrag anzeigen
Eine der großen Denkerinnen des zwanzigsten Jahrhunderts war die Amerikanerin Susan Sontag; ein paar Zitate aus ihrem Essayband "Worauf es ankommt" seien hier wiedergegeben:

"Schreiben ist immer eine Art des Erinnerns."

"Literatur als eine ständige Erneuerung des Rechts auf individuelle Behauptung" (über Roland Barthes)

"Wenn Bücher verschwinden, wird die Geschichte verschwinden, und die Menschen werden ebenfalls verschwinden."

"Bücher sind viel mehr. Sie sind eine Art und Weise, ganz und gar Mensch zu sein."

...und aus ihrer Friedenspreis-Rede 2003:
"Literatur kann uns sagen, wie die Welt beschaffen ist."
Hallo Oktoberwind !

Den Titel "Worauf es ankommt" finde ich etwas vermessen; es gibt wohl ein Dutzend Gruppen von Menschen, für die es auf jeweils etwas anderes ankommt.

Ansonsten stimme ich ihr (und Dir in ihrer Bewunderung) zu.

Liebe Grüße

Zeili
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Für Frieden in Freiheit und Wohlstand, durch Liebe, Arbeit, Bildung, Toleranz, Humor, Achtsamkeit sowie demokratische, wirksame und vollziehbare Gesetze.

Geändert von Zeilinger (06.04.2008 um 08:07 Uhr) Grund: sinnverzerrender Rechtschreibfehler
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  #4  
Alt 06.04.2008, 18:56
Miriam Miriam ist offline
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Registriert seit: Jun 2005
Beiträge: 9.724
AW: Susan Sontag

"Women" ist m.E. ein sehr interessantes Werk, welches in der Zusammenarbeit der Fotografin Annie Leibovitz und Susan Sontag entstanden ist, die ein Essay zu den Frauenportraits der Fotografin schrieb. Auch diese Zusammenarbeit und die Art wie Susan Sontag die Lebensläufe dieser Frauen beschreibt, sagt viel über die Autorin aus.

Annie Leibovitz hält sowohl berühmte Frauen, als auch völlig unbekannte fest, Frauen im Arbeitsalltag oder Exzentrikerinnen. Von Barbara Bush oder Hillary Clinton, von Millionärinnen zu Frauen die Opfer von männlicher Gewalt wurden.
Die Kommentare dazu schrieb Susan Sontag – es ist ein Bildband entstanden welches man im besten Sinne des Wortes feministisch nennen kann. Denn einerseits ist es ein Buch das die Stärke der Frauen dokumentiert, andererseits zeigt uns Sontag durch ihre Texte wie entlarvend die Fotos auch sind, denn sie bezwecken das Klischeehafte solcher Frauendarstellungen, stellen aber das allgemeine Klischee dadurch auch in Frage.






........ ........

Später durfte Annie Leibovitz ihre Freundin Susan Sontag während ihrer Krankheit und Tod mit der Kamera begleiten.

1. AKKE ALMA - studierte Balett in Rotterdam
2. AKKE ALMA - als Nightclubtänzerin im Crazy Horse (Paris)
3. TRINI CAMPBELL - Biologin, führt mit ihrem Mann eine Farm in North California - Hauptprodukt: biologisches Gemüse
4. SHIRLEY HYCHE (Mitte des Fotos) - entschied sich für den Bergbau um ihren vier Töchtern den Besuch des College zu ermöglichen.
5. MARILYN HEIT LEIBOVITZ - Mutter der Fotografin, ihre Familie stammt aus Russland - arbeitete eine zeitlang als air force officer
6.SERENA AND VENUS WILLIAMS - wohl allen bekannt als Tennismeisterinnen - stammen aus sehr armen Verhältnissen.
7. BARBARA BUSH - ehemalige First Lady
8. HAYDEE und SAHARA SCULLl - Malerinnen in Miami
9.EILEEN COLLINS - die erste Pilotin eines Space Shuttles

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sontag, susan sontag


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