Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : hat der nationalstaat noch bedeutung?
instanton 09.05.2005, 07:08 hat der nationalstaat aufgrund der fortschreitenden Globalisierung und den damit verbundenen konsequenzen (privatisierung deregulierung der wirtschaft....) noch bedeutung? ist es wünschenswert dass die nationalstaaten so schnell wie möglich ihre souveränität zwecks einer integration aller staaten(oder möglichst vieler-->ein großes gemeinsames) aufgeben?
:-)lg insti
Man kann Globalisierung nicht ohne Regionalisierung verstehen. Gleichzeitig mit globalen Entwicklungen nehmen regionale Identitätskonstruktionen an Bedeutung sogar noch zu.
Ein großes Ganzes verspricht auf den ersten Blick (in einer idealen Zukunft) mehr Gerechtigkeit...doch in der Praxis zeigt sich, dass in großen Zusammenschlüssen (Beispiel UDSSR) dann doch bestimmte Volksgruppen benachteiligt werden. Daher ist es wohl auf unabsehbare Zeit unabdingbar, dass nationale und regionale Einheiten autonom bleiben.
fusselhirn 09.05.2005, 09:13 Ja, ich denke der Nationalstaat hat noch Bedeutung und wird sie auch nicht verlieren. Die Menschen hängen an ihrer Heimat und ich denke, dass autonome Staaten organisatorisch gesehen schon ihre Berechtigung haben.
Gedankensprung => Reines Gedankenspielchen!
Was haltet ihr von der Zusammenlegung Deutschlands und österreichs.
Wäre vielleicht mal ganz witzig, das durchzuspielen. Wir nehmen das beste aus beiden Ländern und packen diese zu einem neuen "Deutschen Reich" :)
zusammen.(@Gaius Würde gerne dein Gesicht sehen) Der Name wurde extra so gewählt, damit wir die Vergangenheit endlich mal bewältigen und aus etwas Negativen etwas Positives machen.
Wie sehe dieser Staat aus? Irgendwelche Vorschläge?
Wir nehmen das beste aus beiden Ländern und packen diese zu einem neuen "Deutschen Reich" :)
Also ich würde jetzt gern mal das Gesicht von Elfriede Jelineck sehen :lachen:
Also ich kann das nur so ungefähr beantworten: Das bringt mir (uns?) nicht mehr, als wir schon durch die EU haben. :suche:
lilith51 09.05.2005, 11:49 Was haltet ihr von der Zusammenlegung Deutschlands und österreichs.
Wäre vielleicht mal ganz witzig, das durchzuspielen. Wir nehmen das beste aus beiden Ländern und packen diese zu einem neuen "Deutschen Reich" :)
zusammen
Meine liebsten Freunde kamen vor Jahren aus Deutschland nach Österreich, wir haben das also schon in die Praxis umgesetzt. :umarm:
Dieses Gedankenspiel wäre ganz interessant. Was ist denn eigenlich das Beste in Deutschland bzw. in Österreich?
herzlich
lilith
Zeilinger 09.05.2005, 12:17 Ja, instanton, er hat noch Bedeutung, trotz Staatenbünde und Globalisierung.
Bleiben wir einmal in Europa. Schon die Tatsache, dass nicht alle Menschen im derzeiten EU-Bereich auch für die EU gestimmt haben, spricht dafür (ich habe übrigens für die EU gestimmt, bereue es zwar hin und wieder, stehe aber dazu; wir hatten 2 Jahre Zeit, um zu überlegen).
Es gibt bei allen Zusammenschluss- und Fusionstendenzen psychologische Meinungen, nach dem die meisten Menschen eine lebenslange soziale Bindung an ihre Eltern haben; Bindung, nicht Abhängigkeit und natürlich auch nicht körperliche Bindung, sondern geistig-seelische. Gehen wir davon aus, dass das stimmt, gibt es natürlich auch keine totale Überwindung des Lokalpatriotismus (ich bin ein Unterwagelbacher, Hamburger, Tullner, Wiener, Buxtehudeer usw.). Daraus ergibt sich logischerweise, dass es auch keine totale Überwindung des Nationalismus gibt.
Ist ein Belgier, der Belgien liebt (also für die belgische Nation ist) und trotzdem die EU gewählt hat, jetzt schizophren ?
Nein, er ist halt ein EU-Belgier.
Außerdem gibt es in der EU-Verfassung das Subsidiaritätsprinzip, was in etwa bedeutet, wenn die kleinere Einheit (in diesem Fall der Nationalstaat, das Bundesland, der Bezirk bzw. der Kreis oder die Gemeinde) Regionen besser verwalten kann als die große Einheit, so geht die Kompetenz an die kleinere Einheit. Und das ist oft gut so; man stelle sich nur vor, wir müssten für jede Geburtsurkunde in Brüssel ansuchen.
>fusselhirn: Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Österreich in Wirtschaft, Technik, Forschung, Wissenschaft und Sicherheit ist im Rahmen der EU-Gesetze nicht verboten. Wenn Du einmal mit Angehörigen nichtdeutscher Sprachen zu tun hast, wirst Du auch merken, wie sehr - auch die gesprochene - österreichische und deutsche Sprache verwandt und verwoben ist, sodass keine ernsthafte Gefahr besteht, dass wir uns einmal bekriegen. Wir sind (mit derzeit 23 anderen Staaten) bei der EU - und ich halte das für unumkehrbar.
Liebe Grüße
Zeili, EU-Österreicher
lilith51 09.05.2005, 12:33 Um auf die ursprüngliche Frage von instanton auch zu antworten:
Wie Robin schon weiter oben auch angemerkt hat, sehe ich durchaus die Notwendigkeit einer "regionalen Identität", gerade deswegen, weil damit die kontinuierliche Linie vom Einzelnen zum Ganzen eingehalten wird. Die demokratische Ausrichtung, die dem Einzelnen die Möglichkeit gibt, seine Beürfnisse zu äußern, seine Meinung auszudrücken, wird damit umsetzbar. Regionale Identität verstehe ich hier im Sinn von Wahrnehmung der realen Bedingungen in einem bestimmten Lebensraum. Durch diese Bedingungen entstehen bestimmte Bedürfnisse, die nur regional gelten und daher auch nur regional entschieden werden müssen.
Die hierarchische Gliederung geht ja in Österreich von der örtlichen Gemeindevertretung, über Bezirk Land und Bund, dazu jetzt noch über die EU zur gesamten Welt. Die Zwischenstationen sind mMn sehr notwendig, damit der Informationsfluss durchgehend funktionieren kann, aber auch, damit die nötigen Anpassungen (in beide Richtungen) vorgenommen werden können.
herzlich
lilith
Salut!
Pardon!, aber Zeilingers "Einwurf" und auch andere Hinweise auf die EU und Globalisierung scheinen mir hier wesentlich und absolut angebracht zu sein.
In einer Föderation bleiben die verschiedenen Schichten von Zuständigkeiten erhalten, wie auch die wichtigen nationalen Identifikationsmöglichkeiten, die sogar an Bedeutung gewinnen, wie auch schon vor mir bemerkt.
Auf die Gefahr hin, etwas am Thema vorbei zu schreiben, m.E. doch zum Thema:
Gerade wir Franzosen können diese Tatsachen z.Z. nicht, oder nur schwer kapieren -grins. Verständlich sogar, weil uns so was absolut fremd ist. Ist doch in Frankreich alles Staat, jede Verantwortung fängt dort an und hört auch beim Staat auf. Aber auch andere Europäer sind sich den Nationalstaat als Hort der demokratischen Entscheidungen gewohnt, eine neue Plattform, die dazu kam, irritiert sie; um so mehr, je weiter die EU-Einigung fortschreitet. Der Rückhalt wird weniger, weil keine supranationalen Bindungen entstanden, während die nationalen selbstverständlich erhalten blieben und bleiben werden.
Die Wut auf die Regierungspolitik, die wirtschaftliche Lage etc. äussert sich bei uns -und nicht nur- im Unwillen, dem EU-Verfassungsvertrag zuzustimmen. Aber die Demokratie ist auf mehreren Ebenen strukturiert, viele davon sind national und werden es auch bleiben. Der Vertrag ist kein Ideal - das macht es leichter, dagegen zu sein - aber es ist das Beste, das wir z.Z. bekommen können. Wieso also nicht nehmen und für Verbesserungen sorgen? Es ist ein Vertrag, davon wird es noch viele geben, wie auch Missstände, na und? Ginge alles auf einmal, würde man es sicherlich auch auf einmal bewerkstelligen.
Europa kann mehr in Sachen Forschung und Entwicklung tun, Qualifikation und Unternehmergeist bleiben national.
Auch die Arbeitslosigkeit in Frankreich und Deutschland ist nicht Europa-Sache. Dänemark oder auch Grossbritannien haben das Problem nicht, oder wesentlich geringer, obwohl sie auch EU-Mitglieder sind. Es liegt nicht an Europa, es liegt an der Qualität der nat. Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik. Wird diese europäisch besser koordiniert, werden sich auch -bin immer noch dieser Überzeugung- Möglichkeiten bieten.
Europa ist nicht der Transmissionsriemen der Globalisierung, dazu muss man nur in den USA, Lateinamerika, Asien oder Afrika gewesen sein. Von aussen geschaut, merkt man rasch, dass es im EU-Wirtschaftsleben immer noch die besten Spielregeln gibt, z.B. Marktwirtschaft mit sozialen Kontrollmechanismen, staatliche Infrastruktur und Sozialpartner, die ausserhalb weitgehend oder ganz fehlen. Auch die offenen Märkte sind wesentlich stärker reguliert als anderswo -Beispiel China, Thailand etc. Von China könnten wir uns 'belehren' lassen, was Marktwirtschaft wirklich bedeutet.
So ist/wird Europa für den Wettbewerb zuständig, die Sozialpolitik bleibt national.
Am 29.5. wird das franz. Volk das Referendum zum EU-Verfassungsvertrag abhalten. Die jüngste Umfrage zeigt zwar wieder eine Erholung des Ja-Trends auf 53%, dem Verhalten der oppositionellen Sozialisten sei Dank - ihre Zustimmung ist von 45 auf 56% innert einer Woche gestiegen. Wie wirksam aber die Internet-Seiten der Gegner am Schluss werden, kann heute noch niemand mit Sicherheit voraussagen.
[So haben wir z.B. den 1. Internet-Politiker, Prof. der Rechtswissenschaften Chouard. Monsieur Chouard ist aber weder Politiker noch Professor. Er behauptete es auch gar nie, machte sich nur auf seiner privaten Page ein paar nicht gerade fundierte und brillante Gedanken über den Vertrag, in den er sich auch gerade erst in letzter Zeit einzulesen versucht. Seine Fans, in der Zwischenzeit an die 330 000, machten ihn zum Idol der Gegner und aus der Tatsache, dass er 'professeur' ist -in diesem Fall Berufsschullehrer, wurde Professor der Rechtswissenschaften. :rolleyes: ]
Was passiert aber, wenn das Referendum am 29. scheitert? Lassen sich die EU-Mitglieder nicht davon stören, oder werden sie sogar froh, die EU-Idee stagnieren zu lassen, werden die Industrieprojekte zwischen Deutschland und Frankreich davon betroffen etc. Was denkt Ihr darüber?
Die Zustimmung aller 25 Mitgliedstaaten ist nötig und m.E. ist die Zustimmung Frankreichs als eines der Gründungsmitglieder und immer noch eines der einflussreichsten Staaten der EU politisch entscheidend. Stimmt Frankreich gegen den Vertrag, geht wertvolle Zeit verloren und die Amerikaner, Inder und Chinesen werden noch schneller noch weiter sein.
Von aussen betrachtet, steht die EU-Besonderheit für Qualität, für Menschlichkeit und auch für Natur - allen Missständen zum Trotz!
Wenn alle diese nationalen Besonderheiten ihr Gewicht gemeinsam europäisch bekunden, dann macht das eben doch Eindruck - in dieser nicht gerade sympathischen Welt. Warum hätten sonst die Russen und die Kanadier das Protokoll von Kyoto ratifiziert?
Ist es -um es pathetisch auszudrücken- nicht gerade die EU, die der Traum vom Weltfrieden zu verwirklichen versucht?
Aber Europa ist kein Staat mit Klischees, Ritualen, Wiedererkennungswerten/ -Merkmalen und Figuren - dies alles bleibt national. Ein demokratisch-politischer Überbau wird nur sehr langsam heranwachsen; ist es deshalb nicht enorm wichtig, ihn mit Kommunikation etc. überlegitimieren?
hat der nationalstaat noch bedeutung?
Flächen-Staaten, die sich über mehrere Natur- und Kulturräume hinweg erstrecken,
haben eher schlechte Karten (China, Indien),
es sei denn,
dort wohnen relativ wenig Menschen (USA, Australien, Rußland)
wenn in einem Land die Hauptstadt zum Wasserkopf wird
und sich der Rest des Landes heruntergesetzt fühlt
bzw. tatsächlich ein Gefälle vorhanden ist,
dann werden sich früher oder später
die benachteiligten Regionen von der Nation loszulösen versuchen
...........
die EU wird langfristig die europäischen Staaten auflösen
oder die Staaten lösen die EU auf
eins von beiden wird passieren.
einen Mittelweg halte ich für ausgeschloßen
Die Wut auf die Regierungspolitik, die wirtschaftliche Lage etc. äussert sich bei uns -und nicht nur- im Unwillen, dem EU-Verfassungsvertrag zuzustimmen. Aber die Demokratie ist auf mehreren Ebenen strukturiert, viele davon sind national und werden es auch bleiben. Der Vertrag ist kein Ideal - das macht es leichter, dagegen zu sein - aber es ist das Beste, das wir z.Z. bekommen können.
Übersehen wird scheinbar oft, dass es nur ein Vertrag ist. Ich war auf einer Diskussionsveranstaltung und muss sagen, dass die Kritik des Attac-Vertreters ziemlich unüberzeugend war...leider habe ich den Punkt vergessen, wo er wirklich mal Recht hatte :rolleyes: Aber ja: Man kann ihn verbessern (wie wärs mit: dünner machen...?)
Auch die Arbeitslosigkeit in Frankreich und Deutschland ist nicht Europa-Sache. Dänemark oder auch Grossbritannien haben das Problem nicht, oder wesentlich geringer, obwohl sie auch EU-Mitglieder sind. Es liegt nicht an Europa, es liegt an der Qualität der nat. Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik.
Das ist aber auch gleichzeitg ein Manko der europäischen idee: Ausgerechnet das, was den Menschen am meisten auf den Nägeln brennt, wird von der EU nicht aufgenommen. Als wir über den Vertrag diskutierten, hing für mich wie eine dunkle Wolke darüber, dass Schröder gerade in der Arbeitslosendebatte wieder patriotische Töne anschlug. Könnte dagegen vermittelt werden: EU=mehr Arbeitsplätze, wäre es nicht schwer, begeisterte Anhänger zu finden. So bleibt die Idee immer zu abstrakt.
Von aussen geschaut, merkt man rasch, dass es im EU-Wirtschaftsleben immer noch die besten Spielregeln gibt, z.B. Marktwirtschaft mit sozialen Kontrollmechanismen, staatliche Infrastruktur und Sozialpartner, die ausserhalb weitgehend oder ganz fehlen. Auch die offenen Märkte sind wesentlich stärker reguliert als anderswo -Beispiel China, Thailand etc. Von China könnten wir uns 'belehren' lassen, was Marktwirtschaft wirklich bedeutet.
So ist/wird Europa für den Wettbewerb zuständig, die Sozialpolitik bleibt national.
Auch hier wie eine dunkle Wolke die Befürchtung, dass die EU im Zuge ihrer "Harmonisierung" eben diese Eigenheiten aufgeben will (streiten natürlich alle ab). Im Moment überwiegt der Eindruck der Doppelzüngigkeit: Hier die Ideale Europas loben, in der Praxis schlingernd dem amerikanischen Modell hinterherrutschen. Ich kann nur für Deutschland sprechen: Worte - und Taten...
Was passiert aber, wenn das Referendum am 29. scheitert? Lassen sich die EU-Mitglieder nicht davon stören, oder werden sie sogar froh, die EU-Idee stagnieren zu lassen, werden die Industrieprojekte zwischen Deutschland und Frankreich davon betroffen etc. Was denkt Ihr darüber?
Habe ich noch keine Meinung. Die Bedeutung des Vertrags wird aber auch nicht einheitlich bewertet. Aber so richtig auf Dauer gegen die Bürger arbeiten kann man doch auch nicht, oder? Ich meine, man hat fast immer mit Verteilungen um die 50/50 zu tun...da steckt doch ein Problem?!
Wenn alle diese nationalen Besonderheiten ihr Gewicht gemeinsam europäisch bekunden, dann macht das eben doch Eindruck - in dieser nicht gerade sympathischen Welt. Warum hätten sonst die Russen und die Kanadier das Protokoll von Kyoto ratifiziert?
Nun, für solche Standpunkte braucht man den Vertrag aber nicht, oder? Das sollte sich in der Tat aus einem europäischen Selbstverständnis auch so ergeben.
Ist es -um es pathetisch auszudrücken- nicht gerade die EU, die der Traum vom Weltfrieden zu verwirklichen versucht?
Aber Europa ist kein Staat mit Klischees, Ritualen, Wiedererkennungswerten/ -Merkmalen und Figuren - dies alles bleibt national. Ein demokratisch-politischer Überbau wird nur sehr langsam heranwachsen; ist es deshalb nicht enorm wichtig, ihn mit Kommunikation etc. überlegitimieren?
Man könnte aber auch so argumentieren ;) Man kann es auch als positiv sehen, dass Europa eben nicht so viel Pathos braucht, um dennoch vernünftige Standpunkte zu haben...Der Vertrag mag institutionell wichtig sein, den bürokratischen prozess vorantreiben - ob es und aber inhaltlich/identifikatorisch so weit zurückwirft, wenn es nicht klappt, ist die andere Frage.
Übersehen wird scheinbar oft, dass es nur ein Vertrag ist. Ich war auf einer Diskussionsveranstaltung und muss sagen, dass die Kritik des Attac-Vertreters ziemlich unüberzeugend war...leider habe ich den Punkt vergessen, wo er wirklich mal Recht hatte :rolleyes: Aber ja: Man kann ihn verbessern (wie wärs mit: dünner machen...?)
Genau. Ein vorläufiges Endergebnis. Ein Vertrag mit Elementen einer Verfassung.
Aus Versehen landete ich zuerst bei den Religionen und las das Laotse Zitat:
'Willst du etwas schmaler machen, musst du es vorher sich ausweiten lassen. Willst du etwas loswerden, musst du es vorher aufblühen lassen...'
Würde, mit einem ;) versehen, eigentlich passen, doch leider kann man es auch mit 'Was man schwächen will, muss man zuerst stark machen lassen, was man vernichten will, muss man zuerst sich ausdehnen lassen', was von Amoralität zeugt -grins.
Deshalb: Selbstverständlich! Den Vertrag sollte man unbedingt abspecken. Es gibt tragende Säulen und Wände und Nebensachliches, dessen Weglassen das Gebilde nicht zum Einstürzen brächte. Im Gegenteil.
Das ist aber auch gleichzeitg ein Manko der europäischen idee: Ausgerechnet das, was den Menschen am meisten auf den Nägeln brennt, wird von der EU nicht aufgenommen. Als wir über den Vertrag diskutierten, hing für mich wie eine dunkle Wolke darüber, dass Schröder gerade in der Arbeitslosendebatte wieder patriotische Töne anschlug. Könnte dagegen vermittelt werden: EU=mehr Arbeitsplätze, wäre es nicht schwer, begeisterte Anhänger zu finden. So bleibt die Idee immer zu abstrakt.
Auch hier wie eine dunkle Wolke die Befürchtung, dass die EU im Zuge ihrer "Harmonisierung" eben diese Eigenheiten aufgeben will (streiten natürlich alle ab). Im Moment überwiegt der Eindruck der Doppelzüngigkeit: Hier die Ideale Europas loben, in der Praxis schlingernd dem amerikanischen Modell hinterherrutschen. Ich kann nur für Deutschland sprechen: Worte - und Taten...
Oui, die Idee ist immer noch nur Glaubensfrage - auf beiden Seiten.
Heute ist die Arbeitslosigkeit noch eine nationale Aufgabe, weil Deutschland und Frankreich in einem Konjunkturloch stecken.
Robin, ich befasse mich nicht eingehend mit deutscher Politik und Wirtschaft, aber was soll Schröder sagen? Die wirtschaftspolitische Bilanz seiner Regierung ist fast niederschmetternd, doch die klassenkämpferische Parolen Münteferings, der die Demokratie durch 'int. forcierte Profitmaximierungsstrategien' gefährdet sieht, bringen dem Wirtschaftsstandort Deutschland auch keine Attraktivität zurück. Was machen Madame Merkel und Ed. Stoiber? Auf jeden Fall auch keine Grundsatzdiskussionen. Den Frontalangriff auf die Wirtschaft pariert keiner, ob das die in- und ausländischen Investoren goutieren werden?
Berufen sich dann die Klassenkämpfer auf die soz. Marktwirtschaft, wird es noch etwas grotesker. Das Modell Erhards war sozial dann, wenn es den Rahmen Geldwertstabilität, Wettbewerb und Eigenvorsorge gewährleistete. Nach aussen war die Öffnung der Märkte -einschl. der Kapitalmärkte- das Wichtigste. Da will Müntefering die soz. Marktwirtschaft vor dem 'Raubtierkapitalismus' retten? Der Anklang, den er jetzt findet, beweist doch nur, Deutschland hat sich von diesem Modell längst verabschiedet.
Um die Umverteilungsmaschinerie zu ernähren, verbraucht es ca. 47% des Bruttoinlandprodukts -richtig? Die Menschen, die den Lebensunterhalt vorwiegend mit Transfereinkommen bestreiten, stellen mancherorts die Wählermehrheit - Eigenverantwortung ist da absolut untergeordnet, die Abgabenlasten lassen dafür keinerlei Spielraum, das ist klar.
Was dabei verdrängt wird, der einstige wirtsch. Aufstieg ist nicht unbedeutend der Grenzöffnung der 50-er und 60-er zu verdanken. Durch die Globalisierung veränderten sich die Bedingungen. Die Politik kann sich nicht über die Gesetze des Marktes hinwegstellen, die Einkommens- und Wachstumeinbussen werden nur noch grösser.
Bitte, denke nicht, unsere Probleme wären kleiner, oder wesentlich anders geartet - aber sie sind auf beiden Seiten national begründbar und begründet und somit m.E. nicht Europasache.
Habe ich noch keine Meinung. Die Bedeutung des Vertrags wird aber auch nicht einheitlich bewertet. Aber so richtig auf Dauer gegen die Bürger arbeiten kann man doch auch nicht, oder? Ich meine, man hat fast immer mit Verteilungen um die 50/50 zu tun...da steckt doch ein Problem?![QUOTE]
Sicher. Man wird auch kaum 'Europa' gegen den Willen der Bürger machen/machen können.
[QUOTE=Robin]Nun, für solche Standpunkte braucht man den Vertrag aber nicht, oder? Das sollte sich in der Tat aus einem europäischen Selbstverständnis auch so ergeben.
Schon, natürlich. Aber evtl. verlieren wir an Glaubwürdigkeit, wenn wir uns nicht mal an einem Vertrag einigen können.
Man könnte aber auch so argumentieren ;) Man kann es auch als positiv sehen, dass Europa eben nicht so viel Pathos braucht, um dennoch vernünftige Standpunkte zu haben...Der Vertrag mag institutionell wichtig sein, den bürokratischen prozess vorantreiben - ob es und aber inhaltlich/identifikatorisch so weit zurückwirft, wenn es nicht klappt, ist die andere Frage.
:weihnacht 'Der Pathos' hat funktioniert -grins. Erlaubt mir nämlich jetzt zu sagen: Kann es eben auch nicht brauchbar abschätzen, Robin, wüsste ich mehr, wäre mit dabei auch wohler, denn bei der ganzen Bürokratie fühle ich mich doch auch nicht gut, glaube mir.
Salut!
Erst mal: Pardon! Habe mir beim Korrekturlesen gestern so viele Fehler hineinkorrigiert, dass es schon fast unverzeihlich ist; dabei wollte ich nur das Wort 'übersetzen' noch einsetzen, das aber heute noch nach dem zweiten Laotse-Zitat fehlt :rolleyes: .
Genügt es als Erklärung, dass ich zwei Assistenten dabei hatte, die gerade beim Entdecken der Backspace- und Delete-Taste sind? Eine schlechte Ausrede? Eine bessere habe ich aber nicht! :wut1:
Robin, heute ist mir klar geworden, warum du den Vertrag dünner möchtest. Nach Vorbild der Bundesregierung, die 350 Gesetze und Verordnungen geschreddert hat, nicht wahr? Jetzt darf also die entfesselte Wirtschaft wieder kräftig wachsen.
Ob es sich als Vorbild für die EU eignet, nachdem schon wieder neue Vorschriften in den Geburtswehen liegen, wage ich zu bezweifeln, aber die Kreativität erfüllt Ausländer mit Neid. Strafsteuer für Kaugummis, höhere Mehrwertsteuer für Pornohefte etc. Der Regelverlust wird sicher bald wieder ausgeglichen sein :autsch:
Hat der Nationalstaat noch Bedeutung?
Aber Hallo!
Die bestehenden Staaten sind Artefakte, nur die echte Behauptung der Volkszusammengehörigkeit zählt - deswegen redet man doch vom "National"staat, gelle?
Von Separationsbewegungen hat noch niemand hier gesprochen.
Wie sieht ein mögliches Szenario nationaler Bewegungen in einer rechtlich gleichgeschalteten EU aus?
Zuerst zerbricht die spanische Republik. Das Baskenland und Katalonien werden souveräne Staaten. Schottland und Wales zögern nicht, diesem Beispiel zu folgen, und verabschieden sich aus dem Vereinigten Königreich. Nordirland ist feige und rettet sich derweil in die Fittiche des irischen Staates und gibt den konfessionsbedingten Terror auf. Belgien teilt sich gemäß der Sprachgrenze. Gleichzeitig teilt sich Italien in einen Nord- und einen Südstaat. Währenddessen haben die Franzosen das waffenstarrende Korsika, das ihnen schon lange auf die Nerven ging, abgestoßen - laß die auf ihrer Insel machen, was sie wollen, und das verzauberte Limousin besinnt sich auf die Hexerei und löst sich von Paris. Die Bretagne wird friedlich entlassen. Das deutsche Bundesland Sachsen hat sich derweil auf seine Freistaatlichkeit besonnen: "Wir Sachsen waren immer ein freies Volk, aber um uns herum leben nur Fremde" und verwirklicht den nationalsozialdemokratischen Totalstaat von rechts. Bayern wird das alles zu dumm, will nicht mehr für Fehler der anderen zahlen und verabschiedet sich ebenfalls aus der deutschen Republik und wird neutral: "Was Österreich konnte, können wir schon lange." Durch alle diese Prozesse wird soviel Kaufkraft frei, daß der Preußische Staat sich endlich wieder verwirklichen kann; auch ohne Angriff auf von Polen okkupierte deutsche Ostgebiete: man kauft die fehlenden Regionen und Städte einfach auf. Die nördliche Hälfte Schleswig - Holsteins geht derweil freiwillig an Dänemark, weil Hamburg schon längst den unabhängigen deutschen Nordstaat ausgerufen hatte.
Ist alles nicht so schlimm, weil in der EU dann ja ohnehin überall dasselbe Recht gilt.
Nur die wirklich freie Schweiz, die muß weiterhin wegen jedem Fliegenschiß mit der EU eigens einen Vertrag aushandeln.
Gruß, Gaius
Aaaaaber, ganz soooo einfach wird das nicht sein! Zuerst wird die EU mit all diesen neuen unabhängigen Staaten Verhandlungen führen müssen und Verträge aushandeln. Weil diese Staaten mit ihrer ganzen Fläche in Europa liegen, haben sie natürlich Vorrang! Die Aufnahme oder Ablehnung Türkei wird nochmals stillschweigend für eine Generation aufs Eis gelegt, was die Gemüter in Mitteleuropa glücklicherweise beruhigt.
Die Schweiz wird aber nicht so ruhig bleiben. Welschland wird sich Frankreich anschliessen und Tessin mit Lega Nord endlich Padanien legalisieren. Die EU wird nicht umhin kommen, das reiche Padanien aufzunehmen. Ob da im übrigen Italien (Rom gehört dann selbstverständlich zu Vatikan-Staat) keine kriegerische oder wenigstens revolutionäre Gedanken, gar wieder Faschismus keimen wird?
Ich bin optimistisch und verlege meine Selbständigkeit aufs Basteln von Feuerwerkskörpern, denn bei anschliessenden EU-Aufnahme-Feiern wird man mir sie aus den Händen reissen.
Wehe, Gaius, es geschieht nichts, ausser sich Herr Bundesrat Blocher in der CH weiterhin Gedanken über Grenzen macht und die Zeitungen damit füllt - dann hab ich ein Problem, mein ganzes Geld ist verpulvert... Ob das zu Selbstjustiz führen wird? Nur mal angenommen, der unabhängige Nordstaat hat die Aufnahme in die EU noch nicht geschafft. Welches Land gewährt dir Asyl, Gaius? Oesterreich würde ich nicht wählen, sie haben gerade die Bedingungen verschärft :autsch:
Das kommt davon, wenn Weltbürger und Multilinguisten aufeinander treffen... :rolleyes: Nur noch Blödsinn! Immerhin weiß ich jetzt von Ländern in Europa, die ich noch gar nicht kannte...Welschland, Padanien.:confused:
Naja, ich glaube, dass Ostfriesland Gaius aufnehmen würde - wobei das ja auch einen holländischen und einen deutschen Teil hat... :autsch:
Welches Land gewährt dir Asyl, Gaius?
Oesterreich würde ich nicht wählen, sie haben gerade die Bedingungen verschärft.
So ganz chancenlos wäre Gaius im Rest-Österreich nicht !
Natürlich müsste er obligatorischen Sprach-Unterricht nehmen,
bis er vor einer Prüfungskommission zumindest das einfache Oachkatzlschwoaf akzentfrei abliefern kann.
Ein wenig Geschichts-Unterricht würde auch nicht schaden.
Er sollte halt schon wissen, dass Wolfgang Amadeus Mozart ein österreichischer Schokoladenfabrikant,
und Maria-Theresia die Frau vom Kaiser Franz-Josef war,
aber das wird er sich doch wohl noch merken können.
Wenn er dann auch noch "Sound of Music" als die österreichische Bundeshymne identifizieren kann,
dann ist schon alles paletti.
Also, alles nur halb so schlimm, im Rest-Österreich.
Nur im Freistaat Kärnten könnte sich Gaius eventuell ein wenig valossn vurkumman,
wenn er dort unbedingt slowenisch beschriftete Ortstafeln haben will.
Das musste auch einmal gesagt werden.
Ich schick' euch dann Grußkarten aus Canada :) !
So ganz chancenlos wäre Gaius im Rest-Österreich nicht !
Stimmt! Du musst wieder alles verraten Neugierchen, tz tz tz :fechten:
Es gibt sogar noch eine vieeeeeel schnelleren Erfolg versprechende Methode, Oesterreicher zu werden, Neugierchen! Ohne Sprach-, Geschichts- oder Musikkenntnisse!
Aktuell: Gaius muss nur Eishockey spielen können. Gut, versteht sich. Dann nehmt ihr ihn doch mit offenen Armen auf, das Bürgerrecht wird ihm sogar noch über die Grenze nachgeschmissen, damit er bei der Einreise ja keine Schwierigkeiten hätte und bereits bei der nächsten B-WM mittun kann. Das könnte ihn aber ins offene Messer schlitteln lassen, wenn die Oesis dort auf Gaius ehemalige Mitbürger treffen. :schaukel:
Weniger aktuell: Jede Sportart ist dafür gut!, wäre er eine rumänische Handballerin, würde man für ihn sogar noch einen passenden Bräutigam suchen. So aber müsste er sich wenigstens in Bischofshofen von der Mattenschanze waghalsig stürzen oder den Herminator & Co. ausschalten. Aber vielleicht sucht bis dann Rapid wieder einen guten Trainer und Gaius darf sogar als Deutscher in A bleiben? :autsch:
Neugierchen, erwähne in den nächsten Tagen die Slowenen lieber nicht, 8:0 hättet ihr gewinnen müssen, 2:6 wurde es, sooooo peinlich! :umarm: Schick uns lieber ein paar Mozartkugeln rüber... nicht für mich *looool*.
Robinchen, tadle uns nicht! Wenn das jetzt kein Beweis ist, dass der Nationalstaat bleiben wird, dann weiss ich auch nicht, wie sich das besser beweisen liesse :kuss1:.
PS: Gaius, sei nicht böse, dass wir hier in 3. Person von dir reden, es ist nur zu deinem Besten *looool*. Notfalls kannst du's nochmals mit Schwimmen versuchen ;).
Ich schick' euch dann Grußkarten aus Canada :) !
Upps! *looooooooooool*
Werde mich sofort politisch engagieren, um das bei Bedarf zu verhindern.
:jump1: :jump1: :jump1:
Célinchen, was hängst Du denn so an mir! Dir Grüße :umarm: und Küsse :kuss2: ins Denkforum setzen kann ich doch auch aus Vancouver oder Montreal, selbst aus Melbourne oder Sydney, wenn's mit Canada nicht klappt.
Aber die Freie und Hansestadt Hamburg wird ja ohnehin nicht aus der EU entlassen, also muß ich auch nirgends um Asyl ersuchen. Schließlich haben wir nach Rotterdam mittlerweile den zweitstärksten Containerhafen Europas. Ein Wirtschaftsfaktor von enormer Bedeutung! Wir sind für die EU einfach unverzichtlich. :zunge4:
Trotzdem :danke: für eure herzliche Mühe!
Na ja, "hängen" wäre vielleicht des Guten zu viel, Gaius. Belassen wir es doch einfach dabei, dass ich mich mit dir sehr gerne und meist auch gut, pointiert und witzig unterhalte und irgendwie dachte, es beruhe auf Gegenseitigkeit. Alle anderen Erklärungen stecken eigentlich in den Texten, vielleicht mit Ausnahme der Tatsache, dass ich aus Québec stamme und dort oder in Halifax u.a. *loool* zu Hause wäre, wäre ich nicht in Europa.
Um zum Thema zurückzukehren: Die EU wird auch gar keinen Grund, die Freie und Hansestadt Hamburg aus der EU zu entlassen, wenn diese nicht auf die Idee kommt "...Hamburg (schon längst)als(den)einen unabhängigen deutschen Nordstaat..." auszurufen ;).
(Wenn das jetzt mit den Farben so funktioniert, wie ich will, dann bin ich auch schon zufrieden! :jump1: )
:clown3:
PS: Robinchen, ... du und immer Recht usw., wie gehabt *looooool*, mich immer zu wiederholen, ist soooo was von öde! Tschuldigung, ab sofort von mir nur noch zum Thema :) .
Schreibst du mir dafür irgendwo den Satz mit "Verstehen des miss-" auf? Ich lese ihn so gerne. :maus:
:rolleyes: Nur noch Blödsinn!
So ein Vorwurf lastet schwer, Robin -grins
Gaius, der Containerhafen ist für Europa zweifelsohne von enormer Bedeutung, für die EU in ihrer heutigen Form trifft dies aber kaum zu.
Die Klagen, EU macht für die Wirtschaft zu wenig, sind verständlich, die Unzufriedenheit zu Recht. Man sollte sich aber dabei überlegen, warum dem so ist. Vollbeschäftigung oder Wachstum wurden nie als wirtschaftspolitische Ziele der EU definiert. Ist ja auch gar nicht möglich. Die EU hat keine (Wirtschafts)Regierung und dadurch auch keinen Entscheidungsprozess, in dem eine Wirtschaftspolitik definiert werden könnte.
Ob man den Verfassungsvertrag annimmt oder ablehnt, ändern wird sich die Wirtschaftspolitik nicht, weil der Vertrag damit gar nichts zu tun hat.
Darüber müsste man sich Gedanken machen. Bzw. darüber, ob wir nicht sinnvollerweise über eine EU-Regierung statt über einen Vertrag abstimmen müssten.
Eine Regierung wäre den Wählern rechenschaftspflichtig, die EU-Kommission oder auch die EU-Zentralbank sind es nicht. Sie treffen Entscheidungen und wir können sie nicht zur Rechenschaft ziehen. Diese ewigen Debatten um Defizite. Wenn es dazu eines braucht, um Beschäftigung zu schaffen, oder mind. die Arbeitslosigkeit nicht auch noch steigen zu lassen, würde eine Regierung Etatdefizit erlauben, oder Zinsen senken, wenn sie gesenkt werden müssen. Ich behaupte selbstverständlich nicht, dies sei gesund und gut, die unbedingte Befolgung einer Doktrin ist es aber ebenso wenig, ersteres schüfe allerdings mehr Zufriedenheit, während man sich mit den Problemen konstruktiv befassen könnte.
Die Einstimmigkeit, die es für die meisten Entscheidungen im Ministerrat braucht, ist lähmend. Die Entscheidungsprozesse werden mit dem Vertrag wenigstens etwas verbessert und eines Tages kommt man vielleicht entscheidend dahinter, dass die Wahl eines EU-Bundesstaates doch eine bessere Wahl wäre.
Die Unzufriedenheit und das Zögern dem Verfassungsvertrag gegenüber gehen zwar am Thema vorbei, aber sie sind wichtig. Die Regierungs-Eliten sollen aufwachen und endlich merken, dass sie alles andere als stabil sind, und ihre Politik ändern. Ein naiver Wunsch?
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