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Nein Gysi, würde er nicht - nicht in diesem Punkt. Weil ein Kind, das mißhandelt wird, Dir keine ehrliche Antwort geben würde. Das ist eines der schlimmsten Dinge an Mißhandlungen - ein Kind wird auch dann noch versuchen, seine prügelnden Eltern unter allen Umständen zu decken. @nonova: ich lese Deine Beiträge genauso aufmerksam wie die anderen - mit dem Thema bin ich aber noch nicht "durch", deshalb keine Antwort ![]() :-( wirrlicht Geändert von wirrlicht (04.08.2003 um 08:43 Uhr) |
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#2
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Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit. (Karl Marx) |
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#3
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Wir brauchen 'ne andere Menschheit! Glaub' mir: ich habe keine Schlußfolgerung. Jedenfalls keine, die in irgendeiner Art nutzbringend andwendbar wäre. Der Mensch ist die Summe seiner Erfahrungen bis zu dem Moment, an dem er erkennt, daß er zu Entscheidungen fähig ist. Ab da beginnt die Eigenverantwortung. Mißhandelnde Eltern anzeigen? Hab ich mal gemacht. Mir wurde vom Jugendamt daraufhin mit Anzeige gedroht (Verleumdung), das Kind ist inzwischen in der Psychiatrie, die Prügeleltern bekamen die anderen 3 Pflegekinder wieder zurück. Was soll man da schlußfolgern? LG, wirrlicht |
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#4
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Beine hoch legen und gähnen.
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Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit. (Karl Marx) |
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#5
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Na, Herr Gysi - dann schlußfolgere Du mal LG, wirrlicht |
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#6
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Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit. (Karl Marx) Geändert von Gisbert Zalich (04.08.2003 um 12:06 Uhr) |
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#7
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[QUOTE]Original geschrieben von Gisbert Zalich
Das Jugendamt auf eklatante Verletzung der Aufsichtspflicht verklagen. Dem Kinderschutzbund eine aufrüttelnde Flammenrede zu dem Fall in den Briefkasten stecken. Und so weiter.
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Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit. (Karl Marx) |
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#8
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Offtopic
Die Verjährungsfrist für Kindesmißhandlung darf erst mit dem vollendeten 21. Lebensjahr des Opfers beginnen, dann würden es sich die Kinderquäler wohl gut überlegen.
Es sind feige Menschen, die ihre Aggressionen an den einzigen Menschen auslassen, die sich weder körperlich noch rechtlich wehren können.
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° [b]Alles wird gut![/b] Vertrau mir, ich bin Arzt! |
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#9
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Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit. (Karl Marx) |
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#10
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Mist. Normalerweise sehe ich das auch so, aber in dem Punkt... Na schön, vielleicht bin ich da zu dicht dran. Ich schrieb nicht von unterschiedlichen "Erziehungsstilen" sondern von jener Gewalt gegen Kinder, die unabhängig von Erziehungsstilen in den Haushalten nach wie vor ausgeübt wird. Ich rede nicht davon, daß Kindern "der Hintern versohlt" oder sie "über's Knie gelegt" werden weil man das für die richtige Erziehung hält. Ich rede von Prügeln, Dunkelhaft und Quälereien, von sexueller Gewalt, von psychischer Folter. Ich glaube nicht, daß die Zahlen hier rückläufig sind. Mißhandelnde Eltern bzw. Erziehungsberechtigte WISSEN, daß sie sich strafbar machen, sonst würden sie's nicht verheimlichen. Das meinte ich damit als ich schrieb: wir bräuchten eine andere Menschheit. Mag schon sein, daß das Auswüchse einer kranken Gesellschaft sind. Fatalistisch, wie ich nun mal viele Dinge sehe, denke ich nicht daß sich da in absehbarer Zeit durch Aufklärung, Einsicht oder zimperliche Familienberatungsspielereien hier viel verändern wird. Ich vermeide normalerweise, auf "die Gesellschaft" zu schimpfen, weil ich's für fruchtlos halte. Aber in dieser Sache - nun, ich denke, wir leben in einer nach wie vor verwöhnten, konsumorientierten Luxuswelt, die den Nachteil hat, daß sie Menschen einem Streß aussetzt, dem sie nicht gewachsen sind. Nicht etwa weil wir so viel arbeiten müßten, sondern weil wir mit der Fülle an entfremdenden Einflüssen von außen nicht klarkommen. Uch - muß aufpassen, daß ich nicht zu weitschweifig werde... also: mehr noch als früher entfernen wir uns immer weiter von unseren emotionalen/familienbezogenen Wurzeln, heute ist nicht mehr so wichtig, die Omma in der Familie zu halten, uns mit den Bedürfnissen von Familienmitgliedern usw. auseinanderzusetzen - die Kiddies haben Hort und Schule und Playstation 2, die Eltern haben Jobs bzw. Angst um dieselben und in der "Frei"zeit eine Unzahl an Verpflichtungen, die ihnen scheinbar ihren Platz innerhalb dieser Gesellschaft sichern. Wer hat denn wirklich noch Ahnung von "der Praxis"? Wir sind doch immer weniger vorbereitet auf das, was uns Kinder abverlangen - an Verständnis, auch an Unbequemlichkeiten (natürlich neben dem Schönen, was Kinder ja auch zu bieten haben). Wie's "geht" wissen wir ja dank unzähliger Erziehungsratgeber theoretisch bestens - die Praxis ist es, an der der moderne Mensch scheitert. Überspitzt ausgedrückt: der Mensch reagiert fassungslos, wenn das liebe Kind nicht so funktioniert, wie's in der "Gebrauchsanweisung" in Eltern&Kind drin steht. Das ist heute. Früher haben Erwachsene schon ihrer Hilflosigkeit und Angst oder Verzweiflung durch Gewalt Luft gemacht - gegen das schwächere Glied in der Gemeinschaft, also das Kind. Damals haben sie - aus Scham, zugeben zu müssen daß sie nicht weiterkommen - oder vielleicht auch aus Uninformiertheit, wer weiß - KEINE Hilfe geholt, das wäre dem Eingeständnis des eigenen Versagens gleichgekommen. Und heute? Heute sind wir alle aufgeklärt, ja? Das macht Druck, anderen als früher, aber genauso destruktiv. Wir sind "uns" kein Stück nähergekommen, wir reagieren immer noch auf Hilflosigkeit und Ohnmachtsgefühle mit Gewalt - und immer noch wird das am Kind abreagiert. Ich sehe nicht, daß unsere Gesellschaft da positive Entwicklungen mitmacht. Der Lack ist schöner und "aufgeklärter", ja und? Das ist auch schon alles. Wie soll man das ändern? Durch harte Sanktionen? Mehr Überwachung? Kleinere Schulklassen, mehr Aufmerksam gegenüber Veränderungen einzelner Kinder, mehr Zivilcourage beim Verdacht der Mißhandlung? Das findet nicht statt und wird's in absehbarer Zeit auch nicht. Weil - ob wir's zugeben oder nicht - die Kinder mittlerweile eher Störfaktor in unserer Gesellschaft sind als alles andere. Pah, da müßten schon wirklich andere Menschen her als die, die wir heute sind! So, ich schwitz' jetzt Richtung nach Hause - sorry wenn's bissl verworren klingt, schreib's der Hitze zu, ok? LG, wirrlicht |
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#11
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Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit. (Karl Marx) |
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#12
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Und schlagende Eltern sind immer auch überforderte Eltern. |
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#13
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Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit. (Karl Marx) |
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#14
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Na schön, Herr Gysi: dann zeig Dich mal weniger denkfaul als ich und zeige GANGBARE Wege auf, wie an der Situation für mißhandelte Kinder etwas verändert werden könnte. Hast Du selbst Kinder? Hast Du Dich in Gremien/Vereinen wie Kinderschutzbund o.ä. schon mal engagiert? Kennst Du Dich mit dem Jugendrecht aus? Hast Du Dich schon mal mit Jugendämtern, Heimen und anderen Unterbringungsmöglichkeiten für Kinder beschäftigt? Ich bin ganz und gar nicht davon überzeugt, daß "früher alles besser war" (wo liest Du das?)
Erklär doch mal konkret, wie Du Dir das so vorstellst. @walter: stimmt, prügelnde Eltern sind überfordert. Mein Vater hat sich vor lauter Überforderung erstmal vollaufen lassen bevor er meine Mutter und meine Brüder halb tot schlug. Meine Pflegemutter hat zumindest in der Anfangszeit wilde Heulkrämpfe produziert, bevor sie mich nächtelangen Verhören unterzog, in Keller sperrte und ähnliches mehr. Klar waren die überfordert. Was meinen Vater angeht kann ich nichts sagen - der hat dankenswerterweise frühzeitig ins Gras gebissen. Meine Pflegemutter hatte eine pädagogisch/psychologische Grundausbildung wie alle SOS-Kinderdorfmütter. Sie hatte Unterstützung durch Praktikantinnen, die sie weitaus häufiger hätte in Anspruch nehmen können als sie es tat. Sie hätte jederzeit - dafür war das gedacht - eine Kinder- und Jugendtherapeutin um Rat und Unterstützung bitten können, es wäre keine Schande gewesen - die meisten Kinder, die in eine solche Einrichtung kommen, haben bereits ziemlich üble Biografien hinter sich. Sie tat das nicht. Heute gibt es wesentlich mehr Einrichtungen als früher: Beratungsstellen, Kinderschutzbund - was auch immer. Und die werden auch in Anspruch genommen, allerdings NICHT von den Eltern, die ihre Kinder mißhandeln (darüber habe ich mich mal mit einer Bekannten unterhalten, die als Kinderpsychologin in einer solchen Beratungsstelle arbeitet). Fakt ist: diejenigen, die wirklich DRINGEND Hilfe brauchen, holen sich diese nicht - weil sie fast immer selbst mißhandelte Kinder waren. Und diese öffentlichen Stellen tun sich wirklich schwer, dort einzugreifen. Es ist Wahnsinn, aber leider von der Art, wie er nun mal praktiziert wird: selbst Elternhäuser, von denen BEKANNT ist, daß Kinder dort mißhandelt werden, werden mit Samthandschuhen angefaßt - es könnte für das Kind ja traumatisierend sein, von dort weg in eine Einrichtung gegeben zu werden! Eltern, die prügeln, lieben ihre Kinder ja trotzdem (vielleicht stimmt's sogar, wer weiß) und man muß "vorsichtig an sie herantreten" und Hilfe anbieten, da ihre Frustrationsgrenze ohnehin schon so niedrig ist und bevor sie das wieder an ihren Kindern abreagieren... blablabla. Ich weiß keine Lösungen, da bin ich ganz ehrlich. Das Einzige, was mir einfiele, wären: viel stärkere Kontrollen (in dem Punkt stimme ich Dir zu, Gysi), sehr viel mehr Erzieher- und Lehrer, sehr viel mehr Geld für Kinder- und Jugendeinrichtungen (Freizeitstätten, Beratungs- und Behandlungszentren, Ferieneinrichtungen), Elternführerschein ZWINGEND für alle werdenden Eltern, Gleichstellung von Haus- und Erziehungsarbeit mit jeder anderen Arbeitsstelle. Das ist nicht machbar, weil das bedeuten würde, daß mehr Interesse an Kindern aufgebracht wird. Jeder Idiot kann sich fortpflanzen, während man mittlerweile für'n pupsiges Moped einen Führerschein braucht. Eltern würden gewaltig auf die Barrikaden gehen, wenn man ihnen die Verantwortung für deren Erziehung teilweise aus der Hand nähme. All das müßte überwunden werden. Und von welchem Geld? Es reicht doch nicht mal für ausreichend Kindergarten- und Hortplätze! LG, wirrlicht |
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#15
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Hi Wirrlicht ...
das, was Du da schreibst erinnert mich spontan an das Buch "Momo" ... Kennst Du das ? Die Kinder werden in Einrichtungen gesteckt, am besten bis abends kurz vor dem Schlafengehen, noch ein halbe Stunde auf Familie machen und am Wochenende könnte man sich ja abwechseln ... Ob das DIE Lösung ist ? Ich würde lieber sehen, dass mehr Geld bereitgestellt wird für den Job "Mutter". Warum mir für die "vernünftige" Erziehung meines Kindes und von mir aus auch anderer Kinder - nicht Gehalt zahlen, von dem ich auch leben kann. Kindererziehung ist SELBSTVERSTÄNDLICH ... Deshalb leiden die Kinder vielleicht auch immer mehr. Wir bewerten Jobs nach der Bezahlung. Egal, was Du machst. Entscheidend ist die Bezahlung. Mutter sein wird nicht bezahlt - ergo: SCHEISSJOB ... keine Anerkennung ... Ich habe mal als Tagesmutter gearbeitet. U.a. für eine Psychologin. Sie hat mit mir gefeilscht um 5 DM Stundenlohn für ihren Sohn, aber für die Schreibarbeiten, die ich für sie machte war sie bereit 15 DM zu bezahlen ... ohne Murren * lol * Ich habe da viel drüber nachgedacht ... Dann könnte man z.B. auch eine Ausbildung einführen. Als Tagesmutter mußte ich wenigstens ein 2 Tagesseminar belegen und einen Erste-Hilfe-Kurs speziell für Kinder machen (war allerdings freiwillig). All das hat mich ziemlich schockiert. Ich betreue fremde Kinder, übernehme Verantwortung, aber ein Erste-Hilfe-Kurs ist freiwillig ! Jeder Frittenverkäufer muss sich mehr qualifizieren ... lg daggi
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in einem augenblick gewährt die liebe, was mühe kaum in langer zeit erreicht ... (goethe) |
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