Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wilhelm Busch
Der Philosoph
Ein Philosoph von ernster Art,
Der sprach und strich sich seinen Bart:
»Ich lache nie. Ich lieb' es nicht,
Mein ehrenwertes Angesicht
Durch Zähnefletschen zu entstellen
Und närrisch wie ein Hund zu bellen;
Ich lieb' es nicht, durch ein Gemecker
Zu zeigen, daß ich Witzentdecker;
Ich brauche nicht durch Wertvergleichen
Mit andern mich herauszustreichen,
Um zu ermessen, was ich bin,
Denn dieses weiß ich ohnehin.
Das Lachen will ich überlassen
Den minder hochbegabten Klassen.
Ist einer ohne Selbstvertraun
In Gegenwart von schönen Fraun,
So daß sie ihn als faden Gecken
Abfahren lassen oder necken,
Und fühlt er drob geheimen Groll
Und weiß nicht, was er sagen soll,
Dann schwebt mit Recht auf seinen Zügen
Ein unaussprechliches Vergnügen.
Und hat er Kursverlust erlitten,
Ist er moralisch ausgeglitten,
So gibt es Leute, die doch immer
Noch dümmer sind als er und schlimmer.
Und hat er etwa krumme Beine,
So gibt's noch krümmere als seine.
Und tröstet sich und lacht darüber
Und denkt: Da bin ich mir doch lieber.
Den Teufel lass' ich aus dem Spiele.
Auch sonst noch lachen ihrer viele,
Besonders jene ewig Heitern,
Die unbewußt den Mund erweitern,
Die, sozusagen, auserkoren
Zum Lachen bis an beide Ohren.
Sie freuen sich mit Weib und Kind
Schon bloß, weil sie vorhanden sind.
Ich dahingegen, der ich sitze
Auf der Betrachtung höchster Spitze,
Weit über allem Was und Wie,
Ich bin für mich und lache nie.«
Wenn einer, der mit Mühe kaum,
geklettert ist auf einen Baum,
glaubt, daß er ein Vogel wär'-
so irrt sich der
Es stand vor eines Hauses Tor
Ein Esel mit gespitztem Ohr,
Der käute sich sein Bündel Heu
Gedankenvoll und still entzwei.
Nun kommen da und bleiben stehn
Der naseweisen Buben zween,
Die auch sogleich, indem sie lachen,
Verhaßte Redensarten machen,
Womit man denn bezwecken wollte,
Daß sich der Esel ärgern sollte.
Doch dieser hocherfahrne Greis
Beschrieb nur einen halben Kreis,
Verhielt sich stumm und zeigte itzt
Die Seite, wo der Wedel sitzt.
Wie schad, daß ich kein Pfaffe bin.
Das wäre so mein Fach.
Ich bummelte durchs Leben hin
Und dächt' nicht weiter nach.
Mich plagte nicht des Grübelns Qual,
Der dumme Seelenzwist,
Ich wüßte ein für allemal,
Was an der Sache ist.
Und weil mich denn kein Teufel stört,
So schlief' ich recht gesund,
Wär' wohlgenährt und hochverehrt
Und würde kugelrund.
Käm' dann die böse Fastenzeit,
So wär' ich fest dabei,
Bis ich mich elend abkasteit
Mit Lachs und Hühnerei.
Und dich, du süßes Mägdelein,
Das gern zur Beichte geht,
Dich nähm' ich dann so ganz allein
Gehörig ins Gebet.
Jan Amos 16.08.2003, 13:06 Der Sack und die Mäuse
Ein dicker Sack voll Weizen stand
Auf einem Speicher an der Wand. -
Da kam das schlaue Volk der Mäuse
Und pfiff ihn an in dieser Weise:
"Oh, du da in der Ecke,
Großmächtigster der Säcke!
Du bist ja der Gescheitste,
Der dickste und der Breitste!
Respekt und Referenz
Vor eurer Exzellenz!"
Mit innigem Behagen hört
Der Sack, daß man ihn so verehrt.
Ein Mäuslein hat ihm unterdessen
Ganz unbemerkt ein Loch gefressen.
Es rinnt das Korn in leisem Lauf.
Die Mäuse knuspern's emsig auf.
Schon wird er faltig, krumm und matt.
Die Mäuse werden fett und glatt.
Zuletzt, man kennt ihn kaum noch mehr,
Ist er kaputt und hohl und leer.
Erst ziehn sie ihn von seinem Thron;
Ein jedes Mäuslein spricht ihm hohn;
Und jedes, wie es geht, so spricht's:
"Empfehle mich, Herr Habenichts!"
Wilhelm Busch
Das Gute, dieser Satz steht fest,
Ist stets das Böse, das man lässt.
Reinhard70 25.02.2009, 11:01 Das Gute, dieser Satz steht fest,
Ist stets das Böse, das man lässt.
Doch schmerzlich denkt manch alter Knaster,
Der von vergangnen Zeiten träumt,
An die Gelegenheit zum Laster,
Die er versäumt.
(-> Reue)
Doch schmerzlich denkt manch alter Knaster,
Der von vergangnen Zeiten träumt,
An die Gelegenheit zum Laster,
Die er versäumt.
(-> Reue)
Ei ja! - Da bin ich wirklich froh!
Denn, Gott sei Dank! Ich bin nicht so.
Reinhard70 25.02.2009, 16:50 Ei ja! - Da bin ich wirklich froh!
Denn, Gott sei Dank! Ich bin nicht so.
Ich bin daher, statt des Gewinnsels,
Mehr für die stille Welt des Pinsels;
Und, was auch einer sagen mag,
Genußreich ist der Nachmittag.
[INDENT]Ich bin daher, statt des Gewinnsels,
INDENT]
Schöner Verschreiber!:clown2:
DIE SELBSTKRITIK HAT VIEL FÜR SICH.
Gesetzt den Fall, ich tadle mich,
So hab ich erstens den Gewinn,
Daß ich so hübsch bescheiden bin;
Zum zweiten denken sich die Leut,
Der Mann ist lauter Redlichkeit;
Auch schnapp ich drittens diesen Bissen
Vorweg den andern Kritiküssen;
Und viertens hoff ich außerdem
Auf Widerspruch, der mir genehm.
So kommt es denn zuletzt heraus,
Daß ich ein ganz famoses Haus.
Reinhard70 26.02.2009, 10:16 Schöner Verschreiber!:clown2:
DIE SELBSTKRITIK HAT VIEL FÜR SICH.
Gesetzt den Fall, ich tadle mich,
So hab ich erstens den Gewinn,
Daß ich so hübsch bescheiden bin;
Zum zweiten denken sich die Leut,
Der Mann ist lauter Redlichkeit;
Auch schnapp ich drittens diesen Bissen
Vorweg den andern Kritiküssen;
Und viertens hoff ich außerdem
Auf Widerspruch, der mir genehm.
So kommt es denn zuletzt heraus,
Daß ich ein ganz famoses Haus.
Hinaus, verdammter Kritikus,
Sonst schmeiß ich dich in Scherben.
Du Schlingel willst mir den Genuß
Der Gegenwart verderben.
- Kritik des Herzens
Mein Liblingspruch von Wilhelm Busch (http://www.hitflip.de/books/title/Grosses_Wilhelm_-_Busch-Buch._Seine_schoensten_Geschichten_Schwaenke_und_L ausbuben-Streiche_59402/):
Haß, als Minus und vergebens,
Wird vom Leben abgeschrieben.
Positiv im Buch des Lebens
Steht verzeichnet nur das Lieben.
Ob ein Minus oder Plus
Uns verblieben, zeigt der Schluß.
Reinhard70 23.03.2009, 10:02 Mein Liblingspruch von Wilhelm Busch (http://www.hitflip.de/books/title/Grosses_Wilhelm_-_Busch-Buch._Seine_schoensten_Geschichten_Schwaenke_und_L ausbuben-Streiche_59402/):
Haß, als Minus und vergebens,
Wird vom Leben abgeschrieben.
Positiv im Buch des Lebens
Steht verzeichnet nur das Lieben.
Ob ein Minus oder Plus
Uns verblieben, zeigt der Schluß.
Apropos Schluss:
Also geht alles zu Ende allhier:
Feder, Tinte, Tobak und auch wir.
Zum letztenmal wird eingetunkt,
Dann kommt der große Schwarze
:alien:
((Sollte eigentlich ein großer schwarzer Punkt werden.))
Der Vers stammt aus der Jobsiade von Wilhelm Busch.
Friedlich lächelt Virgil, umsäuselt von summsenden Bienen;
Aber die runzlige Scharbärtiger Krieger entfleucht!
Ein Alexandriner unter den Vierhebern.
Sei mir gegrüßt, du lieber Mai,
Mit Laub und Blüten mancherlei!
Seid mit gegrüßt, ihr lieben Bienen,
Vom Morgensonnenstrahl beschienen!
Wie fliegt ihr munter ein und aus
In Imker Dralles Bienenhaus
Und seid zu dieser Morgenzeit
So früh schon voller Tätigkeit.
Fliege, liebe Biene, fliege
Über Berg und Tal
Auf die Bienen hien und wiege
Dich im Sonnenstrahl.
Kehre wieder, kehre wieder,
Wenn die Kelsche zu;
Leg die süße Bürde nieder
Und geh auch zur Ruh!
Und dazu Maurice Maeterlinck, Das Leben der Bienen.
Reinhard70 24.03.2009, 17:16 Man sollte denken, daß nach allen
Verdrüssen, welche vorgefallen,
Am Ende dieser gute Knabe
Von Süßigkeiten Abscheu habe.
- Schnurrdiburr oder die Bienen
hätte gestern seinen 177-sten Geburtstag feiern können.
rotegraefin 16.04.2009, 00:17 Früher als ich unerfahrener und bescheid'ner war heute,
hatten meine höchste Achtung andere Leute.
Später traf ich auf der Weide außer mir noch mehre Kälber.
Und so schätze ich erst mich selber.
:zunge3:
:kuss1:
:baden:
:geist:
:engel2:
:biss: :romeo: :krokodil:
:ola:
Reinhard70 16.04.2009, 10:52 Ein Konzert von Dilettanten
Stimmt auch grad nicht jeder Ton
Wie bei rechten Musikanten,
Ihnen selbst gefällt es schon.
- Abendkonzert
:nudelwalk
Früher als ich unerfahrener und bescheid'ner war heute,
hatten meine höchste Achtung andere Leute.
Später traf ich auf der Weide außer mir noch mehre Kälber.
Und so schätze ich erst mich selber.
Ich kenne das so:
Früher, da ich unerfahren
Früher, da ich unerfahren
Und bescheidner war als heute,
Hatten meine höchste Achtung
Andre Leute.
Später traf ich auf der Weide
Ausser mir noch mehr Kälber,
Und nun schätz ich, sozusagen,
Erst mich selber.
Wilhelm Busch
Krawuzzi 31.07.2009, 23:16 Drei Zeilen, die einem das halbe Dasein erklären:
Das Schlüsselloch wird leicht vermißt
wenn man es sucht, wo es nicht ist.
Wer Sorgen hat, hat auch Likör.
Ja, ja, das Leichte ist das Schwere, das stammt allerdings nicht von Wilhelm Busch.
Wie wohl ist dem, der dann und wann
Sich etwas Schönes dichten kann.
Aus Balduin Bählmann
Wer WB mag, der wird auch
Karl Arnold Kortums "Jobsiade" mögen, die Busch bearbeitet hat.
=> Bilder zur Jobsiade
Eine Kostprobe von Kartum:
Einundzwanzigstes Kapitel
WIE VATER JOBS DER SENATOR DEM HIERONIMO EINE STRAFPREDIGT HALTEN THÄT, UND WIE ER VOR VERDRUß STIRBT.
1. Nun hätte man sollen das Lärmen sehen,
Was da in Jobsens Hause geschehen,
Weil es, wie gesagt, nicht allerding
Mit dem Examen nach Wunsche ging.
2. Aber was that denn des Hieronimi Vater?
Lieber Leser! du magst wol fragen: was that er?
Er gerieth drob in gar großem Grimm,
Und sagte zu seinem Sohne: »du Lüm-
3. mel! hab' ich drum so viel angewendet
Und ganze Hände voll Geld verschwendet,
So daß fast worden zum armen Mann,
Und habe itzt nur Verdruß daran?
4. Hättest du fleißiger gestudiret
Und dich rechtschaffener aufgeführet,
So wärst du itzo nunmehro hie
Ein Candidatus Ministerii!
5. Und bekämest bald eine gute Pfarre;
Aber du bist nun ein ungelehrter Narre,
Der nichts von der Theologie versteht
Und sein Leben lang brodlos geht!
6. Deine Mutter und ich hofften beide
An dir zu erleben viele Freude,
Und nun haben wir bittern Verdruß
Ob dich bösen Hieronimus!
7. Alles was du vormals mir geschrieben,
Als hättest du die Studia getrieben,
Und wärest von allen der Fleißigste,
Sind lauter Lügen, wie ich nun seh.
8. Auch was du vom Privatissimo
Und zehn Stunden im Collegio,
Von der Professoren Zufriedenheit,
Vom Theetrinken in der Einsamkeit;
9. Item, von den vielen gelehrten Dingen,
Wovon dir der Kopf wollte zerspringen,
Vom Meditiren bis in die Nacht
Und sonst noch etwa hast vorgebracht;
10. Auch daß dein Magen vom vielen Sitzen und Lesen
Geschwächet und verdorben gewesen,
Das alles ist, wie sich's nun befind't,
Nichts gewesen, als Lügen und Wind.
11. Hätte ich doch ehmals unsers frommen
Rectors guten Rath angenommen,
Der es deutlich genug sagte mir:
Es würde niemals etwas Gutes aus dir!
12. So wäre das viele Geld ersparet
Und manches Kapital rund bewahret,
Das du, böser, unnützer Knecht!
Auf der Universität verzecht.«
13. So war ungefähr die Predigt beschaffen,
Die der Alte hielt, den Sohn zu bestrafen,
Und er hätte im ersten Affect,
Fast den Hieronimus mit Prügeln bedeckt.
14. Weil indessen Zürnen und Schelten
Für die Gesundheit zuträglich ist selten,
So fiel auch den guten alten Mann
Gleich eine heftige Krankheit an.
15. Denn er litte oft in gesunden Tagen
Vom schmerzlichen Podagra viele Plagen;
Sein Rathsherrnstand, guter Appetit und Ruh
Disponirten den Körper dazu.
16. Nun aber verließen ihn plötzlich die Schmerzen
Und das Podagra trat ihm zum Herzen,
Und nach vierundzwanzig Stunden Zeit
Wanderte er aus der Zeitlichkeit.
17. Alles im Hause rang nun die Hände
Und des Klagens und Jammerns war kein Ende,
Daß Hieronimus selbst sogar
Kaum darüber zu trösten war.
18. Der Leser möchte vielleicht gähnen,
Wenn ich diese traurigen Scenen
Näher beschrieb, ich lasse drum nun
Den Senator Jobs in Frieden ruhn.
http://gutenberg.spiegel.de/index.php?id=19&autorid=339&autor_vorname=+Carl+Arnold&autor_nachname=Kortum&cHash=b31bbae2c6
Gruß Fritz
philaris 27.08.2009, 20:43 Der Einsame
Wer einsam ist, der hat es gut,
Weil keiner da, der ihm was tut.
Ihn stört in seinem Lustrevier
Kein Tier, kein Mensch und kein Klavier,
Und niemand gibt ihm weise Lehren,
Die gut gemeint und bös zu hören.
Der Welt entronnen, geht er still
In Filzpantoffeln, wann er will.
Sogar im Schlafrock wandelt er
Bequem den ganzen Tag umher.
Er kennt kein weibliches Verbot,
Drum raucht und dampft er wie ein Schlot.
Geschützt vor fremden Späherblicken,
Kann er sich selbst die Hose flicken.
Liebt er Musik, so darf er flöten,
Um angenehm die Zeit zu töten,
Und laut und kräftig darf er prusten,
Und ohne Rücksicht darf er husten,
Und allgemach vergißt man seiner.
Nur allerhöchstens fragt mal einer:
Was, lebt er noch? Ei, Schwerenot,
Ich dachte längst, er wäre tot.
Kurz, abgesehn vom Steuerzahlen,
Läßt sich das Glück nicht schöner malen.
Worauf denn auch der Satz beruht:
Wer einsam ist, der hat es gut.
Wilhelm Busch
http://www.fotos-hochladen.net/derverdchtigek9s5y6da.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
Überschrift:
Der Verdächtige
Text:
Trau keinem Filou,
Und hätt er auch beide Augen zu.
Reinhard70 28.08.2009, 17:59 http://www.fotos-hochladen.net/derverdchtigek9s5y6da.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
Überschrift:
Der Verdächtige
Text:
Trau keinem Filou,
Und hätt er auch beide Augen zu.
Trau ja dem Igel nicht, er sticht,
Der Iltis ist auf Mord erpicht.
- Naturgeschichtliches Alphabet.
Selbstgefällig
Mein Büdelein
Is noch so tlein,
Is noch so dumm
Ein ames Wum,
Muß tille liegen
In seine Wiegen
Und hat noch keine Hos'.
Ätsch, ätsch!
Und ich bin schon so goß.
Reinhard70 30.08.2009, 17:09 Die Zeit
So ist nun mal die Zeit allhie,
Erst trägt sie dich, dann trägst du sie;
Und wann's vorüber, weißt du nie.
Die Zeit
So ist nun mal die Zeit allhie,
Erst trägt sie dich, dann trägst du sie;
Und wann's vorüber, weißt du nie.
Die Bilder dazu:
http://www.fotos-hochladen.net/buschzeit7l3ukzcq.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
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Man kann sein Geld nicht schlechter anlegen als in ungezogene Kinder!
Reinhard70 01.09.2009, 15:19 Die Bilder dazu:
http://www.fotos-hochladen.net/buschzeit7l3ukzcq.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
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Man kann sein Geld nicht schlechter anlegen als in ungezogene Kinder!
Euer gehorsamer Sohn Hieronymus
...
Weil alles so knapp geht hier,
Drum sendet doch dieses Geld bald mir.
Kaum begreift Ihr die starke Ausgabe,
Welche ich auf der Universität habe,
Für so viele Bücher und Collegia;
Ach, wären die zwanzig Dukaten da!
...
Euer gehorsamer Sohn Hieronymus
...
Weil alles so knapp geht hier,
Drum sendet doch dieses Geld bald mir.
Kaum begreift Ihr die starke Ausgabe,
Welche ich auf der Universität habe,
Für so viele Bücher und Collegia;
Ach, wären die zwanzig Dukaten da!
...
Hier der Brief bei Kortum:
http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=1518&kapitel=14&cHash=2d19ab26712#gb_found
Fritz
Wilhelm Busch
In einem Häuschen sozusagen -
(Den ersten Stock bewohnt der Magen)
In einem Häuschen war's nicht richtig.
Darinnen spukt und tobte tüchtig
Ein Kobold, wie ein wildes Bübchen,
Vom Keller bis zum Oberstübchen.
Fürwahr, es war ein bös Getös.
Der Hausherr wird zuletzt nervös,
und als ein desperater Mann
Steckt er kurzweg sein Häuschen an
Und baut ein Haus sich anderswo
Und meint, da ging es ihm nicht so.
Allein, da sieht er sich betrogen.
Der Kobold ist mit umgezogen
Und macht Spektakel und Rumor
Viel Ärger noch, als wie zuvor.
Ha, rief der Mann, wer bist du, sprich!
Der Kobold lacht: Ich bin dein Ich.
:katze3:
Reinhard70 03.09.2009, 17:04 Der Narr
Er war nicht unbegabt. Die Geisteskräfte
Genügten für die laufenden Geschäfte.
Nun hat er die Marotte,
Er sei der Papst. Dies sagt er oft und gern
Zum Ärgernis und Spotte,
Bis sie zuletzt ins Narrenhaus ihn sperrn.
...
...
...
(ff)
Tata tata, mach pumperlala!
Reinhard70 06.09.2009, 09:01 Tata tata, mach pumperlala!
Eine lange Geschichte: :haare:
http://www.wilhelm-busch.de/index.php?pageID=177
Wilhelm Busch (aus Kritik des Herzens)
So ist die gute Mamsell Schmöhle
Besorgt für Riekens Heil der Seele.
Ja, später noch, in stiller Nacht,
Ist sie auf diesen Zweck bedacht
Und schleicht an Riekens Kammertür
Und schaut, ob auch die Rieke hier,
Und ob sie auch in Frieden ruht,
Und daß ihr ja nicht wer was tut,
Was sich nun einmal nicht gehört,
Was gottlos und beneidenswert. :lachen:
:katze3:
IHR KENNT IHN DOCH SCHON MANCHES JAHR,
Wißt, was es für ein Vogel war ;
Wie er in allen Gartenräumen
Herumgeflattert auf den Bäumen;
Wie er die hübschen roten Beeren,
Die andern Leuten zugehören,
Mit seinem Schnabel angepickt
Und sich ganz lasterhaft erquickt.
Nun hat sich dieser böse Näscher,
Gardinenschleicher, Mädchenhäscher,
Der manchen Biedermann gequält,
Am Ende selber noch vermählt.
Nun legt er seine Stirn in Falten,
Fängt eine Predigt an zu halten
Und möchte uns von Tugend schwatzen.
Ei, so ein alter SchIingel! Kaum
Hat er 'nen eignen Kirschenbaum,
So schimpft er auf die Spatzen.
Ebenfalls aus: Kritik des Herzens
GERNE WOLLT IHR GUTES GÖNNEN
Unserm Goethe, unserm Schiller,
Nur nicht Meier oder Müller,
Die noch selber lieben können.
Denn durch eure Männerleiber
Geht ein Konkurrenzgetriebe,
Sei es Ehre, sei es Liebe;
Doch dahinter stecken Weiber.
Ebenfalls
Wilhelm Busch:
Reue
Die Tugend will nicht immer passen.
Im ganzen läßt sie etwas kalt,
und daß man eine unterlassen,
vergißt man bald.
Doch schmerzlich denkt manch alter Knaster,
der von vergangnen Zeiten träumt,
an die Gelegenheit zum Laster,
die er versäumt.
:katze3:
Hier ist alles eitel! So
Spricht der weise Salomo!!
Onkels, dünn- und dickbeleibte,
Die das Glück noch nicht beweibte,
Tanten, die, aus den bekannten
Gründen sich noch nicht bemannten,
Alle, wenn sie Mut besitzen,
Dichten, daß die Federn spritzen!
Aber die - nach altem Brauch -
Sich vermählten, können's auch;
Denn, dieweil sie ihrer zwei,
Helfen sie sich sehr dabei.
Siehe dazu das Reimforum!
Reinhard70 15.09.2009, 08:23 Hier ist alles eitel! So
Spricht der weise Salomo!!
Onkels, dünn- und dickbeleibte,
Die das Glück noch nicht beweibte,
Tanten, die, aus den bekannten
Gründen sich noch nicht bemannten,
Alle, wenn sie Mut besitzen,
Dichten, daß die Federn spritzen!
Aber die - nach altem Brauch -
Sich vermählten, können's auch;
Denn, dieweil sie ihrer zwei,
Helfen sie sich sehr dabei.
Siehe dazu das Reimforum!
Selbst wenn es fehlt an dieser einen,
Der braucht darob nicht gleich zu weinen
Und sich kopfunter zu ertränken.
Er hat, das mag er wohl bedenken,
Am Weltgebäude mitgezimmert
und allerlei daran verschlimmert. :haare:
...
...
(Die Welt)
Schein und Sein
Mein Kind,es sind allhier die Dinge,
gleichviel, ob große, ob geringe,
im wesentlichen so verpackt,
daß man sie nicht wie Nüsse knackt.
Wie wolltest du dich unterwinden,
kurzweg die Menschen zu ergründen?
Du kennst sie nur von außenwärts.
Du siehst die Weste, nicht das Herz.
:katze3:
Frau Welt, was ist das nur mit euch?
Herr Walter sprach's, der alte.
Ihr werdet grau und faltenreich
Und traurig von Gestalte.
Frau Welt darauf erwidert schnippich:
Mein Herr, seid lieber stille,
Ihr scheint mir auch nicht mehr so hübsch
Mit eurer schwarzen Brille.
;).:katze3:
Danke Weberin für die "Auffrischung"
Habe Lust bekommen, mich noch mal näher mit Busch zu befassen.
Das Wilhelm-Busch Museum in Hannover hat ein interessantes Jahresprogramm.
LG Mongi
Reinhard70 27.02.2010, 15:42 Frau Welt, was ist das nur mit euch?
Herr Walter sprach's, der alte.
Ihr werdet grau und faltenreich
Und traurig von Gestalte.
Frau Welt darauf erwidert schnippich:
Mein Herr, seid lieber stille,
Ihr scheint mir auch nicht mehr so hübsch
Mit eurer schwarzen Brille.
;).:katze3:
:winken3:LACHE NICHT
Lache nicht, wenn mit den Jahren
Lieb und Freundlichkeit vergehen,
Was Paulinchen ist geschehen,
Kann auch dir mal widerfahren.
Sieh nur, wie verändert hat sich
Unser guter Küchenbesen.
Er, der sonst so weich gewesen,
Ist jetzunder stumpf und kratzig.
:winken3:LACHE NICHT
Lache nicht, wenn mit den Jahren
Lieb und Freundlichkeit vergehen,
Was Paulinchen ist geschehen,
Kann auch dir mal widerfahren.
Sieh nur, wie verändert hat sich
Unser guter Küchenbesen.
Er, der sonst so weich gewesen,
Ist jetzunder stumpf und kratzig.
Hernach
So ist nun mal die Zeit allhie,
Erst trägt sie dich,
Dann trägst du sie
Und wann`s vorüber
weißt du nie.
:winken3:LACHE NICHT
Lache nicht, wenn mit den Jahren
Lieb und Freundlichkeit vergehen,
Was Paulinchen ist geschehen,
Kann auch dir mal widerfahren.
Sieh nur, wie verändert hat sich
Unser guter Küchenbesen.
Er, der sonst so weich gewesen,
Ist jetzunder stumpf und kratzig.
Scheint dir auch mal das Leben rauh,
Sei still und klage nicht,
Die Zeit, die alte Bügelfrau,
Macht alles wieder schlicht.
(Busch:Kneipzeitung)
Briefe Wilhelm Busch
Inzwischen geht's mit diesem Sommer zu Ende. Seine
durchweichten Rockschlappen flattern im Winde, und
matt und verdrießlich fröstelnd streckt er dem Bruder
Herbst die kalte Hand entgegen.
:morgen:.:katze3:
Reinhard70 24.08.2010, 15:47 Mancher, auf dem Seitensteige,
Hat sich im Gebüsch verloren,
Und da schlugen ihm die Zweige
Links und rechts um seine Ohren.
(Busch, Wie üblich)
Stets findet Überraschung statt
Da, wo man's nicht erwartet hat.
- Hernach -
Wilhelm Busch
:kuss1:.:katze3:
Und husch husch husch
ist noch was im Busch
Und traut man seinen Augen kaum
sitzt im Busch
der kleine :clown3:
Reinhard70 25.08.2010, 18:08 :haare:
Doch führt ihn bald ein tiefer Zug
Zu höherem Gedankenflug.
(Busch, Balduin Bählamm)
Nur ein tiefer Zug beim Schach
verhindert ein tiefes Ach...
weshalb ich jetzt wieder :lachen:
filosofini 01.09.2010, 07:55 :blume1::blume1:
Es hielten mal Wandrer
Im Walde Ruh,
Da kamen zwei Häslein
Und schauten zu.
:blume1::blume1:
Da kommt mir eben so ein Freund
Mit einem großen Zwicker.
Ei, ruft er, Freundchen, wie mir scheint,
Sie werden immer dicker.
Ja, ja, man weiß oft selbst nicht wie,
So kommt man in die Jahre;
Pardon, mein Schatz, hier haben Sie
Schon eins, zwei graue Haare! -
Hinaus, verdammter Kritikus,
Sonst schmeiß ich dich in Scherben.
Du Schlingel willst mir den Genuß
Der Gegenwart verderben.
:nein:.:katze3:
Aber die Gegenwart dauert wie lang:confused:
Na, Hauptsach' mir wird's um's Herzerl net bang!
:lachen::lachen::lachen:
Aber die Gegenwart dauert wie lang:confused:
Na, Hauptsach' mir wird's um's Herzerl net bang!
:lachen::lachen::lachen:
Von jetzt bis gleich.
:katze3:
Reinhard70 01.09.2010, 15:12 Von jetzt bis gleich.
:katze3:
Jetzt aber naht sich das Malör,
Denn dies Getränke ist Llikör.
(Hans Huckebein der Unglücksrabe)
Von jetzt bis gleich.
:katze3:
Von jetzt bis gleich
wird aus dem Toten eine Leich
auch wenn sie/er früher mal war reich
:lachen::lachen::lachen:
Von jetzt bis gleich
wird aus dem Toten eine Leich
auch wenn sie/er früher mal war reich
:lachen::lachen::lachen:
So töricht ist der Mensch. - Er stutzt,
Schaut dämisch drein und ist verdutzt,
Anstatt sich erst mal solche Sachen
In aller Ruhe klarzumachen. -
Reinhard70 01.09.2010, 16:08 So töricht ist der Mensch. - Er stutzt,
Schaut dämisch drein und ist verdutzt,
Anstatt sich erst mal solche Sachen
In aller Ruhe klarzumachen. -
...
Die Hitze :teufel2: aber, durch Entzündung
Der Nerven, brennt als Schmerzempfindung
Bis in den tiefsten Seelenkern,
Und dies Gefühl hat keiner gern.
filosofini 02.09.2010, 22:54 Seht, da ist die Witwe Bolte,
Die das auch nicht gerne wollte.
"Fließet aus dem Aug`, ihr Tränen!"
...
Die Hitze :teufel2: aber, durch Entzündung
Der Nerven, brennt als Schmerzempfindung
Bis in den tiefsten Seelenkern,
Und dies Gefühl hat keiner gern.
Gefühle kommen, Gefühle vergeh'n
und nicht einmal ein Grabstein bleibt
ewig besteh'n.
Weil dies nichts macht
der :clown2: so :lachen:
filosofini 03.09.2010, 07:42 Wie wohl ist dem, der dann und wann
sich etwas Schönes dichten kann !
Der Mensch, durchtrieben und gescheit,
bemerkte schon seit alter Zeit,
daß ihm hienieden allerlei
verdrießlich und zuwider sei.
--------------------------------------------------------------------------
Man ist ja von Natur kein Engel,
vielmehr ein Welt- und Menschenkind,
und rings umher ist ein Gedrängel
von solchen, die dasselbe sind.
filosofini 03.09.2010, 08:28 :blume1:
Wer einsam ist, der hat es gut,
weil keiner da, der ihm was tut.
Ihn stört in seinem Lustrevier
kein Tier, kein Mensch und kein Klavier
:blume1:
Reinhard70 03.09.2010, 15:43 :blume1:
Wer einsam ist, der hat es gut,
weil keiner da, der ihm was tut.
Ihn stört in seinem Lustrevier
kein Tier, kein Mensch und kein Klavier
:blume1:
:blume1:
Und niemand gibt ihm weise Lehren,
Die gut gemeint und bös zu hören.
Der Welt entronnen, geht er still
In Filzpantoffeln, wann er will.
:schritt:
Reinhard70 03.09.2010, 15:59 Gefühle kommen, Gefühle vergeh'n
und nicht einmal ein Grabstein bleibt
ewig besteh'n.
Weil dies nichts macht
der :clown2: so :lachen:
Am Schluß bemüht ein jeder sich
Hinwegzutun, was hinderlich.
(Wilhelm Busch)
:zauberer2
Am Schluß bemüht ein jeder sich
Hinwegzutun, was hinderlich.
(Wilhelm Busch)
:zauberer2
Der Vogel denkt: Weil das so ist
Und weil mich doch der Kater frißt,
So will ich keine Zeit verlieren,
Will noch ein wenig quinquilieren
Und lustig pfeifen wie zuvor.
Der Vogel, scheint mir, hat Humor.
(Wilhelm Busch)
Am Schluß bemüht ein jeder sich
Hinwegzutun, was hinderlich.
(Wilhelm Busch)
:zauberer2
Doch dies Bemühen
am Schluß
ist Stuß
weil das Leben
sich selbst beendet -
eben...:clown2:
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